Gehört denn das Christentum noch zu Deutschland?

Gehört der christliche Glaube noch zu Deutschland? Helmut Geiselhart ist für DIE WELT dieser Frage nachgegangen und sagt etwa:

Das Christentum gehört nur dann zu Deutschland, wenn wir um es wissen, es verstehen, uns mit ihm identifizieren. Wenn dies nicht gelingt, wird es seine prägende Kraft verlieren. An seine Stelle werden andere Botschaften treten, solche, die bereit sind, Menschen zu opfern, wenn sie nicht konform gehen; solche, die die Nation oder das Vaterland als Götzendienst aufbauen; solche, die sich im geistlosen Verneinen erschöpfen; solche, die sich in operativer Geschäftigkeit verbrauchen.

Mehr: www.welt.de.

VD: WH

Kommentare

  1. PeterG meint:

    Ist denn die Frage, ob heute noch das Christentum prägt, denn wichtig für die Antwort, ob das Christentum zu Deutschland gehört? M. E. nein! Auch wenn das Christentum nicht mehr prägend ist, hat es doch geprägt und ist damit (vielleicht auch abnehmend) sichtbar.

  2. Scott meint:

    Ich weiß, was die Frage fragen will. Ich könnte es aber nicht vermeiden an Jesu Worte zu denken: sein Königreich ist nicht von dieser Welt. . . „gehört“ dieser Welt nicht. Gehört Deutschland nicht. Weder Amerika noch Europa noch ____. Wenn eine solche Frage gestellt werden soll, dann ist sie: gehört Deutschland dem Christentum?!

  3. Matze meint:

    Meine Fragen dazu sind:
    Welches Christentum ist hier gemeint und wieviele? Das, wo Waffen gesegnet werden oder der rot-grüne Mainstream herrscht? Das, wo es um Machterhalt geht oder um der postmodernen Emergenz willen alles toleriert wird?
    Wenn es um das bibeltreue Christentum geht, muß man doch konstatieren, dass die Aufklärung als heutige beherrschende gesellschaftliche Kraft wohl Wurzeln im biblischen Glauben hat. Durch das Rücken des Menschen in das Zentrum und nicht von Gott hat man sich aber längst von den biblischen Wurzeln verabschiedet.
    In der Gesellschaft ist es deshalb in der Regel doch schon lange keine Frage mehr, dass sich der Glaube den Gesetzen unseres Staates unterzuordnen hat. Wir erleben immer mehr wie sich selbst bei Glaubensbekenntnissen wie bei der EAD Weseninhalte des Glaubens zumindest abgemildert werden um gesellschaftsfähig und anerkannt zu sein. Nur, wo zeigt sich die Kraft des Glaubens? In einer an den gesellschaftlichen Mainstream angepassten Theologie? Oder vielleicht eher in der Verfolgung? In der gesellschaftlichen Unbedeutsamkeit (wir werden geachtet wie Schlachtschafe)? War nicht die Kraft des Glaubens gerade besonders sichtbar bei den Waldensern und den Hugenotten? Sollten wir es vielleicht sogar als Segen betrachten, wenn der gesellschaftliche Einfluss zurückgeht und damit der wahre Glaube sich bewähren muß um, dann wohl am Rand einer Gesellschaft, immer stärker aufstrahlen kann?

  4. Ernst R. meint:

    2015: Der Islam gehört zu Deutschland.
    2020: Deutschland gehört zum Islam.
    2025: Deutschland gehört dem Islam.
    2030: الموت لجميع غير المؤمنين

    Hoffentlich irre ich mich sehr.

  5. Helge Beck meint:

    Kann man als Agnostiker hier mitreden?

  6. Klar doch. Herzlich willkommen!
    Liebe Grüße, Ron

  7. Rolf Eicken meint:

    @Matze:
    die Gesetze gelten für alle Menschen gleichermaßen; die jeweilige Religion kann sich der Einzelne aussuchen. Deshalb ist es richtig, dass die Gesetze über den Religionen stehen; denn sonst haben wir bald Verhältnisse wie im Islam, wo die Religion vorschreibt, wie die Gesetze auszusehen haben und im Islam gibt es auch keine Religionsfreiheit und gab es bisher auch keine Aufklärung. Erst dr. die Aufklärung hinterfragten die Menschen die religiösen Begründungen für die Kriege und so wurden bei uns in Europa die unsäglichen Religionskriege verhindert. In den islamischen Ländern werden heute noch die Religionskriege erbarmungslos geführt.
    MfG
    Rolf

  8. Matze meint:

    @ Rolf Eicken
    Dann haben also Leute wie Bonhoeffer falsch gehandelt und Christen in Untergrundkirchen z.B. in China, Nord Korea und in der Sowjetunion ebenso. Es geht auch nicht darum, dass sich der Christ grundsätzlich der staatlichen Gewalt zu widersetzen hat (siehe Römer 13), sondern, dass er dort im Widerspruch zur Rechtsordnung stehen darf, wo fundamentale Glaubensinhalte vom Staat nicht erlaubt werden.

  9. PeterG meint:

    @ Rolf Eicken
    Da Gesetze nicht vom Himmel fallen oder aus dem Nichts entstehen, stecken also hinter den Gedanken und Ideen, um die es bei den Gesetzen geht, immer Menschen, die ein bestimmtes Welt- und Menschenbild mit hineinformulieren. Deswegen ist in aller Kürze die Aussage, dass die Gesetze über den Religionen stehen, nicht richtig.
    GG Art 20 (2) beschreibt, dass alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht, also auch von den religiösen Menschen. Die Absätze (3) und (4) erlaubt ja auch unter Umständen einen Widerstand.

  10. Helge Beck meint:

    Wen meint Helmut Geiselhart mit „wir“? Er kann damit nur deutsche Staatsbürger meinen, die sich als Christen definieren?

  11. Helge Beck meint:

    Ein Christentum als Meinung unter vielen gehört sicher zu Deutschland und gehört gehört zu werden. Ein Anspruch auf Vorrangstellung oder Meinungsführerschaft scheint aber aus der Zeit gefallen und wird wohl Wunschdenken bleiben.

  12. Matze meint:

    @ Helge Beck:
    Welches Christsein ist gemeint (siehe oben)? Jesus selbst hat nie weltliche Herrschaft angestrebt (wer der Größte unter euch sein will sei euer aller Diener) sondern veränderte Herzen sollen aus der Liebe zu ihm heraus ein erneuertes Leben leben und so ihrem Umfeld dienen. Es geht im Kern des Evangeliums deshalb nicht um Meinungsführerschaft oder Vorrangstellung. Was seine (vermeintlichen) Nachfolger daraus machen ist eine andere Frage

  13. Helge Beck meint:

    Matze ich bin nicht sicher was du meinst. Mit so Aussagen mit allgemeingültigem Wahrheitsanspruch wäre ich vorsichtig. (Jesus hat selbst nie …) Es gibt da viele Meinungen.

  14. Rolf Eicken meint:

    @PeterG,

    ich stimme Ihnen zu, soweit es um die Gesetze geht. Trotzdem denke ich, dass die Gesetze nicht vom Volk erlassen werden, sondern vom Parlament nach Vorarbeit dr. Juristen und das für alle Menschen, nicht nur für Religionen. Deshalb reichen sie über das Religiöse hinaus. Für uns Christen steht natürlich die Bibel an erster Stelle, deren Gebote dürfen allerdings nicht im Widerspruch zu den Gesetzen stehen. Das hatte ich gemeint.

  15. Matze meint:

    @ Helge Beck
    zu allgemeingültigem Wahrheitsanspruch: ja man soll da nicht anmaßend oder grob damit sein und deshalb danke für den Hinweis, aber eine plurale Gesellschaft ist nur plural, wenn sie auch Menschen aushält, die absolute Wahrheiten vertreten
    zum anderen Punkt: anbei den Link zu einem theologischen Artikel, der sehr präzise vorallem im 2.Abschnitt beschreibt, was ich meine, dass es in erster Linie um unsere Herzen, unsere innerste Haltung geht : http://lahayne.lt/2018/05/08/perle-und-sauerteig/

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