Die Theologie der Keswick-Bewegung

Andy Naselli hat kürzlich spannende Vorträge über die Heiligungsbewegung am Detroit Seminary gehalten. Die in Amerikanisch gehaltenen Vorträge wurden aufgenommen und können hier herunter geladen werden:

1. Handout (PDF)

2. Powerpoint Präsentation als PDF (12 MB)

3. Audiodateien:

Accordance 8.0 ist da

Version 8.0 der Bibelsoftware Accordance kann bei dem Hersteller OakTree Software herunter geladen werden. Neben neuen Suchfunktionen wurde der Code als Universal binary Code verfasst, so dass das Programm unter Intel Prozessoren auf Rosetta verzichtet, Ressourcen schont und schneller läuft. Das Upgrade kostet US$ 49,- bzw . US$ 39,- (ab Version 7.0).

Islam in Europa als Herausforderung

Die Globalisierung ist für Europa ein Thema von großer Bedeutung. Die Welt ist näher zusammengerückt. Das gilt auch für die islamische Welt und Europa. So ergeben sich neue Chancen ebenso wie Herausforderungen für die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft im 21. Jahrhundert.
Auf Einladung des »Personenkomitees Aufeinander zugehen« in der oberösterreichischen Stadt Traun sollte Frau Prof. Dr. Christine Schirrmacher am 21. Mai über den »Islam in Europa als Herausforderung für Staat, Gesellschaft und Kirche« referieren. Der Vortrag, der nach Protesten besonders von Mitgliedern der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich abgesetzt wurde (vgl. idea), kann in einer schriftlichen Version hier herunter geladen werden: www.islaminstitut.de.

Lektionen von Francis A. Schaeffer

Douglas Groothius hat vor einigen Monaten sieben Lektionen über Francis Schaeffer zusammegestellt und mir freundlicherweise die Erlaubnis erteilt, diese auf Deutsch zu veröffentlichen.

Lektionen von Francis A. Schaeffer (1912–1984)

Nachdem ich kürzlich einige Werke von Francis A. Schaeffer erneut gelesen hatte, habe ich einige Punkte zusammengetragen, die bibeltreue Christen (und andere) von ihm lernen können. Schaeffer war Pastor, produktiver Autor, prophetischer Universalist, Apologet und vor allem ein Evangelist. Er selbst hat sich üblicherweise als Letzteres beschrieben. Schaeffer hat eine ganze Generation von Evangelisten – mich eingeschlossen – dazu inspiriert, der Herrschaft von Christus im gesamten Leben die Ehre zu geben und sich um des Reiches Gottes willen auf den Verstand und die Kultur zurückzubesinnen.

(1) Schaeffer besaß eine große Leidenschaft für Gott und die Wahrheit. Diese entwickelten sich durch seine verstandesmäßige Bekehrung im Teenageralter, nachdem er sowohl griechische Literatur als auch die Bibel gelesen hatte, aber auch durch seine intellektuelle Krise, die ihn nach über einem Jahrzehnt des geistlichen Dienstes ereilte. Weil er die Wirklichkeit der christlichen Liebe und das Werk des Heiligen Geistes nicht erfahren hatte, stellte er viele Monate lang alles in Zweifel. Geistlich und mental gestärkt kehrte er schließlich zu seinen Aufgaben zurück. Die Früchte dieser Krise zeigten sich in einer echten Spiritualität und einer geistlichen Erneuerung.

(2) Schaeffer war um die Verlorenheit des modernen Menschen sehr besorgt. Nichtchristen waren für diesen Mann Gottes keine »Objekte« sondern Menschen, die das Bild Gottes in sich trugen und die ohne Evangelium von Jesus Christus keine Hoffnung hatten. Schaeffer konzentrierte sich bei seiner Kulturkritik auf Aspekte, die diesen Mangel an Hoffnung und Sinn freilegten. In seinen apologetischen Diskussionen verschonte er seine Gesprächspartner zwar nicht, versuchte aber, sie mit Liebe und Vernunft zur Wahrheit zu führen – nicht ohne Tränen, wie er oft sagte. Schaeffer hat in seinem Buch Das Kennzeichen des Christen (Brockhaus, 1971) den Vorrang der Liebe für ein christliches Leben und dessen Auftrag beschrieben.

(3) Schaeffer war ein kompromissloser Universalist in der Sache Christi. Er studierte die Bereiche, die er im Bezug auf Dienst und Berufung der Kirche seiner Tage für sachdienlich hielt. Während manche seine Aussagen fälschlicherweise für das letzte Wort hielten, waren sie tatsächlich fast immer ein erster entscheidender Hinweis und Aufruf zum Weiterstudium sowie zum prophetischen Einsatz in der Welt unter Christus.

(4) Schaeffer rührte nicht die Werbetrommel in eigener Sache, sondern suchte im Leben und im Dienst vor allem Gott. Die L‘Abri-Arbeit für Apologetik, Evangelisation und Weiterbildung in den Schweizer Alpen entwickelten sich, als Francis und seine Frau Edith auf die Bedürfnisse der fragenden Studenten reagierten. Francis wurde später in seinem Dienst manchmal zu sehr verehrt. Das war wahrscheinlich das Verschulden seines Sohnes Franky, der die Filmserien »Wie können wir den Leben« und »Bitte laß mich leben« produzierte. Schaeffer hatte nie vorgehabt, Bücher zu schreiben. Er schrieb sie, weil seine Vorträge und Diskussionen gut angenommen und Bücher gewünscht wurden.

(5) Schaeffer liebte Kunst, konnte gute Ästhetik auch in nichtchristlicher (oder antichristlicher) Kunst erkennen und hatte christlichen Künstlern den Auftrag und die Vision für künstlerische Betätigung gegeben. Siehe dazu das Buch Kunst und die Bibel (Hänssler, 1981), das in Nordamerika vor kurzem mit einem Vorwort des Musikers und Autors Michael Card neu veröffentlicht wurde. Schaeffer sprach oft davon, »Schönheit« in das christliche Leben zu bringen.

(6) Schaeffer verfügte über gründliche Fachkenntnisse und hatte ein große Liebe zur Heiligen Schrift. Für diesen Mann war die Bibel eine lebendige Realität. In Gott ist keine Illusion (Brockhaus, 2. Taschenbuchaufl. 1991) schrieb er, wir sollten täglich in der Bibel lesen, um Nichtgläubigen von der Wahrheit erzählen zu können. Er selbst las täglich mindestens drei Kapitel aus dem Alten Testament und eins aus dem Neuen. Seine Schriften strahlen biblische Wahrheit und Weisheit aus. Lasst es uns ebenso machen (vgl. Apg 17,11).

(7) Schaeffer war »ein Mann der Reformation«, der nichtsdestotrotz mit seinem Kalvinismus weder schulmeisterlich noch stolz auftrat. Schaeffer erkannte, dass die Reformation nicht nur unumgänglich war, sondern auch, dass wir eine reformierte Kirche sein müssen, »die sich selbst immer wieder reformiert«. Auch wenn die Reformatoren nicht perfekt waren, haben sie es geschafft, die Bibel wieder in den Mittelpunkt zu rücken und dazu viele soziale und kulturelle Wunder im Westen auszulösen. Darauf hatte Schaeffer schon in Wie können wir denn leben? (Brockhaus, 1975) und in A Christian Manifesto (Crossway, 1982) hingewiesen. Während Schaeffer an das Westminster Bekenntnis glaubte und es auch lehrte, reichte seine Anziehungskraft weit über die reformierten und presbyterianischen Kreise hinaus.
In einer Zeit, in der manche emergente Autoren, wie z. B. Brian McLaren, dazu aufrufen, »Post-Protestanten« zu sein, sollte dies gesagt und gehört werden. Die fünf »solas« der Reformation sind keine Optionen für das Christentum, sondern sie sind sein Lebenselixier. Trotzdem sollten diejenigen, die sich wie ich an die fünf Punkte des Kalvinismus (TULIP) halten, das aus Überzeugung und mit Demut tun. Die Fünf-Punkte-Kalvinisten können und sollten mit Christen anderer Glaubensrichtungen zusammenarbeiten, so lange die wesentliche Botschaft des Evangelium erhalten bleibt. (Ich glaube, auf manche Formen der Arminianismus trifft dies zu.)

Lesen Sie deshalb die Werke von Francis A. Schaeffer wieder und wieder. Ich empfehle, The Complete Works (Crossway, 1982) zu kaufen und sie zur Ehre Gottes, zum Gewinn für die Kirche und zur Förderung des Reiches Gottes durcharbeiten. Wenn Sie meinen, für so etwas keine Zeit zu haben, dann nehmen Sie sich bitte Zeit dafür. Vermeiden Sie Ablenkungen und vertiefen Sie sich in diese Bücher.

Prof. Dr. Douglas Groothius

Die Übersetzung und Wiedergabe des Beitrages erfolgte mit freundlicher Genehmigung des Autors. Abey Chacko und Tanja Omenzetter haben bei der Übersetzung geholfen. Vielen Dank!

Der Beitrag kann – mit einigen Erklärungen versehenen – auch in einer PDF-Version herunter geladen werden: lektionenfs3.pdf.

Die Grenzen der Philosophie

Herman Bavinck im Jahr 1904:

Von diesem hohen und erhabenen Standpunkt, auf den uns die christliche Weisheit stellt, fällt schließlich ein überraschendes Licht auf das Verhältnis zwischen Religion und Philosophie. Die Verwandtschaft beider wird durch alle großen Denker gefühlt und anerkannt. Aber Hegel wird durch seine dialektische Methode zu der Auffassung geführt, dass Religion primitive Philosophie, in Allegorie gehüllte anschauliche Metaphysik des Volks, und die Philosophie deshalb die in Begriffe um gesetzte Religion des Denkers sei. Damit aber kommt das Wesen bei der, besonders der Religion, zu kurz. Denn sei es auch, dass die Philosophie eine vollständige Erklärung der Welt und einen vollständig reinen Begriff von Gott geben könnte, der Mensch würde darin doch kein Genüge finden. Sein Herzensdurst verlangt nicht zuerst nach einem reinen Gottesbegriff, sondern nach dem lebendigen Gott selbst. Der Mensch findet keine Ruhe, bevor Gott sein Gott und sein Vater gewor den ist. Mag nun auch die Philosophie einen noch so hohen Beruf und eine noch so hohe Aufgabe haben, Gott selbst finden wir unter ihrer Leitung nicht. Zu ihm nähern wir uns nur, mit ihm treten wir nur in Gemeinschaft auf dem Wege der Religion. Auch für den tiefsten Denker gibt es keine Rechtfertigung durch den Begriff, sondern allein durch den Glauben. Jesus sprach nicht die Weisen und Verständigen, sondern die Kinder, die Kinder auch unter den Philosophen, selig. Besser war dann noch die Anschauung Schleiermachers, der Religion und Philosophie aus zwei ganz verschiedenen Bedürfnissen und Funktionen der menschlichen Natur ableitete und deshalb beiden eine dauernde Bedeutung im menschlichen Leben sicherte. Aber auch dieser Dualismus befriedigt nicht. Denn die Philosophie beschränkt sich nicht auf das Endliche und kommt deshalb auch mit Gott, als der letzten Ursache aller Dinge, in Berührung. Und die Religion, welche den Menschen in erster Linie in Gemeinschaft mit Gott bringt, bestimmt dadurch auch sein Verhältnis zu allen Geschöpfen. Sie erschöpft sich nicht in Gefühlen, sondern schließt sehr konkrete Vorstellungen in sich ein und enthält stets den Keim einer ganzen Weltanschauung.

Antony Flew kritisiert das Buch: Der Gotteswahn

Den britischen Philosophen Antony Flew kannten die Gelehrten lange Zeit als Vertreter eines aggressiven Atheismus. Im Jahre 2004 erregte er einiges Aufsehen, als er sich öffentlich dazu bekannte, aus intellektuellen Gründen von der Position des Atheismus abgerückt zu sein, um eine Variante des Deismus zu vertreten (vgl. hier).

In einem seiner letzten schriftlichen Beiträge (»last article«) hat Flew sich zu Richard Dawkins‘ Buch Der Gotteswahn (The God Delusion) geäußert. Auszüge seiner Stellungnahme gebe ich hier wieder:

Der Fehler, den Dawkins als Akademiker gemacht hat, war seine skandalöse und offensichtlich absichtliche Weigerung die Lehre darzulegen, die er glaubt unwiderruflich widerlegt zu haben. Wir finden zum Beispiel in seinem Stichwortverzeichnis vier Verweise auf Einstein. Sie kommen im Gewande Einsteins daher und befassen sich damit, was er über Moral, einen persönlichen Gott und die Situation der Menschheit denkt und über seine Ansicht, dass der Mensch für andere Menschen und vor allem für die da ist, von deren Wohlergehen unsere Lebensfreude abhängt. Aber (und es fällt mir schwer, moderat über diese verdunkelnde Weigerung Dawkins´zu schreiben) er erwähnt Einsteins wichtigste Folgerung überhaupt nicht: nämlich dass die integrale Komplexität der Welt der Physik ihn davon überzeugt hat, dass hinter den Dingen eine göttliche Intelligenz stehen muss. wenn dieses Argument auf die Welt der Physik angewendet werden kann, finde ich persönlich es offensichtlich, dass es noch viel bedeutsamer sein muss, wenn man es auf die unermesslich kompliziertere Welt der Biologie anwendet.

Die ganze Angelegenheit lässt nur zu deutlich werden, dass Dawkins nicht an Wahrheitsfindung interessiert ist, sondern dass es ihm hauptsächlich darum geht, einen ideologischen Gegner mit allen Mitteln in Verruf zu bringen. Das alleine wäre schon Grund genug anzunehmen, dass die ganze Unternehmung The God Delusion nicht, wie sie zumindest vorgab, ein Versuch war, Wissen über die Existenz oder Nicht-Existenz Gottes aufzudecken und zu verbreiten, sondern eher ein – extrem erfolgreicher – Versuch, die Überzeugungen des Autors in diesem Gebiet zu verbreiten. Ein weniger wichtiger Punkt, der an dieser Stelle gemacht werden sollte, ist, dass obwohl das Verzeichnis von The God Delusion sechs Verweise auf den Deismus beinhaltet, es keine Definition des Wortes »deism« liefert. Dies ermöglicht es Dawkins, in seinen Verweisen auf den Deismus die Deisten als eine Ansammlung von Leuten darzustellen, die an alles Mögliche glauben. Tatsache ist, und das hätte Dawkins wissen müssen, bevor dieses Buch in den Druck ging, dass Deisten an die Existenz eines Gottes glauben, aber nicht an einen Gott, der sich in irgendeiner Form offenbart hätte.

Das Christentum ist eine emanzipatorische Erzählung

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Für den Philosophen James K. A. Smith ist die in evangelikalen Kreisen verbreitete Lesart der Lyotardschen Metaerzählung ein Mißverständnis. Eine sorgfältige Untersuchung dessen, was Lyotard zum Metanarrativ geschrieben habe, könne zeigen, dass Lyotards Kritik der großen Erzählungen das Christentum überhaupt nicht treffe. Im Gegenteil: Christen sollten in Lyotard nicht einen Gegner sondern einen Verbündeten sehen. So gibt Smith mit seiner These der »Emerging Church« bedeutende Inspirationen.

In einer kleinen Untersuchung bin ich der Frage nachgegangen, ob sich Smith tatsächlich auf François Lyotard berufen kann. Das Ergebnis überrascht, da der französische Philosoph ausdrücklich das Christentum als große Erzählung bezeichnet und verarbeitet. Lyotard greift auf Albert Camus zurück, ohne ihn ausdrücklich zu nennen. Camus behauptet in Der Mensch in der Revolte, dass der Marxismus eine säkularisierte Figur der christlichen Teleologie ist. Für den Philosophen des Absurden stammt die Geschichtsphilosophie überhaupt aus dem jüdisch-christenlichen Weltbild. »Die Christen haben als erste das menschliche Leben und die Folge der Ereignisse als eine Geschichte angesehen, die sich von einem Ursprung einem Ende entgegen entwickelt und während welcher der Mensch sein Heil gewinnt oder sich seine Strafe verdient. Die Philosophie der Geschichte ist aus einer christlichen Vorstellung entsprungen …« (Camus, Der Mensch in der Revolte, S. 16).

Lyotard kann dieser Geschichte von der Emanzipation des Menschen wenig abgewinnen. »Das im römischen Weltreich zu tragender Bedeutung gekommene christliche Denken versucht nicht von ungefähr, seit Augustin, die Erlösungsverheißung als die Geschichte (großgeschrieben), als große Erzählung, zu verriegeln« (Lyotard & Gruber, Ein Bindestrich zwischen Jüdischem und Christlichem, S. 108). So kann nach Lyotard das Christentum im Sinne von Paulus und Augustin der Menschheit nur Gewalt antun.

Die kleine Untersuchung ist freundlicherweise von Richard McClary ins Amerikanische übersetzt worden und kann hier herunter geladen werden: mbstexte093.pdf. In deutscher Sprache gibt es den Text auch: mbstexte085.pdf.

Die Dekonstruktion der Geschlechterkategorien

Jacques Derrida hat die Dekonstruktion als systematische Subversion der europäischen Metaphysik aufgefasst. Dekonstruktivisten interessieren sich für die (Zer)Störung von Strukturen. Sie glorifizieren die Sinnvariabilität von Objekten oder Texten und erklären binäre Gegensätze wie gut/böse, Zentrum/Rand, normal/unnormal, drin/draußen, männlich/weiblich oder Gott/Teufel für obsolet.

Anita Mörth beschreibt in ihrer Diplomarbeit den Aufbruch der strukturierenden Zweigeschlechtlichkeit und erarbeitet ein handlungsorientiertes pädagogisches Konzept für die »Geschlechter-Dekonstruktion als Prinzip in der universitären Lehre«: da_anitamoerth.pdf.

An Evangelical Manifesto

Os Guinness hat die Formulierung eines Evangelical Manifesto angeregt, das schließlich am 7. Mai 2008 in Washington D. C. vorgestellt wurde. Al Mohler hat in seinem Blog eine Rezension über das Manifest publiziert und in einer Radiosendung mit Guinness über das Dokument gesprochen.

Der Mitschnitt der Radiosendung kann hier als Stream gehört oder als mp3 herunter geladen werden: www.albertmohler.com. Das Interview beginnt ab der 11. Minute.

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