Die erotischen Gefühle eines Benediktinermönchs

Pater Anselm Grün ist einer der erfolgreichsten deutschen Ratgeberautoren. Er verfasste bisher etwa 100 Bücher wie 50 Engel für das Jahr oder Quellen innerer Kraft.

Mir begegnen immer wieder Freunde und Leute, die davon überzeugt sind, dass der Pater das biblische Evangelium verkündigt. Wer genau hinhört oder sorgfältig liest, sollte merken, dass er der »philosophia perennis« und dem östlichen Mystizismus näher steht als dem jüdisch-chrislichem Glauben. Ein Beispiel:

Menschliche Zuneigung ist die Erfahrung von Verzauberung und Verletzung, von Erfüllung und Enttäuschung. Man träumt davon, die große Liebe des Lebens zu finden, eine Liebe, die für immer satt macht. Doch egal, wie glücklich eine Beziehung ist: Die Sehnsucht bleibt immer größer als die Erfüllung. Das will mich an den Grund der Seele führen, in der die Quelle der Liebe ist. Platon spricht vom Eros, der alles verbindet. Wenn Paulus von der Liebe spricht, spricht er nicht von der Liebe zu Gott, zu einer Frau oder zum Nächsten, sondern von der Liebe als Qualität des Lebens.

Hier das Interview, das Anselm Grün anlässlich der Veröffentlichung einer Biographie der Zeitschrift WELT gegeben hat: www.welt.de.

Kommentare

  1. Anselm. Er hats nicht begriffen. Manchmal denkt man, he got it – und manchmal fängt man mit ihm wieder ganz unten an.

  2. Ich würde aufgrund eines Interviews in einer Tageszeitung, das sich 1.) nicht an Christen wendet, 2.) relativ kurz ist und 3.) von einem scheinbar „religiös-unmusikalischem“ Gegenüber geführt wurde, nicht so absolute Interpretationen ableiten.

    Anselm Grün sagt zu Beginn des Interviews u.a. auch
    „So komme ich an den Grund der Seele. Und da sind nicht nur Leere und Angst, sondern auch eine Qualität von Barmherzigkeit, eine starke emotionale Kraft, wahre Liebe, Gottes Liebe.“

    Ich verstehe seine Paulusstelle dahingehend, dass Paulus nicht von Liebe spricht, die nur auf Gott bezogen ist, nur theologischer-religiöser verstanden werden soll. Gottes Liebe ist umfassend und bezieht sich nicht nur auf Religion, sondern dass ganze Leben. Und das wäre wiederum sehr paulinisch.

    Mir geht es allerdings weniger darum Anselm Grün zu verteidigen bzw. seine Worte zu interpretieren. Ein Satz aus einem Interview sind mir nur nicht so die rechte Basis dafür.

  3. @Markus: Ich stimme Dir darin zu, dass man auf der Grundlage eines Interviews keine festen Urteile sprechen sollte. Das Interview ist nur ein Beispiel für meine These, keine Begründung.

    Liebe Grüße, Ron

  4. Jörg Murawski meint:

    @Ron Kubsch: Sollte der sog. Pater Grün tatsächlich echte „»philosophia perennis« und östlichen Mystizismus“ im unverfälschten Sinn vertreten, wäre er keinesfalls der antichristliche Irrlehrer, der er leider ist. Die christliche Kirche hat seit der Antike tatsächlich eine „philosophia perennis“ im christlich umgeformeten Sinn vertreten und einen recht verstandenen Mystizismus im Sinne von http://www.amazon.com/Mystical-Theology-Eastern-Church/dp/0913836311 gelehrt. Anselm Grün steht jedoch für ganz andere Vorstellungen wie man auch sehr gut in der Kritik von Eugen Schmid nachlesen kann. Bei „Pater Grün“ finde ich vor allem einen unterschwelligen integralen Traditionalimus in der Folge von Graf Dürckheim, fromm verpackte Wohlfühlreligion, Psychologisierung und jede Menge oberflächlichen Unsinn in frommer Verpackung.

Ihre Meinung ist uns wichtig

*