Zitate

FAZ: Rat der Ev. Kirche rügt den Beitrag von »Frontal 21«

Die FAZ berichtet in der heutigen Ausgabe über die Stellungnahme der EKD zur unangemessenen Kritik an den Evangelikalen. Im Artikel »EKD nimmt Evangelikale gegen Kritik in Schutz« (Montag, 7. September, Nr. 2007, S. 4) heißt es:

Der Rat, das Leitungsgremium der EKD aus Laien und Theologen, wendet sich insbesondere gegen einen Beitrag des ZDF-Magazins »Frontal 21« vom 4. August, der unter dem Titel »Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer« über den Fall der beiden im Jemen ermordeten Bibelschülerinnen der evangelikalen Bibelschule Brake berichtete.
Das »Grundübel« des Beitrags sei ein undifferenzierter Umgang mit dem Begriff des Fundamentalismus. Der Rat der EKD rügt, der Bericht vermenge die Tradition christlicher Märtyrer, die Gewalt erlitten, aber nicht ausübten, mit dem Tun islamistischer Selbstmordattentäter. Der Beitrag benutze fragwürdige journalistische Mittel und genüge nicht dem Anspruch des ZDF, Qualitätsfernsehen zu bieten.

Für wen lebst Du?

Johannes Calvin schrieb 1539 in seinem Brief an Sadolet:

Für Gott nämlich, nicht für uns selbst sind wir in erster Linie auf der Welt. Denn wie aus Gott alles hervorgegangen ist, und in ihm seinen Bestand hat, so muss auf ihn hin, wie Paulus sagt (Röm 11,36), auch alles bezogen werden.

Wo ist die tragende Säule im Philistertempel?

180px-SamsonHalberstadt.jpgDer deutschen Lutheraner Hans Joachim Iwand (1899–1960) widmete sich in seinen letzten Lebensjahren leidenschaftlich der Erneuerung der evangelischen Theologie, die seiner Meinung nach die verhängnisvolle Aufspaltung von Glauben und Wissen verinnerlicht hatte. Er suchte eine Theologie, die der »Theokratie des Atheismus« etwas Wirkliches und Wirksames entgegenzusetzen hatte und dazu verhilft, alle Bereiche des Lebens für Gottes Offenbarung in Christus zu öffnen. In einem Brief an G. Eichholz schrieb er 1953 dazu:

Reform ist gar kein Ausdruck für das, was wir brauchen. Uns tut not ein Ereignis im Raume der Theologie, es gilt, die Säule zu finden in diesem Philistertempel, die dieses ganze Gebäude trägt, um sie mit der Kraft der letzten Verzweiflung – geblendeten Angesichts – wegzureißen, damit das Allotria, das die Philister auf dem Söller treiben, endlich aufhört.

Wie Calvin das Evangelium sah

Tullian Tchividjian hat in seinem Blog einen Auszug aus Calvin’s Vorwort zu Olivétan’s »Märtyrerbibel« wiedergegeben (die französische Bibel aus dem Jahr 1534, die auf der Grundlage der griechischen und hebräischen Urtexte übersetzt worden ist). Als Johannes Calvin diese Einleitung schrieb, muss er ungefähr 25 Jahre alt gewesen sein (siehe allerdings den Kommentar von Sebastian). Ich gebe das Zitat gekürzt wieder und halte mich dabei an den Satz von Justin Taylor:

Without the gospel

    everything is useless and vain;

without the gospel

    we are not Christians;

without the gospel

    all riches is poverty,
    all wisdom folly before God;
    strength is weakness,
    and all the justice of man is under the condemnation of God.

But by the knowledge of the gospel we are made

    children of God,
    brothers of Jesus Christ,
    fellow townsmen with the saints,
    citizens of the Kingdom of Heaven,
    heirs of God with Jesus Christ, by whom

      the poor are made rich,
      the weak strong,
      the fools wise,
      the sinner justified,
      the desolate comforted,
      the doubting sure,
      and slaves free.

It is the power of God for the salvation of all those who believe.
It follows that every good thing we could think or desire is to be found in this same Jesus Christ alone.
…

Und nun die deutsche Rekonstruktion dank der Angaben in den Kommentaren:

Ohne das Evangelium

    sind wir alle unbrauchbar und nichtig,

ohne das Evangelium

    sind wir keine Christen,

ohne das Evangelium

    ist aller Reichtum Armut,
    unsere Weisheit Torheit vor Gott,

Aber durch die Kenntnis des Evangeliums werden wir

    Kinder Gottes,
    Brüder Jesu Christi,
    Mitbürger der Heiligen,
    Bürger des Himmelreichs,
    Erben Gottes zusammen mit Jesus Christus, durch welchen

      die Armen reich,
      die Schwachen mächtig,
      die Törichten weise,
      die Sünder gerecht,
      die Verzweifelten getrost,
      die Zweifler gewiss
      und die Unfreien frei geworden sind.

Das Evangelium ist das Wort des Lebens.
Es folgt daraus, das alles Gute, das wir denken und verlangen können, in diesem Jesus Christus allein zu finden ist.
…

Calvin hat Geburtstag

140px-Jean_Calvin.pngHeute, am 500. Geburtstag von Johannes Calvin, sitze ich gar nicht so weit weg von Genf in der wunderschönen Schweiz und diskutiere mit Kollegen und Freunden über Rechtfertigung und Heiligung.

Obwohl wir, was das Kirchenjahr anbetrifft, derzeit kein Weihnachten feiern, will ich im Gedenken an den großen Theologen ein wunderschönes Zitat einstellen. Calvin schrieb im Alter von 26:

Denn als alles zerrüttet war, als unsere Sünden eine trennende Wolke zwischen uns und unserem Gott aufgetürmt hatten, wer hätte da zu Ihm gelangen können (Jes 59,2)? Etwa ein Mensch? Aber alle erschraken ja mit ihrem Stammvater Adam beim Anblicke des Herrn (1 Mo 3,8). Oder ein Engel? Aber auch sie bedurften eines Hauptes, in welchem sie mit ihrem Gott in Zusammenhang stehen (Eph 1,20.21; Kol 1,16). Was nun? Verloren wäre alles gewesen, hätte nicht die Majestät Gottes selbst sich bereitgefunden, zu uns herabzusteigen, da hinaufzusteigen eben uns die Kräfte versagten. So ist denn Gottes Sohn uns zum Immanuel geworden, das ist »Gott mit uns« (Jes 7,14).

Martin Hengel zur Glaubwürdigkeit der Apostelgeschichte

Ich stelle das von Alexander gepostete Zitat von Martin Hengel hier nochmals ein, da es Hengels Hochachtung vor den antiken Quellen exzellent zum Ausdruck bringt.

Martin Hengel schrieb im Jahre 1998:

Wir wissen zu wenig, als daß wir es uns leisten könnten, in hyperkritischer und d.h. zugleich geschichtsfeindlicher Attitüde Quellenaussagen ohne genau ins Detail gehende Prüfung von vornherein zu verwerfen, d.h. wertvolle, da spärliche Quellen vor eingehender Prüfung zu ›zerstören‹. Dies geschieht, wenn man Lukas ohne wirkliche Begründung vorwirft, er habe diese oder jene Fakten frei erfunden. Eine derartige Haltung müßte heute, nach über 200 Jahren ›historisch-kritischer‹ Arbeit am Neuen Testament und den damit verbundenen Sünden, eher als unkritisch-unhistorisch bezeichnet werden. Die eigentliche Gefahr in der (Evangelien- und) Actaauslegung ist nicht mehr eine ängstliche Apologetik, sie führt inzwischen in der wissenschaftlichen Arbeit weithin ein Schattendasein, sondern die hyperkritische Ignoranz und Arroganz, die – oft in Verbindung mit einer enthemmten Phantasie – jedes Verständnis für die lebendige geschichtliche Wirklichkeit verloren hat.

Die Apostelgeschichte halten wir gegen eine verbreitete Anti-Lukas-Scholastik für ein Werk, das bald nach dem 3. Evangelium von Lukas dem Arzt verfaßt wurde, dem Reisebegleiter des Paulus ab der Kollektenreise nach Jerusalem. D.h., sie ist, zumindest zum Teil, als Augenzeugenbericht für die Spätzeit des Apostels, über die wir aus den Briefen nur wenig erfahren, eine Quelle aus erster Hand.

Bob Dylan: Verspiele dein Leben nicht

Bob Dylan im aktuellen Rolling Stone (176/2009):

Es ist komisch und irgendwie beunruhigend, so viele junge Leute mit Handys und iPods rumlaufen zu sehen, alle in Medien und Videospiele vertieft. Das beraubt sie ihrer Idendität. Ein Jammer, wie sie das richtige Leben gar nicht mehr mitkriegen. Klar, haben sie die Freiheit, das alles zu tun … Als wenn das Freiheit wäre. Der Preis der Freiheit ist hoch, und das sollten die jungen Leute verstehen, bevor sie ihr Leben mit diesen ganzen Gadgets verbringen.

Das soziale Geschlecht

Kolumnist Harald Martenstein sinniert für die Zeit über den Unsinn des »Gender Mainstream«:

Ich finde, dass die Theologie, verglichen mit den »Gender Studies«, eine exakte Wissenschaft darstellt, denn die Existenz Gottes ist immerhin möglich, während jeder Mensch, der Kinder hat oder sich oft mit Kindern befasst, schnell merkt, dass die Gender-Theorie unmöglich stimmen kann. Sie lässt sich folglich auch nicht belegen. Es ist einfach nur eine Wunschidee.

Hier der ganze Beitrag: www.zeit.de.

Das existenzielle Vakuum im Web 2.0

Dieses Zitat von Viktor E. Frankl, gefunden in einer guten Hausarbeit, bringt es auf den Punkt:

Zunächst einmal wäre darauf hinzuweisen, dass sich der Mensch von heute ungemein dafür interessiert, dass sich andere für ihn interessieren … In einem leer und sinnlos gewordenen Leben, in einem ›existenziellen Vakuum‹ hypertrophiert der Hang und die Neigung, sich selbst zu beobachten, alles vor jedem auszubreiten, alles mit jedem zu diskutieren.

VD: HS

Das Evangelium, wie Rob Bell es sieht

CT hat heute ein Interview mit Rob Bell veröffentlicht, indem dieser sich – ich finde zutreffend – als Anhänger eines radikalen Mystizismus präsentiert. Auf die Frage: »How would you present this gospel [gemeint ist das christliche Evangelium] on Twitter?« weiß er präzise zu antworten:

I would say that history is headed somewhere. The thousands of little ways in which you are tempted to believe that hope might actually be a legitimate response to the insanity of the world actually can be trusted. And the Christian story is that a tomb is empty, and a movement has actually begun that has been present in a sense all along in creation. And all those times when your cynicism was at odds with an impulse within you that said that this little thing might be about something bigger—those tiny little slivers may in fact be connected to something really, really big.

Da fühlt man sich doch gleich wichtiger. Hier sein ›großes Ding‹ im Volltext: www.christianitytoday.com.

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