Praktische Theologie

Missions By The Book

Wer einmal auf dem Missionsfeld im Ausland oder Innland tätig war, macht oftmals die Erfahrung, dass Missionare viel Leidenschaft mitbringen, die Methoden und die Leiterausbildung betont werden, die Theologie jedoch keine große Rolle spielt. Das ist nicht nur schade. Es führt in der Regel zu toxischen Langzeitfolgen, die die Ausbreitung des Evangeliums bremsen.

Benjamin Trachsel stellt ein leicht lesbares Buch vor, in dem genau diese Fragen erörtert werden. Er schreibt über Missions By The Book (Founders Press, 2022):

Gerade in der evangelikalen Missionslandschaft liegt der Fokus aktuell sehr stark auf schnellem Wachstum und Multiplikation, was an sich auch sehr wünschenswert ist. Die Kehrseite ist allerdings oft, dass Missionare ausgesandt werden, die charakterlich und lehrmäßig unqualifiziert sind. Das kann oft zu pragmatischen Methoden und fragwürdigen Lehren führen.

Im Verlauf des Buches sprechen die Autoren einige dieser missiologischen Methoden an (etwa das Disciplemaking Movement oder das Insider Movement) und zeigen ihre Schwachstellen auf. Diese Strategien zielen darauf ab, das Evangelium unter unerreichten Volksgruppen rasch zu verbreiten und schnelle Erfolge zu erzielen.

Meiner Meinung nach schaffen Chad Vegas und Alex Kocman es sehr gut, diese verschiedenen Trends in der Mission zu bewerten und zu kritisieren, ohne dabei polemisch oder extrem zu werden. Immer wieder betonen sie, dass sie das Anliegen und den Eifer der Missionare schätzen, dass es allerdings auch wichtig ist, biblisch zu sein („Was sagt das Wort?“) und nicht pragmatisch („Was funktioniert?“).

Mehr: www.evangelium21.net.

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Unbeschwert laufen – befreit von Pornographie

Eine neue Internetplattform unterstützt Menschen, die frei von Scham, Isolation und dem Schmutz der Pornographie leben möchten. Bei unbeschwert laufen gibt es viele hilfreiche Hinweise und Ressourcen für ein Leben in sexueller Reinheit.

Zitat:

Wir (bzw. derzeit noch „ich“) sind eine rein private Initiative von Christen, die das, was hier thematisiert wird, selbst erlebt haben. Und ein befreites Leben mit neuer Hoffnung ist jetzt nicht fürs passive „auf-dem-Sofa-hocken“ gedacht. Es muss raus und weitergehen. Deshalb will ich, wollen wir, nicht länger schweigen und sogar den Schritt in die (Internet-) Öffentlichkeit wagen. DENN: Viel zu viele Männer und Frauen sind noch „Gefangene“ der Pornografie und leben in sexueller Sünde. Wir wollen diesen Menschen kostenlos (aber nicht umsonst), ohne Barriere und ganz frei Ressourcen, Informationen und Seelsorgerliche Hilfe anbieten bzw. vermitteln. Wir wünschen uns, dass noch mehr Männer und Frauen ein Leben in Befreiung erlangen und wahre, echte Lebensfreude finden – in Jesus Christus.

Schau dich um, klicke dich durch: Dieser Blog wird noch wachsen, das ist klar. Ein kleines Pflänzchen, was hoffentlich gut wächst. Dazu gesellen sich eine große Ressourcen-Datenbank mit Büchern, Diensten, Kursen, Links und manchem mehr. Stöbere doch einfach mal, vielleicht findest du Hilfe und Vertiefung zu einem Thema, was dich bewegt.

Mehr hier: unbeschwert-laufen.de.

Luther: Träger des Wortes Gottes sein

Martin Luther sagte in seiner Auslegung des Galaterbriefes (Kommentar zum Galaterbrief 1519, Calwer Luther-Ausgabe, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus Mohn, 1979, S. 16):

Was ist aber ein »Apostel« anderes als einer, der das Wort Gottes herträgt? Wer aber kann das Wort Gottes hertragen, wenn er nicht Gott gehört hat? Wenn aber einer Lehren daherbringt aus seinem eigenen Kopf oder aus menschlichen Gesetzen und Erlassen oder aus Philosophenweisheit, – ist der wohl ein »Apostel« zu nennen? Nein, der kommt von selbst und ist ein Dieb, ein Räuber, ein Verderber, ein Würger der Seelen … „Er“ — nämlich Gott -„sandte sein Wort und machte sie gesund“ (Psalm 107,20). Es kommt der Mensch und sein eigenes Wort, – und macht es mit dem Blutfluß nur ärger. Das heißt, um es klar zu sagen: So oft das Wort Gottes gepredigt wird, schafft es frohe, weite, ruhige Gewissen zu Gott; denn es ist das Wort der Gnade, der Vergebung, köstlich und süß. So oft Menschenwort verkündet wird, schafft es ein bei sich selbst trauriges, enges, furchtsames Gewissen; denn es ist das Wort des Gesetzes, des Zorns und der Sünde; es zeigt nur, was der Mensch versäumt hat und wie viel er schuldig ist.

Für praktischen Prioritäten für die christliche Jugendarbeit

Jonathan de Oliveira hat einen – ich finde, sehr wichtigen – Artikel über die Schwerpunkte der christlichen Jugendarbeit bei Evangelium21 veröffentlicht. Die Schwerpunkte sollten ein: 1. Jüngerschaft; 2. Fokus auf die Kerngruppe; 3. Glaubensvorbilder als Mitarbeiter; und 4. Integration in die Gemeinde. Er schreibt zum vierten Punkt:

Die Gemeinde, nicht die Jugend, ist der beste Schauplatz für nachhaltige Jüngerschaftsarbeit. Das bedeutet praktisch, die Jugendlichen darin zu unterweisen, die Wichtigkeit von der Teilnahme in Gottesdiensten und Gesamtgemeinde-Veranstaltungen zu betonen, die Bedeutung von Mitgliedschaft aufzuzeigen, Beziehungen zwischen Jugendlichen und älteren, reiferen Christen in der Gemeinde zu ermöglichen („Jünger-Verkupplung“) und Begegnungsräume zwischen Jugendlichen und dem Rest der Gemeinde zu schaffen.

Mehr hier: www.evangelium21.net.

Online ist keine Alternative

Die Corona-Pandemie war für Gemeinden auf der ganzen Welt eine Herausforderung, weil Christen an so vielen Orten Schwierigkeiten damit hatten, sich zu versammeln und ihn Erschwernisse am Wort Gottes zu erfreuen. Nun haben sich allerlei Christen daran gewöhnt, sonntags mit einem Kaffee und dem Bügelbrett Gottesdienste im Livestream zu verfolgen. Das kann nur eine Notlösung sein, meint Jonathan Leeman:

Aber die Online-Gemeinde als dauerhafte Lösung vorzuschlagen oder voranzutreiben (wenn auch gut gemeint), schadet christlicher Jüngerschaft. Es bringt Christen dazu, ihr Glaubensleben als selbstbestimmt zu betrachten. Es vermittelt den Eindruck, sie könnten Jesus als Teil der „Familie Gottes“ im abstrakten Sinne nachfolgen – ohne ihnen beizubringen was es bedeutet, Teil einer Familie zu sein und Opfer für eine Familie zu bringen.

Pastoren sollten Menschen also ermutigen, so gut es geht auf die virtuelle „Teilnahme“ an Gottesdiensten zu verzichten. Wir müssen einen Weg finden, unsere Gemeindeglieder auf sanfte Weise daran zu erinnern, dass die Livestream-Option nicht gut für sie ist. Sie schadet ihrer Jüngerschaft und ihrem Glauben. Wir möchten, dass ihnen das klar ist, damit sie nicht bequem werden und aufhören zu den Versammlungen zu kommen, auch wenn es ihnen möglich ist.

Mehr: www.evangelium21.net.

Ukraine: Das Ende aller Gewissheiten?

„Krieg ist das Ende aller Gewissheiten“ schrieb der Tagesspiegel am 9. März 2022. Menschen in der Ukraine verlieren ihre Häuser, ihre Grundversorgung, ihre Heimat und vieles mehr. Daniel Knoll ermutigt uns in einem Artikel, den er für Evangelium21 geschrieben hat, angesichts dieser Entwicklungen den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern in Wort und Tat Zeugen des Evangeliums zu sein. Wie im Artikel deutlich wird, sind uns darin viele Geschwister in der Ukraine Vorbilder:

Als Christen und Gemeinden tun wir gut daran, die historischen Ereignisse dieser Tage auch aus dieser Perspektive zu betrachten – und entsprechend zu handeln. Wir können das Zeugnis ukrainischer Christen im Land finanziell unterstützen, solange es möglich ist. Wir können Glaubensgeschwister aufnehmen, die ihre Heimat verlassen mussten. Vor allem aber können wir gezielt und andauernd beten, dass Gott sich inmitten der Leiden dieses Krieges verherrlicht und seine Gemeinde – dort und hier – in der Überzeugung bestärkt: Krieg ist nicht das Ende aller Gewissheiten.

Mehr: www.evangelium21.net.

Das Wohlstandsevangelium in Deutschland kontextualisieren

Frank Liesen hat sich mit konkreten Ausprägungen des Wohlstandsevangeliums in Deutschland auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist „Contextualizing the Prosperity Gospel in Germany: A Theological Assessment“. Der Artikel ist in der Zeitschrift ems Vol. 2 (1), 2022 erschienen. Darin heißt es (Übers. R.K.):

Jedes Gemeindegründungsprojekt in dieser Fallstudie übersetzte das Evangelium von Gesundheit und Reichtum anders, während sie gleichzeitig ein evangelikales Verständnis von Bekehrung und Transformation bewahrten. Der Hintergrund und die theologische Ausbildung der Gemeindeleiter und der soziale Kontext der einzelnen Gemeinden bestimmten die unterschiedlichen Ansätze der Kontextualisierung. Die Konvertiten wandten die Interpretation des Wohlstands auf ihre Veränderungsprozesse an und folgten dabei der Weisung ihrer jeweiligen Kirchen.

Die Wohlstandslehre mit ihrer Behauptung, Gesundheit und Reichtum seien ein christliches „Geburtsrecht“, muss freilich als Synkretismus zurückgewiesen werden. Dennoch sollten sorgfältige theologische Bewertungen eine vorschnelle Verurteilung von Variationen in der Kontextualisierung verhindern. Christliche Führungspersönlichkeiten in Deutschland stehen vor der Herausforderung, die theologischen Ausdrucksformen der neuen evangelikalen Bewegungen, wie sie von den drei Fallstudienkirchen repräsentiert werden, zu bewerten und ihre Gemeinden in Richtung zunehmender Bibeltreue bei Veränderungsprozessen  (Eph 4,13) zu führen.

Der Aufsatz kann hier heruntergeladen werden: journal-ems.org.

Der Missionsbefehl – heute?

Die bekenntnisorientierten Kirchengemeinden Deutschlands brauchen deshalb nicht nur ein Herz für die Weltmission, sondern auch für die Inlandsmission. Die Gründung und geistliche Neuausrichtung von Gemeinden wird in den nächsten Jahrzehnten eine der größten Herausforderungen für die Christen in Zentraleuropa werden. Ein paar Gedanken dazu habe ich in dem Beitrag „Der Missionsbefehl – heute?“ geäußert: 

Mitte und Haupt der Gemeinde ist unser Herr Jesus Christus. Er ist Gottes Antwort auf unsere menschliche Not. Die Frohbotschaft von seinem Kommen, der von ihm erwirkten Erlösung, von seiner Herrschaft und seiner Wiederkunft, soll seine Gemeinde ausfüllen. Eine Kirche, die von diesem Evangelium erfüllt ist, will – ja, muss! – davon erzählen und Menschen einladen, zu diesem Christus zu kommen. Wer so einen Schatz entdeckt hat, will nichts anderes mehr haben (vgl. Mt 13,44–46). Die Frohbotschaft vom Reich der Himmel ist das Einzige, was die Welt sich nicht selbst geben kann, was ihr also jemand bringen muss. Deshalb gehört es zum Auftrag der Gemeinde, sich selbst die Botschaft von der freien Gnade Gottes zu predigen und sie zu allen Völkern zu tragen.

Mehr: www.evangelium21.net.

Das Ende des „bequemen“ Christentums

Der Lutheraner Matthew C. Harrison, Präsident der Missouri Synode (USA), ist überzeugt: Das Ende des „bequemen“ Christentums ist eingeläutet. Er ist darüber nicht nur traurig. Es könnte die Kirche nämlich geistlich wachrütteln.

Matthew C. Harrison schreibt:

Die Kirche ist kein Country Club und war es auch nie – auch wenn sie im letzten Jahrhundert, vor allem in Nordamerika, mit einem solchen verwechselt werden konnte … Pfarrer konnten in Einzelhandelsgeschäften einen „Geistlichen-Rabatt“ erhalten. Das waren die „guten alten Zeiten“, als die Zugehörigkeit zu einer christlichen Konfession erwartet wurde, normal und sogar amerikanisch war.

Diese Zeiten sind vorbei. Gott sei Dank.

Während ich dies schreibe, stehen unsere guten Freunde, Bischof Juhana Pohjola von der Evangelisch-Lutherischen Missionsdiözese Finnlands (ELMDF) und Dr. Päivi Räsänen, ein Mitglied des finnischen Parlaments, wegen „Hassreden“ vor Gericht, weil sie sich zu dem bekennen, was die Heilige Schrift einfach und klar über Gottes Plan für die Ehe und die sündige Natur der Homosexualität lehrt. Sie haben den großen „Fehler“ begangen, zu zitieren, was die Bibel in Römer 1 und anderen Passagen sagt.

Das Christentum war noch nie bequem. Wenn die Kirche es sich in der Kultur bequem macht, wird ihr Bekenntnis verwässert. Die Verkündigung des Gesetzes wird abgeschwächt, und die Verkündigung des Evangeliums geht verloren.

Nordamerika wird Europa bald folgen. In Kanada gibt es bereits ähnliche Gesetze gegen Hassreden wie in Finnland. Wahrscheinlich nicht in dieser Generation, aber vielleicht in der nächsten, werden Christen in Amerika vor Gericht stehen müssen wie unsere finnischen Brüder und Schwestern. Was werden wir sagen? Wir werden wie unsere Freunde in Finnland bei jeder Gelegenheit bekennen, dass alle Menschen wertvoll und nach dem Bild Gottes geschaffen sind und dass wir alle sündig sind und einen Erlöser, Jesus, brauchen.

Wir predigen Christus, den Gekreuzigten. Die Kirche ist „kreuzförmig“. Das ist nicht bequem. Das war es noch nie. Aber wir haben eine Hoffnung, die über die Annehmlichkeiten dieses Lebens hinausgeht. Jesus hat Verfolgung versprochen. Und er versprach die Auferstehung.

Mehr: reporter.lcms.org.

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