Big Brother 2.0 in Europa

In der 3sat Mediathek ist ein Bericht über das EU-Überwachungsprojekt »Indect« zu finden. Hinter »Indect« steckt ein Projekt der Europäischen Union. Die EU forscht mit einem Etat von ca. 15 Millionen Euro an Programmen, die »abnormales Verhalten« von Menschen erkennen. Indect soll auf aggressive Stimmen oder gewalttätige Mimik in Videos und Bildern reagieren. Auch wer im Netz auffällt, soll durch die Verknüpfung mit Überwachungskameras, Handy-Ortung und unbemannten, vernetzten Flugzeugen auch im öffentlichen Raum ausspioniert werden können. Ein, wie ich meine, besorgniserregender Ausblick.


Kommentare

  1. Hans Otto S. meint:

    Ein guter Hinweis. Dem Bürger kann man nur mit Totalüberwachung beikommen, da arbeitet die EU ganz nach amerikanischem Schema. Gut sind auch die „Vermutungen“, die auf der von berlinjc verlinkten Seite stehen. Allerdings sind es keine Vermutungen, sondern Vorhersagen. Dem Bürger wird seit Ende des 2. WK eine Quasidemokratie vorgemacht, die er dröge schluckt. Jetzt wird ihm die Strafe dafür; dass die Christen dabei ihr Fett abkriegen, hat ganz einfach mit ihren nach EU-politischem Ermessen reaktionären und intoleranten Ethikforderungen zu tun. Man wird unter der totalen Kontrolle mehr schaffen als mit dem totalen Krieg. Durch gezielte Maßnahmen wird man auch Bürgeraufstände vermeiden können, sofern sich das dekadente Pack überhaupt noch dazu aufraffen kann.
    Mit dem Verschwinden der Privatsphäre muss dann ironischerweise auch die Ecclesia aus Europa verschwinden; für religiöse Spinner hat man dann keinen Platz mehr in einem postchristlichen Zeitalter. Das gibt wieder ordentlich Tinte auf den dispensationalistischen Füller der Freikirchen, deren Mitgliederzahlen gerade in Deutschland nicht zu unterschätzen sein dürften. Es kommt zu Kurzschlusshandlungen, die das Prozedere noch beschleunigen. Die Länder verbindet ein gemeinsamer Feind: das Volk.
    Hans Otto S.

  2. Schandor meint:

    „Die Heilsgeschichte hat wiederholt gezeigt, dass Gott so lange mit der Erfüllung seiner Verheißung gewartet hat, bis eine Erfüllung unmöglich schien. Erst dann tat er das „Unmögliche“. Gott hat verheißen, alle Geschlechter der Erde zu segnen. Er hat verheißen, dass sein Reich wachsen wird, bis es die ganze Erde umspannt und dass er dies durch die Verkündigung des Evangeliums von seinem Sohn erreichen wird. So wird auch nichts auf Erden, im Himmel oder in der Hölle verhindern, dass dieses Versprechen auch eingelöst wird.“
    Keith A. Mathison, „Postmillennialism — An Eschatology of Hope“

  3. Roderich meint:

    @Hans Otto,
    Vielen Dank, eine ziemlich zutreffende Analyse der Lage und der Gefahren.
    Allerdings wieder sehr pessimistisch was die Moeglichkeiten Gottes angeht, das Blatt zu wenden. Wenn man nur auf den Menschen sieht (anthropozentrische Betrachtungsweise), dann haettest Du vermutlich Recht, aber als Christ muss man die Lage doch primaer theozentrisch sehen.
    ‚Bei Gott ist kein Ding unmoeglich‘ (Die Bibel).

  4. Roderich meint:

    @Schandor,
    danke fuer den Hinweis.
    Ich denke uebrigens, frueher waren auch Praemillennialisten der Meinung, es koenne sich noch etwas veraendern. (Denn auch Praemillennialisten wissen ja nicht, wann der sog. Antichrist kommt). Frueher wurde meines Wissens die christliche Kirche als der „Catechon“ gesehen, d.h. die Institution, die den Antichristen aufhaelt. Die praktische Anwendung davon waere, dass Christen u.a. aktiv werden und Zentralisierungsbestrebungen in der Politik entgegenwirken, soweit das im Rahmen ihrer Moeglichkeiten steht.
    (Wenn Europa und der Rest sehr foederalistisch und mit mehr Gewaltenteilung organisiert wird, dann fehlt die Struktur, die fuer totale Kontrolle notwendig ist).

    Wie mir scheint, will in BRD am ehesten die SPD und die Gruenen eine Schwaechung des Foederalismus, wegen der groesseren Rolle, die der Staat als universaler Problemloeser in ihrer Weltsicht spielt.
    (Schade, dass sich auch viele Christen manipulieren lassen (oder haben lassen, und Parteien waehlen, die fuer mehr Zentralisierung in der Politik und gegen Foederalismus sind).

  5. Schandor meint:

    @Roderich
    Der Antichrist — das ist ein Konzept, das im NT so nicht existiert. Wenn Johannes (und nur er) seinen Lesern schreibt, sie „wüssten“ ja, dass der Antichristus kommt, dann wird er damit eine damals lebende Person im Auge gehabt haben. Erst später dann hat man so nach und nach das Tier aus Offb 13 mit dem Antichristus identifiziert. Wenn zurecht, dann finden wir in jenem ominösen Spruch mit der Zahl 666 einen schönen Hinweis auf Nero: Damals war Gematira bekannt und wurde stark benutzt. Wenn ich mich nicht irre, ist der gr. Begriff für „Weisheit“ nicht mit unserem Begriff der Weisheit gleichzusetzen. In der gr. Philosophie (…sophia!) ist es ja auch nicht eigentlich eine Liebe zur Weisheit, sondern mehr zum — Wissen. Die neutestamentlichen Schreiber schrieben in erster Linie für und an ihre Zeitgenossen, denke ich. Das Konzept des Antichristus ist insofern zeitlos, weil es die Bösen bis zum Schluss hin geben wird. Es passt einfach immer.
    Ich glaube nicht, dass Jesus ein solch großes Opfer auf sich genommen hat, um nur einen verhältnismäßig kleinen Prozentsatz der Welt zu retten. Denn das hieße, dass Gott, obschon er wusste, dass die meisten Menschen ewigen Qualen entgegengehen, dennoch zugelassen hat, dass die meisten Menschen überhaupt erst geboren werden. Da fehlt mir ein wenig der Sinn hinter einer solchen Handlung. Aber egal: Vielleicht geht einfach „nur“ mal unsere Zivilisation irgendwann unter, um einer neuen Platz zu machen. Vielleicht steht das Gericht ins Haus, wer weiß?
    Wie gesagt: Der Begriff des Antichristus wird mir zu undifferenziert gebraucht. Sollte Johannes 2000 Jahre Kirchengeschichte übergangen haben, nur um von einer aus seiner Sicht zeitlich weitab gelegenen Figur zu sprechen?

    Lieben Gruß!
    Schandor

  6. Ich stelle fest, dass Hans-Otto wieder mal seine weltverschwörerischen Hypothesen postet, selbstverständlich ein weiteres Mal ohne konkrete Belege.
    Dieses Sammelsurium eine „Analyse“ zu nennen, lieber Roderich, ist fürwahr kühner Euphemismus!
    „Durch gezielte Maßnahmen wird man auch Bürgeraufstände vermeiden können, sofern sich das dekadente Pack überhaupt noch dazu aufraffen kann“ – wer ist damit gemeint? Grammatisch liegt es nahe, darunter die ´Bürger´ zu verstehen? Das Volk?
    Wenn ja: das wäre menschenverachtende Sprache! (Das Volk, viele einzelne Bürger haben große Opfer gebracht, ohne die wir nicht hier an dieser Stelle diskutieren könnten.)
    Ich empfehle als Gegenmittel die Lektüre von J.Gauck: „Winter im Sommer, Frühling im Herbst“.
    Oder gehört der auch zum ´dekadenten Pack´?
    Wer, Hans-Otto, ist nach Deiner Meinung eigentlich nicht dekadent?

    @ Schandor: WAs Du schreibst, ist interessant; ich muss daran denken, dass nach der Spätantike, als Johannes noch von Antichrist schrieb, erst mal 1000 Jahre ´Mittelalter´ kommen, mit den großartigsten Zeugnissen christlicher Kultur!

    (Natürlich war das nicht ausschließlich ´biblisch´ begründetes Leben; dennoch wäre unsere Welt superarm ohne die Überreste aus dieser Zeit).

  7. Nun, wenn man sich Bürger so anschaut… die Ursachen für Tötungsdelikte… wie ideal wenn man per Software etc. dem etwas vorbeugen könnte, oder?

    Dabei hätte doch alles bestens laufen können…
    Prediger 7 9. Allein, siehe, dieses habe ich gefunden, daß Gott den Menschen aufrichtig geschaffen hat; sie aber haben viele Ränke gesucht.

  8. Roderich meint:

    @Ernst,
    doch, den Ausfuehrungen von Hans Otto liegt durchaus viel zutreffende Analyse zugrunde. (Hans Otto hatte ja mehrere Buecher genannt im letzten Eintrag – schon alle gelesen?)

    „Dekadent“ ist sicher in vielen Punkten zutreffend, auch der Einzelne nicht immer bewusst diese Entscheidung getroffen hat „ich will dekadent sein“, sondern wir sind alle beeinflusst von unserer Kultur. Natuerlich ist „Pack“ schon etwas wie ein Schimpfwort (Jesus haette das nicht so gesagt, sondern sieht in jedem Buerger – wie dekadent auch immer – noch ein wertvolles Geschoepf Gottes). Die Moeglichkeit zur Umkehr besteht ja immer. (Wohlwollend koennte man sagen: das Wort „Pack“ war ein rhetorisches Mittel zur Bestaerkung des Ernstes der Lage, aber wie dem auch sei).

    Natuerlich sind mit „dekadent“ WIR gemeint, d.h. die Buerger.
    Siehe Rohrmosers Buch „Christliche Dekadenz in unserer Zeit“.
    Wir sind dekadent dahingehend, dass die meisten von uns es kaum noch fuer wert erachten, uns fuer Ziele einzusetzen, die ueber „Geld“, „Sex“, „Ansehen vor anderen“, „Hip sein“ etc. hinausgehen.
    Das betrifft leider auch Christen.

    Ob eine These aus einer „Verschwoerungstheorie“ kommt oder nicht ist erst mal zweitrangig, man muss jede These (unabhaengig von der „Herkunft“) inhaltlich pruefen.

  9. Schandor meint:

    @Roderich
    Ich finde es auch nicht gut, alle Bürger in einen Topf zu werfen. Viele sträuben sich gegen die derzeitigen Entwicklungen. Das nenne ich zumindest nicht „dekadent“. Mich macht eine solche Entwicklung zwar traurig, aber nicht mehr wie früher ängstlich. Ich kenne Rohrmoser noch nicht; wie ich aber sehe, wird es höchste Zeit, da mal reinzuschnuppern. Hast Du einen Tip, mit welchem Buch ich anfangen sollte?

    @ernst
    Ja, nennt nicht alles Verschwörung, was dieses Volk Verschwörung nennt (Jes 8,12). Naja, es dürfte halt schwer sein, Beweise zu erbringen, vor allem müsste man sich vielleicht dahingehend verständigen, was als Beweis gelten darf. Vielleicht ist es auch gar keine Verschwörung, sondern einfach das Machtstreben einzelner, was uns Hans Otto da präsentieren will. Und dass es das gibt, ist ja nicht zu leugnen. Aber ich wünschte mir auch konkretere Hinweise, muss ich sagen. Im Vorwort von Neil Postmans „Wir amüsieren uns zu Tode“ gibt Postman Aldous Huxley den Vorzug vor George Orwell. Er sagt, die Welt entwickelt sich eher in Richtung Huxley. Eines kann man glaub ich feststellen: Da hat er vielleicht in die richtige Richtung gewiesen, sich aber dennoch geirrt, denn was hier mit Überwachungsbestreben momentan abläuft, scheint mir doch eher von der anderen Seite motiviert zu sein. Das schlimme daran: Es wird uns nicht aufgezwungen (sowas ist immer wieder gescheitert), nein, wir suchen uns das alles selbst aus (man denke nur an die Entwicklung der Mobiltelefone) und am allerschlimmsten: Wir zahlen auch noch viel Geld dafür. Grad hat mir jemand erzählt, in seiner Firma solle der RFID-Chip eingeführt werden (ich meine halt diese Technologie), um Lieferungen genauer verfolgen zu können. Man habe sich noch nicht durchringen können, da diese Technologie doch noch recht teuer ist. So wird nach und nach unser Leben umgestellt. Überall kommen Kameras hin, und wo die vernetzt sind, KANN halt Missbrauch getrieben werden.

    @Hans Otto
    Es wäre wirklich hilfreich, wenn Du konkretere Hinweise liefern könntest!

    Lieben Gruß euch allen!
    Schandor

  10. Hans Otto S. meint:

    Durch die exzessive Desiformierung des Bürgers sind die Medien in der Lage, dem Bürger ein völlig falsches Bild, ein potemkinsches Dorf zu vermitteln. Der Bürger wird systematisch und von langer Hand vorbereitet dagegen immunisiert, die richtigen Fragen zu stellen. Er glaubt dem Ablenkungsmanöver der öffentlichen Nachrichten, um nicht zu sehen, was er nicht sehen darf. Die öffentliche Politik (in Fragen Entwicklung, Bildung, Steuer, Einsparungen u. ä.) ist selbst Ablenkungsmanöver. Der Politiker ist das Mittel der Mächtigen, dessen Taten der Öffentlichkeit je als politische Notwendigkeit zu verkaufen. Der Politiker sieht sich mitunter als eine Art Botschafter oder Missionar: Er führt aus, was er von höherer Stelle empfängt. Er ist nicht Programmdirektor, sondern Schauspieler. Spielt er gut, bleibt er. Wenn nicht (und wir wissen, dass in letzter Zeit der eine oder andere ganz überraschend zurückgetreten ist), muss er freiwillig gehen.

    „Beweise“ zu verlangen beweist mithin selbst, dass man die Brisanz der Thematik noch nicht recht verstanden hat. Die Beweise werden täglich erbracht, aber man kann sie als solche nicht erkennen, weil man erfolgreich immunisiert ist (diese Phase ist in den Neunziger Jahren erfolgreich abgeschlossen worden, und einzelne Wissende oder Insider sind als Aushahme nicht von Bedeutung). So hat man dem Bürger die unsinnigste Verschwörungstheorie überhaupt aufnötigen können, und wer in der Medienlandschaft noch etwas auf sich hält, tut gut daran, sehr öffentlich daran zu glauben, dass ein Haufen zerlumpter Saudis sich ein paar Passagiermaschinen entführt haben, um damit im weltweit am besten abgeschirmte Gebiet einen Terroranschlag zu verüben.
    Das Problem liegt längst woanders: Der Bürger ist nicht mehr in der Lage, sein eventuelles Wissen in gegenläufige Maßnahmen zu verwandeln, d. h.: er ist erfolgreich immunisiert.

    Aber gut:
    Es gibt ein interessantes Interview mit einem Regisseur. Sein Interviewpartner verbreitet im Internet selbst Desinformation (viel Stimmiges, aber so gelenkt, dass man das Eigentliche nicht sieht). Was Aaron Russo dagegen sagt, weist genau in die Richtung, aus der viel Übel kommt. Das beweist sich täglich. Man muss lernen, zwischen den Zeilen zu lesen, mithin zu „schielen“, um das Augenfällige verschwimmen zu lassen und das Verborgene zu sehen. Die fünfteilige Interviewreihe ist unter YouTube zu finden.
    Hans Otto S.

  11. @ Hans-Otto
    „“Beweise” zu verlangen beweist mithin selbst, dass man die Brisanz der Thematik noch nicht recht verstanden hat.“ Mit solchen oder ähnlichen Aussagen versuchst Du schon länger, Dich aus der argumentativen Defensive zu befreien. Aber einen überzeugenden Befreiungsschlag vermag ich darin nicht zu erkennen.
    Ich frage mich einmal mehr, was für ein Bild vom Bürger, vom Menschen, meinetwegen auch: von anderen Christen, Du hast? Was die Massenmedien angeht sind wir sicher weitgehend einig. Aber schon bei den Politikern wird es eng: Welche kennst Du persönlich, welche Erfahrungen hast Du gemacht, dass ein solch deprmierendes Bild herauskommt?
    Es ist doch wie überall: es gibt Aufrechte und Halunken, Idealisten und Zyniker, Unbestechliche und Korrupte…
    Ansonsten: also doch 9/11! Was im übrigen vorstellbar ist oder unvorstellbar: es gab mal einen deutschen Sportflieger, der mit seiner einmotorigen Maschine auf dem Roten PLatz, sozusagen dem Allerheiligsten des Sowjetkommunismus, gelandet ist. Auch darauf hätte vorher wohl niemand auch nur einen einzigen Dollar gewettet. 2001 war es auch kein „Haufen zerlumpter Saudis“, die ein paar Passagiermaschinen entführt hätten, sondern studierte Männer mit vermeintlich westlichem Habitus…
    (Aber über diese Geschichte weiter zu diskutieren bringt rein garnichts.)
    *seufz*

  12. Johannes Strehle meint:

    @ Roderich

    „(Jesus haette das nicht so gesagt, sondern sieht in jedem Buerger – wie dekadent auch immer – noch ein wertvolles Geschoepf Gottes).“
    Letzteres ist zweifellos richtig. Und Jesus hat – wie Gott durch die Propheten – seine wertvollen Geschöpfe auch dadurch ernst genommen, dass er ihnen bei Gelegenheit drastisch ihre Dekadenz vorgehalten hat: „Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht…“

  13. Schandor meint:

    @ernst
    Hm, ja. Da stellst Du ein paar Fragen, die ich auch gerne beantwortet hätte.
    Die 9/11-Problematik scheint mir eher darin zu liegen, dass wir nicht überprüfen können, was uns gesagt wird. Ich habe einmal einen Film darüber gesehen, der sich überhaupt nicht mit dem Verschwörungsaspekt der Sache beschäftigte, sondern rein mit den gesundheitlichen Folgen des Einsturzes. Waren viele Interviews und so. Aber was die Leute da so gesagt haben, zusammen mit all den seltsamen Dingen, die man schlucken soll (z. B. dass eine Untersuchung der „Unfallstelle“ sofort unterbunden wurde oder dass gleich beide Türme einstürzten, obwohl die Baupläne vorsahen, dass selbst eine 747 das Gebäude nicht zum Einsturz bringen kann oder dass die Türme in sich zusammenstürzten oder dass die Trägersubstanz nicht schmolz, sondern pulverisiert wurde oder dass ins Pentagon kein Flugzeug, sondern eine Rakete reingeflogen ist oder dass die beiden Türme monatelang von einem Spezialteam „untersucht“ wurden, die ganze Stockwerke für ihre „Untersuchung“ abriegelten usw. usw. usw. usw. usw.), das lässt mich auch an der offiziellen Darstellung zweifeln.
    Es werden so viel falsche Theorien in Umlauf gebracht, dass Otto(-Hans)-Normalverbraucher ganz verwirrt wird (an Hans-Otto: bitte nicht böse sein 🙂 ). Man weiß einfach nicht mehr, was man noch glauben kann und was nicht. Eines ist jedoch sicher: Die meisten Leute werden schon sauer, wenn das Wort „Verschwörung“ überhaupt auftaucht. Ob das nicht alarmierend ist?
    Der Vergleich mit der einmotorigen Maschine ist gelungen, finde ich. Naja, auf sowas waren die Sowjets einfach nicht vorbereitet, was? 🙂 🙂
    Ja, Du hast recht: Über diese Geschichte kann man diskutieren, soviel man will. Einige glauben halt so, andere so. Die Wahrheit werden wir jedenfalls so oder so nicht erfahren, leider!
    lg
    Schandor

  14. Roderich meint:

    @Hans-Otto,
    eine persoenliche Frage: gehst Du eigentlich in eine Kirche oder Gemeinde? (Und wie steht es mit dem persoenlichen Bibelstudium und Gebet?)

    Ich denke, eine lebendige Beziehung zu Gott und regelmaessige Lektuere der Bibel waere sehr hilfreich als „Balance“ zu Deinen sonstigen Gedanken. Nicht, dass alles falsch ist, was Du sagst – viele Deiner Sorgen teile ich, manches erscheint mir zu weit gehend, aber ich finde es sehr gut, dass Du so wachsam bist.

    Aber ich denke, wir sollten nicht NUR „auf das Boese starren“. Sondern auch – und viel mehr – auf Gott sehen. Das „auf Gott sehen“ bleibt eine Phrase, wenn man es nicht geistlich versteht, ich meine also: man braucht den Heiligen Geist, um auf Gott sehen zu koennen, man muss „im Geist leben“. Und das ist wohl kaum erreichbar, indem man nur Buecher „ueber“ das Christentum oder ueber die gesellschaftliche Gesamtlage liest, sondern dies ist nur durch eine persoenliche Begegnung mit Gott erreichbar. Und dazu gehoert nun mal Zeit, die man dafuer investieren muss.

    Zum Anfang empfehle ich, taeglich ca. 45 Minuten zu reservieren fuer Bibellesen und Gebet. Das ist noch verschmerzbar. Und der Gewinn ist unvorstellbar gross. (Luthers Werke kann man auch gut dazu lesen, ohne Schaden zu nehmen :-))

    Ich wuerde sogar sagen, auf vieles, was Dich bewegt, erhaeltst Du in der Bibel – auch im Alten Testament – viele Antworten. (Gerade heute las ich im Buch Richter, wie die Israeliten immer wieder fremde Goetter anbeteten, und Gott sie dann in die Haende der Feinde dahingab. Dann, als die Not zu gross wurde, bekehrte sich Israel immer wieder, und betete zu Gott, sie doch aus der Hand der z.T. extrem uebermaechtigen Feinde zu erloesen. „Und sie taten die fremden Goetter wieder aus ihrer Mitte und dienten Gott wieder. Dann konnte Gott ihr Elend nicht laenger ansehen“… und Gott erweckte dann einen neuen Richter, der die Feinde besiegte, bzw. das Elend von Israel half abzuwenden mit Gottes Hilfe und durch Gottes Kraft.
    Aehnlich geht es uns heute. Als Christen sind wir sehr in der Minderheit in der EU, und die Mehrheit (bzw. manche humanistische, revolutionaere Gruppen) wollen uns auch nicht friedlich in der Minderheit leben lassen, sondern wollen langsam unsere Religionsfreiheit beschneiden. Wenn Christen sich wieder demuetigen vor Gott, so kann Gott auch heute noch eingreifen. (Denn viele Christen muessen sich wieder richtig zu Gott bekehren).

    Soweit die „allgemeine Erkenntnis“. Wir brauchen aber nicht nur „allgemeinen Erkenntnisse“, sondern dass der Heilige Geist durch die Bibel persoenlich zu uns spricht, also ein „rhema-Wort“ daraus macht. Dazu ist aber eigenes Gebet und Bibelstudium und das Suchen nach Gott notwendig. Das wuensche ich Dir jedenfalls, dass Du Deine Gedanken Gott persoenlich vorlegen kannst, und von Gott persoenlich Antworten durch Seine Heilige Schrift erhaeltst. (Das braucht natuerlich jeder von uns – wir sitzen also alle im selben Boot).

    Viel Segen dabei und Gruss!

  15. Roderich meint:

    @Schandor:
    Um bei Rohrmoser etwas „reinzuschnuppern“, empfehle ich erst mal auf der Webseite http://www.gfk-web.de/ die „Vortraege“ anzuklicken. Das sind frei gehaltene Referate von G. Rohrmoser, dennoch hoechst brilliant, die aktuelle Ereignisse kommentieren.

    Danach als gute „Einfuehrung“ z.B. „Der Ernstfall. Die Krise unserer liberalen Republik“. (Ganze 560 Seiten, sehr breit und tief – eine schwierige Materie, aber alles sehr logisch und klar dargestellt).

    Bei Amazon.de gibt es einige gebrauchte Exemplare fuer ca. 3.30 Euro, bei gfk-web.de kannst Du es offenbar neu kaufen fuer 15.90 Euro. (Amazon.de liefert gebrauchte Buecher nur innerhalb Deutschlands).

    Das Buch „Christliche Dekadenz in unserer Zeit“ ist aber auch sehr lohnend.

  16. ich fand Rohrmosers Ernstfall auch extrem interessant. Allerdings fehlt dem Buch, was andere zu viel haben: Fußnoten, die begründen und vertiefen bzw. auf entsprechende Literatur verweisen. Ich hatte bei der Lektüre extrem viele Fragen und fühlte mich damit allein gelassen. Ich wollte eigentlich meiner ehemaligen Philosophiedozentin eine lange Mail mit entsprechenden Fragen schicken, aber der Alltag hat mit der Zeit alle Gedanken und Fragen wieder zugeschüttet. Vielleicht lese ich es nochmal, und schreib gleich meine Fragen und Gedanken mit…

    Sind die anderen Bücher von Rohrmoser auch so? Dh. zwar flüssig zu lesen und anregend, aber viel Vorkenntnisse voraussetzend und ohne Hilfestellungen zu weiterer eigener Vertiefung?

    LIebe Grüße

  17. Roderich meint:

    @Joerg:
    Ja, die meisten Buecher von Rohrmoser haben keinen grossen Fussnotenapparat. Der Grund ist, dass er meistens freie Vortraege gehalten hat, die dann einfach abgetippt und (mit minimalen Korrekturen) als Buch veroeffentlicht worden sind.

    Der „Ernstfall“ hatte durchaus einige schwierige Kapitel, z.B. das ueber Erziehung etc.

    Noch wesentlich schwieriger als „Der Ernstfall“ sind uebrigens seine fruehen Buecher (Subjektivitaet und Verdinglichung; das war seine Habil ueber Hegel); „Das Elend der kritischen Theorie“ (1970; Widerlegung von Adorno, Horkheimer und Konsorten; finde ich zumindest persoenlcih sehr schwer): „Herrschaft und Versoehnung. Aesthetik der Kulturrevolution des Westens“ (1972); oder „Emanzipation und Freiheit (ca. 1970, dann ca 1995 spaeter neu aufgelegt als „Emanzipation ODER Freiheit“).

    Diese vier fand ich zumindest sehr schwierig.

    Hingegen viel leichter zu lesen als „Der Ernstfall“ sind die Buecher „Die Wiederkehr der Geschichte“(1995), oder „Kampf um die Mitte“ (1999), oder das oben erwaehnte „Christliche Dekadenz“. (Allerdings auch alle ohne umfangreiche Fussnoten).

    Vermutlich wuerde es also mehr Sinn machen, mit diesen letztgenannten Buechern anzufangen. (Ich glaube, dass einem bei diesen Buechern dann auch weniger Fragen bleiben).

    (Welche Fragen hattest Du denn besonders nach der Lektuere? Ohne nun Ron’s Blog zweckentfremden zu wollen… 🙂 )

  18. Roderich meint:

    @Joerg,
    eine aussergewoehnlich gute Zusammenfassung und Wuerdigung des gesamten Werkes von Guenter Rohrmoser findet man uebrigens in der Festschrift „Tamen!“ zum 80-jaehrigen Geburtstag von Guenter Rohrmoser, in dem hervorragenden Beitrag von Prof. Dr. Harald Seubert (ca. 50 Seiten).

    Herr Prof. Seubert kannte Prof. Rohrmoser ueber lange Jahre, kennt und v.a. versteht sein ganzes Werk, und ist offizieller geistiger „Erbe“ von Prof. Rohrmoser und wird sein Werk weiterfuehren. Prof. Seubert ist momentan beschaeftigt, posthum einige weitere Werke von Rohrmoser herauszugeben. (Diese basieren auf Tonbandmitschnitten von den Vorlesungen von Rohrmoser in Hohenheim).
    Das letzte war „Glaube und Vernuft am Ausgang der Moderne. Hegel und die Philosophie des Christentums“, erschienen im EOS Verlag 2009, fuer 48 Euro, mit 544 Seiten. (Darin wird u.a. gezeigt, was die drei „Hegel-Auslegungen“ sind, die heute vorherrschen, und Rohrmoser begruendet, warum Hegel einen Ausdruck der christlichen Philosophie formuliert hat, der der Moderne gerecht wird; sozusagen „Versoehnung innerhalb den Entzweiungen der Moderne durch das Evangelium“).

  19. @Roderich
    Das eine, was ich extrem interessant fand, war der Gedanke (von Rohrmoser oder durch ihn angeregt), dass die Moderne (und wie positiv konnotiert ist doch immer noch „modern“ im Unterschied zu unmodern/vormodern = rückständig usw!!) durch den Kollaps des operativen Kommunismus infragegestellt oder sogar widerlegt sei, da der Kommunismus der konsequenteste Versuch der Durchsetzung/Umsetzung der Werte der Moderne sei. Und dass folglich auch der Liberalismus als anderer Umsetzungsversuch infragegestellt sei.

    Interessant fand ich auch die Rolle des Christentums, sowohl historisch gesehen als auch für den zukünftigen Lösungsweg. Aber leider ist mir hierzu jede konkrete Erinnerung an Rohrmosers Gedanken entfallen. Ich weiß nur noch, dass sie mir in meinen damaligen Gedanken über den Zustand unserer Gesellschaft, ausgelöst durch die Konfrontation mit der Unterschichts- und der MIgrationsproblematik, zum ersten Mal so etwas wie eine Hoffnung auf die Möglichkeit einer Erklärung und eines Auswegs fühlen ließen, und dass ich mir dachte: DAS müsste der Gegenstandsbereich der christlichen Denker Deutschlands sein, wenn sie relevant sein wollen zum Wohle unserer Gesellschaft und nicht nur als Konkursanalysten oder Schönheitschirurgen.

    Ich fand nicht den Gedankengang schwierig sondern dass mir nicht ausreichend Fakten, Hintergrundinformation usw. an die Hand gegeben wurden, um die Sachgemäßheit der Ausführungen überprüfen bzw. begründen zu können.

    Lieben Gruß

  20. Roderich meint:

    @Joerg, wow, da hast Du in der Tat einen sehr grundlegenden Gedanken von Rohrmoser angesprochen.

    Das ist in der Tat ein faszinierender Gedanke, dass mit dem Zusammenbruch des Kommunismus die Moderne insgesamt in Frage gestellt ist.

    Was den Loesungsweg angeht: Rohrmoser hat u.a. erwaehnt, dass der erste Blick stets zu Gott gehen soll (nicht zum Staat), daher sollte Gebet eine vordringlichte Taetigkeit sein.

    Vereinfacht gesagt, waere eine „Erweckung“ die Loesung. Rohrmoser drueckt das so aus: die Christliche Gemeinde ist der Ort, in dem die sittliche Substanz erzeugt wird, ohne die ein freiheitlicher Staat bzw. ein freiheitliches Zusammenleben nicht existieren kann.
    Der christliche Glaube erleuchtet u.a. auch die Vernunft. D.h. klares, logisches Denken ist – letztlich und auf lange Sicht – am ehesten moeglich durch ein christliches Weltbild. Und Rationalitaet ist auch notwendig, um die Probleme zu erkennen und sie dann loesen zu koennen.

    In einem Interview mit Idea Spektrum sagte Prof. Rohrmoser einmal: wir brauchen eine neue Reformation.
    Und damit meinte er auch eine Umkehr nicht nur der Herzen, sondern auch des Denkens, und dann auch den Einfluss des Christentums in den gesellschaftlichen Institutionen.

    Rohrmoser hat ja immer die „geistige Wende“ eingefordert (u.a. von der CDU, die das Versprechen auch gemacht hat, es aber nicht eingeloest hat). Das ist ja nichts anderes, als dass sich die Schulen, die Universitaeten, die Politiker und damit auch die Gesetze etc. wieder an christlichen Werten, biblischen Masstaeben und Geboten ausrichten.

    Rohrmoser hat ja selber sehr viel dazu beigetragen, die Humanwissenschaften aus einer christlichen Perspektive neu zu durchdenken. (Das ist auch von eminenter Wichtigkeit: ein Paradigmenwechsel in den Sozialwissenschaften).

    Das Hauptproblem ist ja ein „metaphysisches Vakuum“. Es fehlt an Sinnerfuellung. Das geht einher mit der dramatischen Entchristlichung. D.h. die Loesung liegt auf der Hand, Christen sollten das Vakuum fuellen.

    In einer Broschuere, die man bei gkv-web.de bestellen kann („Christen uebernehmen die Verantwortung“, 1997), sagte Rohrmoser u.a.:
    „Luter ist nicht aufgebrochen mit der Absicht, eine auf die ganze Kultur und letztlich auf die politische Ordnung sich beziehende Reformation zustandezubringen. Er hat das getan, was sein Auftrag war. Und dieser Auftrag erwuchs aus dem Amt eines Theologen. Das heisst, er hatte als Prediger wahrheitsgemaess das Evangelium auszulegen. Und seinen Weg ist er nicht gegangen, weil er der grosse Reformator werden wollte, sondern in absoluter Treue zu seinem Amt. …
    … Und daher ist er wie nur wenige zu einer weltgeschichtlichen und tief in das Politische hinein eingreifenden Macht geworden. Luther hat eben nicht nur ueber die Bibel und ihre Auslegung nachgedacht, sondern auch ueber die kulturellen, sozialen und politischen Ordnungen. Denn mit der Verantwortung aufgrund seines Amtes und seiner Erkenntnisse fuer den Zustand der Christenheit und seiner lieben Deutschen, wie er sie genannt hat und zu denen er sich in erster Linie gesandt sah, hat er auch die ganze schwere geschichtliche und politische Verantwortung auf sich genommen. Und diejenigen, die sich heute weigern [z.B. gegen politisches Engagement etc. – wie auf der Vorseite erwaehnt die Altpietisten etc.] oder Bedenken vortragen, die sollen aufhoeren, sich auf den Weg der Reformation und eines Mannes wie Luther zu begruenden; … von Calvin und Zwingli will ich erst gar nicht reden, denn diese haben sich bewusst und ausdruecklich als Politiker verstanden, und zweifellos gehoert Calvin zu den grossen politischen Begabungen unserer europaeischen Geschichte“.

    Dann erwaehnt Rohrmoser die Entwicklung in den USA, etwa die Enstehung eines „Widerstandes“ gegen die libertaere Dekadenz und die innere Aufloesung. Dieser Widerstand sei geistig-philosophisch vorbereitet worden „durch die amerikanische, klassisch gebildete Intelligenz… die sich um eine Neukonzeption des konservativen Gedankens bemueht hat, „ohne Aussicht auf eine Umsetzung in eine gesellschaftlich politische Kraft“. …“Was diese Intellektuellen in ihren Institutionen gedacht, formuliert und veroeffentlicht haben, haette ueberhaupt nichts bewirkt, wenn es nicht auch zu einer grossen inneren Erneuerungsbewegung aus den christlichen Denominationen und Kirchen heraus gekommen waere, die zu der Bildung der bekannten Christian Coalition gefuehrt hat.

    D.h. : Es braucht Vordenker, und es braucht aber auch eine Erweckung in den Kirchen und Aktivwerden von Christen.

    Wie Rohrmoser sagt: die christliche Minderheit in den USA „hat aber aufgrund ihres christlichen Gewissens und der Wahrnehmung ihrer christlichen Weltverantwortung innerhalb von wenigen Jahren die gesamten politischen Machtverhaeltnisse in Amerika veraendert. … Es sind, wie man sagt, einfache Glaeubige gewesen, die die Kraft hatten, sich zusammenzuschliessen, die politische Verantwortung zu uebernehmen und die fuehrende Weltmacht bis in die politischen Konstellationen und Machtverhaeltnisse hinein zu veraendern“. etc.

    Ich denke, Rohrmoser ist so ein Vordenker, den unser Land gebraucht hat.

    Nun sollten wir beten, dass Christen auch wachwerden. Das ist immer das vordringlichste Problem.

  21. Roderich meint:

    @Joerg:

    DAS müsste der Gegenstandsbereich der christlichen Denker Deutschlands sein, wenn sie relevant sein wollen zum Wohle unserer Gesellschaft und nicht nur als Konkursanalysten oder Schönheitschirurgen.

    Wer sind denn aus Deiner Sicht die christlichen Denker? Wo finden wir sie, und wie koennen wir mehr von ihnen erzeugen?

    Ich wuerde es eher umformulieren: DAS muesste ein wesentlicher Gegenstandsbereich der Bibelschulen werden, die die Pastoren heranziehen, und DAS muesste auch von christlichen Millionaeren als wichtig genug angesehen werden, um mal ein paar Millionen zu spenden, um einen entsprechenden Think Tank zu gruenden / zu unterstuetzen (damit sich Leute hauptberuflich damit beschaeftigen koennen), und DAS muesste auch oefters in den Gemeinden in Seminaren und von der Kanzel zu hoeren sein.

    Allgemein wuerde ich Dir zustimmen: es gibt bei weitem genug evangelikale Intelligenz, die komplett brach und ungenutzt „herumliegt“, weil Evangelikale oft meinen, ihr Glaube sei eine rein mystische Angelegenheit und haette GAR keine Relevanz fuer die Gesellschaft.

    Abgesehen davon: ich kann nur ermutigen: waere das nicht etwas fuer Dich, Dich da einzulesen und mitzuwirken? Das „Zeugs“ dazu ist sicher vorhanden…

  22. @Roderich
    Zunächst mal danke für alle Literaturtips, Gedanken und Hilfestellungen!! Es war auch gut, zu hören (und den Namen genannt zu bekommen), dass es einen geistigen Erben von Rohrmoser gibt, der den Nachlass aufbereitet und das, so Gott will, weiter- und zu Ende führt, was Rohrmoser vorhatte.

    Auch ich dachte in der Tat bei christlicher Intelligenz an bibeltreue theologische Ausbildungsstätten, und zwar nicht nur die hochwissenschaftlichen (theoretische Intelligenz) sondern auch die eher praktisch ausgerichteten, eine gesunde Symbiose von theoretischer und praktischer Intelligenz.

    Ich hätte mich gerne im Rahmen meiner Ressourcen weiter eingelesen, aber der Ernstfall gab dazu ja leider keine Hilfestellungen, die ich aber bräuchte, da meine einsemstrige Einführung in die Philosophiegeschichte nicht ausreicht, um mich in demjenigen Gebäude zurecht finden und vielleicht sogar noch andere Außenstehende („Gesellschaft) darin orientieren zu können, von dem Rohrmoser nur den Dachstuhl (dh die letzten Schlussfolgerungen und Ergebnisse) präsentiert.

    Gestatte nochmal Nachfragen, vielleicht kannst du mir ja weiterhelfen aus deiner Beschäftigung mit dem Thema und der Person heraus.

    Gibt es ein Werk, das den oben erwähnten grundlegenden Gedanken von Rohrmoser Schrift für Schritt herleitet und untermauert? Wenn die christliche Intelligenz in der Lage wäre, die Widerlegung der Moderne kommunizierbar zu begründen, dann würde (oder zumindest: könnte), mal ich mir aus, das christliche vor/un/a-moderne Weltbild in seiner Wahrnehmung der und Anwendung auf die gegenwärtige Situation mit ihren Herausforderungen aus ihr herausströmen. Zumindest fühlt es sich in meinem Herzen ein wenig so an, wenn ich darüber nachdenke.

    Was meinte Rohrmoser mit der geistig-moralischen Wende? Was hat er an Kohls Regierung kritisiert, was hätte Kohl seiner Meinung nach anders machen sollen? Hat er das irgendwann mal kundgetan?

    Vielen Dank und liebe Grüße!

  23. PS: Ich meinte mit dem letzten Satz nicht, ob sondern wo genau Rohrmoser sich dazu geäußert hat, damit ich mir das mal anschauen kann.

  24. Roderich meint:

    @Joerg,
    Leider weiss ich nicht, wann und wo Prof. Rohrmoser den Begriff „Geistige Wende“ zum ersten Mal verwendet bzw. definiert hat; ich nehme an Ende der 70er Jahre.

    Prof. Rohrmoser hat auch nicht in einem „Lehrbuchartigen“ Stil geschrieben, sondern mehr „umfassend und prophetisch“.

    In gewissem Sinne koennte man fast das gesamte Werk Rohrmosers als „Aufruf zur geistigen Wende“ bezeichnen.

    Kurz gesagt, sollte diese „Geistige Wende“ ein Gegenprogramm zur neomarxistischen Kulturrevolution sein; sozusagen eine „christlich konservative Kulturrevolution“.
    Da der Neomarxismus ein umfassendes Programm hatte, das alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche umfasste, musste auch die „Geistige Wende“ genauso umfassend sein. Sie hat ihren Ausgang bei einer Umkehr zu dem lebendigen Gott der Bibel, und hat Auswirkungen in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen.

    In den folgenden vergleichsweise neueren drei Buechern gibt es jeweils ein ganzes Kapitel, in dem das Wort „Geistige Wende“ woertlich in der Kapitelueberschrift vorkommt:
    – „Kampf um die Mitte“ (1999, Olzog Verlag)
    – „Die Wiederkehr der Geschichte“ (1995, Gesellschaft fuer Kulturwissenschaft)
    – „Geistige Wende“ (Ja, ein ganzes Buch heisst auch so :-)) (2000, Olzog Verlag).

    Alle drei gibt es meines Wissens recht guenstig bei Amazon gebraucht, ansonsten auch siehe gfk-web.de.

    In dem Buch „Kampf um die Mitte“ (1999, Olzog) heisst das 4. Kapitel „Die ausgebliebene geistige Wende“ (S. 43-60), dort findet sich meines Erachtens die einfachste Definition:

    „Wir brauchen eine innere, geistige, moralische, die Menschen selbst in ihrem Fuehlen und Denken ergreifende und veraendernde Revolution“ (S. 43). … „Denn was waren die zentralen Forderungen einer geistigen Wende, einer geistigen Erneuerung? Die alles uebergreifende Maxime lautete, dass Deutschland nach einem kulturrevolutionierenden Exzess nun wieder zur Nuechternheit, d.h. zur Normalitaet zurueckkehren muesse. Mit „geistiger Wende“ war also kein grosser weltgeschichtlicher Aufbruch gemeint, sondern bloss eine gewisse Renormalisierung der Bundesrepublik. Man wollte nicht neue, nie gekannte Werte setzen und durchsetzen, sondern alten Werten und vor allem alten Tugenden, die sich in langer geschichtlicher Erfahrung bewaehrt hatten, sollte nun ein groesseres Mass an Anerkennung zuteil werden, als das auf dem Hoehepunkt der kulturrevolutionaeren Prozesse am Ende der 70er Jahre war. “ (S. 44). …. „Bewaehrte Werte sollten wieder in der Gesellschaft rehabilitiert werden. Es ging darum, die Familie wieder zum Kern der Gesellschaftspolitik zu machen, den Mittelstand zu foerdern, den Staat zu verschlanken, die Deregulierungsprozesse einzuleiten. Auch sollte die Verschuldung des Staates zurueckgefuehrt und die Sanierung der Staatsfinanzen erreicht werden. Beabsichtigt war nichts Grosses, sondern eine gewisse Rueckkehr zur Normalitaet“ (S. 44/45).

    S. 48: „Aber wir muessen sofort hinzufuegen, dass es die politische Verwirklichung dieses Programmes der geistig-ethischen Erneuerung ueberhaupt nicht gegeben hat. Rueckblickend kann man sagen, dass das Versprechen einer geistig-ethischen Erneuerung bereits kurz nach der Bildung der damaligen Regierung wie eine heisse Kartoffel fallen gelassen wurde.“

    [Gemeint ist der Wahlkampf 1982, bei dem Helmut Kohl den Begriff „Geistig-moralische Wende“ verwendet hatte].

    Natuerlich hat eine „Umkehr in der praktischen Politik“ und zurueck zu mehr „Normalitaet“ auch immer eine geistige Ursache, d.h. sie muss weltanschaulich vorbereitet werden, sonst wird sie in der BRD auch nicht mehr stattfinden.

    Dass damit auch eine christliche Erneuerung einhergehen muss, wird deutlich auf S. 51, wo es um Russland geht:

    „Wenn man sich heute die sich neu formierenden geistigen Kraefte in Russland ansieht und analysiert, dann wird man sehr bald zu hoeren bekommen, dass ohne eine gewisse Renaissance des Christentums Russland gar keine Zukunft mehr haben kann. Das geistige, das moralische Vakuum und der zynische Nihilismus, der heute durch organisierte Verbrechen ausgedrueckt wird, kann nur ueberwunden werden durch eine Wiederherstellung des Christentums und seiner Stellung, die es in der grossen Russischen Geschichte immer inne gehabt hat. Nach dem Zusammenbruch der sowjetischen kommunistischen Utopie ist die einzige Quelle, aus der Russland auch geistig, moralisch und kulturell schoepfen kann, nicht mehr eine vage, in eine ferne Zukunft weisende Utopie, sondern die Geschichte“. (S. 51).
    „… Sicherlich braucht Russland auch den Liberalismus, vor allem den Rechtsstaat und eine Soziale Marktwirtschaft, die diesen Namen verdient. Aber es braucht auch das, was man in marxistischen Begriffen eine „konservative Gegenrevolution“ nennen wuerde.“ (S. 52).

    Zu der Frage, warum es denn NICHT zu einer geistigen Wende in Deutschland kommt, sagt Rohrmoser auf S. 54, dass dies letztlich geistliche Ursachen habe:

    „Der hier beschriebene geistig-moralische Zustand unseres Landes ist letztlich nur mit theologischen Kategorien zu erfassen. Paulus hat gesagt: „Und Gott hat sie dahingegeben ihrem eigenen Sinn“. Das ist von Paulus als eine Form des Gerichtes Gottes verstanden worden. „Dahingegeben ihrem eigenen Sinn“ – versteht Paulus nicht als Abwesenheit Gottes, sondern als Gerichtsvollzug. … Gott ist der, der vergibt… Aber dieser Gott ist auch ein Gott, der seinen Willen und sein Gesetz unbedingt durchsetzt. Die Menschen, die Voelker und die Kulturen zerbrechen daran, wenn sie diesem Gesetz ungehorsam sind. Dieser Gott macht also nicht nur lebendig, er toetet auch. Er vergibt nicht nur, sondern er richtet auch.“ (S. 54 / 55).
    … „Nein, die Predigt des Evangeliums ohne die Predigt des Gesetzes ist eine halbierte Verkuendigung. Und manchmal ist die halbe Wahrheit schlimmer als die ganze Luege. Dies haben die Menschen under den damals herrschenden Bedingungen des Sozialismus zu spueren bekommen. Von Franz Kafka stammt das Wort, dass im Sozialismus die Luege zum Gesetz einer Weltordnung gemacht wurde. War dies nur fuer den verblichenen Sozialismus richtig, oder richten wir uns auch im Reich der Luege ein? Ist nicht die tiefste Quelle all unserer Probleme und Sorgen die Erblindung des Geistes? Ist uns nicht die Faehigkeit zur Unterscheidung der Geister abhanden gekommen? … im Grunde genommen erweist sich in der heutigen Realitaet das als richtig, was auch der Ausgangspunkt von Luthers Reformation war: „Tut Busse, kehret um!“. (S. 55).

    „Kehret um, aendert euren Sinn“. Eine darauf beruhende „innere Revolution“, wie sie Luther initiiert hat, war der Ausgangspunkt der grossartigsten Entwicklungen des Geistes und des Menschentums der letzten dreihundert Jahre.“ (S. 56).

    In dem Buch „Wiederkehr der Geschichte“ heisst das 2. Kapitel: „Zur Gefaehrdung unserer Demokratie – Die fehlende geistige Wende“ (S. 27 – S. 45).
    Dort schrieb (sprach) Rohrmoser:

    „Die geistige Wende wollte und sollte eigentlich eine Antwort darauf sein, dass die tiefste Dimension aller demokratie-destabilisierenden Prozesse seit mehr als 20 Jahren ihren Grund hat in der Aufloesung einer gemeinsam geteilten kulturellen Lebensform. Die Zerstoerung der kulturellen Grundlage und der kulturellen Gemeinsamkeiten [durch die multikulturelle Gesellschaft] ist das eigentlich Bedrohliche am Zustand unserer Demokratie. Mit allem anderen koennten und wuerden wir fertig werden, aber wenn die Erosion der kulturellen Gemeinsamkeit und Grundlage – auch unserer Verfassung – so weitergeht, wird es zwar zu keinem zweiten Weimar kommen, aber es wird einen Verfaulungsprozess unserer Demokratie geben, der fuer sie in den Folgen genauso gefaehrlich werden kann wie das, was 1933 in Weimar passiert ist.“ (S. 38).

    Und einige Seiten weiter:

    „Damals war die Forderung nach einer geistigen Wende. Dies sollte die Antwort der CDU/ CSU im Falle ihrer Rueckkehr an die Macht auf diese Situation sein. Heute stellen sich die Probleme radikalisiert und verschaeft dar. Was vor zwoelf Jahren eine Art Redewendung des Ueberbaus war, ist heute zu einem Imperativ der Selbsterhaltung geworden. Geistige Wende ist nicht das, was jenseits der Probleme liegt, sondern geistige Wende ist die BEDINGUNG DER LOESBARKEIT DER WICHTIGSTEN UEBERLEBENSIMPERATIVE UNSERER REPUBLIK [Hervorhebung hinzugefuegt]. Wir werden mit den Herausforderungen der Strukturkrise der deutschen Einheit und vielen anderen saekularen Problemen nicht fertig, wenn wir nicht durch eine geistige Erneuerung den Geist in dieses Volk und in diese Menschheit wieder zurueckholen und zurueckerkaempfen, ohne den es eben keine Loesung geben kann. Denn das Gesamtbewusstsein, das wir gegenwaertig in der Gesellschaft haben, ist der ohnmaechtige illusionaere Wille, die Verhaeltnisse von gestern gegen die Zukunft zu verteidigen. … Es ist fast ironisch zu sagen, aber man kann sich kaum vorstellen, wie die Bedingungen erreichbar waeren, ohne das, was man mit Fug und Recht eine Art KONSERVATIVE KULTURREVOLUTION nennen kann. Denn all die Kraefte, die jetzt benoetigt werden – und das liegt in der Natur der Sache – sind konservative Tugenden.“(S. 44).

    In dem Buch „Geistige Wende“ (2000, Olzog Verlag) befassen sich auch wieder fast alle Kapitel zumindest „implizit“ mit dem Thema Geistige Wende. (So wie auch in den beiden obengenannten Buechern“.) Kapitel 16 heisst „Geistig-geistliche Erneuerung im Zeitalter Nietzsches“, Kapitel 17 lautet: „Dostojewski – Die Antwort der christlichen Kultur auf den Nihilismus“.

    Man koennte hier endlos sehr viele hervorragende Zitate von Rohrmoser anfuehren.

    Abschliessend noch ein schoenes Zitat aus dem letzten Kapitel des Buches „Geistige Wende“, mit der Ueberschrift „Deutschland am Wendepunkt: Geistige Erneuerung oder Niedergang?“ (S. 378 – 387):

    Daher unser Plaedoyer fuer einen Modernen Konservativismus, der sich als eine neuartige Symbiose von Konservativismus und Liberalismus versteht. … Deutschland braucht eine geistige Wende im Geist des Christentums als Antwort auf die anarchistisch-nihilistische Kulturrevolution der 68-er Jahre. Der Begriff „Kulturrevolution“ist sicherlich schwer zu definieren, da er semantisch ueberladen ist. Die Deutschen denken dabei oft an die Kulturrevolutionen von Mao-Tse-Tung in China. Sie koennen sich folglich nicht vorstellen, dass sie sich seit gut 30 Jahren selber in einer Situation der kulturellen Revolution befinden. Dabei hat die Kulturrevolution gerade in Deutschland eine lange Tradition. Die Aufklaerung eroeffnete mit der Franzoesischen Revolution den modernen Kulturkampf auch in Deutschland. Seitdem gab es viele Kulturrevolutionen: die deutsche Klassik, die deutsche Romantik, Bismarcks Kulturkampf gegen die Katholiken, der Sozialismus. Auch der Faschismus wollte die Mentalitaeten und Charaktere der Menschen revolutionaer veraendern. Er war in diesem Sinne ebenso eine Kulturrevolution wie die Studentenrevolte von 1968. Letztere, neomarxistische Kulturrevolution ist noch nicht zu Ende, sie hat nur ihre Methoden geaendernt. Es ging dem Neomarximus im Kern um eine kulturrevolutionaere Strategie gegen den buergerliche Kultur als solche. Auch wenn sich ihr Gesicht und ihre Methoden geaendert haben, so stehen wir gleichwohl noch immer unter dem Einfluss dieser Kulturrevolution von 1968. Diese Kulturrevolution fuehrt einen „antifaschistischen Kampf“ – zunaechst unter kommunistischem, spaeter unter libertaerem Vorzeichen – gegen alles, was nach 1945 noch von der traditionellen nationalen und christlichen Kultur uebrig geblieben ist. Das Buergertum hat auf diese spontanen kulturrevolutionaeren Prozesse leider keine adaequate, naemlich kulturelle Antwort zu geben vermocht. Es hat sich vielmehr dieser Entwicklung angepasst und unterworfen. Am Ende dieses kulturrevolutionaeren Prozesses erleben wir nun aber nicht die gemeinhin erwartete Vorstellung der Aufklaerung, sondern die Erosion der Gesellschaft mit ersten Tendenzen der Barbarisierung. … Es ist die Aufklaerung, die nun sich selber zerstoert. … “ (S. 381/S.382).

    Man kann nur hoffen, dass die Menschen im Angesicht dieser bereits einsetzenden Entwicklung eine erste Lehre ziehen: „Die Furcht vor dem HERRN ist der Anfang aller Weisheit“ (S. 384).

    Als einzige positive Alternative bleibe nur noch: „Der Protest des Volkes und der Weg einer christlichen Kulturrevolution.“ [ Das ist also, was mit „Geistliche Wende“ gemeint ist].

    Das Christentum hat mit Sicherheit die groesste kulturrevolutionaere Umgestaltung in der Weltgeschichte zu Wege gebracht. Die Bolschewistische Revolution und selbst die Franzoesische Revolution sind dagegen nur Nachfolgeerscheinungen bzw. im Falle des Faschismus eine Gegenreaktion gewesen. Die Deutschen werden bis heute durch diese groesste Kulturrevolution der Geschichte gepraegt. Sie leben noch heute – wenn auch sehr verdeckt, weitgehend unbewusst und den Inhalt verfaelschend – im Horizont der Reformation. Diese verdeckten Wurzeln gilt es wieder auszugraben, ja ueberhaupt erst fruchtbar zu machen.“(S. 386).

    So, ich hoffe, diese Zitate waren einigermassen hilfreich.

    Falls Du ueberlegst, welches der Buecher am empfehlenswertesten ist, so wuerde ich vermutlich anfangen mit „Die Wiederkehr der Geschichte“.

    Viele Gruesse und Segen (beim Mitwirken an einer konservativ-christlichen Kulturrevolution… :-))

  25. Wow, ganz ganz herzlichen Dank für deine Mühe :):):)
    Falls du noch Literatur zur Begründung der These der geschichtlichen Widerlegung der Moderne hast oder findest, reicht wirklich eine brauchbare Literaturangabe – du musst dir nicht die Mühe machen, die Sachen abzutippen, ja?

    Liebe Grüße und die Segenswünsche kann ich nur zurückgeben!

  26. Roderich meint:

    @Joerg, kein Problem. (Ich halte das Thema auch fuer wichtig, daher schadet das Tippen auch nicht :-))
    Die Literaturangaben zur Widerlegung der Moderne werde ich versuchen zu liefern. (keine Sorge, ich werde dabei auch keine ganzen Buecher abtippen ;-))
    Ich glaube, die Sache ist aber sehr komplex und auch gemischt.
    Ich denke, vorab gesagt, man muss unterscheiden zwischen der „Form“ und dem „Inhalt“. Nicht alles, was „Moderne“ ist und heute unsere Gesellschaftsform ist, ist per se schlecht. Viele buergerliche Freiheiten sind ja gut; manche aeusserlichen Resultate z.B. der Franzoesischen Revolution sind gut; aber das grundlegende Prinzip, also „weder Gott noch Meister“ ist schlecht.
    Wo die „Moderne“ zum „-ismus“ wird, also zu einem normativen Wert, bzw. wo eine Perfektionierbarkeit des Menschen unterstellt wird und ein entsprechender Gesellschaftsentwurf erstellt wird, da wird es brenzlig bzw. ein Irrweg.
    Mehr in den naechsten Tagen.

  27. Roderich meint:

    @Joerg,
    Am besten wird diese These vom Zusammenbruch der Moderne wegen des Zusammenbruchs des Sozialismus wohl im Buch „Der Ernstfall“ beschrieben, naemlich im zweiten Kapitel „Der Zusammenbruch der ideologischen Weltbilder als Ausdruck der Krise der Moderne“. Auf S. 39 heisst es da, dass Marxismus und Liberalismus im Kern beides Ausdruck des Weltbildes der Moderne waren. (Beide wollten den Menschen von jeder Form materiellen Mangels und von der Herrschaft und von Abhaengigkeiten befreien.) Weiter auf S. 39:

    Meine These lautet: Mit dem Fortfall oder der geschichtlichen Widerlegung des Sozialismus ist unser ganzes modernes politisches Weltbild im Kern zusammengebrochen. Der Sozialismus hat sich als die progressivste Ideologie der Moderne verstanden, und das nicht nur in seiner marxistischen, sondern auch in seiner reformistischen Auspraegung [d.h. Sozialdemokratie, Neomarxismus etc.].

    (Dort dann mehr dazu).
    Als einen Aspekt der Moderne nennt Rohrmoser noch den Glauben an die Herstellbarkeit und Machbarkeit eines Paradieses auf Erden.
    Weil der „Progessivismus“, der mit der Moderne einhergeht, gescheitert sei, komme eben jetzt „Religion und Geschichte zurueck“.

    Das Buch „Religion und Politik in der Krise der Moderne“ (1989, Verlag Styria) von G. Rohrmoser spricht im 1. Kapitel (gleichnamig wie der Buchtitel) ueber die gleiche Problematik. Zitat aus Harald Seuberts Beitrag zur Festschrift „Tamen!“ S. 34/35: „In das Zentrum von Rohrmosers Werk gehoert es, dass es eine grossartige Deutung der Moderne im Lichte des Christentums entfaltet. Zentraler und leitender Gedanke ist dabei das Verhaeltnis von ‚Religion und Politik in der Krise der Moderne‘, womit zugleich der Titel eines Werkes genannt ist, in dem exemplarisch und verdichtet wesentliche Zuege seines Denkens zusammenlaufen.“ Etwas weiter unten auf S. 35 sagt Prof. Seubert, dass Rohrmoser die Rolle der Sozialwissenschaften in der Moderne als „Ersatzreligion“ kritisiert. „Mit Tenbruck arbeitet er die Atem beraubende These heraus, dass die sozialwissenschaftliche Deutungsmacht ein Kapitel in der RELIGIONSGESCHICHTE der Moderne sei.“

    Auch im Buch „Religion und Politik in der Krise der Moderne“ steht eine These, dass „Hegel erkennt, dass das Prinzip der Rationalitaet, auf das die Moderne sich so viel zugute haelt, selber der Grund des Irrationalismus ist, dessen Schatten immer groesser werden, je moderner die Welt wird und ihrer Vollendung entgegenschreitet“.
    [Das heisst, wenn die Menschen die Vernunft absolut stellen, also Rationalisten werden (Glaube an die Vernunft als Quelle der Wahrheit in quasi allen Lebensfragen), dann wird daraus ein Irrationalismus. Rationalismus wird immer zu Irrationalismus, d.h. wenn der Mensch alles von seiner Vernunft erwartet, landet er auf Abwegen, wie man im 20. Jhd. ja deutlich erkennen kann. Denn nur die durch den Glauben erleuchtete Vernunft kann wirklich rational denken. „Erneuertes Denken“, wie die Bibel sagt, ist noetig. Dieser Glaube an die Vernunft war sicher ein wesentlicher Aspekt der Moderne].

    Auch im Buch „Wiederkehr der Geschichte“ findet sich ein Kapitel „Religion und Politik in der Krise der Moderne“.

    Das Buch „Glaube und Vernunft am Ausgang der Moderne. Hegel und die Philosophie des Christentums“ (2009, EOS Verlag) von G. Rohrmoser, hersg. von Harald Seubert, widmet sich auch stark dem Thema der Krise der Moderne. Da wuerde ich aber erst mal die ca. 12-seitige sehr gute Zusammenfassung von Prof. Seubert ueber dieses Buches in der Festschrift „Tamen!“ lesen.

    Falls dann noch Zeit ist: das Buch „Emanzipation oder Freiheit“ beschaeftigt sich mit Kapiteln wie:
    – „Neuzeit und Emanzipation“ (Neuzeit ist wohl sehr verwandt mit dem Begriff „Moderne“)
    – „Aufklaerung und Emanzipation“ (Aufklaerung ist ja ein Hauptaspekt der „Moderne“, wobei Rohrmoser auch nicht blind alles von der Aufklaerung verwirft, sondern sagt, dass man nur durch das Christentum die Aufklaerung richtig deuten kann und daher nur so die besten Errungenschaften erhalten kann)
    – „Pietismus und Aufklaerung“ etc.
    (Das Buch ist aber sehr schwierig geschrieben – keine einfache Bettlektuere).

    Noch ein Aspekt: es ist natuerlich „Risky Business“, um die Moderne in Bausch und Bogen zu verwerfen, daher sollte man differenzieren. Sonst erhaelt man zu schnell das Label „Faschistisch“ angeklebt. Denn der Faschismus bzw. Nationalsozialismus waren ja auch in bestimmter Hinsicht „antimodern“.
    Daher waere auch das Buch „Deutschlands Tragoedie. Der geistige Weg in den Nationalsozialismus“ (Olzog 2002) zu empfehlen, in dem Rohrmoser herausarbeitet, warum man als Christ und Konservativer das Denken des Faschismus bzw. Nationalsozialismus verwerfen muss, und wie es sich entwickeln konnte, u.a. als Folge der Entchristlichung.
    (Also WENN man schon auf die Moderne schimpft, dann auch richtig, naemlich von einer christlichen Perspektive :-))

  28. Roderich meint:

    … uebrigens waren auch der Faschismus und Nationalsozialismus auf jeweils eigene Weise eine Auspraegung der Moderne, auch wenn sie sich gegen die Moderne wandten – aber sie bekaempften die Moderne mit den Mitteln der Moderne. (Mehr dazu im Buch „Deutschlands Tragoedie“ von Rohrmoser, siehe letzter Post).

  29. Roderich meint:

    @Joerg,
    inzwischen wird das hier vielleicht keiner mehr lesen, aber hier noch ein kleiner Hinweis auf das Wort „Moderne“: eine interessante und kritische Auseinandersetzung mit dem „Modernism“ gab es bei Abraham Kuyper (1837 bis 1920), ehem. Premierminister der Niederlande 1901 bis 1905 und Autor von ca. 200 Buechern, und fuehrender reformierter Denker; er galt als der einflussreichste Intellektuelle der 2. Haelfte des 19. Jahrhunderts.

    Kuyper sagte, der „Modernism“ ist eine umfassende Weltanschauung, die jeden Bereich des Lebens und der Gesellschaft betrifft. Daher genuege es nicht, wenn Christen sich auf die persoenliche Glaubenserfahrungsebene beschraenken; denn die Tatsache, dass Gott der Schoepfer ist, habe auf alle Lebensbereiche eine Auswirkung, u.a. auch darauf, wie wir in Wissenschaft, Kunst, Politik, Wirtschaft denken und handeln.

    Das Buch „Lectures on Calvinism“ von Abraham Kuyper (mit den „Princeton Lectures“ aus dem Jahre 1899) steht online.

    http://www.kuyper.org/main/publish/books_essays/printer_17.shtml, siehe ab S. 11.

    Dort heisst es u.a. S.11:

    From the first, therefore, I have always said to myself,–If the battle is to be fought with honor and with a hope of victory, then principle must be arrayed against principle; then it must be felt that in Modernism the vast energy of an all-embracing life-system assails us, then also it must be understood that we have to take our stand in a life-system of equally comprehensive and far-reaching power. And this powerful life-system is not to be invented nor formulated by ourselves, but is to be taken and applied as it presents itself in history.

    Das Buch (sehr empfehlenswert) gibt es auch zu kaufen, entweder unter dem Namen „Lectures on Calvinism“ oder „Christianity. A Total World and Life System“).

    Hier noch ein Zitat zum Thema Moderne, und inwieweit Christentum und Moderne uebereinstimmen und auch wieder sich widersprechen: (S. 27):

    „Finally Modernism, which denies and abolishes every difference, cannot rest until it has made woman man and man woman, and, putting every distinction on a common level, kills life by placing it under the ban of uniformity. One type must answer for all, one uniform, one position and one and the same development of life; and whatever goes beyond and above it, is looked upon as an insult to the common consciousness. In the same way Calvinism has derived from its fundamental relation to God a peculiar interpretation of man’s relation to man, and it is this only true relation which since the 16th century has ennobled social life, If Calvinism places our entire human life immediately before God, then it follows that all men or women, rich or poor, weak or strong, dull or talented, as creatures of God, and as lost sinners, have no claim whatsoever to lord over one another, and that we stand as equals before God, and consequently equal as man to man. Hence we cannot recognize any distinction among men, save such as has been imposed by God Himself, in that He gave one authority over the other, or enriched one with more talents than the other, in order that the man of more talents should serve the man with less, and in him serve his God. Hence Calvinism condemns not merely all open slavery and systems of caste, but also all covert slavery of woman and of the poor; it is opposed to all hierarchy among men; it tolerates no aristocracy save such as is able, either in person or in family, by the grace of God, to exhibit superiority of character or talent, and to show that it does not claim this superiority for self-aggrandizement or ambitious pride, but for the sake of spending it in the service of God. So Calvinism was bound to find its utterance in the democratic interpretation of life; to proclaim the liberty of nations; and not to rest until both politically and socially every man, simply because he is man, should be recognized, respected and dealt with as a creature created after the Divine likeness.“

    Und hier von S. 34 noch ein Zitat, in dem Kuyper die christliche (hier Calvinistische) Sicht kontrastiert mit dem Denken der Franzoesischen Revolution, die ja auch fuer Rohrmoser der „Beginn der Moderne“ darstellt:

    However high the stream of Christianity had risen when Islam made its appearance, in the 8th and 9th centuries the followers of Mahomet were our teachers and with them rested the issue of the world. And though the hegemony of Romanism still maintained itself for a short time after the peace of Munster, no one questions the fact that the higher development, which we are now enjoying, we owe neither to Spain nor to Austria, nor even to the Germany of that time, but to the Calvinistic countries of the Netherlands and to England of the 16th century. Under Louis XIV, Romanism arrested this higher development in France, but only that in the French Revolution it might exhibit a ghastly caricature of Calvinism, which in its sad consequences broke the inner strength of France as a nation, and weakened its international significance. The fundamental idea of Calvin has been transplanted from Holland and England to America, thus driving our higher development ever more Westward, until on the shores of the Pacific it now reverently awaits whatsoever God has ordained. But no matter what mysteries the future may yet have to disclose, the fact remains that the broad stream of the development of our race runs from Babylon to San Francisco, through the five stadia of Babylonian-Egyptian, Greek-Roman, Islamitic, Romanistic and Calvinistic civilization, and the present conflict in Europe as well as in America finds its man cause in the fundamental antithesis between the energy of Calvinism which proceeded from the throne of God, found the source of its power in the Word of God, and in every sphere of human life exalted the glory of God, and its caricature in the French Revolution, which proclaimed its unbelief in the cry of, “No God no master”; and which presently in the form of German Pantheism is reducing itself more and more to a modern Paganism.

    Etc. (Das ganze Buch kontrastiert u.a. den Modernismus mit dem Calvinismus bzw. dem Christentum. Nebenbemerkung: Kuyper sah im Calvinismus die beste „Ausdrucksform“ des Christentums, weil darin die besten Grundannahmen fuer eine umfassende Weltanschauung vorhanden waren, z.B. die besondere Betonung der Souveranitaet Gottes ueber alle Bereiche des Lebens. Ob man nun dem Calvinismus anhaengt oder nicht ist evtl. zweitrangig, man kann das auch lesen als „Christentum gegen Moderne“, daher auch der neuere Buchtitel „Christianity. A Total World and Life System“ von Abraham Kuyper.
    http://www.amazon.de/Christianity-Total-World-Life-System/dp/0942516249/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1297074213&sr=8-1

    Die „traditionelle“ Variante „Lectures on Calvinism“ ist auch verfuegbar, sogar guenstiger (11 Euro): http://www.amazon.de/Lectures-Calvinism-Hendrickson-Christian-Classics/dp/1598562983/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1297074254&sr=1-1

  30. Johannes Strehle meint:

    Roderich,

    gibt es “Lectures on Calvinism” bzw. “Christianity. A Total World and Life System”
    auch in Deutsch?
    Gibt es eine Biographie von Abraham Kuyper in Deutsch?
    Da könnte vielleicht der eine oder andere deutsche Evangelikale
    etwas über „Christ und Politik“ lernen.
    Ich habe bei Amazon kein einziges Buch von ihm in Deutsch entdeckt.

    Übrigens vielen Dank für Deine laufenden Literatur-Hinweise!
    Herzlich grüßt Johannes.

  31. Roderich meint:

    Das Buch „Lectures on Calvinism“ war frueher mal uebersetzt worden (ich schaetze so rund ~1920), ich hatte es mal in einer Bibliothek gesehen. Aber ich glaube, es ist schon sehr lange nicht mehr verfuegbar. Und ich weiss nicht, wie gut die Uebersetzung ist, aber ich vermute stark, man muesste es noch mal neu uebersetzen.
    Das waere finanziell ein Wagnis, weil sich ein >100 Jahre altes Buch, das auch noch „Calvinism“ im Titel hat, von einem in BRD (zu Unrecht) sehr unbekannten Niederlaender in BRD wohl kaum verkaufen liesse, d.h. – es waere ein Verlustprojekt.

    Allerdings wuerde sich das Buch inhaltlich aus meiner Sicht so sehr lohnen, dass es sich lohnen wuerde, einen kalkulierten Verlust hinzunehmen.
    Gemeinden sind ja sehr gut darin, 3.000.000 Euro fuer ein neues Gebaeude zu sammeln, in dem 400 Leute Platz haben. Diese 400 Leute sitzen dann bequem, haben aber noch kein erneuertes Denken.
    Aber dafuer, 3.000 Euro fuer eine sehr gute Buchuebersetzung zu sammeln, fuer ein Buch, dass das Denken von 1600 Leuten veraendern kann, dafuer reicht die Vision oft nicht.
    Das beste ist ja, dass man von den 3000 Euro fuer die Uebersetzung, wenn sich das Buch gut verkauft, das meiste wieder zurueckkriegt. …

  32. Roderich meint:

    Fuer drei Euro gibt es offenbar eine Biographie von Kuyper, allerdings aus dem Jahre 1924, gebraucht. Auch nicht mehr aufgelegt.

    „Dr. Abraham Kuyper 1837-1920 – Ein Lebensbericht“, siehe bei amazon.de

  33. @Roderich:
    Bei http://www.zvab.com findet sich noch ein Exemplar. Der Titel lautet „Reformation wider Revolution. Sechs Vorlesungen über den Calvinismus.“. Jedoch mit 80 € nicht ganz günstig.

  34. @Alle: Ich habe soeben ein PDF dieses Buches verlinkt:

    http://theoblog.de/kuyper-sechs-vorlesungen-uber-den-calvinismus/11200/

    Liebe Grüße, Ron

  35. Roderich meint:

    @Ron, vielen Dank fuer den Link zum PDF, und Andreas, vielen Dank fuer den Hinweis auf das antiquarische Exemplar (ist mir aber zu teuer 😉 Da ist ja das Ausdrucken mit einem Tintenstrahldrucker noch billiger…
    Man muesste mal diese alte Uebersetzung pruefen auf die Guete, und ob man daraus eine Neuauflage (Print on Demand) machen koennte…

  36. @Roderich: Ja, prüfe mal.

    Liebe Grüße, Ron

  37. Schandor meint:

    Es liest sich jedenfalls schwerfällig. Um die Jahrhundertwende waren Schachtelsätze groß in Mode — sie deuteten auf Ernsthaftigkeit und „Wissenschaftlichkeit“ (wie auch heute bei so manchem Großkapazunder-Akademiker).
    Der Stil ist freilich mehr als verstaubt, aber eine neue Übersetzung anfertigen? Dass man mit christlichem Gedankengut kein Geld verdienen kann, ist schon klar, und wenn ich mir damit einen Schaukelstuhl im Himmel erkaufen könnte, würde ich vielleicht … 😉

  38. Eine neue Übersetzung ist m.E. nicht notwendig. Hilfreich wäre eine sprachliche Modernisierung und in Zweifelsfällen eine Überprüfung anhand der engl. Originalausgabe. Aber auch das ist mit viel Arbeit verbunden.

    Liebe Grüße, Ron

  39. Johannes Strehle meint:

    Danke!
    @ Ron:
    Ich habe mir die Vorlesungen heruntergeladen.
    @ Roderich:
    Ich habe die Biographie bestellt.
    Ja, so ist es mit dem Missverhältnis
    zwischen dem Bau von Gemeinde-Gebäuden
    und dem Bau der Gemeinde.

  40. Roderich meint:

    @Johannes,
    schoen, bin gespannt, ob die Biographie gut ist. Hoffentlich stellst Du sie danach fuer 3.23 Euro wieder bei Amazon.de ein, dann koennte ich der naechste Leser sein 😉

  41. Hanniel meint:

    Wir sind daran das Buch neu zu erfassen.

  42. Roderich meint:

    @Hanniel – das ist ja fantastisch ! Viel Segen bei dem Projekt !
    (Erste Frage zur Neufassung: Faengt Kuyper seine erste Einleitung nun an mit „Gruezi miteinand‘!“ ?)
    Nein, war nur ein Scherz, bitte vergib ihn mir 🙂 Ich bin sicher, es wird eine hervorragende Fassung.

  43. schandor meint:

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