Das Wohlstandsevangelium in Deutschland kontextualisieren

Frank Liesen hat sich mit konkreten Ausprägungen des Wohlstandsevangeliums in Deutschland auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist „Contextualizing the Prosperity Gospel in Germany: A Theological Assessment“. Der Artikel ist in der Zeitschrift ems Vol. 2 (1), 2022 erschienen. Darin heißt es (Übers. R.K.):

Jedes Gemeindegründungsprojekt in dieser Fallstudie übersetzte das Evangelium von Gesundheit und Reichtum anders, während sie gleichzeitig ein evangelikales Verständnis von Bekehrung und Transformation bewahrten. Der Hintergrund und die theologische Ausbildung der Gemeindeleiter und der soziale Kontext der einzelnen Gemeinden bestimmten die unterschiedlichen Ansätze der Kontextualisierung. Die Konvertiten wandten die Interpretation des Wohlstands auf ihre Veränderungsprozesse an und folgten dabei der Weisung ihrer jeweiligen Kirchen.

Die Wohlstandslehre mit ihrer Behauptung, Gesundheit und Reichtum seien ein christliches „Geburtsrecht“, muss freilich als Synkretismus zurückgewiesen werden. Dennoch sollten sorgfältige theologische Bewertungen eine vorschnelle Verurteilung von Variationen in der Kontextualisierung verhindern. Christliche Führungspersönlichkeiten in Deutschland stehen vor der Herausforderung, die theologischen Ausdrucksformen der neuen evangelikalen Bewegungen, wie sie von den drei Fallstudienkirchen repräsentiert werden, zu bewerten und ihre Gemeinden in Richtung zunehmender Bibeltreue bei Veränderungsprozessen  (Eph 4,13) zu führen.

Der Aufsatz kann hier heruntergeladen werden: journal-ems.org.

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Udo
5 Monate zuvor

Statt ernsthafter Nachfolge Christi macht sich seit vielen Jahren im evangelikalen Gemeinden eine christlich gefärbte Religion mit einem Gottesbild breit, das sich immer mehr von dem entfernt, wie Gott sich in seinem Wort selbst, der „Heiligen Schrift“, offenbart hat. Ein Gott ohne Ansprüche, der für unsere Zufriedenheit, Gesundheit und unseren Wohlstand sorgt, uns in niederschwelligen „Wellnessveranstaltungen“ versorgt und möglichst das tut, was wir wollen. Einseitig und häretisch. Während ich das schreibe, lese ich ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer „Nichts von dem, was wir im andern verachten, ist uns selbst ganz fremd.“ Wie wahr. Herr sei mir Sünder gnädig.

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