Johannes Calvin

Michael Horton: Die fünf besten Calvin-Bücher

Professor Michael Horton hat der Zeitschrift CT folgende fünf Bücher von bzw. über Johannes Calvin empfohlen:

  1. Johannes Calvin: Unterricht in der christlichen Religion – Institutio Christianae
  2. W. Robert Godfrey: John Calvin: Pilgrim and Pastor
  3. T.H.L. Parker: John Calvin: A Biography (dt. Johannes Calvin – Ein großer Reformator)
  4. Richard A. Muller: The Unaccommodated Calvin
  5. J. Todd Billings: Calvin, Participation, and the Gift

Hier kurze Erläuterungen: www.christianitytoday.com.

Calvin hat Geburtstag

140px-Jean_Calvin.pngHeute, am 500. Geburtstag von Johannes Calvin, sitze ich gar nicht so weit weg von Genf in der wunderschönen Schweiz und diskutiere mit Kollegen und Freunden über Rechtfertigung und Heiligung.

Obwohl wir, was das Kirchenjahr anbetrifft, derzeit kein Weihnachten feiern, will ich im Gedenken an den großen Theologen ein wunderschönes Zitat einstellen. Calvin schrieb im Alter von 26:

Denn als alles zerrüttet war, als unsere Sünden eine trennende Wolke zwischen uns und unserem Gott aufgetürmt hatten, wer hätte da zu Ihm gelangen können (Jes 59,2)? Etwa ein Mensch? Aber alle erschraken ja mit ihrem Stammvater Adam beim Anblicke des Herrn (1 Mo 3,8). Oder ein Engel? Aber auch sie bedurften eines Hauptes, in welchem sie mit ihrem Gott in Zusammenhang stehen (Eph 1,20.21; Kol 1,16). Was nun? Verloren wäre alles gewesen, hätte nicht die Majestät Gottes selbst sich bereitgefunden, zu uns herabzusteigen, da hinaufzusteigen eben uns die Kräfte versagten. So ist denn Gottes Sohn uns zum Immanuel geworden, das ist »Gott mit uns« (Jes 7,14).

Ausstellung: Die Reformierten in Europa und Deutschland

plakat_180.jpgDas Deutsche Historische Museum (Berlin) und die Johannes a Lasco-Bibliothek (Emden) haben für die Zeit vom 1. April bis zum 19. Juli 2009 die Ausstellung »Calvinismus: Die Reformierten in Deutschland und Europa« organisiert. Zur Ausstellung heißt es:

Das Wirken des vor 500 Jahren geborenen Genfer Reformators Johannes Calvin ist als Teil der Kulturgeschichte Europas nur zusammen mit den religiösen und politischen Fragen zu begreifen. Die Erneuerung von Kirche und Staat war seit dem 15. Jahrhundert eine dringliche Aufgabe. Eine frühe Reformbewegung ging von Jan Hus aus. Er wurde als Ketzer auf dem Konstanzer Konzil 1415 verurteilt. Rund ein Jahrhundert später griffen humanistisch-evangelische Kreise in Europa die Glaubenslehre Martin Luthers auf und führten sie fort. Radikalere Kirchenkritiker wie Ulrich Zwingli und Calvin forderten die Neuorganisation der Kirche und die Reformation des Lebens. Allen Reformbewegungen gemeinsam war die starke Rückbesinnung auf die Heilige Schrift.

Die Auseinandersetzung um den rechten Glauben prägte die folgenden Jahrhunderte. In Deutschland konnte sich das reformierte Bekenntnis neben der Lehre Martin Luthers nur in einzelnen Regionen dauerhaft etablieren. In weiten Teilen Nord- und Westeuropas aber wurde es zur bedeutendsten evangelischen Glaubensrichtung, mit ganz unterschiedlichen Ausprägungen an einzelnen Orten: Von Schottland bis Ungarn folgten Menschen der neuen Lehre und nahmen dafür Vertreibung und Flucht in Kauf. Sie entwickelten ein intensives Gemeindeleben und ein dichtes, regionen- und länderübergreifendes geistiges, caritatives und politisches Netzwerk.

Wie nur wenige Personen entfaltete der Genfer Reformator eine tiefe, bis heute andauernde Wirkung auf Wissenschaft, Politik, Kunst und Mentalitäten. Reformierte Ideale wie Arbeitsethos und Zeitmanagement scheinen heute im Alltag ebenso wiedererkennbar wie in gesellschaftlichen Normen und staatlichen Ordnungen. Calvinistische Bürger prägten die Ausformung eines modernen Wirtschaftssystems, calvinistische Politiker waren bestimmend in der Entwicklung einer modernen, republikanischen Staatlichkeit.

Mehr Informationen auf der Internetseite: www.dhm.de.

Die Heiligkeit Gottes

739.jpgDie Ligonier Ministries haben vom 19.–21. März 2009 anlässlich des Calvinjahres eine Konferenz zum Thema »Die Heiligkeit Gottes« in Orlando (U.S.A.) veranstaltet. Zu den Rednern gehörten bekannte Leute wie Thabiti Anyabwile, Alistair Begg, Don Carson, Ligon Duncan, Sinclair Ferguson, Robert Godfrey, Steven J. Lawson, Al Mohler und R.C. Sproul.

Die Vorträge sind teilweise von ausgezeichneter Qualität und zeigen, dass es Calvin vor allem um eins ging: Gott in allem die Ehre zu geben. Das sollte auch unser Anliegen sein.

Freundlicherweise wurden Videoaufzeichnungen von der Konferenz online gestellt (Englisch u. Spanisch): vidego.316networks.com.

Das Calvin Handbuch

41eh8n5ihnl_sl160_Die Calvinforschung erlebt derzeit weltweit eine Blütezeit. Der 500. Geburtstag des Reformators gibt der Forschungsarbeit neue Impulse. Mit dem vorliegenden Handbuch soll die Forschung unterstützt und stimuliert werden. Die Beiträger möchten damit neben den Fachgelehrten auch jenen eine verlässliche Information bieten, die sich nicht wissenschaftlich oder von Berufs wegen mit Calvin beschäftigen. Auf der Grundlage jüngster Forschungsergebnisse bietet ein internationales Team von anerkannten Wissenschaftlern eine umfangreiche Übersicht über die Biographie, Theologie und Wirkungsgeschichte Calvins.

Dies macht das Werk zu einem bisher einzigartigen Handbuch der Calvinforschung. Der Band ist zugleich in englischer Sprache bei Eerdmans, in italienischer Sprache bei Claudiana und in niederländischer Sprache bei Kok erschienen.

  • Herman J. Selderhuis: Calvin Handbuch, Mohr Siebeck, 2009, 569 S., € 39,00

Einkaufsmöglichkeit

Briefe von Johannes Calvin

Lutz wies in einem Kommentar darauf hin, dass Andreas Janssen vor kurzem die Genehmigung erhielt, Briefe Calvins nach der Übersetzung von Rudolf Schwarz im Internet zu veröffentlichen.

Auf der Seite Glaubensstimme finde sich auch viele andere fesselnde Texte großer Autoren und Glaubensväter. Über die Neuigkeiten auf Glaubensstimme berichtet ein eigens dafür erstelltes Blog.

Die Briefe von Calvin werden (neben einigen Kommentaren) hier nach und nach eingepflegt: www.glaubensstimme.de.

Weil wir von Calvin so viel lernen können

2_3_2009-09_07_36-titel.jpgFür die aktuelle Ausgabe des Neues Leben-Magazins habe ich eine allgemeinverständliche Einführung in das Leben von Johannes Calvin verfasst.

Der Artikel ist für Leute gedacht, die bisher wenig von Calvin gehört haben oder nur die üblichen Vorurteile kennen.

Hier ein kleiner Auszug:

Unter Calvins Leitung kam es in Genf trotz Fehlern und Rückschlägen zu einem beeindruckenden Aufschwung. In weniger als drei Jahrzehnten entwickelte sich die zerstrittene und unbedeutende Stadt zu einem Handelszentrum, das wegen ihrer guten Gesetze und Kirchenordnungen zu einem Vorbild für ganz Europa wurde. Die Genfer Bevölkerung hatte sich verdoppelt und die Wirtschaft eine enorme Belebung erfahren. Die 1559 gegründete Akademie wuchs zu einer ruhmvollen Universität heran. Und da der Reformator die Wissenschaft sehr schätzte, entwickelte sich Genf zur Bildungsmetropole. Doch der größte Einfluss, den die reformierte Stadt auf die Welt ausübte, war der geistliche. Von hier aus verbreitete sich der reformierte Glaube in fast alle Teile der Welt. Dabei entfaltete er eine atemberaubende erneuernde Kraft für Kirche und Gesellschaft.

Ein Probeheft kann hier bestellt werden: www.neuesleben.com.

R. Scott Clark bloggt live von der Calvin-Konferenz am WSC

banner.jpgDas Westminster Seminary (Kalifornien, U.S.A.) veranstaltet am nächsten Wochenende eine Konferenz anlässlich des Calvinjahres 2009. R. Scott Clark, Professor für Historische und Systematische Theologie, wird in seinem Blog live von der Konferenz berichten. Hier einige Programmbeiträge:

  • W. Robert Godfrey – Calvin: Why He Still Matters
  • S.M. Baugh – Calvin as Bible Interpreter
  • R. Scott Clark – Calvin and the Reform of Worship
  • Michael S. Horton – Calvin on Law and Gospel
  • Hywel R. Jones – Calvin and Preaching
  • W. Robert Godfrey – Calvin: The Friendly Reformer

Das Konferenzprogramm startet 7:00 PM in der Kalifornischen Zeitzone (PST). Wer also samstags gern früh aufsteht, kann ab 4:00 Uhr morgens dabei sein.

Hier weitere Informationen: www.wscal.edu.

Johannes Calvin: Ein Herz für Andacht, Lehre und Doxologie

JC.jpgBurk Parson hat eine neue Einführung zu Johannes Calvin veröffentlicht.

  • Burk Parsons: The Humility of Calvin’s Calvinism
  • Derek W. H. Thomas: Who was John Calvin?
  • Sinclair B. Ferguson: Calvin’s Heart for God
  • D. G. Hart: The Reformer of Faith and Life
  • Harry L. Reeder: The Churchman of the Reformation
  • Steven J. Lawson: The Preacher of God’s Word
  • W. Robert Godfrey: The Counselor to the Afflicted
  • Phillip R. Johnson: The Writer for the People of God
  • Eric J. Alexander: The Supremacy of Jesus Christ
  • Thabiti Anyabwile: The Transforming Work of the Spirit
  • John MacArthur: Man’s Radical Corruption
  • Richard D. Phillips: Election and Reprobation
  • Thomas K. Ascol: Redemption Defined
  • Keith A. Mathison: Transforming Grace
  • Jay E. Adams: A Certain Inheritance
  • Philip Graham Ryken: The Believer’s Union with Christ
  • Michael Horton: The Principal Article of Salvation
  • Jerry Bridges: The True Christian Life
  • Joel R. Beeke: The Communion of Men with God

David F. Wells sagt zum Buch:

There is a fresh breeze blowing in these pages. A new generation has
discovered the riches of biblical truth to be found in John Calvin’s work.
Written in an inviting and accessible style, this book extends an invita-
tion to all to come and learn as well. However, what they will learn will
have far less to do with Calvin and far more to do with the centrality and
greatness of the triune God whom he served. Calvin would have wanted
it that way, and so do we.

Das Inhaltsverzeichnis von A Heart for Devotion, Doctrine, Doxology und eine Einführung von Iain H. Murray kann hier herunter geladen werden: www.ligonier.org.

Warum mich die neue Ausgabe von Calvins ›Institutio‹ enttäuscht

DSC_0725.JPGGestern öffnete ich erwartungsvoll die neue Ausgabe der Institutio, die vom Neukirchener Verlag anlässlich des Calvinjahres 2009 herausgegeben wurde. Da ich für das Buch stolze 49,90 Euro investierte, verband ich mit dem Öffnen der Verpackung – wie sich schnell herausstellen sollte – viel zu hohe Erwartungen.

Die guten Nachrichten zuerst: Das Papier ist etwas dicker als bei der alten Ausgabe im Frakturasatz, was Markierungen erleichtern sollte. Obwohl die Schriftgröße auch diesmal wieder extrem klein gehalten ist (mein Lineal zeigt 7pt an), ist der in einer lateinischen Serifenschrift gesetzte Text besser lesbar. An den 2-Spalten-Satz gewöhnt man sich recht schnell.

Die schlechten Nachrichten: Ich verstehe nicht, warum die Inhaltsangaben von Otto Weber entfernt wurden. Die Bemerkungen am Rand erleichterten die Orientierung enorm. Zudem gab es im Satzspiegel dadurch außen jeweils einen komfortablen Rand für kleinere Notizen. Da in der Kopfzeile jetzt nur eine kurze Kapitelangabe steht (z.B. II,3,1) verliert der Leser sehr schnell den Überblick. Die Tatsache, dass das Inhaltsverzeichnis auf die Hauptüberschriften reduziert wurde, verbessert die Übersichtlichkeit leider auch nicht.

Die Anmerkungen zur lateinischen Textfassung sind ebenfalls verschwunden. Überhaupt nicht nachvollziehbar ist für mich, warum das Buch kein Bibelstellenregister mehr enthält und das Begriffsregister von 151 auf 2 Seiten geschrumpft ist.

Schade!

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