Allgemein

Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Die Seligsprechung von Kardinal Newman

Der DLF hat einen Kurzbeitrag zum Papstbesuch in Großbritannien und die erwartete Seligsprechung von Kardinal Newman ausgestrahlt. Der Beitrag gibt Einblicke in die Spannungen und die Annäherungen zwischen der Katholischen und der Anglikanischen Kirche. Viele Anglikaner fühlen sich von der Katholischen Kirche angezogen, da ihre eigene Kirche zunehmend liberalisiert.

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Francis A. Schaeffer-Archiv wird am SBTS aufgebaut

Das Southeastern Baptist Theological Seminary (SBTS) ist von der Francis A. Schaeffer Foundation mit dem Aufbau eines Schaeffer-Archivs betraut worden. Wie Udo Middelmann, Präsident der Francis A. Schaeffer Foundation, bekannt gab, werden Aufsatzsammlungen, Briefe und andere bisher unveröffentlichte Materialien des späten Francis Schaeffer an das »L. Russ Bush Center for Faith and Culture« des SBTS übergeben. Direktor des Instituts ist Professor Bruce Little.

Hier die offizielle Presseerklärung:

Southeastern Baptist Theological Seminary today announced the addition of a voluminous collection of papers and correspondence of the late apologist Francis A. Schaeffer to Southeastern’s libary, thanks to the generosity of the Francis A. Schaeffer Foundation. The collection is given to the L. Russ Bush Center for Faith and Culture for Southeastern Seminary.

The collection includes select unpublished papers and correspondence, source materials, notes, and recorded discussions of Schaeffer, one of evangelical Christianity’s most prominent 20th century voices and the author of 27 books. The collection, of which Southeastern has custody, will be placed under the direction of Bruce Little, professor of Christian philosophy and director of the L. Russ Bush Center for Faith and Culture, a ministry of Southeastern.

The foundation is overseen by its president, Udo Middelmann, who is Schaeffer’s son-in-law. Middelmann said the foundation is pleased to entrust these materials to Southeastern, in the hopes that Schaeffer’s work will continue to be influential for years to come.

“A lifetime spent in the pursuit of truth, and its relationship to society, philosophy and culture, is found in the collected papers and correspondence of Francis Schaeffer,” Middelmann said.

Little said he is grateful for the opportunity to serve as custodian of the collection. “We are thankful to the Francis A. Schaeffer Foundation for entrusting us with this priceless treasure of historical significance,” Little said. “Every now and then, God gives His Church a unique voice for His people. Schaeffer was such a voice. It is our privilege to have a part in preserving and promoting this legacy for the generations to come.”

Schaeffer was born in the United States but spent most of his life in Switzerland with his wife Edith and their four children. In 1955, Francis and Edith Schaeffer opened their chalet/home to those who were seeking answers to life’s many questions and from that the ministry known as L’Abri began. The Schaeffers welcomed thousands of visitors during several decades some who stayed for only a few days while others a much longer time. However long the stay, it was an opportunity to learn from Schaeffer how the inerrant Scriptures gave the only fitting understanding of the real world.

In addition to his more than two dozen books, Schaeffer also recorded the influential series of videos called How Should We Then Live?, revealing the rise and decline of Western thought and culture.

President Daniel Akin said Southeastern was humbled to receive guardianship of the collection. “It is my hope that the spirit of Francis Schaeffer, with his mind for truth and heart of love, will pervade our campus,” Akin said. “I pray that this collection will allow Southeastern to serve the church by extending the legacy of this great man of faith.”

Quervain: Heiligung (Teil 1)

Alfred de Quervain: Die Heiligung: Ethik, Zollinkon-Zürich: Evangelischer Verlag, 1946, S. 95–96:

Mitten unter den Fragen, die das Leiden und Sterben Christi verkündigen, steht jene 43. Frage des Heidelberger Katechismus, die vom Leben und Handeln des Christen redet. Sie lehrt uns unseren Wandel vom Kreuze Christi her verstehen. »Welchen weiteren Nutzen haben wir aus Opfer und Tod Christi am Kreuz? Durch die Kraft Christi wird unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt, getötet und begraben (Röm 6,6–8.11f.; Kol 2,12), damit die Sünde uns nicht mehr beherrscht (Röm 6,12), sondern wir uns ihm zu einem lebendigen Dankopfer hingeben (Röm 12,1).«

Der Heidelberger Katechismus nimmt mit dieser Begründung des christlichen Lebens im Kreuz Christi eine besondere Stellung unter den Bekenntnis-Katechismen ein. Wir fragen nicht danach, ob diese 43. Frage in ihrer Tragweite in der reformierten Kirche wirklich verstanden worden ist. Vielleicht waren sich die Verfasser des Buches nicht ganz im klaren darüber, was sie damit aussagten. Uns geht es aber darum, für unsere Arbeit die nötige Klarheit zu bekommen, wir lassen uns sagen, dass das sechste Kapitel des Römerbriefes — Frage 43 ist nichts anderes als ein kräftiger Hinweis auf jenes Kapitel — eine jener Stellen ist, die für die theologische Ethik, für die Lehre von der Heiligung entscheidend sind.

Wir werden freilich auf der Hut sein, dass wir nicht den Fehler anderer Systematiker, anderer Dogmatiker begehen, deren Ergebnisse wir rügen. Es ist uns nicht erlaubt, dieses einzelne Kapitel, Römer 6, aus dem Zusammenhang des Römerbriefes herauszulösen, wir sollen uns ebenfalls hüten, die Lehre von der Heiligung auf zu schmaler Grundlage aufzubauen. Römer 6 ist nicht das System der christlichen Ethik, die Lehre von der Heiligung; es ist ein Zeugnis von der einen Gabe Christus, ein Zeugnis von dem Sieg des Gekreuzigten, von der Herrschaft Christi. Mit der Zurückweisung des Vorwurfes, dass libertinistische Folgerungen aus der Predigt vom Glauben gezogen werden können, beginnt das Kapitel. Christen in Rom sind besorgt, es könnte bei jener Predigt des Paulus zu einem Friedensschluss des Christen mit dem Reich der Sünde, mit der Gesetzlosigkeit, mit der Ungerechtigkeit kommen. Sooft in der Kirche die Gerechtigkeit Christi als des Christen Rechtfertigung, die Heiligkeit Christi als des Christen Heiligung verkündigt wird, erhebt sich dieser Vorwurf, dass die Sünde unangefochten ihre Herrschaft über ihn geltend machen könne, dass der Christ den Kampf aufgegeben habe. So klagten die vermeintlichen Verteidiger der Heiligung in den ersten Gemeinden. So protestierte der römische Katholizismus gegen die Predigt vom Glauben bei den Reformatoren. So lautet auch heute die Anklage. Wo aber Christus als der einzige Hohepriester und als der ewige König verkündigt wird, wo er bekannt, wo an ihn geglaubt wird, da hat die Sünde ihr Recht und ihre Macht verloren. Niemals wird da der Sünder im Blick auf seine Sünde beruhigt. Es wird nichts entschuldigt, nichts verharmlost. Die Sünde hat alle Herrscherrechte über die eingebüßt, die zu Jesus Christus gehören. Das ist die Antwort des Paulus an seine Kritiker, an die, die um die Herrschaft des Willens Gottes sich sorgen.

John Piper: Rechtfertigung und Heiligung

John Piper hat sich für acht Monate aus dem öffentlichen Dienst zurückgezogen. Kurz bevor er seinen Urlaub antrat, produzierte er drei Videoclips. Das erste Video ist der Rechtfertigungslehre gewidmet. Ausgezeichnet!

Hier:

Hotels bibeln

Der ORF hat einen Beitrag über die Gideons mit dem lieben Franz Seiser ausgestrahlt.

Die ist auch in österreichischen Hotels anzutreffen: die Bibel im Hotelzimmer. Nicht nur Hotels, sondern auch Altersheime, Krankenhäuser und das Bundesheer kostenfrei mit Bibeln auszustatten, das ist das Ziel des überkonfessionellen Gideonbundes. Diese Vereinigung vorwiegend evangelischer oder evangelisch-freikirchlicher Geschäftsleute, gegründet 1899 in den USA, ist seit 1957 in Österreich tätig und verteilt laut eigenen Angaben weltweit rund 80 Millionen Bibeln pro Jahr.

Hier: tvthek.orf.at.

Türkei: Festnahme und Anklage des Menschenrechtlers Dogan Akhanli

Im 10. August 2010 wurde der Kölner Schriftsteller und Menschenrechtler Doğan Akhanlı bei der Einreise in die Türkei auf einem Istanbuler Flughafen festgenommen; die Reise galt dem kranken Vater D. Akhanlıs. Nach Auskunft seines Anwaltes Haydar Erol wird Doğan Akhanlı seit dem 20. August in einem Gefängnis in der Provinz Tekirdağ unter dem Vorwand festgehalten, er sei 1989 an einem Raubüberfall auf eine Wechselstube in Istanbul beteiligt gewesen. Diese Anklage stütze sich auf Zeugenaussagen, von denen eine unter Folter gemacht worden sei, erklärte Erol. Der vermeintliche zweite Zeuge – der Sohn des Getöteten – habe später bestritten, Akhanli jemals auf einem Foto identifiziert zu haben. „Dieses Szenario hat die Polizei produziert“, meint Rechtsanwalt Erol. Es handele sich um den Versuch einer späten Abrechnung mit der politischen Linken. Trotz der Entlastungsbeweise, die Anwalt Erol bei den bisherigen zwei Haftprüfungsterminen erbringen konnte, hat ein Staatsanwalt gegen Doğan Akhanlı Anklage wegen Raubes und Totschlags erhoben. Drei Haftbeschwerden sind bisher gescheitert.

Zu vermuten ist, dass die Festnahme D. Akhanlıs und die zweifache Ablehnung seiner Freilassung durch die Staatsanwaltschaft auch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Engagement des Autors für die Anerkennung des offiziell noch immer in der Türkei bestrittenen Genozids an Christen steht.

Für Bemühungen um eine Freilassung von Dogan Akhanli werden hier Unterschriften gesammelt: www.aga-online.org.

Wer hat Angst vorm Zündelmann?

Die Erregung über die geplante Koran-Verbrennung zeigt, wie schnell die global vernetzte Medienöffentlichkeit aus Angst vor islamistischem Terror zum Spielball von Extremisten wird (siehe dazu auch hier). Islamisten nutzen diese Vernetzung der Welt dafür aus, um Gesellschaften zu spalten. Dabei muss niemand vor dem obskuren Pastor Terry Jones Angst haben, denn es gibt unter den Fundamentalisten eine Asymmetrie der Gewalt.

Reinhard Mohr hat für den SPIEGEL die Frage gestellt, was wohl passieren würde, wenn ein obskurer Mullah irgendwo eine öffentliche Bibelverbrennung ankündigte:

Wie sähen die weltweiten Reaktionen wohl aus, wenn ein fanatischer Mullah irgendwo in der arabischen Welt ankündigen würde, er wolle einen Haufen Bibeln verbrennen?

Sicher, die Kirchen würden protestieren, der Papst, ein paar zweit- und drittrangige Politiker. Aber gewiss nicht der US-Präsident oder die Bundeskanzlerin. Eher riefe Margot Käßmann zur »interkulturellen Verständigung« und zum »religiösen Dialog« auf, Feuilletonisten würden an den österreichischen Provokationskünstler Hermann Nitsch erinnern, dessen Blutorgien- und Mysterientheater schon viel schlimmere Blasphemien im Angesicht des christlichen Kreuzes hervorgebracht hat, oder Historiker würden das Ganze als späte Reaktion auf die Kreuzzüge des elften und zwölften Jahrhunderts deuten. Motto: So was kommt von so was.

Man könnte sich jedenfalls darauf verlassen, dass keine christlichen Selbstmordkommandos losziehen würden. Es gäbe keine Massendemonstrationen wütender Gläubiger, keine Botschaften würden gestürmt und keine Flaggen verbrannt. Es gäbe auch keine Boykottaufrufe und keine Fatwa. Niemand müsste sich fürchten vor den Gewalttaten radikaler Christen.

Hier der vollständige Artikel: www.spiegel.de.

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