Leseplan der SERK

Der Kirchenrat der SERK Heidelberg hat sich dafür entschieden, monatlich einen Leseplan mit drei Bestandteilen herauszugeben:

  • Tägliche Abschnitte aus der Heiligen Schrift,
  • Wöchentliche Lesetexte aus unseren Bekenntnissen und
  • Schwerpunkte für die tägliche Fürbitte.

Eine sehr gute Idee, die viele Freunde der reformierten Theologie hoffentlich schätzen lernen.

Hier der Plan für Oktober 2013: SERK-Leseplan1013.pdf. Mehr Hintergrundinformationen gibt es auf der Internetseite der SERK: www.serk-heidelberg.de.

Kevin DeYoung: Die Tyrannei der digitalen Kommunikation

31jxUo94FqL BO2 204 203 200 PIsitb sticker arrow click TopRight 35 76 SX342 SY445 CR 0 0 342 445 SH20 OU03Christianity Today hat mit Kevin DeYoung über sein neues Buch Crazy Busy: A (Mercifully) Short Book About a (Really) Big Problem gesprochen. Unter anderem adressiert er den verfänglichen Einfluss digitaler Kommunikationsmedien auf das geistliche Leben. Ich kann dem nur zustimmen. Es lohnt sich, hin und wieder ein analoges Buch oder Stift und Papier zur Hand zu nehmen:

Whatever rules I have to suggest, I’ve probably broken myself. This is a struggle for me, like it is for many younger Christians. The place to start is with a healthy suspicion toward technology. We don’t have to be Luddites, but we should realize that the opportunities technology affords also present new dangers. Besides this initial awareness, it can be helpful to do practical things like: deliberately use „old“ technologies (i.e. real books, paper, pen), don’t clutter people’s lives with needless texts and emails, set aside times in the home when screens are not allowed. Most importantly, we have to remember that the God of eternity does not want us to live our whole lives in the trivial and ephemeral world of sound bites and the tyranny of the now.

Mehr: www.christianitytoday.com.

Depression: Wenn die Hoffnung schwindet

Wer selbst noch nicht durch das finstere Tal einer schweren Depression gewandert ist, kann Betroffene in der Regel nur oberflächlich verstehen. Wie kann es sein, dass ein Freund, der bisher fröhlich und teilnehmend unterwegs war, auf einmal fast jede Hoffnung verliert und sich immer mehr zurückzieht.

In dem folgenden englischsprachigen Vortrag eröffnet David Murray (Professor für Altes Testament und Praktische Theologie am Puritan Reformed Seminary) ein Fenster für Menschen, die durch diese stimmungseinengenden Episoden hindurch müssen. Eine Depression kann – so bekennen Betroffenen in diesem Video –, sogar ein Segen sein.

 

N.T. Wright stellt sein Magnum Opus zu Paulus vor

Mike Bird hat mit N.T. Wright über sein großes Paulusbuch Paul and the Faithfulness of God gesprochen. Das Werk mit über 1800 Seiten wird in Europa im Oktober 2013 erscheinen.

Gegen Ende des Gesprächs fragt Mike nach der paulinischen Rechtfertigungslehre. Wright’s Antwort ist konsistent mit dem, was er anderswo dazu gesagt hat. Er schätz die Dinge ganz gut ein: „I have reframed those topics.“

Hier geht’s zum Video: www.youtube.com.

VD: DB

Die EU will Kritik am Feminismus verbieten

Telepolis meldet, dass die EU konkreten Maßnahmen plant, um die Kritik am Feminismus zu eliminieren:

Ein bislang unbeachtetes Europäisches Rahmenstatur zur Förderung der Toleranz sieht in Sektion 2e vor, dass die EU „konkrete Maßnahmen“ ergreift, um Rassismus, Vorurteile nach Hautfarbe, ethnische Diskriminierung, religiöse Intoleranz, totalitäre Ideologien, Xenophobie, Antisemitismus, Homophobie und „Anti-Feminismus“ zu „eliminieren“. Der letztgenannte dieser Begriffe stößt unter anderem deshalb auf Kritik, weil es sich beim Feminismus um keinen der genetisch oder kulturell determinierten Gruppenmerkmale handelt, sondern um eine politische Ideologie. Hätten die Verfasser des Papiers gewollt, dass nicht die Kritik am Feminismus, sondern an Frauen als Gruppe eliminiert werden soll, dann hätten sie den Begriff „Misogynie“ verwenden müssen.

Ob eine „Eliminierung“ von Kritik, wie sie das auf dem Server des Europaparlaments gehostete Papier fordert, mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar wäre, ist ausgesprochen fraglich: Das liegt zum einem am Artikel 5 der Verfassung, in dem die Meinungs-, die Presse-, die Kunst- und die Wissenschaftsfreiheit geschützt sind. Werden diese Grundrechte eingeschränkt, dann müssen höherwertige Schutzgüter betroffen sein. Zum anderen könnten sich andere politische Ideologien wie die Sozialdemokratie, der Ökologismus, der Libertarismus oder der BüSo-Keynesianismus auf den Gleichheitsgrundsatz aus Artikel 3 des Grundgesetzes berufen und fordern, dass auch die Kritik an ihnen verboten wird.

Mehr: www.heise.de.

„Fleisch“ bei Paulus

Der Apostel Paulus erwähnt in seinen neutestamentlichen Briefen mehrmals den Kampf zwischen Geist und Fleisch. So heißt es beispielsweise in Rom 8,13: „Wenn ihr nämlich nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist tötet, was der Leib aus sich heraus tut, werdet ihr leben“ (vgl. Rom 8,4; Gal 5,16).

Es liegt nahe, den Begriff „Fleisch“ so zu verstehen, als bezeichne er den menschlichen Leib oder Körper. Tatsächlich gebraucht Paulus in Rom 8,13 „Fleisch“ (griech. sarx) und „Leib“ (griech. soma) synonym. Wer nach dem Fleisch (griech. sarx) lebt, wird sterben, wer durch den Geist  (griech. pneuma) die Handlungen des Leibes (griech. soma) tötet, wird leben. Ebenso wird in 1Kor 6,16, 2Kor 7,5 oder Eph 5,31 mit „Fleisch“ der Leib oder der ganze Mensch bezeichnet. Selten meint sarx die Substanz „Fleisch“, da die griechische Sprache dafür zusätzlich das Wort kreas bereitstellt. Eine Ausnahme ist 1Kor 15,39, wo zwischen verschiedenen Fleischarten unterschieden wird: „Nicht alles Fleisch ist dasselbe Fleisch; sondern ein anderes [ist das] der Menschen und ein anderes das Fleisch des Viehes und ein anderes das der Vögel und ein anderes das der Fische.“

Häufig ist bei Paulus „Fleisch“ ein Gegenbegriff zum „Geist“ (griech. pneuma). „Fleisch“ steht dort nicht für eine Substanz oder den Leib, sondern für den der Macht der Sünde unterworfenen Menschen. Der Unterschied zwischen „Fleisch“ und „Leib“ liegt darin, dass der Leib in die neue Schöpfung übergeht, das sarx dagegen nicht. „Fleisch“ ist der Mensch, sofern er zur Seinsweise dieser sündigen Welt gehört und mit ihr vergeht.

Herman Ridderbos schreibt in seiner bedeutsamen Untersuchung zur Theologie des Paulus H. Ridderbos, Paulus, 1970, S. 81):

So war angesichts der radikalen Umkehr, die Paulus auch in der menschlichen Existenz sich vollziehen sah, „Fleisch“ der gegebene Begriff, um die alte Existenz zu beschreiben, die sich mit der Sünde identifiziert hat. Ebenso vertritt „Geist“ als Bezeichnung des göttlichen Lebens, des Schöpferischen und Wunderbaren bei Paulus die neue Schöpfung. Fleisch und Geist bilden so keinen metaphysischen oder natürlichen, sondern einen heilsgeschichtlichen Dualismus, der das Ethische mit umfaßt. In dieser Weise kann „Fleisch“ sich ohne Verlust der theologischen Basis auf das Sündige an sich beziehen.

Sehr deutlich wird das an Röm 8,6–10, wo wir lesen:

Das Sinnen des Fleisches ist Tod, das Sinnen des Geistes aber ist Leben und Frieden; ja, das Sinnen und Trachten des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn es unterzieht sich dem Gesetz Gottes nicht, ja, es vermag es nicht. Die aber vom Fleisch bestimmt sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber lasst euch nicht vom Fleisch bestimmen, sondern vom Geist, wenn wirklich der Geist Gottes in euch wohnt. Wer aber den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm. Wenn aber Christus in euch ist, dann ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Wenn Paulus schreibt, dass wir als Sünder vom sarx bestimmt sind (Röm 7,14), dann meint er damit also unsere sündhafte Natur, zu der auch unser Denken und Trachten gehört (vgl. Gen 6,5; 8,21). Wir sind als vollständige Menschen Sünder. Die Sünde „berührt“ uns nicht nur oberflächlich, sondern verdirbt uns „durch und durch“. So wie der christliche Glaube die Verdorbenheit des ganzen Menschen bekennt, hofft er umgekehrt auf seine vollständige Erlösung, Heiligung und Verherrlichung.

Paulus sieht den Menschen als eine Einheit von Leib, Seele und Geist. Eine platonisch begründete Leibfeindlichkeit muss als unbiblisch zurückgewiesen werden. Wenn wir eine Unterscheidung von Leib und Seele behaupten, ist der Leib niemals im moralischen Sinne als die niedere Seite der menschlichen Natur zu betrachten und der Geist als die höhere. Die gnostisch platonische Auffassung, dass uns der Leib mit seinen Trieben zur Sünde verführt und der Geist mit Gott in Verbindung steht, lässt sich biblisch nicht begründen.

Bettina Röhl: Darkrooms in den Grundschulen?

Bettina Röhl zeigt in ihrem Artikel „Der Philo-Pädophilismus der Grünen 2013“, dass die Aufarbeitung von systemischen Irrtümern der GRÜNEN gerade erst am Anfang steht. Was uns in der Politik hinsichtlich der schulischen Sexualaufklärung oder der geschlechtlichen Gleichberechtigung permanent eingetrichtert oder von oben verordnet wird, ist zutiefst verwoben mit linken Utopien und Menschenbildern. „Ideen leben eben länger und falsche Ideen besonders.“

Da lohnt es sich doch, neu über die Reformpolitik der letzten 40 Jahren nachzudenken!

Nun aber Bettina Röhl:

Darkrooms, pantomimisch öffentlich dargestellter Koitus und Orgasmus oder ein Outing als Schwuler im normalen Grundschulunterricht von Kindern, die einen realen Orgasmus oder Koitus noch nie erlebt habe, ist heute im Jahr 2013 gelebter Kindesmissbrauch auf schulpolitischer Ebene. Ersonnen von Leuten, die von der glorreichen pädophilen Vergangenheit im Zweifel noch heute infiziert sind. Allerdings: Jeder Idiot weiß, dass Kinder, die man in Zweisamkeiten hineinredet, schon in sehr jungen Jahren entgleiste Verhältnisse zueinander aufbauen. Da gibt es sofort Sieger und Besiegte und wenn es genital wird, um so mehr. Eine solche Idee vom Kinderpuff in der Kita, um es so drastisch auszudrücken, wie es in Wahrheit ist, sind zweifelsfrei durch das pädophile Erbe der Grünen aus deren früheren Jahren mit initiiert. Ideen leben eben länger und falsche Ideen besonders. Das ist eine große Crux der Demokratie.

Auch die bei den Grünen fest im System verankerte Frauenemanzipation, schleppt einen tonnenschweren Makel mit sich herum. Ob Genderrecht oder Emanzipationsgesetz heute oder Gleichberechtigungsforderung vielfältiger Art früher: Die bewegten Frauen, besonders auch bei den Grünen haben sich selbstsüchtig und übersteigert mit sich selbst befasst. Aber um die geschändeten und die missbrauchten Kindern haben sich die Frauen in der Bewegung, die zugeguckt haben, in schändlicher Weise nicht gekümmert.
Im Gegenteil: Sie haben mitgemacht. Bestenfalls in Sorgerechtsstreitigkeiten, wo es galt den Männern eins auszuwischen, haben Frauen das Kindeswohl als Waffe entdeckt. Die bewegten Frauen haben sich regelmäßig diametral anders verhalten, als die überwiegend große Zahl der Frauen und Mütter, die von dem grünen Virus nicht befallen sind.

Hier: www.wiwo.de.

Wofür ist der Gottesdienst da?

Georg Wilhelm Friedrich Hegel war mit dem Begründungsansatz der Schleiermacher-Theologie nicht sonderlich glücklich und schrieb 1822 in einer Vorrede zu Hinrichs Religionsphilosophie berechnend:

„Gründet sich die Religion im Menschen nur auf ein Gefühl, so hat solches richtig keine weitere Bestimmung, als das Gefühl seiner Abhängigkeit zu sein, und so wäre der Hund der beste Christ, denn er trägt dieses am stärksten in sich und lebt vornehmlich in diesem Gefühle. Auch Erlösungsgefühle hat der Hund, wenn seinem Hunger durch einen Knochen Befriedigung wird.“

Es leuchtet ein, dass Hegel und Schleiermacher nie Freunde geworden sind.

Wenn wir bei Schleiermacher genauer hinschauen, verstand er unter Gefühl nicht das, was wir heute gemeinhin darunter verstehen. Schlimmer ist: Heute dreht sich unser Gottesdienst tatsächlich oft darum, wie wir uns fühlen.

Hier ein hörenswerter Beitrag des großen Predigers Alistair Begg dazu:

VD: MFK

Der „Berg der Kreuze“

Der sogenannte Kreuzberg liegt in Litauen ca. 12 km nördlich der Stadt Šiauliai, an der Straße, die nach Riga führt. Es ist ein beeindruckendes Monument.

Da wir als Familie mehrere Jahre ganz in der Nähe gewohnt haben, bin ich oft dort gewesen, meist gemeinsam mit Touristen aus Deutschland. Einerseits betrübte mich der Gang durch die Doppelhügel, ist doch diese Stätte nicht nur Ausdruck der Sehnsucht nach Gott, sondern auch abergläubische Folklore. Andererseits stehen die Kreuze auch für den Widerstand der Litauer gegen das aufdringliche Sowjetregime. Noch heute löst der „Kryžių kalnas“ – wie die Litauer sagen –, bei mir zwiespältige Gefühle aus: Traurigkeit und Staunen.

Der DLF stellt den Kreuzberg mit einigen O-Ton-Beiträgen vor. Besonders gefällt mir das Statement des lutherischen Pfarrers Jonas Lioranèas am Schluss:

„Dieses Phänomen hat eine lange Geschichte. Anfang war als Kampf gegen sowjetisches Regime und jetzt bekommen das ein bisschen als Popkultur. Das ist ideenlos: Ehepaare gehen nach Trauung zum Kreuzberg. Das ist tatsächlich auch solch ein bisschen Pop.“

Hier noch einige alte Fotos. Mehr schöne Bilder aus Litauen gibt es bei Holger Lahayne: lahayne.lt.

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Schwarzer über Daniel Cohn-Bendit

Die Feministin Alice Schwarzer hat sich kürzlich in einem DLF-Interview zu Daniel Cohn-Bendit und Volker Beck geäußert:

Ich bitte Sie, das fängt nun doch an, peinlich zu werden. Ich meine, Daniel Cohn-Bendit schreibt seine Lebenserinnerungen, und wenn dann eine Passage kommt, in der er berichtet, dass er als Kindergärtner mit einer Fünfjährigen sich genital gestreichelt hat, dann ist plötzlich diese Passage Fiktion. Und Volker Beck, der doch nun inzwischen ein erfahrener Politiker ist, der wird doch wohl nicht zulassen, dass man einen solchen Text von einer solchen Brisanz im Sinn verändert und – jetzt kommt es – der ist 88 erschienen. Er hatte genug Gelegenheit zu sagen, Moment mal, mit diesem Text, da habe ich nichts zu tun. Außerdem hat er den Text wie gesagt für eine Streitschrift geschrieben, in der es ausschließlich um die Legalisierung der Pädophilie geht. Also es wäre gut, wenn die Verantwortlichen, die Grünen und alle anderen, endlich mal erschrecken würden und sagen würden, was haben wir da eigentlich getan und wie weit hängt uns das jetzt noch in den Kleidern.

Ist die entsprechende Passage im Buch von Cohn-Bendit vielleicht doch Fiktion? Ich empfehle folgendes Interview mit dem Europapolitiker.  (Die Reaktion der Gesprächsteilnehmer zeigt übrigens, wie überfordert die Gesellschaft damals bei dem Thema war.)

VD: WS

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