Rob Bell unterstützt gleichgeschlechtliche Ehe

NewImageWährend einer Werbeveranstaltung für sein neues Buch What We Talk About When We Talk About God erklärte Rob Bell seine Unterstützung für die gleichgeschlechtliche Ehe (Trevin Wax hat das Buch bereits rezensiert).

Zitat:

Ja, ich bin für die Ehe. Ich bin für Treue. Ich bin für die Liebe, ob es ein Mann und eine Frau, eine Frau und eine Frau, ein Mann und ein Mann ist. Ich denke, das Schiff ist losgesegelt und die Kirche muss sich darauf einstellen … das ist die Welt, in der wir leben, und wir müssen die Menschen bejahen, egal wo sie stehen.

Mehr: www.christianpost.com.

Kommentare

  1. Hoffentlich macht sich an dieses Buch kein deutscher Verlag ran. Vielleicht trägt dieses Buch auch dazu bei, dass Bell vom evangelikalen Mainstream wieder etwas isoliert wird. Aus dem Schlechten könnte so sogar etwas Gutes daraus entstehen.

  2. Da hat man ihn wieder den Menschen und seinen Zeitgeist als Maßstab jeder Theologie, die sich nicht der Schrift allein verbunden weiß; sei sie historisch-kritisch oder postmodern-emergent (oder wie auch immer man das nennen mag). Was sich diesem Dogma nicht beugt, wird dann als „unzeitgemäßer Dogmatismus“ verschrien.

    Die Antwort auf die im Titel implizierte Frage müsste dann ehrlicherweise „Den Menschen und seine Gedanken von Gott“ lauten – auf englisch natürlich :).

  3. Andreas meint:

    Ich denke, das Schiff ist losgesegelt und die Kirche muss sich darauf einstellen … das ist die Welt, in der wir leben, und wir müssen die Menschen bejahen, egal wo sie stehen.

    Homosexualität war ja in der Antike weit verbreitet. Das Schiff war also schon damals losgesegelt. Also hätte Paulus doch nichts dagegen sagen dürfen.

    Demgegenüber hat sich die Kirche – in den meisten Punkten – stets gegen den Zeitgeist ausgesprochen. Dafür dürfte in Bells Theologie kein Platz sein.

    Und es besteht sogar Hoffnung: es ist den Christen gelungen, die Kultur in den darauffolgenden Jahrhunderten nachhaltig zu prägen, so dass praktizierte Homosexualität nach und nach als unmoralisch angesehen wurde. (Dass es dabei auch zu Lieblosigkeiten gekommen ist, die nicht biblisch gerechtfertigt waren, ist zwar richtig, ändert aber an der Sache nichts, dass Homosexualität nicht nach dem Willen Gottes ist).

    Bell verwischt den Unterschied zwischen „Mensch“ und „böser Tat“. (Den Menschen bejahen Christen natürlich, aber deshalb sind doch die Taten noch nicht automatisch gutzuheißen. Sonst hätte es in der ganzen Bibel nie ein negatives Urteil über Unmoral geben können).

    Daran wird auch wieder die Selektivität von Bell deutlich: MANCHE Taten findet auch Bell durchaus schlecht und tadelnswert – z.B. wenn man sich bibeltreu äußert – andere Taten findet er nicht schlecht (z.B. praktizierte Homosexualität).
    Er schafft also die Maßstäbe nicht ab, sondern führt einfach einen neuen Maßstab ein. (Da ein „Maßstab“, wenn es um Moral geht, immer von einem „Gesetzgeber“ kommt, führt Bell damit auch einen anderen Gott ein).

    Dass das nicht sofort auffällt, ist, weil sein Maßstab zu gut 99% dem Zeitgeist entspricht. Wenn der Zeitgeist aber den Maßstab vorgibt, also das, was Leute tun, per definitionem zur Norm erklärt wird, dann verliert eigentlich das Wort „Maßstab“ seine Bedeutung.

    Bell dürfte dann eigentlich auch nicht mehr Worte wie „wir müssen“ verwenden.

  4. @Andreas: Natürlich hat er eine Agenda. Aus Robs Sicht bist Du einfach eng und solltest gefälligst Buße tun. 😉

    Siehe:

    http://christiannews.net/2013/03/18/no-hell-bell-comes-out-in-support-of-homosexuality-tells-narrow-christians-to-repent/

    Liebe Grüße, Ron

  5. Anselm meint:

    Der Brunnen-Verlag wird sich drauf stürzen.

  6. @Anselm: Der Brunnen-Verlag hatte kurze Zeit nach seiner deutschen Herausgabe von „Love wins“ das Buch der britischen evangelischen Allianz zum Thema „Hölle“ wieder neu aufgelegt. Letztgenanntes Buch ist im Gegensatz zum Bell-Buch ein ernstzunehmendes Werk, das zentrale exegetische und theologische Fragen zur Thematik bespricht. Anfang diesen Jahres ist „Love Wins“ bei Brunnen als preisgünstige Taschenbuchausgabe erschienen. Man fragt sich, was sich die Verantwortlichen bei diesem Zickzack-Kurs eigentlich denken. Ist es ihnen egal, was der Leser und Kunde von der Hölle denkt? Wahrscheinlich gilt auch dort schon das postmoderne (?) Erlebnisprinzip als „test for truth“: Das Buch wird empfohlen, weil es „inspiriert“ und „überrascht“, „alte Denkstrukturen aufbricht“ und „meinen Glauben radikal in Frage stellt“ … alle Anderen, die mehr dazu neigen, sich dem Thema aus einer biblisch-theologischen Sicht zu nähern, können dann das Buch der britischen Allianz kaufen.

  7. Joel213 meint:

    *gähn* Wer ist schon Rob Bell?!

  8. Jürgen meint:

    Bell sagt:

    „I think when you’re part of a subculture that is dying, you make a lot more noise because that pain, it’s very painful,“ he said, adding that he sees a „massive shifting“ on the horizon.“

    Also, Ihr Kritiker, hört auf so’n Lärm zu machen. 😉

  9. Andreas meint:

    Lieber Ron,
    danke für den Link. 🙂 Ja, das ist frappierend, dass Bell andere zur „Buße“ aufruft… 🙂 Damit ist er selber ja auch „eng“. Er hat einen fixen Maßstab, nach denen er andere sehr genau beurteilt.
    Eine gewisse „Engheit“ ist übrigens unvermeidlich. Jeder, der irgendeine Aussage macht, ist in Bezug auf irgendetwas „eng“. Denn er hält das für richtig, was er sagt, und damit andere Dinge für falsch.

    (Bei der Postmoderne hält man sich zwar (zumindest in der Theorie) bezüglich „Einzelwahrheiten“ nicht mehr für eng, sondern meint, es gäbe keine Wahrheit. Aber auf der Metaebene ist man dann wieder sehr eng, da man diese eine Wahrheit für unumstößlich hält, nämlich dass es „keine absolute Wahrheit“ gibt. Dann sind Postmoderne eben genau an dem Punkt „eng“. Postmoderne sind also wie Römische Kaiser: Du kannst glauben, was Du willst, so lange Du an der einen Wahrheit nicht zweifelst. (Damals: dass der Kaiser Gott ist; heute: dass alles relativ ist.)

    Es geht also nicht um die Frage „eng“ oder nicht, wenn es um die Wahrheitsfrage geht, sondern es geht um die Frage: ist das, woran ich mich orientiere, wahr oder nicht wahr.

    Dieses „zu eng“ ist übrigens moralisch und inhaltlich auch ein sehr unbestimmter Vorwurf.
    In der Bibel ist eng manchmal moralisch gut (Die Pforte ist eng/ der Weg schmal, also ist es sicher gut, wenn man sich sehr eng bzw. genau daran hält), und manchmal ist eng moralisch schlecht (z.B. ein enges Herz, das Paulus bei den „zweiten Korinthern“ beklagt).
    Es ist also schon mal falsch, das Wort „eng“ tendenziell als schlecht, und das Wort „weit“ tendenziell als gut zu bezeichnen.

    Und selbst wenn es so wäre, so ist „eng“ ja ein von der Ausdehnung her unbestimmter Begriff. (Es gibt ja „sehr eng“, „ziemlich eng“, „ein wenig eng“, „ultra eng“.) Es kommt also noch darauf an, wer die Grenzen festlegt, was nun „zu eng“ und was „weit genug“ ist.

    Also alles papperlapapp. Zusammenfassend:
    – eng an Gottes Wort ist GUT.
    – engherzig ist SCHLECHT.
    Es gibt auch Christen, die eng an Gottes Wort sind, und trotzdem „engherzig“.
    Lieber engherzig, aber wenigstens eng an Gottes Wort, als dass man Gottes Wort nicht ernstnimmt.
    Augustinus wendet sich aber auch gegen die Engherzigkeit, aber ohne dabei die Ernsthaftigkeit im Umgang mit Gottes Wort geringzuschätzen.

    Grundsätzlich ist ein weites Herz eine der Früchte des Heiligen Geistes, da es mit Liebe, Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Geduld zu tun hat; der Heilige Geist kommt aber vom Wort, es kann also keine Weitherzigkeit durch eine Ablehnung der biblischen Worte geben.

    Rob Bell mag persönlich engherzig oder weitherzig sein – ich kenne ihn nicht.
    Fest steht aber eines: er ist zu weit entfernt vom Worte Gottes und damit zu wenig eng, wo es mal nötig gewesen wäre, eng zu sein.

    Hinsichtlich des Zeitgeistes ist er aber durchaus sehr eng – er ist eng an ihn angebunden.

    Insofern kann er auch ein Vorbild sein: „Schaut her: So eng, wie Rob Bell am Zeitgeist ist, sollte man auch sein – aber dann am Wort Gottes, nicht am Zeitgeist“.

  10. @Andreas: Da sind wir uns einig!

    Liebe Grüße, Ron

  11. Andreas meint:

    Nach Rob Bells Sicht scheint die Mehrheit tendenziell im Recht zu sein. Dann hätte er aber damals, als die Homo-Lobby noch stark in der Minderheit gewesen ist, gegen sie sein müssen; heute (irgendwann seit den 1980ern, 1990ern oder seit 2000, wann auch immer man den Zeitpunkt ansetzt, dass die Homolobby kulturell die mehrheitsfähige Meinung repräsentiert) muss er ihr Agieren dagegen im Nachhinein als „gut“ erklären.

    Insofern kann man sich auch als Christ entspannen und muss das Urteil von Rob Bell nicht fürchten. Denn man muss nur warten, bis die christliche Sicht wieder mal die Mehrheit darstellt. Denn dann muss er wieder die christliche Sicht für richtig darstellen, und muss auch das Hinwirken, dass es dazu kam, im Nachhinein als den richtigen Weg erklären.
    So jemanden wie Rob Bell hat man (als Einzelner oder Gruppe) also jeweils nur für eine gewisse Zeit gegen sich.
    😉

  12. Schandor meint:

    3 Dochs

    Der bellende Rob ist doch nur ein Katalysator für jene Christen, die der manipulierenden Macht der Medien längst erlegen sind. Der Sauerteig gärt doch schon längst – da dient der bellende Popstar doch nur als Anlass.

    Wer Bells „Theologie“ ernst nimmt (also nicht die Auswirkungen seiner schädlichen Lehren, sondern sein Denken überhaupt), darf sich getrost zu denen zählen, die auch nichts anderes verdienen.

  13. @Schandor: Prädikat, gut gebrüllt.

  14. @Schandor: Prädikat, gut gebrüllt.

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