Papst Franziskus fordert interreligiösen Humanismus
Papst Franziskus lädt dazu auf, einen neuen, interreligiösen Humanismus zu entwicklen. Das wirkt – ehrlich gesagt – sehr hilflos und kommt ganz ohne biblischen Bezug aus.
Papst Franziskus lädt dazu auf, einen neuen, interreligiösen Humanismus zu entwicklen. Das wirkt – ehrlich gesagt – sehr hilflos und kommt ganz ohne biblischen Bezug aus.
Es wurde als historischer Moment markiert: am 4. Februar 2019 haben Papst Franziskus und der Kairoer Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb in Abu Dhabi das „Dokument über die Geschwisterlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ unterzeichnet.
In einem Interview hat Bischof Athanasius Schneider Probleme in der vom Vatikan unterstützten Erklärung deutlich benannt:
Der Papst bezog sich hier leider nicht auf den objektiv falschen Satz aus dem Abu Dhabi-Dokument, der besagt: „Der Pluralismus und die Vielfalt der Religionen, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Rasse und der Sprache werden von Gott in seiner Weisheit gewollt.“ Dieser Satz ist in sich selbst falsch und widerspricht der Göttlichen Offenbarung, weil Gott uns geoffenbart hat, dass Er keine verschiedenen Religionen will, sondern nur die eine Religion, die er im ersten Gebot des Dekalogs befohlen hat: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Sklaverei. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst dir kein geschnitztes Bild oder eine Abbildung von irgendetwas machen, das sich im Himmel oder auf der Erde oder im Wasser oder unter der Erde befindet. Du sollst dich nicht vor ihnen verneigen und ihnen nicht dienen“ (Ex. 20, 2-5). Unser Herr Jesus Christus bestätigte die beständige Gültigkeit dieses Gebotes und sagte: „Es steht geschrieben:“ Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und Ihm allein dienen“ (Mt. 4,10).
Mehr: www.kath.net.
Es war ein historischer Moment. Am 4. Februar 2019 haben Papst Franziskus und der Kairoer Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb in Abu Dhabi das „Dokument über die Geschwisterlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ unterzeichnet.
Erster Kernpunkt der Erklärung ist die Behauptung, „dass die Religionen niemals zum Krieg aufwiegeln und keine Gefühle des Hasses, der Feindseligkeit, des Extremismus wecken und auch nicht zur Gewalt oder zum Blutvergießen auffordern“. Alle Religionen sind demgemäß unterschiedslos friedlich und tolerant. Falls doch im Namen einer Religion zu Gewalt und Intoleranz aufgerufen wird, dann geschieht das, weil weil die Religion missbraucht werde.
Ein zweiter Kernpunkt der Erklärung erfährt zunehmend auch innerhalb der Katholische Kirche Kritik. Es heißt dort:
Der Pluralismus und die Verschiedenheit in Bezug auf Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Ethnie und Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat. Diese göttliche Weisheit ist der Ursprung, aus dem sich das Recht auf Bekenntnisfreiheit und auf die Freiheit, anders zu sein, ableitet. Deshalb wird der Umstand verurteilt, Menschen zu zwingen, eine bestimmte Religion oder eine gewisse Kultur anzunehmen wie auch einen kulturellen Lebensstil aufzuerlegen, den die anderen nicht akzeptieren.
Während die Konklusion, dass nämlich niemand zum Glauben an eine bestimmte Religion gezwungen werden darf, unumstrittene Zustimmung findet, wird darüber diskutiert, ob Gott die Vielfalt der Religionen aktiv gewollt und geschaffen habe.
Die FAZ berichtete am 29. April 2019:
Aus der Sicht der Kritiker widerspricht die Behauptung, dass Gott die Vielheit der Religionen gewollt habe, dem christlichen Missionsauftrag, wie er etwa am Schluss des Matthäus-Evangeliums formuliert sei: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ Und im Evangelium nach Markus werde neben dem Missionsauftrag ausdrücklich die Einzigartig- und Ausschließlichkeit der christlichen Religion als Weg zur Erlösung festgestellt. Jesus sage zu seinen Jüngern: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.“
Der konservative Weihbischof Athanasius Schneider aus Astana in Kasachstan berichtet, er habe bei einem Besuch im Vatikan Anfang März vom Papst eine Klärung erbeten, ob dieser im umstrittenen Pluralitätspassus der Erklärung von Abu Dhabi den tätigen, aktiven Willen Gottes oder bloß dessen zulassenden, permissiven Willen gemeint habe. Eine eindeutige, gar verbindliche Antwort habe er nicht erhalten.
Der ehemalige Erzbischof von Washington, Theodor McCarrick, ist einer der Hauptbeschuldigten im Missbrauchsskandal der Katholischen Kirchen in den USA. Nun hat der ehemalige Nuntius in Washington, Carlo Maria Vigano, in einem Brief schwere Vorwürfe gegen Papst Franziskus erhoben: Er habe Strafen gegen den Erzbischof aufgehoben und ihn zu seinem Berater ernannt.
Thilo Kößler berichtet sachlich für den DLF über den Vorgang:
Viganó behauptet, dass die Missbrauchsvorwürfe gegen den Washingtoner Erzbischof Theodor McCarrick seit langem im Vatikan bekannt gewesen seien. Es sei noch Papst Benedikt XVI. gewesen, der McCarrick deshalb u.a. mit der Strafe belegte, ein zurückgezogenes Leben in Buße zu führen. Diese Strafen habe Franziskus nicht nur de facto zurückgenommen, sondern McCarrick sogar noch zum Königsmacher für Ernennungen in der Kurie und in den Vereinigten Staaten gemacht, schreibt Vigano. Obwohl Papst Franziskus spätestens im Jahr 2013 von den Verfehlungen McCarricks wusste, habe er ihn – so wörtlich – bis zum bitteren Ende gedeckt.
Hier der Hörbeitrag:
Petra Lorleberg liefert in ihrer Zwischenbilanz hilfreiche Hintergrundinformationen.
Der aus Kanada stammende katholische Priester und Journalist Thomas Rosica hat einen vielbeachteten Artikel über Papst Franziskus geschrieben. Er reiht den Argentinier Jorge Mario Bergoglio voll Dankbarkeit und Erwartung in die ignatianische Linie ein und spricht sogar von einer neuen Phase in der Entwicklung der Katholischen Kirche (Hervorhebung von mir):
Papst Franziskus bricht katholische Traditionen, wann immer er will, weil er „frei von ungeordneten Bindungen“ ist. Unsere Kirche ist in der Tat in eine neue Phase eingetreten: Mit dem Erscheinen dieses ersten Jesuitenpapstes wird sie offen von einem Individuum regiert, nicht nur von der Autorität der Schrift allein oder von ihrem eigenen Diktat der Tradition plus Schrift. Papst Franziskus hat einen jesuitischen Intellektualismus ins Büro des Petrus gebracht. Indem er den Namen Franziskus gewählt hat, bekräftigt er auch die Kraft der Demut und Einfachheit. Papst Franziskus, der argentinische Jesuit, bezeugt nicht nur die Komplementarität des ignatianischen und des franziskanischen Weges. Er weist jeden Tag darauf hin, wie sich Geist und Herz in der Liebe Gottes und der Nächstenliebe begegnen. Und vor allem erinnert er uns jeden Tag daran, wie sehr wir Jesus brauchen und wie sehr wir einander auf der Reise brauchen.
Hier der vollständige Artikel: saltandlighttv.org.
Gemäß mehrerer Pressemeldungen soll Papst Franziskus einem inzwischen homosexuell lebenden Missbrauchsopfer in einem persönlichen Gespräch gesagt haben:
Gott machte dich so und er er liebt dich so. Der Papst liebt dich so und du solltest dich selbst lieben und dich nicht sorgen, was die Leute sagen.
Das Treffen zwischen dem Mann und Papst Franziskus fand auf dem Hintergrund des Missbrauchsskandals statt, der die Kirche in Chile erschüttert. Missbrauchsfälle des früheren Priesterausbilders Fernando Karadima sollen über Jahre hinweg von der Kirche gedeckt worden sein.
Falls das Papst-Zitat authentisch ist, signalisierte es eine klare Abkehr von der bisherigen römisch-katholischen Moraltheologie, nach der Homosexualität als gegen den Willen Gottes gerichtet gilt. Ich würde den Vorfall allerdings nicht überbewerten. Der aktuelle Papst sympathisiert nicht nur mit Formen der Situationsethik, sondern sagt hin und wieder etwas, was ihm so rausrutscht und später richtiggestellt wird. Das muss nicht gleich bedeuten, dass die kirchliche Lehre „kippt“.
Spannender finde ich den Artikel „Wenn doch Franziskus nur Luther wäre!“, den Carl Trueman für FIRST THINGS geschrieben hat. Trueman nimmt Wim Wenders Dokumentarfilm über Franziskus zum Anlass, um über sein Verhältnis zu Luther zu schreiben. Dem Papst wurde mehrfach nachgesagt, er sympathisiere mit Luther. Die Zeitschrift L’Espresso hatte kürzlich sogar die Vermutung ausgesprochen, Franziskus verfolge den Plan, dem Katholizismus ein neues Profil zu geben. Dabei greife er den Ansatz der ‚Dekonfessionalisierung‘, wie ihn Walter Kasper vertritt, dankbar auf.
Trueman verbindet Franziskus hingegen weniger mit Luther als mit Erasmus:
Der Papst hat eine klare Vorliebe für die Armen. Er hat seine Besorgnis über die Ausgegrenzten und Entrechteten zum Ausdruck gebracht. Seine Offenheit gegenüber denjenigen, die die bürgerliche Gesellschaft als Außenseiter betrachtet, ist offensichtlich. Diese Einstellungen sind es, die sein Papsttum faszinierend und attraktiv machen. „Bete und tue Gutes“ scheint eine gute Zusammenfassung seiner Annäherung an den christlichen Glauben zu sein. Aber in theologischen und dogmatischen Fragen scheint Franziskus an den feinen Unterschieden und klaren Behauptungen, die das traditionelle katholische Denken kennzeichnen, nicht besonders interessiert zu sein. Die Unbestimmtheit seiner Herangehensweise an die kirchliche Lehre von der Scheidung scheint ein Beispiel dafür zu sein. Das Dogma mag für ihn wichtig sein, aber wahrscheinlich nicht so wichtig wie die Liebe – und das ist natürlich ein etwas nebulöser Begriff, wenn man sich vom Dogma löst.
In der Sprache des presbyterianischen Theologen J. Gresham Machen: Christliche Orthodoxie und christlicher Liberalismus sind nicht zwei Formen der einen Religion. Das eine ist das Christentum, das andere nicht. Machen betrachtete den orthodoxen römischen Katholizismus als Christentum, wenn auch eine sehr unvollkommene Form davon, während er den liberalen Presbyterianismus als Heidentum betrachtete. Der eine behauptet die übernatürliche Natur des Glaubens, die in der Geschichte begründet ist und sich nun in lehrmäßigen Behauptungen manifestiert; der andere sieht den Glauben als eine psychologische oder praktische Sache.
Deshalb sollten sich orthodoxe Katholiken weniger um die Ähnlichkeit des gegenwärtigen Papstes mit Luther als vielmehr um seine Ähnlichkeit mit Erasmus sorgen. Den Inhalt bestimmter Dogmen zu diskutieren, ist eine Sache; die Bedeutung von Dogmen im Allgemeinen zu diskutieren, ist eine ganz andere. Im ersten Fall besteht die Hoffnung, dass sich die Wahrheit durchsetzt; im zweiten Fall besteht die Gefahr, dass die Wahrheit irrelevant wird. Und ein Christentum, für das die dogmatische Wahrheit irrelevant ist, ist nicht das Christentum, auch nicht im abgeschwächtesten Sinne des Wortes.
Hier der vollständige Text, leider nur in Englisch: www.firstthings.com.
Papst Franziskus hat kürzlich dafür plädiert, die deutsche Übersetzung des Vaterunser zu ändern. Radio Vatikan berichtete:
Die Vaterunser-Bitte „und führe uns nicht in Versuchung“ ist in dieser Formulierung „keine gute Übersetzung“. Das hat Papst Franziskus beanstandet. Es sei nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, um dann zuzusehen, wie er falle, sagte der Papst. „Ein Vater tut so etwas nicht: ein Vater hilft, sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan“, so Franziskus. Er äußerte sich in einem Interview des italienischen Fernsehkanals TV2000, das am Mittwochabend auf Sendung geht.
Der Papst verwies auf einen Beschluss der französischen Bischöfe, die offizielle Übersetzung des Vaterunsers zu ändern. In katholischen Gottesdiensten in Frankreich lautet die betreffende Bitte seit dem ersten Adventssonntag: „Lass uns nicht in Versuchung geraten“. Der Papst äußerte sich in einer Kurzserie zu den Vaterunser-Bitten.
Nun fragen sich Altsprachler, Historiker und Theologen, was wohl wir mit dem vorgegeben Text in griechischer Sprache anstellen sollen? Oder was ist mit dem lateinischen Text, der ja im Vatikan geläufig sein dürfte? Ist es möglich, den vorgegeben Text in einer Übersetzung so sehr zu verbiegen, dass er zu unseren Überzeugungen passt?
Der renommierte Althistoriker Hartmut Leppin hat sich nun zu Wort gemeldet und davor gewarnt, sperrige Text an unsere Erwartungshaltung anzupassen (FAZ, 13.12.2017, Nr. 289, S. 13).
Hier Auszüge:
Umso bemerkenswerter, dass der überlieferte griechische Text ebenso wie die Übersetzung bei der Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“ unstrittig ist, einschließlich der ersten Person Plural, die, wenn es nach dem Papst geht, zu einem Singular geändert werden soll. Die herkömmliche Übertragung ist eher zu schwach: „Bringe uns nicht hinein in die Versuchung“, heißt es – Lukas verwendet das gleiche griechische Wort in demselben Tempus, als ein Kranker zu Jesus getragen wird. Hier steht die Möglichkeit im Raum, dass der Mensch nicht einmal auf eigenen Füßen läuft. Wer die Übersetzung im Sinne des Papstes ändert, setzt sich über den überlieferten Text des Vaterunsers hinweg.
…
Wer Texte der Vergangenheit liest, bekommt es mit sperrigen und anstößigen, ihrem Wesen nach unzeitgemäßen Texten zu tun; das ist anstrengend und enttäuschend, wenn man sich an einer überzeitlichen Moral erbauen will. Das gilt nicht nur für die Bibel. Will man denn wirklich die Kampfszenen der Ilias lesen oder die Machosprüche eines Faust? Historisch orientierte Geisteswissenschaften beschäftigen sich damit, Eigenarten von Texten aus früheren Zeiten zu identifizieren, einzuordnen und zu erläutern, sie eben dadurch für die Gegenwart fruchtbar zu machen.
Präsentismus versucht hingegen die Gegenwart vor jeder Äußerung zu bewahren, was Anstoß erregen könnte, oft in wohlmeinend politischer oder didaktisch-pastoraler Absicht, wie sie gewiss auch Franziskus geleitet haben. Texte der Vergangenheit sollen der Bestätigung der eigenen Moral dienen. Doch ihre Dignität liegt darin, dass sie eben das nicht tun. Sie zwingen dazu, Selbstverständlichkeiten der Gegenwart in Frage zu stellen.
Nach einem kritischen Brief tritt Thomas Weinandy als Berater der amerikanischen Bischofskonferenz zurück. Der Amerikaner ist ein Mann der Mitte, ein weltweit renommierter Theologe und ein von Franziskus 2014 bestätigtes Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission des Vatikans. Seine Worte lassen allerdings aufhorchen.
Die FAZ zitiert:
Sie haben oft von der Notwendigkeit der Transparenz in der Kirche gesprochen. Sie haben oft, besonders während der Synoden, alle ermutigt, besonders die Bischöfe, ihre Meinung zu sagen und keine Angst davor zu haben, was der Papst dazu denken würde. Aber haben Sie bemerkt, dass die Mehrheit der Bischöfe weltweit bemerkenswert still ist? Warum ist das so? Bischöfe lernen schnell, und was viele von Ihrem Pontifikat gelernt haben, ist nicht, dass Sie offen für Kritik sind, sondern, dass sie Kritik übelnehmen. Viele Bischöfe schweigen, weil sie Ihnen gegenüber loyal sein möchten, und deshalb äußern sie die Sorgen nicht, die Ihr Pontifikat aufwirft, zumindest nicht öffentlich, privat liegen die Dinge anders. Viele fürchten, dass sie an den Rand gedrängt werden oder Schlimmeres erfahren, wenn sie ihre Meinung sagen.
Mehr: www.faz.net.
Falls die Meldung stimmt, wäre das ein herber Rückschlag für die Befürworter des Lebensrechts und eine „Überschreitung“ innerhalb des Vatikans. Die Nachrichtenagentur kath.net meldet, dass Papst Franziskus den Anglikaner Nigel Biggar an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen habe. Biggar vertritt die Auffassung, Abtreibung bis in die 18 Woche könne legalisiert werden. Er sagte in einem Gespräch mit Peter Singer:
I would be inclined to draw the line for abortion at 18 weeks after conception, which is roughly about the earliest time when there is some evidence of brain activity, and therefore of consciousness. In terms of maintaining a strong social commitment to preserving human life in hindered forms, and in terms of not becoming too casual about killing human life, we need to draw the line much more conservatively.
Kath.net meldet:
Mit dem anglikanischen Geistlichen Nigel Biggar hat Papst Franziskus einen Wissenschaftler an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen, der die Ansicht vertritt, Abtreibung solle bis 18 Wochen nach der Empfängnis legal sein.
Biggar ist Professor für Moral- und Pastoraltheologie an der Universität Oxford und leitet deren Zentrum für Theologie, Ethik und das öffentliche Leben. Er ist außerdem Kanoniker an der Christ Church Cathedral.
In einem Dialogforum mit dem australischen Ethiker Peter Singer sagte Biggar im Jahr 2011, ein ungeborenes Baby sei nicht dasselbe wie ein Erwachsener oder ein voll entwickelter Mensch. Es sei daher auch anders zu behandeln. Er würde die Grenze für Abtreibungen bei 18 Wochen nach der Empfängnis ansetzen. Dies sei der „früheste Zeitpunkt, zu dem Gehirntätigkeit und damit Bewusstsein nachgewiesen“ werden könne, sagte Biggar.
Ein Jahr später sagte er bei einer Rede an der Mayo Klinik in Minnesota, Abtreibung sei nicht in jedem Fall Mord.
Mehr: www.kath.net.
Papst Franziskus ist ein Meister der kryptischen Worte. Auf seiner Pilgerreise zum „Heiligtum von Fatima“ hat er jedoch beachtenswert klar gesprochen (vorausgesetzt, Worte bedeuten etwas): Ein Christ muss marianisch sein, denn nur mit Christus und Maria bleiben wir in Gott.
Den Pilgern rief er zu:
[Niemand] hat über sich das Antlitz Gottes aufstrahlen sehen wie [Maria], die dem Sohn des ewigen Vaters ein menschliches Gesicht gegeben hat. Wir können es nun in einer Reihe von freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen Momenten ihres Lebens betrachten, die wir beim Beten des Rosenkranzes durchgehen. Mit Christus und Maria bleiben wir in Gott. In der Tat, »wenn wir Christen sein wollen, müssen wir auch marianisch sein. Das heißt, wir müssen die wesentliche, lebendige und von der Vorsehung bestimmte Beziehung anerkennen, die Maria mit Jesus verbindet und die uns den Weg eröffnet, auf dem sie uns zu ihm führt« (Paul VI., Ansprache während des Besuchs des Heiligtums der Muttergottes von Bonaria, Cagliari, 24. April 1970). So nimmt das Evangelium, jedes Mal wenn wir den Rosenkranz an dieser segensreichen Stätte oder an jedem anderen Ort beten, seinen Weg im Leben eines jeden Einzelnen, der Familien, der Völker und der ganzen Welt auf.