Schottland debattiert über das Geschlechtsanerkennungsgesetz

Das schottische Parlament führt heute seine letzte Debatte über Änderungen am umstrittenen Geschlechtsanerkennungsgesetz, das die regierende schottische Nationalpartei (SNP) noch vor Weihnachten verabschieden möchte. Die Reform soll es Transsexuellen leichter machen, ihre Geschlechts­angleichung amtlich bestätigt zu bekommen. 

J.K. Rowling, die „Harry Potter“-Erfinderin, kämpft leidenschaftlich gegen diese Gesetzesänderung. Das sie davon ausgeht, dass Menschen ein unveränderbares biologisches Geschlecht besitzen, wird sie von der Szene als TERF bezeichnet (die Abkürzung steht für „Trans-Exclusionary Radical Feminism“).

Die FAZ berichtet

Rowling sieht die Gesetzesvorlage als „den größten Angriff auf die Rechte schottischer Frauen und Mädchen zu meinen Lebzeiten“. Ihre Empörung über die Äußerung der Trans-Leiterin eines Zentrums für vergewaltigte Frauen, wonach es gelte, die Vorurteile von Opfern infrage zu stellen, die nicht von einem als Mann geborenen Helfer beraten werden wollten, hat Rowling veranlasst, in Edinburgh eine eigene Anlaufstelle für solche Fälle zu finanzieren. Die Widersprüche in der Argumentation von Verfechtern geschlechtlicher Selbstbestimmung, die gleichzeitig behaupteten, das Geschlecht sei angeboren, aber auch eine Frage der eigenen Wahl, machten sie „verrückt“, bemängelt Rowling. Obwohl sie ständig in den sozialen Netzwerken ge­mobbt wird und Morddrohungen er­hält, bezeichnet sie sich als einen der be­günstigtsten Menschen der Welt, weil sie dank ihres Erfolges in der privilegierten Lage sei, die Stimme zu er­heben, ohne um ihre Existenz fürchten zu müssen.

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6 Kommentare
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Felixpe
1 Monat zuvor

J.K.Rowling wird nicht nur »TERF« genannt, sie steht ja selber dazu. Es stimmt auch nicht, dass sie NUR deshalb als TERF gilt, weil sie glaubt, Menschen hätten ein unveränderliches biologisches Geschlecht. So einfach ist das nun auch wieder nicht. Um den TERF-Status zu erlangen, muss man ein Feminist sein, der bewusst trans Frauen vom Aktivismus ausgrenzt. Dass also die Emanzipation nur cis Frauen gilt, und die trans Frauen dürfen selber gucken, wo sie bleiben. Genau das tut sie. Beispiel gefällig? Die sogenannte Anlaufstelle, die J.K.Rowling finanziert, soll dabei anscheinend nur den »richtigen« Frauen helfen. Was ist jetzt eine richtige Frau? Gemeint sind cis Frauen, aber nicht trans Frauen. Das ist also ein bewusster Ausschluss von trans Frauen. Mit anderen Worten, wenn also eine trans Frau Opfer von sexueller Gewalt wird, hat sie in J.K.Rowlings Welt keine Hilfe verdient. Cis Frauen jedoch schon. Trans Frauen sollen in ihrer Welt also bitteschön weiter leiden. Das ist die Wörterbuchdefinition von Transphobie, eindeutiger geht… Weiterlesen »

Alex aus Cloppenburg
1 Monat zuvor

Ein guter Anlass für die Frommen, Harry Potter zu rehabilitieren.
Vielleicht kann ja Verbum Medien was von JKR verlegen.

Felixpe
1 Monat zuvor

@Ron: Wohl unmöglich zu ändern ist der Moment der Geburt selbst, wenn man nicht eine Zeitmaschine hat. Der Moment wird wohl für immer in der Geschichte eingebrannt sein. Was man gewiss ändern kann, ist seinen eigenen Körper mit geschlechtsangleichenden OPs. Wozu Genitalien dazugehören. Die Frage ist, ob wir das Resultat jetzt als »biologisches Geschlecht« werten, oder nicht. Wir sollten wohl Biologen fragen. Fakt ist aber, dass es die Medizin ermöglicht, dass Genitalien wie ein Penis oder eine Vagina so erschaffen werden können, wo es sie vorher nicht gab. Diese sind dann auch tatsächlich Teil des Körpers. Zeugungsfähig sind diese Körperteile jedoch nicht. Das reicht den Meisten aber auch. Wohl eine der striktesten Definitionen vom biologischen Geschlecht ist eine reine Betrachtung von Chromosomen, d.h. alles andere am Körper wird komplett ignoriert, und nur anhand dieser Merkmale wird man eingeordnet. Mir ist nicht bekannt, dass man mit der heutigen Technik (oder überhaupt) diese Dinge einfach so mal ändern könnte, aber ich bin… Weiterlesen »

Felixpe
1 Monat zuvor

Nochmal zum Artikel selbst: »Rowling sieht die Gesetzesvorlage als ›den größten Angriff auf die Rechte schottischer Frauen und Mädchen zu meinen Lebzeiten‹« Das ist eine unverschämte Panikmache und sehr manipulativ. Was sie hier tut, ist, dass sie cis Frauen gegen trans Frauen gegeneinander ausspielt, damit sie sich gegenseitig bekriegen. Das ist verwerflich. Cis und trans Frauen sind jedoch gar keine Feinde, aber Leute wie Rowling hätten das gerne so. Trans Frauen (und trans Menschen allgemein) wollen doch nur auch endlich mal was von der vielbeschworenen Gleichberechtigung abhaben. In diesem Fall ist das die Anerkennung ihres Genders auf rein rechtlicher Ebene. Keine große Forderung. Aber Rowling bringt anscheinend breits ein einfacher rechtlicher Eintrag zur Weißglut. Rowling ist strikt dagegen, und das mit übelster Polemik und das ist das Verwerfliche. Kein Wunder, das Rowling heute so viele Feinde hat, so antagonistisch, wie sie ist. Nicht Rowling wird hier angegriffen, sie ist die, die angreift und ständig nur austeilt. Und wer austeilt, muss… Weiterlesen »

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