Voodoo

Benin gilt neben Togo als Wiege des Voodoo. Wer hier Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen will, geht zu einem Voodoo-Priester oder besucht eine Seherin mit übersinnlichen Fähigkeiten. Das sind eher Klischees, schrieb Gabriele Lademann-Priemer schon 2012 für den Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungen (Ausgabe 11/2012, S. 425–429). „Der Vodun ist nicht jene Mischung aus Zombies, Nagelpuppen, Blut und Gewalt, die in Filmen, Büchern und Zeitungsartikeln dargestellt wird. Vodun heißt „Gott“ oder „Geist“ und ist zur Bezeichnung der Religion geworden.“ Weiter schreibt sie (S. 426–427):

Die Kulte für die Götter sind farbenfroh und abwechslungsreich, ein willkommenes Spektakel für Touristen. Es gibt Trancetänze und Trommelrhythmen, Tieropfer und Reinigungszeremonien. Palmöl und Alkohol wie Gin, „Sodabi“ (Palmschnaps) und Rum werden benutzt. In manchen wilden Kulten ritzen sich die Tänzerinnen und Tänzer in Trance mit Messern, zerschlagen Glasflaschen auf ihren Köpfen und zertreten Glas- scherben. In Trance soll es keine Wunden geben, die sich entzünden. Diese Kulthandlungen zeigen die Macht der Geister.

Die Götter haben ihre Lieblingsgaben. Mami Wata nimmt alles, was weiß und gelb ist (der Schönheit wegen): weiße Tauben, weiße Zigaretten, Eier, Salat, Parfüm. Shangos Farben sind eher dunkel und blau, Sakpatas Farbe ist ebenfalls blau. Seine Anhänger tragen jedoch während der Zeremonien bunte Röcke. Du darf keinen Alkohol trinken, sonst dreht er durch, dafür fließt bei seiner Verehrung reichlich Opferblut. Ursprünglich gehören die Maskenkulte aus Nigeria nicht zum Vodun. Seit mehr als 100 Jahren gibt es sie aber auch in Benin, nämlich Egungun, Gelede, Zangbeto mit phantasievollen Gewändern. Die Masken sorgen für Ordnung und Fruchtbarkeit und bekämpfen Schaden und Hexerei.

In einem DLF-Beitrag über die synkretistische Religion aus Westafrika wird ähnlich „farbenfroh“ über Voodoo berichtet. Ein Beitrag ohne kritische Rückfrage, ja fast Werbung für die Zauberei. Man stelle sich vor, so „herzensgut“ würden die Hörer für den christlichen Glauben eingenommen! Aber ja, wir sind inzwischen aufgeklärt und es sind nur noch die frommen Christen „extrem intolerant gegenüber dem Voodoo-Kult“.

Hier der Beitrag:

 

Kennt jemand ein empfehlenswertes wissenschaftliches Werk zur Religion des Voodoo?

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11 Kommentare
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Jonas

Da sich m.E. Voodoo nicht so leicht vom Animismus abgrenzen lässt, hat Lothar Käser in dem Bereich ein Standardwerk geschaffen. Das wird aber vermutlich bekannt sein.

Rolf Oetinger

„wenn man Voodoo für gute Zwecke verwendet, dann profitiert man im positiven Sinne davon..“ (min 3:15) Es gibt in Deutschland eine Religion, die Welt zu retten, ich kenne Menschen, die tun wirklich extrem viel Gutes. Übrigens: Atheisten. Wären Sie Christen, würde ich sagen, whow, die Frau macht in einem Jahr mehr Gutes, als ich in Jahrzehnten….! Und ich bewundere diese Leute ein bisserl. Aber irgendetwas lässt mich bei all diesen Umtrieben immer ein bisserl nachdenklich, etwas skeptisch zurück. Es ist dieses Getriebene, dieses Allumfassende nicht in Frage-Stellbare. Dieses selbstverständliche Gut-sein. Nimm die Tour-der-Hoffnung ( http://www.tour-der-hoffnung.de ) – sie radeln jedes Jahr 1,5-über 2 Millionen Euro zusammen zugunsten krebskranken Kindern etc. Alles was Rang und Namen hat, spendet, hofiert, nickt, grüßt und lobt sie. Weil sie Gutes tun. Humanitäre Hilfe für notleidende Menschen. Zuhause im Glück: https://www.tvnow.de/rtl2/zuhause-im-glueck/jahr/2017/9 — so gut wie die arbeitet fast niemand (!!!) zugunsten Familien, die von Schicksalsschlägen schwer getroffen werden. Ursprünglich war Diakonie die Domäne der Christen.… Weiterlesen »

Stephan

Trotz einer gefallenen Schöpfung sind dem Mensch ein paar Ahnungen eingepflanzt: die Ahnung / Hoffnung auf ewiges Leben, die Ahnung von einem Gericht über das eigene Leben, und dann gibt es noch ein Gewissen. Mit diesen Ahnungen kann man sich auf die Suche nach Gott machen, oder man erarbeitet sich ein vermeintlich positives Punktekonto durch Gutmenschentum, robustere Naturen werfen die Ahnungen über den Haufen und leben nach dem Prinzip der Ellbogengesellschaft. Daher boomen die Charity-Wohlfühlveranstaltungen, und auch den Gefängnissen geht der Nachwuchs nicht aus. Aber „gut gemeint“ führt nicht zur Errettung, wie wir an Aarons Söhnen erkennen, die -sicherlich gut gemeint- fremdes Feuer vor den Herrn bringen. Es gibt eben nur den von Gott gesetzten Weg zur Errettung. Es ist schon ein kleines Dilemma – Errettung gibt es nur aus der Gerechtigkeit, die Jesus für uns „erarbeitet“ hat und die uns aus Gnade aufgrund des Glaubens zugesprochen wird, und dann kommt der Jakobus mit seinem Brief und erklärt, dass Glaube… Weiterlesen »

Schandor

@Ralf

Gott hat für jeden Menschen auf der Welt eine Kerze in seinem Zimmer angezündet.
Manche Kerzen sind dick, manche dünn, manche länger, manche kürzer.
Wie immer auch die Kerzen brennen: Sie erlöschen dann, wenn Gott will.
Und eben nur dann.

Was heißt für Dich „ganz ohne Gott“?

Übrigens hat Judas noch viel biblischer gehandelt als der gute Mann, wenn man drüber nachdenkt. Oder meinst Du nicht?

Roderich

Einige Freunde aus Afrika haben mir erzählt, dass die Zauberei des Voodoo durchaus sehr kraftvoll ist und dabei auch außergewöhnliche Dinge geschehen. D.h. der Teufel kommt darin stark zum Wirken. Es handelt sich letztlich um Abgötterei, und die Wirkmacht dämonischer Mächte wird im materialistischen Westen seitens der Atheisten komplett geleugnet, und von den meisten Christen (die wir uns durch die Umgebungskultur immer beeinflussen lassen, und die wir zu wenig reisen oder zu wenig belesen sind – oder auch Cessationisten sind) immer stark unterschätzt.

Rolf Oetinger

..beim Hirte des Hermas habe ich gerade gelesen, dass es nicht nur schlechte Lust, sondern auch eine „gute Lust“ gibt, also die Lust Gutes zu tun, die einen in die gute Richtung geleitet…..

Rolf Oetinger

– Ja, Psalm 1 -die Lust an Gott – aber ich meine das Thema „Lust, Gutes zu tun – aber nichts weiter mit Gott zu tun zu haben“.
Viele Nichtchristen tun viel Gutes. Wohl (und nach dem Hirten von Hermas und nach meinen Beobachtungen) gibt es auch generell eine Lust, Gutes zu tun und sie führt grundsätzlich in die richtige Richtung aber ist natürlich nicht ausreichend vor Gott. Kornelius Gebete und Almosen waren vor Gott gekommen…..

Jutta

Ich verstehe das Zitat nicht, bzw die Erwähnung und Hinweis auf den Artikel … vom Deutschlandfunk: „Anfang 2010 gab es in Haiti ein schweres Erdbeben mit 300.000 Toten. Von Not und Elend im Land angelockt, kamen Missionare und Tele-Evangelisten aus Nordamerika und predigten nun, der Voodoo-Kult sei schuld an der Katastrophe, und viele Voodoo-Priester wurden von der aufgehetzten Menge gelyncht.“ Das steht nämlich bevor der Hinweis darauf kommt, dass nur die „frommen Christen extrem intolerant gegen den Voodoo Kult sind“. Ist es fromm und christlich, die Menge aufzustacheln gegen die (scheinbare) Identität, von Menschen aus Afrika, die nur zu einem Zweck nach Amerika verfachtet wurden – auch wenn es afrikanische Menschenhändler und Menschenhändler islamischen Glaubens gab und immer noch gibt – um irgendwelchen „Herren“ zu dienen und die ebenso etwas brauchten um überleben zu können ? Denen man nichts gelassen hat, nicht einmal die Menschenwürde ? Deren Frauen man vergewaltigt hat und die Mischlinskinder entweder umgebracht, verjagt oder zu Tode… Weiterlesen »

Jutta

http://tanzhaus-nrw.de/main_pages/koffi-koko-bj
http://www.ecotopiadance.com/8/pressestimmen_76.htm

… ehrlich, manchmal denke ich: diese Künste, vor allem wenn sie gepaart sind, mit Musik, sind des Teufels.
Sie haben eine beeinflussende Wirkung, die unterschwellig ist .. und prägen sehr viel mehr als Bücher und Bilder. Vor allem durch die Musik und Rhythmen.

[…] am 5. September habe ich darauf aufmerksam gemacht  dass sich Voodoo heute auch in Europa großer Beliebtheit erfreut und die Bedenken gegenüber dem […]