Michael Horton

Warum konvertieren Evangelikale zum römisch-katholischen Glauben?

In einer Folge von „White Horse Inn“ aus dem Jahr 1996 spricht Tim Staples, ein ehemaliger Evangelikaler, der zum römisch-katholischen Glauben konvertiert ist, gemeinsam mit Michael Horton, Kim Riddlebarger und Rod Rosenbladt darüber, was ihn und andere an Rom so anzieht. Dabei wird deutlich, dass psychologische Bedürftigkeiten eine große Rolle spielen. Die „Mutter Kirche“ bietet seelische Heimat und Wärme.

Hier das Gespräch: 

 

Im Gespräch wird deutlich, dass auch die Sehnsucht nach historischer Anschlussfähigkeit wichtig ist. Viele Evangelikale sind der Meinung, die Kirche habe mit der Reformation ganz von vorn angefangen. Dass Martin Luther das anders sah, wird in seiner Schrift Grund und Ursach aller Artikel (1521) sehr deutlich. In dieser groß angelegten Selbstverteidigung gegen die päpstliche Bannandrohungsbulle „Exsurge Domine“ begründet er seine zentralen Lehrthesen aus der Schrift systematisch. Er schrieb sie, um Rom und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die von der Bulle verurteilten Artikel weder willkürliche Neuerungen noch subjektive Meinungen sind, sondern aus der Bibel und der altkirchlichen Tradition abgeleitete Positionen.

Er schreibt dort (WA 7, 315): 

Damit ich auch denen will antwortet haben, die mir Schuld geben, ich vorwerfe alle heilige Lehrer der Kirchen. Ich vorwirf sie nit. Aber dieweil jedermann wohl weiß, dass sie zuweilen geirret haben als Menschen, will ich ihn nit weiter Glauben geben, denn so fern sie mir Beweisung ihrs Vorstands aus der Schrift tun, die noch nie geirret hat. Und das heißet mich Sankt Pauel i. Tessal. ult. da er sagt: ‚Prufet und bewähret zuvor alle Lehre; wilche gut ist, die behaltet‘. Desselben gleichen schreibt Sant Augustin zu Sant Hieronymo: ‚Ich hab erlernet allein denen Bucher, die die heiligen Schrift heißen, die Ehre zu tun, dass ich festiglich gläube, keiner der selben Beschreiber habe je geirret, alle ander aber lese ich der maßen, dass ichs nit fur wahr hab, was sie sagen, sie beweisen mirs denn mit der Heiligen Schrift oder offentlicher Vornunft.

VD: AR

Carl Trueman und Michael Horton im Gespräch über das spätmoderne Menschenbild

Carl Trueman und Michael Horton haben Bücher verfasst, in denen sie die geistliche Entstehungsgeschichte nachzeichnen, die zu unserer heutigen Verwirrung geführt hat. Das neuste Buch von Trueman heißt: The Desecration of Man: How the Rejection of God Degrades Our Humanity (#ad). Michael Hortens neustes Buch ist: Magician and Mechanic: The Roots of „Spiritual but Not Religious“ from the Renaissance to the Scientific Revolution (#ad).

Kürzlich haben beide miteinander gesprochen. In diesem Gespräch verfolgen sie den langen Bogen von der Renaissance bis in die Gegenwart. Ihre These vereinfacht ausgedrückt: Nach dem „Tod Gottes“ verschwindet auch der Mensch. 

Hier der Mitschnitt: 

Die Geschichte hinter dem Heidelberger Katechismus

Michael Horton hat mir R. Scott Clark über die Entstehung des Heidelberger Katechismus (lat. Catechesis Palatina) besprochen. 

Der Katechismus wurde hauptsächlich von Zacharias Ursinus (unter Mithilfe von Caspar Olevianus) verfasst. Meiner Meinung nach ist der „Heidelberger“ einer der schönsten Katechismen. Clark hat sich in seinem Buch The Heidelberg Catechism (2025, #ad) mit der Theologie des Katechismus auseinandergesetzt und diese kommentiert. Sehr hilfreich! 

Hier: 

Ein Gespräch über Natur, Gnade und Nominalismus

Jordan Cooper, Michael Horton und Gavin Ortlund diskutieren in diesem Gespräch über die reformatorische Lehre von der Rechtfertigung allein durch den Glauben, den Einfluss des mittelalterlichen Nominalismus auf die Rechtfertigungslehre, Natur und Gnade und das „donum superadditum“ (die Lehre, dass Gott dem Menschen bei der Schöpfung über seine natürliche Ausstattung hinaus eine übernatürliche Zusatzgabe verliehen habe). Wenn man theologisch interessiert ist, lohnt es sich, in das Gespräch reinzuhören: 

The New (Old) Apostolic Reformation

Die Neue Apostolische Reformation (New Apostolic Reformation, NAR abgekürzt) ist eine der am schnellsten wachsenden Bewegungen innerhalb bzw. an der Peripherie des nordamerikanischen Christentums. Einer der prominentesten Vertreter der NAR, Bill Johnson – leiter der Bethel Church in Redding (Kalifornien, USA), wird in wenigen Wochen in München an der Glaubenskonferenz UNUM24 teilnehmen. 

Wer steckt eigentlich hinter der NAR und was sind ihre Anliegen? In einem Podcast diskutieren Michael Horton, Bob Hiller, Walter Strickland und Justin Holcomb darüber, woher diese Bewegung kommt, was ihre Lehren von Dominionismus, neuen Aposteln und direkter Offenbarung sind, und warum ihre Lehren in der zeitgenössischen christlichen Musik so präsent sind. Sie sprechen auch darüber, warum evangeliumszentrierte Gemeinden die Türen für die NAR nicht öffnen sollten.

Hier: 

 

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Michael Horton über die Neue Paulusperspektive

Das Southern Baptist Theological Seminary veranstaltete vom 12. bis 13. September Gastvorlesungen mit Professor Michael Horton zur Rechtfertigungslehre. Horton hatte 2018 ein zweibändiges Werk zum Thema veröffentlicht. Travis Hearne schreibt für das SBTS zur Vorlesungsreihe:

Horton ist der Auffassung, dass zeitgenössische Infragestellungen der biblischen Rechtfertigungslehre das hinreichende Werk Christi untergraben, indem sie in Legalismus und Antinomianismus verfallen. Ein besonderer Irrtum, den Horton korrigierte, war die Lehre der sogenannten Neuen Paulusperspektive, die gemeinhin mit James Dunn, E.P. Sanders und N.T. Wright in Verbindung gebracht wird. Im Gegensatz zu den Verfechtern dieser Neuen Paulusperspektive verstanden die Reformatoren die paulinische Lehre von der Rechtfertigung richtig als einen großen Tausch, bei dem den Gläubigen die Gerechtigkeit Christi zugerechnet wird.

„Bei der Rechtfertigung geht es nicht um das ethnische Problem der Eingliederung oder darum, wie man in den Bund kommt und darin bleibt“, sagte Horton. „Es geht um das Gegenteil. Die Frage nach der wahren Natur Israels wird durch den kommenden Zorn Gottes ausgelöst, nicht durch die Frage, ob Juden Heiden beschneiden müssen. Die Fragen, die sie stellten, waren: ‚Wie müssen wir gerettet werden? Gehöre ich zu diesem Israel?‘“

Deshalb, so Horton, war Paulus’ Sorge um die Gesetzlichkeit zweitrangig gegenüber seinem Hauptanliegen, dass Christus allein unsere Rettung ist. Die reformatorischen Lehren der Solas, zu denen allein die Schrift, allein der Glaube, allein die Gnade und allein zur Ehre Gottes gehören, erfordern alle die zentrale Lehre, dass der Mensch allein von Christus abhängig ist, um Glauben, Gnade und wahres Verständnis der Schrift zu erlangen.

Mehr: news.sbts.edu.

Michael Horton: Kultur ansprechen, ohne das Evangelium zu verlieren

In dem Artile „Wie man die Kultur anspricht, ohne das Evangelium zu verlieren“ stellt sich Michael Horton sieben Fragen rund um das Thema „Evangelium und Kultur“. Dabei betont er die Notwendigkeit, die eigenen Kinder in Familie und Gemeinde apologetisch zu schulen und zu stärken, damit sie den Herausforderungen von Morgen gewachsen sind: 

Auch hier fängt es im kleinsten Kreis an: unsere eigenen Kinder und Enkelkinder, dann die Familie Gottes in unserer Ortsgemeinde. Es wird gesagt, dass die meisten jungen Erwachsenen dem Glauben noch vor dem dritten Studienjahr den Rücken zukehren. Das ist ein Skandal. Warum finden sie diese anderen Geschichten so fesselnd, dass sie die „in Christus“-Geschichte, in die sie durch Katechese und Predigt hineingetauft und hineingewachsen sind, für eine andere „in Adam“-Geschichte dieses vergehenden Zeitalters aufgeben wollen? Tauchen wir sie wirklich in diese Geschichte ein? Wird der Dienst des Wortes und des Sakramentes treu ausgeführt? Und zwar nicht nur von der Kanzel, dem Taufbecken und dem Abendmahlstisch, sondern auch in unseren Jugendgruppen, auf Familienfreizeiten und bei regelmäßigen Interaktionen unter der Woche?

Wir müssen aufhören, die jungen Menschen in unserer Gemeinde als selbstverständlich zu betrachten. Sie sind nicht „die Kirche von morgen“, sondern Teil der heutigen Kirche, die Schafe, zu denen Christus uns beruft, sie zu weiden und zu pflegen. Sie brauchen mehr Apologetik als Pizza, mehr Möglichkeiten, aufrichtig Fragen zu stellen und diese auch beantwortet zu bekommen, als Rock-Konzerte. Sie brauchen aber auch eine glaubwürdige Gemeinde, die die Wahrheit des Evangeliums widerspiegelt. Das heißt nicht, dass es eine Gemeinde aus perfekten Menschen oder Besserwissern sein soll (was sowieso nur zu Enttäuschung, Verzweiflung und Zynismus führt), sondern aus Sündern, die sich jede Woche zusammenfinden, um Buße zu tun und an das Evangelium zu glauben und gemeinsam in einer Gemeinschaft von Pilgern verbunden zu sein.

Mehr: www.evangelium21.net.

Heidelberger Konferenz für „Reformierte Theologie“

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Die Heidelberger Konferenz für „Reformierte Theologie“ will reformatorische Christen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Großbritannien, den USA sowie aus anderen Länder zusammenbringen. Das Thema der Konferenz 2013 ist der Heidelberger Katechismus, der 450 Jahre alt wird. Die Veranstalter haben herausragende Referenten gewinnen können, darunter Michael Horton und Joel Beere (zu  Horton siehe auch diesen Beitrag).

Die Konferenz geht vom 18.-21. Juli 2013. Konferenzsprache ist Englisch. Freunde der reformierten Theologie sollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung: www.heidelbergerkonferenz.info.

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