Zitate

A. Kuyper: Ora et labora

Abraham Kuyper:

Gebet ohne Arbeit ist eine Karikatur echter Frömmigkeit. Arbeit ohne Gebet ist eine Verhöhnung des lebendigen Gottes.

Gott schweigt nicht

Am 15. Mai 1984 ist Francis Schaeffer verstorben. Zu diesem baldigen Anlass ein Zitat aus dem Buch … und er schweigt nicht (Brockhaus, 1975, S. 26):

Er schweigt nicht. Wir haben nur deshalb die Antwort, weil der unendlich-persönliche Gott, der dreieine Gott, nicht geschwiegen hat. Er hat uns gesagt, wer er ist. Wenn wir einmal unser Konzept der Inspiration und Offenbarung in diese Begriffe kleiden, erkennen wir, wie sie mitten ins Zentrum des modernen Denkens hineinreichen. Er schweigt nicht. Deshalb wissen wir etwas. Weil er geredet hat. Was hat er uns gesagt? Hat er uns nur etwas über andere Dinge gesagt? Nein, er hat uns die Wahrheit über sich selbst gesagt, und weil er uns die Wahrheit über sich selbst gesagt hat – daß er der unendlich-persönliche, dreieine Gott ist -, haben wir die Antwort auf die Frage der Existenz. Anders ausgedrückt: Im Bereich der Metaphysik – des Seins, der Existenz – sprechen die allgemeine und die besondere Offenbarung mit einer Stimme. Wie wir es auch ausdrücken mögen, wir sagen immer dasselbe, gehen das Thema nur von verschiedenen Seiten her an.

Wenn der Mensch von sich selbst ausgeht, kann er zwar das philosophische Problem der Existenz definieren, aber er kann aus sich selbst nicht die Lösung des Problems schaffen. Die Antwort auf die Frage der Existenz lautet: Der unendlich-persönliche, dreieine Gott ist da, und dieser unendlich-persönliche, dreieine Gott schweigt nicht.

A. Kuyper: Christ und Welt

Abraham Kuyper:

Das Geheimnis, von der Welt frei zu werden, liegt nicht darin, dass ihr immer wieder einen Schlagbaum zwischen sie und euch bringt, sondern dass ihr für immer den Schlagbaum wegnehmt, der euch von Christus trennt.

Fürchtet nicht, ungeistlich zu werden, wenn du Gottes Ordnungen auch auf nicht geistlichem Gebiet ehrst. Eher leidet umgekehrt das Geistliche Schaden durch Übergeistlichkeit.

A. Kuyper: Die Vergebung der Sünden

Abraham Kuyper:

Die Vergebung der Sünden, nach der wir nicht streben, für die wir nichts tun können, die nicht das Endziel unseres Weges ist, sondern mit der alles beginnt, ist für den selbstherrlichen Menschen unglaublich und unannehmbar, gerade darum aber die Summe unseres ganzes christlichen Bekenntnisses.

Die beängstigende Leere unserer Kultur

Mario Vargas Llosa schreibt (Alles Boulevard, 2013):

Der Massenkonsum von Marihuana, Kokain oder Ecstasy, von Heroin, Crack und sonstigen Drogen findet in einem kulturellen Milieu statt, das Menschen in den Wunsch nach schnellem und leichtem Vergnügen treibt, einem Vergnügen, das sie immunisiert gegen Sorgen und Verantwortung; denn nicht die Begegnung mit sich selbst ist das Ziel, nicht das Nachdenken und die Innenschau, hochgeistige Tätigkeiten, die der launischen und verspaßten Kultur langweilig erscheinen. Der Wunsch, der beängstigenden Leere zu entfliehen, die das Gefühl hervorruft, frei zu sein und entscheiden zu müssen, was man mit sich und der Welt ringsum tun soll – zumal wenn sich die Welt dramatischen Herausforderungen gegenübersieht –, dieser Wunsch ist es, der das Bedürfnis nach Zerstreuung schürt, ist die treibende Kraft der Zivilisation, in der wir leben. (P. 377–385)

Der flache Sarkasmus unserer Medienwelt

Mario Vargas Llosa schreibt (Alles Boulevard, 2013):

Doch unter dem unnachgiebigen Druck der herrschenden Kultur, die Witz über Intelligenz stellt, Bilder über Ideen, Humor über Ernsthaftigkeit, das Banale über das Tiefe und das Frivole über das Seriöse, bringt unsere Zeit keine Meister mehr hervor wie Ingmar Bergman, Luchino Visconti oder Luis Bunuel. Unterdessen wird ein Woody Allen zur Ausnahmeerscheinung gekrönt, Woody Allen, der verglichen mit einem David Lean oder einem Orson Welles dasselbe ist wie in der Malerei Andy Warhol gegenüber Gauguin oder Van Gogh und im Theater ein Dario Fo im Vergleich zu Tschechow oder Ibsen.

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