Jordan Peterson verlässt seine Universität

Wie sieht die Zukunft der Wissenschaft aus? Jordan Peterson hat sich aus dem Wissenschaftsbetrieb zurückgezogen, weil er keine Freiheit in Forschung und Lehre mehr atmen kann. Mit seinem Abgang schliesst sich Peterson mehreren bekannten konservativen Gelehrten an, die in den letzten Monaten renommierten Universitäten den Rücken gekehrt haben. Markus Schär berichtet für die NZZ:

Und der Psychologe, weltberühmt als streitbarer Intellektueller, spart bei dieser Gelegenheit nicht mit Kritik; er arbeitet sich von der Fehlentwicklung an den Hochschulen bis zum Untergang des Abendlands vor: Die «Trinität der radikalen Linken», also Diversität, Inklusion und «equity» (Egalität), die er genüsslich als DIE abkürzt, zerstöre unsere Zivilisation.

Wegen dieser Doktrin, die an den angelsächsischen Hochschulen herrsche, könne er seine Lehrtätigkeit nicht weiter ausüben, klagt Jordan Peterson. Einerseits könnten seine heterosexuellen weissen Studenten selbst mit brillantem Leistungsausweis kaum auf eine akademische Karriere hoffen, weil sie schlechter qualifizierten Vertreterinnen von Minderheiten unterlägen und «verpönte philosophische Positionen» verträten. Anderseits müssten sich alle Lehrenden und Forschenden auf die DIE-Trinität einschwören lassen, ob im Anti-Bias-Training oder beim Projektantrag: «Alle meine Kollegen (ausser den wahren Gläubigen) lügen, und sie raten ihren Studenten, es auch zu tun.»

Siehe auch die Artikel vonJordan Peterson: „Why I am no longer a tenured professor at the University of Toronto“.

Mehr: www.nzz.ch.

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Lars
Lars
3 Monate zuvor

Petersons Entscheidung hat einen gewissen Charme und ist konsequent. Mit den Millionen auf seinem Konto kann er es sich natürlich auch leisten. Würde mich nicht überaschen, wenn er in Zukunft an der University of Austin vorbeischaut. Cicero titelte bereits im Mai 20219 über die „Professorenjagd“ (https://www.cicero.de/kultur/universitaet-political-correctnes-meinungsfreiheit-joerg-baberowski-herfried-muenkler).

Clemens Altenberg
Clemens Altenberg
3 Monate zuvor

„There is no such thing as climate“ – Mit diesem Auftritt hat er den Boden der Wissenschaft verlassen und an keiner Uni etwas verloren. Leider hat er sich zu sehr radikalisieren lassen und zu viel C.G. Jung-Esoterik inhaliert…

https://www.independent.co.uk/climate-change/news/joe-rogan-jordan-peterson-spotify-b2001368.html

Asaph
Asaph
3 Monate zuvor

@Clemens Altenberg
Deswegen kann er ja zu anderen Dingen schon noch was zu sagen haben.

Lucas
Lucas
3 Monate zuvor

Auch wenn Peterson in christlichen Kreisen sehr umstritten ist, muss gesagt werden, dass auch Christen von ihm profitieren können. Zum Beispiel kann seine differenzierte Sichtweise sehr hilfreich bei apologetischen Diskussionen sein. Außerdem schafft er bei vielen Zuhöhern ein Bewusstsein für ein Denken an übernatürliche Dinge. Natürlich darf aber auch er nicht verabsolutiert werden. Es lohnt sich seine Bücher zu lesen oder Vorträge von ihm anzuhören, auch wenn man nicht bei allen Themen seiner Meinung ist. Peterson aufgrund einer Aussage über das Klima in eine Schublade zu stecken, wäre etwas voreilig. Stattdessen kann das Thema Klimawandel auch einmal differenzierter betrachtet werden: Es gibt auch Hinweise darauf, dass die Erde zu früheren Zeiten schon einmal wärmer als heute. Das heißt, dass es auch möglich ist, dass wieder eine kältere Zeit auf uns zu kommt. Der Wandel des Klimas ist nicht nur durch den Menschen verursacht, sondern hat auch seinen eigenen, bestimmten Lauf. Aber: Das heißt nicht, dass z.B. die Ausbeutung der Lebensräume… Weiterlesen »