Ethik

Beiträge aus dem Bereich Ethik.

Die Grundregel christlicher Sexualethik

Klaus Bockmühl über die wichtigste Grundregel christlicher Sexualethik (Leben nach dem Willen Gottes, BWA, Bd. II/3, S. 35):

Die Grundregel der christlichen Sexualethik ist eine denkbar einfache. Sie lautet: »Ihr gehört nicht euch selbst. Machet Gott Ehre mit eurem Leibe!« Sie findet sich als Zusammenfassung dessen, was der Apostel Paulus über die christliche Sexualethik zu sagen hat, in 1. Kor 6,19 und 20. Der Apostel wendet da speziell auf das Leben des Leibes an, was überhaupt Grundregel jeder ethischen Entscheidung im christlichen Sinne ist, nämlich den Satz: »Jesus Christus ist für uns gestorben, damit wir nicht mehr für uns selbst, sondern für Ihn leben« (2. Kor 5,15).

Gendertheorie ist ein kollektiver Irrtum

Recht hat er, der Alexander Grau:

Ideologische Konstruktivisten sind genötigt, ihren Konstruktivismus-Vorwurf zu erweitern. Um etwa zu zeigen, dass das Geschlecht eine soziale Konstruktion ist, muss man wiederum die Wissenschaft als Konstruktion entlarven.

Typisch für den ideologischen Konstruktivismus ist daher auch sein Entlarvungsgestus. Wie die Psychoanalyse, unterscheidet er zwischen dem oberflächlichen Schein und dessen tieferen Ursachen, die es zu demaskieren gilt. Wer dem widerspricht, bestätigt die Theorie nur, da er zeigt, wie sehr er in ideologischen Mustern befangen ist.

Wenn es ein wissenschaftliches Konzept gibt, das offensichtlich sozial konstruiert ist, dann ist es der radikale soziale Konstruktivismus selbst. Er ist ein pseudowissenschaftlicher Taschenspielertrick zu Durchsetzung (wissenschafts-) politischer Interessen. Man sollte sich nicht von ihm beeindrucken lassen.

Mehr: www.cicero.de.

VD: DV

„Ehe light“ wie in Frankreich?

Die „Ehe light“ ist in Frankreich ein Erfolg, die Schweiz will sie übernehmen. Auch Deutschland solle für unverheiratete Paare einen neuen Zivilstand schaffen, fordern nun Politiker der Grünen. Doch Juristen sind skeptisch.

Alan Cassidy schreib für die FAZ:

Verliebt, verlobt, verheiratet: Das war einmal. Immer mehr deutsche Paare leben heute ohne Trauschein zusammen. Die Zahl der geschlossenen Ehen ist seit 1970 um ein Drittel zurückgegangen, jedes dritte Kind wird unehelich geboren. Im Familienrecht hat dieser gesellschaftliche Wandel jedoch keinen Niederschlag gefunden. Bis heute kennt Deutschland nur die traditionelle Ehe, die erweiterte Lebensgemeinschaft für Homosexuelle – aber kein Rechtsinstitut für die Millionen von heterosexuellen Paaren, die unverheiratet bleiben wollen.

Mehr: www.faz.net.

Jerry Bridges: Christen brauchen das Evangelium

Jerry Bridges, inzwischen ein weiser, alter Mann, spricht über das Evangelium in der Heiligung.

Autorität als Gabe Gottes

Lars Reeh hat einen Beitrag über Autorität für die Zeitschrift Bekennende Kirche geschrieben. Darin heißt es:

Was ist der richtige Grund, um Autorität auszuüben? Autorität ist immer für den Dienst gegeben. Gott gibt Autorität für den Dienst am anderen. Autorität dient nicht zum Selbstzweck oder zur Selbsterhöhung, sondern zur Ehre Gottes und zum Dienst am Nächsten. Man dient mit den Gaben, die man von Gott empfangen hat. Der Charakter von Autorität sollte immer von Demut geprägt sein.

Mehr: bekennende-kirche.de.

Empfehlenswert ist auch der Aufsatz „Lernen im Horizont des christlichen Glaubens“ von Hanniel Strebel  Über das Arbeiten und Lernen in einem säkularen Umfeld schreibt Hanniel (zusammengefasst):

1. Etwas vom Wichtigsten ist die tägliche (und manchmal stündliche) Orientierung an meinem Lebensziel. Egal, was auf dem Programm steht, ob Projekte, Beratungen, Workshops oder Seminare.

2. Weiter bitte ich um das, was Eduard Thurneysen in der Seelsorge den “Bruch des Gesprächs” nannte. Wie oft habe ich es schon erlebt, dass Teilnehmer oder Ratsuchende mich mit einer Frage, die Sinn und Lebensziel betrafen, zur Stellungnahme aufforderten. Freudig nehme ich dies als Gelegenheit wahr, den allmächtigen Gott auch in ein solches Gespräch einzubeziehen.

3. Der Evangelist Francis Schaeffer (1912 – 1984) hat mich gelehrt, auch in einer Arbeitsbeziehung nach dem Spannungspunkt zu suchen. Was meinte Schaeffer damit? Ich zitiere: “Nun kann aber in Wirklichkeit kein Nichtchrist seine Denkvoraussetzungen konsequent ausleben. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Ein Mensch muss in der Wirklichkeit leben, und diese Wirklichkeit besteht aus zwei Teilen: der objektiven Welt mit ihrer Form und dem ‚Menschsein’ des Menschen, einschließlich seines eigenen ‚Menschseins’.

4. Wie oft wurden Sie schon von Arbeitskollegen nach Hause eingeladen? Ich erlebte diese seltenen Gelegenheiten als erstklassige Möglichkeiten, anderen Menschen Einblick in das eigene Leben und in die Familie zu gewähren. Also nehme ich nach Kräften Gelegenheiten wahr, Gastfreundschaft zu üben!

5. Das Bewusstsein, dass das Unternehmen, in dem ich arbeite, die Kollegen, mit denen ich zu tun habe, so wie ich selbst von der Sünde betroffen sind und wir unter ihr zu leiden haben, prägt meine Vorannahmen in der Beratung.

Hier: bekennende-kirche.de.

City Church goes LGBT

Vor einigen Tagen gab die Leiterschaft der „City Church San Francisco“ (CCSF) bekannt, dass sie ihre ablehnende Einstellung gegenüber dem LGBT-konformen Lebensstil korrigiert. In Zukunft werde von Mitgliedern mit LGBT-Orientierung keine sexuelle Abstinenz mehr erwartet, da diese Erwartung dem Evangelium von Jesus Christus widerspreche.

Obwohl Kenner der Szene rund um den kulturrelevanten Gemeindebau nicht völlig überrascht sein dürften, birgt dieser Richtungswechsel eine gewisse Sprengkraft. Die CCSF bekennt sich einerseits zum historischen Christentum und zur Theologie drei bedeutender reformierter Bekenntnisschriften, nämlich dem Heidelberger Katechismus, dem Helvetischen Glaubensbekenntnis und der Dordrechter Lehrregel. Ihre Entstehung geht außerdem auf Inspirationen zurück, die die Gründer in den 90er-Jahren der renommierten „Redeemer Presbyterian Church“ in New York City unter Tim Keller entnommen haben. Außerdem ist die Gemeinde missionarisch ausgerichtet und in verschiedene Gemeindegründungsprojekte involviert. Dass sie sich jetzt die Sexualethik der „progressiven Evangelikalen“ zu eigen macht, wird  Auftakt weiterer Diskussionen über den kulturattraktiven Gemeindebau sein.

Ich empfehle die gewiss provokative Analyse von Owen Strachan, der sich übrigens auch allgemeiner zum progressiven Evangelikalismus geäußert hat. Ergänzend dazu vier kurze Gedankenanstöße aus dem Bauch heraus:

(1) San Francisco an der Westküste ist so etwas wie die Hauptstadt der Schwulenbewegung. Die Stadt mit ihrem inoffiziellen Symbol der Regenbogenfahne wurde zum Inbegriff der Gegenkultur. Der „Meinungsdruck“, dem dort Andersdenkende ausgesetzt sind, ist besonders groß (freilich ist die Stadt eben auch so etwas wie ein Trendsetter).

(2) Der Schwenk der CCSF hat nichts mit der theologischen Position von Tim Keller zu tun. Der Leiter der „Redeemer Presbyterian Church“ in Manhatten (!) hat seine Sichtweise mehrfach eindeutig zum Ausdruck gebracht, erst kürzlich wieder in der Besprechung zweier Bücher zum Thema.

(3) Die Erklärung der CCSF weist eklatante theologische Schwächen auf. Ich gehe mal davon aus, dass dazu in den nächsten Wochen allerlei geschrieben wird. Hinweisen möchte ich kurz auf das in Stellung gebrachte Argument, Christen sollten nicht über andere Christen richten. Es gibt ein falsches und ein unerlässliches Richten. So verwerflich ein hochmütiger Richtgeist ist, das Urteilen auf der Grundlage des biblischen Wortes ist nicht nur Auftrag, sondern Notwendigkeit der Kirche. Wir sollen allerdings nicht über das Wort Gottes Recht sprechen, sondern unter dem Wort Gottes. Das „Helvetische Bekenntnis“, auf das sich die CCSF unter anderem gründet, gebietet beispielsweise das Prüfen mit der größten Sorgfalt und Klugheit aus dem Wort Gottes. Es ist Kennzeichen der wahren Kirche, dass sie alles nach der Vorschrift des Wortes Gottes tut und alles, „was ihm widerstreitet, von sich weist und Christus als einziges Haupt anerkennt“ (Artikel 29). Gerade das Richten auf der Grundlage subjektiver Meinung, das meiner Erfahrung nach all jene selbstverständlich praktizieren, die das Richten verbieten wollen, ist ein Fallstrick.

(4) Schnell Klarheit schaffen! Je länger man in der Schule oder auf dem Arbeitsplatz damit wartet, sich zu Christus zu bekennen, desto schwerer fällt es. Das Beste ist es, so schnell als möglich unverkrampft Einblick in die eigenen Glaubensüberzeugungen zu geben. Gemeindegründungsprojekte sind gut beraten, ganz ähnlich in den wichtigen Fragen der Lehre und Ethik von Anfang an Transparenz herzustellen. Das Warten macht es nicht einfacher. Im Gegenteil, der Anpassungsdruck, dem gerade kulturattraktive Gemeindeprojekte ausgesetzt sind, macht es schwerer.

„Kinder am Ende des Lebens“

Leben und Leiden oder der Tod auf Verlangen: In Belgien erlaubt ein Gesetz seit vergangenem Jahr aktive Sterbehilfe auch bei unheilbar kranken Kindern und Jugendlichen. Ein Vorbild für Deutschland, wo Sterbehilfe noch ein Tabu-Thema ist? Was macht ein Leben überhaupt aus? Welches Leiden ist unerträglich? Wäre der Tod etwa für schwerstbehinderte Kinder nicht die humanere Lösung?

Karla Krause geht diesen Fragen nach im neuen ARD radiofeature „Kinder am Ende des Lebens – Ein Feature über Palliativmedizin und Sterbehilfe“. Sie spricht mit Ärzten aus beiden Ländern und besucht Kinder und deren Eltern in einem Berliner Kinderhospiz und zu Hause.

Im Kinderhospiz spricht Karla Krause auch mit Osagie. Er leidet an einer unheilbaren Erbkrankheit. Osagie liebt das Leben. Selbst wenn er wie in Belgien das Recht auf Sterbehilfe hätte, würde er sich gegen diesen Schritt entscheiden: „Ich will lieber das Leben haben, anstatt nichts zu haben. Ich würde das nie so machen, ich würde mich immer entscheiden zu leben.“

Zu hören ist das neue ARD radiofeature ab Mittwoch, 25. März 2015, in sieben Wort- und Kulturwellen der ARD und im Internet unter www.radiofeature.ard.de.

Sendetermine:

  • SWR 2 Mittwoch, 25. März 2015, 22:05 Uhr
  • BR 2 Samstag, 28 März 2015, 13:05 Uhr
  • SR 2 Samstag, 28. März 2015, 17:05 Uhr
  • Nordwestradio (RB) Sonntag, 29. März 2015, 16:05 Uhr
  • NDR info Sonntag, 29. März 2015, 11:05 Uhr
  • WDR 5 Sonntag, 29. März 2015, 11:05 Uhr
  • hr2-kultur Sonntag, 29. Januar 2015, 18:05 Uhr

Kommt das bioethische Armageddon?

Gentechnik, wir müssen reden: Die Biomediziner sind sich selbst nicht mehr geheuer. Nach den ersten Manipulationen an Keimbahn-Zellen steht fest, dass Menschenzüchtung keine reine Hypothese mehr ist. Die Gentechniker schaffen Fakten. Durchgesickert ist, dass „chinesische Forscher ihre Keimbahn-Experimente an menschlichen Zellen längst beendet und die Manuskripte ihrer Arbeit zur Begutachtung auf den Schreibtischen anderer Wissenschaftler liegen“.

Joachim Müller-Jung schreibt für die FAZ:

Das, was in der Biomedizin in diesen Tagen geschieht, könnte man kaum treffender beschreiben als Hans Magnus Enzensberger: Er diagnostizierte, allerdings schon vor vierzehn Jahren, eine „manische Phase“ in den Lebenswissenschaften. Die Resultate dieser nicht abreißen wollenden Phase der unerschütterlichen Fortschrittsbesessenheit sind mit den Klonier- und Stammzelldebatten und mit dem Streit um die Embryonenselektion in der Petrischale immer wieder neu zutage gefördert worden. Was nur wenige dabei wirklich kümmerte: Die Auseinandersetzungen wurden am Ende meistens in einem sonderbar abgebrühten psychologischen Setting geführt, in dem die letzte Barriere, die von Jürgen Habermas ins Spiel gebrachte „Gefahr der Menschenzüchtung“, als fernes Szenario, ja als reine Hypothese, behandelt wurde. Fern der Wirklichkeit also. Wir können heute sagen: Diese Phase des Visionierens und apokalyptischen Herumspekulierens ist einer für viele sicher nun beklemmenden Gewissheit gewichen. Denn die Wissenschaft hat inzwischen Fakten geschaffen. Die gentechnische Manipulation der menschlichen Keimbahn ist in einer Weise Wirklichkeit geworden, die nun endgültig auch die hellsichtigsten Geister der vergangenen Debatte überraschen dürfte.

Mehr: www.faz.net.

„Pille danach“ nun frei

Seit Sonntag gibt es die „Notfallverhütung“ durch die „Pille danach“, rund um die Uhr, ohne Rezept und ohne Altersbeschränkung. Bei „pro familia“ stößt die Freigabe auf großen Zuspruch. Der Verband fordert sogar die Kostenübernahme durch die Kassen, wenn kein Rezept vorliegt. Außerdem will „pro familia“ für Hartz-IV-Empfänger eine allgemeine Kostenübernahme für sämtliche Verhütungsmittel durch den Steuerzahler. Viele Frauenärzte sehen in der Freigabe jedoch keinen Fortschritt. Sie warnen vor ganz neuen Risiken für Mädchen und Frauen (siehe dazu auch den Vortrag von Michael Kiworr).

Die FAZ schreibt:

Die Bundesärztekammer fordert gemeinsam mit den Gynäkologen eine genaue Untersuchung der verschiedenen Entwicklungen in den nächsten fünf Jahren. Insbesondere solle beobachtet werden, ob die Zahl der Abtreibungen bei Teenagern steigt und inwieweit sich Nebenwirkungen und Beschwerden bei Mehrfachnutzung der „Pille danach“ einstellen, worüber es bislang keine gesicherten Erkenntnisse gibt. Noch hat die Politik auf die Forderung der Ärzte nicht reagiert.

Der große Gewinner der Rezeptfreigabe in Deutschland steht unterdessen längst fest: Die Firma HRA, die seit Jahren in intensiver Lobbyarbeit in Deutschland, aber auch in Straßburg und Brüssel auf die Freigabe hingearbeitet hat, macht aus ihren Geschäftsinteressen kein Geheimnis. Sie antwortet auf die Freigabe vielmehr mit einer neuen Preisoffensive und senkt den Preis für die „Pille danach“ von knapp 36 auf knapp 30 Euro. Die Preissenkung unter die Marke von 30 Euro soll helfen, die Marktführerschaft rasch auszubauen und auf lange Sicht das Monopol zu sichern. Gut möglich, dass sich „Ella“ auch als alltagssprachlicher Begriff durchsetzt und zum Synonym für die „Pille danach“ wird. Da es keine Konkurrenzprodukte anderer Firmen gibt, hat HRA noch viel Zeit, das Markenimage der „Ella“ zu festigen.

Hier mehr: www.faz.net.

Butterfield: Buße und Erneuerung

Christen sind nicht aufgerufen, einmal Buße zu tun und dann selbstgefällig weiterzuleben. Vielmehr sind sie aufgefordert, ihr ganzes Leben lang in einer Haltung der Buße zu leben und Christus zu vertrauen. In diesem englischsprachigen Vortrag der „Ligioner Konferenz 2015“ beschreibt Dr. Rosaria Butterfield ihre Bekehrung und spricht über die hoffnungerfüllte Nachfolge Christi in einer dunklen Welt.

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner