Verbot christlicher Andachten an Uni Tübingen

Diese Meldung des Evangelischen Pressedienstes hat es in sich. Aber das sie mich überrascht, kann ich nicht sagen. Das ist Symptom einer groben Fehlentwicklung. Die Zeit ist gekommen, die „Pia desideria“ von Philipp Jakob Spener wieder gründlich zu lesen.

Also:

In der württembergischen Landessynode gibt es Kritik an der Entscheidung der Evangelischen Fakultät Tübingen, in theologischen Unterrichtsräumen der Universität Tübingen keine christlichen Andachten zuzulassen. Der Nagolder Dekan Ralf Albrecht nannte es am Donnerstag in Stuttgart vor der Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg einen Skandal, dass Studierenden öffentliche Gebetsveranstaltungen im Tübinger Theologicum verboten worden seien.

Hintergrund ist ein Antrag evangelischer Theologiestudenten, zu Andachten im Theologicum öffentlich einladen zu dürfen. Das hatte die Fakultät abgelehnt. Wie der Dekan der Fakultät, Jürgen Kampmann, in einer Mail mitteilte, sollten Andach[t]en in Kirchen oder Kapellen stattfinden und nicht an der Universität. Lehrveranstaltungen oder die Arbeit in Bibliotheken dürften nicht beeinträchtigt werden.

Kritik an dieser Entscheidung übte der Vertreter der Tübinger Fakultät in der Synode, der Neutestamentler Hans-Joachim Eckstein. Es verschlage ihm selbst die Sprache, dass für Studentinnen und Studenten keine Gebetsveranstaltungen im Theologicum möglich seien. Eckstein verwies darauf, dass im Tübinger Zentrum für Islamische Theologie selbstverständlich in Studienräumen die muslimischen Gebete praktiziert würden.

Mehr: www.epd.de.

Kommentare

  1. Theologiestudent meint:

    Vor einem guten Jahr wurden die ev. Theologiestudenten befragt, ob sie Andachten am Theologicum wünschen. Die Umfrage lautete eindeutig: Ja! Als die Fachschaft damit zum Dekanat ging, wurde lange über den Rahmen diskutiert (wer kontrolliert die Lehre etc.). Als das endlich geklärt war, lehnte man den Antrag ab. Wo es doch immer wieder solche studentischen Andachten in der Vergangenheit gegeben hatte. Etwa die Adventsandachten letzten Jahres. Soll all das jetzt verboten werden? Auch die Adventfeier, zu deren Beginn es einen kurzen Imput gibt?
    Ich bin dankbar, dass sich Stimmen aus Kirche und Professorenschaft endlich dem Anliegen angeschlossen haben!

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