Praktische Theologie

Wenn plötzlich die Angst kommt

Justin stellt in diesem Video nicht nur Joe Thorn’s neues Buch vor, sondern befragt ihn auch zu seiner leidvollen Wanderung durch ein finsteres Tal. Pastor Joe Thorn hatte gerade die Arbeit an seinem vorletzten Buch abgeschlossen, als er plötzlich von Gefühlen der Angst und Verunsicherung überwältigt wurde.

Was hat ihm geholfen? Ein guter Seelsorger, ein Arzt und eine robuste, puritanische Theologie, die auch dann trägt, wenn harte Stürme kommen.

Ein berührendes Gespräch, das vielleicht dem ein oder anderen, der durch beklemmende Zeiten geht, helfen kann, auf die Hilfe des HERRN zu hoffen und sie zu empfangen.

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John Owen: Versuchung überwinden

Ich lese derzeit den sechsten Band der Werke von John Owen. Nebenbei habe ich herausgefunden, dass Kelly Kapic und Justin Taylor wichtige Texte von Owen zum Thema „Sünde und Versuchung“ vor neun Jahren in einem Band zusammengestellt und erläutert haben. Kelly Kapic schreibt dort – und das ist für die Seelsorge sehr wichtig:

OvercomingSinAndTemptation  verschoben

The goal of the Christian life is not external conformity or mindless action, but a passionate love for God informed by the mind and embraced by the will. So the path forward is not to decrease one’s affections but rather to enlarge them and fill them with “heavenly things.” Here one is not trying to escape the painful realities of this life but rather endeavoring to reframe one’s perspective of life around a much larger canvas that encompasses all of reality. To respond to the distorting nature of sin you must set your affections on the beauty and glory of God, the loveliness of Christ, and the wonder of the gospel: “Were our affections filled, taken up, and possessed with these things . . . what access could sin, with its painted pleasures, with its sugared poisons, with its envenomed baits, have unto our souls?” Resisting sin, according to this Puritan divine, comes not by deadening your affections but by awakening them to God himself. Do not seek to empty your cup as a way to avoid sin, but rather seek to fill it up with the Spirit of life, so there is no longer room for sin.

Das Buch Overcoming Sin and Temptation von John Owen kann hier heruntergeladen werden: OvercomingSinAndTemptation.pdf.

Dem Worte folgen

Wo ist der Mut zum Bibelwort in der Seelsorge? Rudolf Bohren sagte einst (Dem Worte folgen, 1963, S. 120):

Wird die Seelsorge geübt in einer Welt, deren Gestalt vergeht, in einer Zeit, da Christus bald kommt, dann wird die Seelsorge den Mut zum Wort haben, den Mut, das Bibelwort zu sagen. – Der Seelsorger ist Botschafter. Eine hoffnungslose Seelsorge schämt sich, den Mächtigen und Gebildeten das Wort zu sagen, und meint, ihnen gegenüber das Wort in einer besonderen Emulsion servieren zu müssen. O diese Emulsionen, diese plötzliche Scheu vor Doktortiteln und Industrieaktien! O diese Ritter von der traurigen Gestalt, die es im Männersaal nicht wagen, ein Wort zu sagen. Man beachte, wie feierlich und volltönend der 2. Timotheusbrief gegen diese falsche Scham kämpft: »Ich beschwöre dich vor Gott und Christus Jesus, der die Lebendigen und die Toten richten wird, und bei seiner Erscheinung und bei seinem Reich: Predige das Wort, tritt dafür ein zu gelegener und ungelegener Zeit, überführe, weise zurecht, ermahne, mit aller Langmut und Belehrung« (4,1—2). – Wenn das Reich kommt, muß gerade auch den Mächtigen das Wort gesagt werden! Darum appelliert ein Paulus an den Kaiser!

M. Reeves: Christus unser Leben

NewImageLarry ist ein cooler Typ. Er hat bei der Weihnachtsaktion 2014 das Buch über die Endzeit von Eckhard J. Schnabel gewonnen. Vor einigen Wochen hat er mir nun seinerseits ein Buch geschenkt, nämlich:

Während meiner Reisen der letzten Wochen habe ich schon Teile des Buches gelesen. Reevers Anliegen ist es, Themen wie die Erlösung oder die Ethik durch die Linse der Christologie zu beleuchten. Vielleicht von kleineren Ungenauigkeiten abgesehen, ist es ein sehr herausforderndes und inspirierendes Buch, ja ein seelsorgerliches Buch. Ich glaube, dass wir in der Seelsorge lernen müssen, zu einem Leben aus der Gemeinschaft und Fülle in Christus zu leben. Das Buch gibt viele Anstöße dazu. Besonders gefällt mir dieser Absatz:

Das entscheidende Geheimnis der Gottseligkeit ist nicht eine Technik, eine Methode oder eine Gewohnheit, sondern Christus. Sünde ist gerade Christuslosigkeit; alle Versuche, sich selbst zu verbessern, bleiben – wie eine moralische Erneuerung ohne ihn – Sünde.

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Jugendarbeit – Problem oder Segen?

Vieles wurde schon über Jugendarbeit in der Gemeinde geschrieben und auch darüber, wie die Jugendarbeit die Beziehung zu Christus und zur Ortsgemeinde negativ beeinflussen kann. Jugendpastoren und -mitarbeiter müssen immer wieder dazu aufgerufen werden, sich auf einen fundierten, biblischen und evangeliumszentrierten Dienst zu besinnen. Das bewahrt sie davor, eine Jugendarbeit aufzubauen, die nur auf Spaß und Unterhaltung ausgerichtet ist und keine bleibende Frucht für das Reich Gottes bringen kann.

Jon Nielson stellt diagnostische Fragen:

  • Steht unsere Jugendarbeit in irgendeiner Weise in Konkurrenz zur gemeinsamen Anbetung im Gottesdienst?
  • Ermutigen die Jugendmitarbeiter Jugendliche dazu, Beziehungen zur älteren Generation aufzubauen?
  • Unterstützt unsere Jugendarbeit die Arbeit gottesfürchtiger Eltern mit ihren Kindern oder stellt sie eher eine Konkurrenz dazu dar?
  • Werden die Jugendlichen dazu ermutigt, zwischen der Mitarbeit im Jugendkreis und dem Dienst in anderen Bereichen der Ortsgemeinde zu wählen?
  • Behindert die Jugendarbeit in irgendeiner Weise die Vorbereitung junger Männer und Frauen auf ihren Dienst in der Ortsgemeinde als erwachsene Christen?

Bei Evangelium21 gibt es den vollständigen Beitrag: www.evangelium21.net.

Jesus passt zu Ostdeutschland

Eine Studie zeigt, dass sich viele Konfessionslose in den neuen Bundesländern ernsthaft mit Theologie und Sinnfragen auseinandersetzen wollen. Für die Pastoren und Gemeinden ist das nicht immer einfach. Matthias Kamann schreibt für DIE WELT über die Erfahrungen, Dorothee Land als Autorin der Studie mit Glaubenskursen gemacht hat:

„Die Besucher der Glaubenskurse sorgen dafür, dass es nicht beim Plaudern bleibt“, sagte Land im Gespräch mit der „Welt“. „Alle Erfahrungen zeigen, dass Distanzierte und Konfessionslose sehr schnell grundsätzliche und private Erfahrungen ansprechen, sobald sie einen Vertrauensraum vorfinden, in dem sie anerkannt werden. Wenn reale Probleme der Familie angesprochen und Grundfragen des Lebens thematisiert werden, dann öffnen sich die Leute ganz schnell und erzählen, was ihnen durch den Kopf geht oder widerfahren ist.“ Dies lasse sich nicht nur in Glaubenskursen beobachten, sondern auch etwa bei Gesprächen nach Beerdigungen. Für Land folgt daraus: „Leute schätzen es, wenn Kirche mit Inhalten, Ritualen und Symbolen erkennbar auftritt, und das nutzen sie als Anlässe für Gespräche, bei denen wir sie dann aber tatsächlich ernst nehmen müssen.“

Mehr: www.welt.de.

City Church goes LGBT

Vor einigen Tagen gab die Leiterschaft der „City Church San Francisco“ (CCSF) bekannt, dass sie ihre ablehnende Einstellung gegenüber dem LGBT-konformen Lebensstil korrigiert. In Zukunft werde von Mitgliedern mit LGBT-Orientierung keine sexuelle Abstinenz mehr erwartet, da diese Erwartung dem Evangelium von Jesus Christus widerspreche.

Obwohl Kenner der Szene rund um den kulturrelevanten Gemeindebau nicht völlig überrascht sein dürften, birgt dieser Richtungswechsel eine gewisse Sprengkraft. Die CCSF bekennt sich einerseits zum historischen Christentum und zur Theologie drei bedeutender reformierter Bekenntnisschriften, nämlich dem Heidelberger Katechismus, dem Helvetischen Glaubensbekenntnis und der Dordrechter Lehrregel. Ihre Entstehung geht außerdem auf Inspirationen zurück, die die Gründer in den 90er-Jahren der renommierten „Redeemer Presbyterian Church“ in New York City unter Tim Keller entnommen haben. Außerdem ist die Gemeinde missionarisch ausgerichtet und in verschiedene Gemeindegründungsprojekte involviert. Dass sie sich jetzt die Sexualethik der „progressiven Evangelikalen“ zu eigen macht, wird  Auftakt weiterer Diskussionen über den kulturattraktiven Gemeindebau sein.

Ich empfehle die gewiss provokative Analyse von Owen Strachan, der sich übrigens auch allgemeiner zum progressiven Evangelikalismus geäußert hat. Ergänzend dazu vier kurze Gedankenanstöße aus dem Bauch heraus:

(1) San Francisco an der Westküste ist so etwas wie die Hauptstadt der Schwulenbewegung. Die Stadt mit ihrem inoffiziellen Symbol der Regenbogenfahne wurde zum Inbegriff der Gegenkultur. Der „Meinungsdruck“, dem dort Andersdenkende ausgesetzt sind, ist besonders groß (freilich ist die Stadt eben auch so etwas wie ein Trendsetter).

(2) Der Schwenk der CCSF hat nichts mit der theologischen Position von Tim Keller zu tun. Der Leiter der „Redeemer Presbyterian Church“ in Manhatten (!) hat seine Sichtweise mehrfach eindeutig zum Ausdruck gebracht, erst kürzlich wieder in der Besprechung zweier Bücher zum Thema.

(3) Die Erklärung der CCSF weist eklatante theologische Schwächen auf. Ich gehe mal davon aus, dass dazu in den nächsten Wochen allerlei geschrieben wird. Hinweisen möchte ich kurz auf das in Stellung gebrachte Argument, Christen sollten nicht über andere Christen richten. Es gibt ein falsches und ein unerlässliches Richten. So verwerflich ein hochmütiger Richtgeist ist, das Urteilen auf der Grundlage des biblischen Wortes ist nicht nur Auftrag, sondern Notwendigkeit der Kirche. Wir sollen allerdings nicht über das Wort Gottes Recht sprechen, sondern unter dem Wort Gottes. Das „Helvetische Bekenntnis“, auf das sich die CCSF unter anderem gründet, gebietet beispielsweise das Prüfen mit der größten Sorgfalt und Klugheit aus dem Wort Gottes. Es ist Kennzeichen der wahren Kirche, dass sie alles nach der Vorschrift des Wortes Gottes tut und alles, „was ihm widerstreitet, von sich weist und Christus als einziges Haupt anerkennt“ (Artikel 29). Gerade das Richten auf der Grundlage subjektiver Meinung, das meiner Erfahrung nach all jene selbstverständlich praktizieren, die das Richten verbieten wollen, ist ein Fallstrick.

(4) Schnell Klarheit schaffen! Je länger man in der Schule oder auf dem Arbeitsplatz damit wartet, sich zu Christus zu bekennen, desto schwerer fällt es. Das Beste ist es, so schnell als möglich unverkrampft Einblick in die eigenen Glaubensüberzeugungen zu geben. Gemeindegründungsprojekte sind gut beraten, ganz ähnlich in den wichtigen Fragen der Lehre und Ethik von Anfang an Transparenz herzustellen. Das Warten macht es nicht einfacher. Im Gegenteil, der Anpassungsdruck, dem gerade kulturattraktive Gemeindeprojekte ausgesetzt sind, macht es schwerer.

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Greg Gilbert im Gespräch

Der Hauptredner der diesjährigen E21-Konferenz, Greg Gilbert, spricht hier gemeinsam mit Kevin DeYoung über das Thema „Was ist der Auftrag der Kirche?“. Kevin DeYoung hat übrigens für die E21-Konferenz im Jahr 2016 zugesagt.

Noch sind Anmeldungen für die Konferenz im April 2015 möglich!

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William Philip: Warum wir beten

William Philip, Pfarrer der St. George’s-Tron Gemeinde in Glasgow (Schottland) und Leiter von Cornhill in Schottland, hat ein bereits viel beachtetes Buch über das Gebet veröffentlicht:

  • William Philip: Why we Pray, Wheaton, Illinois: Crossway 2015, S. 110

9781433542862mDavid Jackman, früherer President des Proclamation Trust in London und Hauptredner der Spurgeon-Konferenz, schreibt über das Buch:

„Ein herrlich erfrischendes, biblisch realistisches und persönlich motivierendes Buch. Es macht Schluss mit Stereotypen und Schuldgefühlen im Blick auf das Gebet. Es stellt uns unsere erstaunlichen Privilegien als Kinder Gottes vor Augen. Es wird Ihrem Herzen Gutes tun!“

Hier die Einführung und das Vorwort von Alistair Begg: 9781433542862.pdf.

Vier Lügen über die Liebe

„Liebe“ wird heutzutage oft mit Verständnis oder Romantik verbunden. Zurecht? Tony Merida nimmt sich in einem Beitrag für Evangelium21 einiger Missverständnisse an:

Einige glauben, Liebe sei Toleranz. Natürlich hat Toleranz ihren berechtigten Platz in einer Kultur. Sie ist wichtig in vielerlei Hinsicht. In den Vereinigten Staaten darf deshalb jeder Gott so anbeten, wie er oder sie es möchte.

Allerdings sind einige davon überzeugt, Lieben bedeute, den Standpunkt eines anderen niemals in Frage stellen zu dürfen. Tut man es dennoch, wird man als engstirnig und kleinkariert bezeichnet.

Als Christen dürfen wir aber niemals Toleranz mit Wahrhaftigkeit verwechseln. Niemals hat jemand so geliebt wie Jesus, aber trotzdem war sehr mutig und direkt. Hat er andere respektiert? Auf jeden Fall. War er gnädig zu denen, die ihm nicht glaubte? Ja. Hat er im Namen der Toleranz aufgehört, die Wahrheit zu verkündigen? Nein.

Paulus formulierte es so: „Sprecht die Wahrheit in Liebe.“ Wir lieben die Welt nicht so wie Jesus, wenn wir andere nicht zur Buße aufrufen. Aber wir sollen genau das tun – in einem gebrochenen und bußfertigen Geist. Liebe ist nicht Toleranz.

Hier geht es weiter: www.evangelium21.net.

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