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Sämtliche allgemeinen Beiträge.

ADHS: Versteckte Depression

Der Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann schreibt in der FR:

Eigentlich hätte es ein Erschrecken geben müssen, quer durch die Kinderpsychiatrie, die Therapieforen und die Schulen: Nach einer gründlichen Studie der Michigan State University stellt sich heraus, dass etwa die Hälfte aller ADHS-Diagnosen (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) unzureichend bis unzutreffend sind. Eine der Ursachen für eine voreilige Diagnose beruhte schlicht darauf, dass diese Kinder zu früh eingeschult worden waren. Sie waren unruhig, konnten sich nicht konzentrieren – und entsprechend der oberflächlichen Symptom-Diagnostik klebte ihnen das Etikett ADHS auf der Stirn.

Und:

Die amerikanischen Studien sollten zu einem konsequenten Umdenken ermutigen. Konsequent heißt zuerst, die Ergebnisse verschiedener Denkschulen nicht nur nebeneinander zu dulden, sondern zu einer differenzierenden Gesamtschau zu erweitern. Wir müssen die Medizingläubigkeit und besonders den sorglosen Umgang damit zurückstellen.

ADHS – das ist eine reine Symptombeschreibung, die den Mädchen und Jungen lediglich ein Abweichen vom statistischen Durchschnittsverhalten testiert. Wir erleben hilflose und oft unerbittliche Reaktion von Schulen und Psychiatrien auf diese von der »Norm« abweichenden Kinder – zumeist Jungen. Die Diagnose ADHS entlastet vielleicht, hilft aber nicht, die Betroffenen zu verstehen.

Spannend! Hier geht es weiter: www.fr-online.de.

VD: EP

Befürwortung des Holocaust in den arabischen Medien

Das Middle East Media Research Institute (MEMRI) erforscht den Nahen Osten anhand von allerlei Medien, Webseiten, religiösen Predigten und Schulbüchern aus der Region. Auf diese Weise ermöglicht MEMRI Leuten, die kein Arabisch sprechen (und nicht ständig vor dem Fernsehen sitzen können oder wollen), einen Zugang zu den nahöstlichen Berichterstattungen. Wer sich ab und an die Mühe macht, MEMRI-Beiträge zu lesen oder anzuschauen, kann die Existenzängste von Israel besser nachvollziehen.

Der MEMRI-Präsident Yigal Carmon hat am 28. September vor den Vereinten Nationen über neue Trends im arabischen Antisemitismus gesprochen (hier eine Mitschrift seiner Ansprache). Für mich besonders bedrückend ist die Tatsache, dass nach Beobachtungen von MEMRI in vielen arabischen Medien der Völkermord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten (Schoah) inzwischen nicht mehr geleugnet, sondern vielmehr begrüßt wird. Unverhohlen und hasserfüllt wird sogar davon gesprochen, dass ein neuer Holocaust ansteht und diesmal hoffentlich von den Muslimen am Volk Israel vollzogen werden wird.

Eine englischsprachige Videoaufzeichnung der Rede von Yigal Carmon gibt es hier. Ein stark bearbeiteter und in die deutsche Sprache übersetzter Auszug des MEMRI-Beitrages ist unten zu finden. Diese offensichtlich authentische Sehnsucht, Menschen zu erniedrigen und zu demütigen, finde ich einfach nur widerlich.

(Beide Videos sind wegen der gezeigten Gewalt nicht jugendfrei. Der deutsche Soldat, von dem die Rede ist, ist tatsächlich ein britischer Soldat (also ein Befreier), wie an der Mütze unschwer zu erkennen.)

Reformierte Strömungen im Evangelikalismus

Drei Freunde, Justin Taylor, Collin Hansen und Owen Strachan, unterhalten sich über reformierte Strömungen innerhalb des heutigen Evangelikalismus. Justin Taylor arbeitet für Crossway und ist einer der Hauptverantwortlichen für die ESV Study Bible. Collin Hansen arbeitet als Journalist für Christianity Today und die Cospel Coalition (und ist Autor des Buches Young Restless Reformed). Owen Strachan unterrichtet Theologie und Kirchengeschichte am Boyce College in Louisville (USA).

Die Diskussion spiegelt zwar überwiegend die Lage in Nordamerika, ist aber auch für das deutschsprachige Europa interessant. Ich bin Gott sehr dankbar, dass reformiert geprägte Theologie unter jungen Christen eine Renaissance erlebt.

Richard Dawkins kommt nach Deutschland

Mitte Oktober 2010 erscheint das jüngste Buch des scharfzüngigen Religionskritikers Richard Dawkins auf Deutsch. Unter dem Titel Die Schöpfungslüge: Warum Darwin Recht hat beschäftigt sich der Autor mit der Evolutionstheorie. Richard Dawkins wird extra nach Deutschland kommen und die Präsentation zu einem Rundumschlag gegen die Religion nutzen.

Allein die polemische und ungenaue Übersetzung des englischen Titels, der »The Greatest Show on Earth« (etwa: Die größte Show auf Erden) lautet, lässt erwarten, dass mit religions- und kirchenkritischen Bemerkungen nicht gespart wird. Richard Dawkins gehört zum sogenannten »Neuen Atheismus«. Während der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten George W. Bush (2005–2009) brachten die zumeist englischsprachigen Autoren und Religionskritiker ihre religionskritischen Bücher auf den Markt. Neu war, dass diese Veröffentlichungen zu Bestsellern wurden. Zuvor galt Religionskritik nicht gerade als Verkaufsschlager. Dieser Erfolg hängt zweifellos mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zusammen und der neuen Diskussion um den Islamismus, aber auch mit dem in den USA recht weitverbreiteten christlichen Fundamentalismus.

Mit dem Titel »Der Gotteswahn« rief Richard Dawkins 2007 auch in Deutschland ein breites Medienecho hervor. Der »Spiegel« proklamierte damals in einer Titelgeschichte gar den »Kreuzzug der neuen Atheisten«. Dawkins trug in Talkshows seine Religionskritik vor. Für religiöse Menschen ist dieser neue Atheismus aus zwei Gründen besonders ärgerlich: Er vertritt seine Thesen in einer herblassenden, aggressiven bisweilen verächtlichen Sprache und apostrophiert Religion pauschal als Unbildung beziehungsweise Dummheit.

Dieser neue Atheismus kritisiert also nicht nur Missstände oder fragt nach der Wirklichkeit Gottes in der gottfernen Welt, sondern er fordert die Abschaffung beziehungsweise Zerstörung aller Religion mit geradezu missionarischem Eifer. So erklärt Richard Dawkins, er wolle seine Leser zum Atheismus bekehren. Atheismus sei ein Zeichen geistiger Gesundheit. Der Gott des Alten Testaments geriere sich als psychotischer Übeltäter, als Monster und grausames Ungeheuer.

Hier der Artikel von Andreas Finke: www.merkur.de.

Ein sehr bemerkenswertes Interview mit Richard Dawkins ist gegen Ende des Films Expelled zu sehen. Darin gibt Dawkins zu verstehen, dass »intelligent Design« für ihn unter Umständen durchaus möglich sein könnte. Wort+Wissen hat im letzten Rundbrief Auszüge aus dem Gespräch zwischen Dawkins und Ben Stein wiedergegeben. Hier der interessanteste Teil:

BS: Gut, dann, wie wurde die Welt erschaffen?
RD: Durch einen sehr langsamen Vorgang.
BS: Und wie begann er?
RD: Niemand weiß, wie es begann. Wir kennen die Art des Geschehens, wie es gewesen sein muss, wie der Ursprung des Lebens stattgefunden haben muss.
BS: Und was war das?
RD: Es war der Ursprung des ersten sich selbst replizierenden Moleküls.
BS: Genau, und wie spielte sich das ab?
RD: Ich sagte Ihnen, wir wissen das nicht.
BS: Sie haben also keine Ahnung, wie es begann?
RD: Nein, nein, niemand hat eine.
BS: Niemand sonst hat eine! Was halten Sie von der Möglichkeit, dass Intelligent Design sich als richtige Antwort auf einige Fragen in der Genetik herausstellen könnte oder in der Evolution?
RD: Es könnte sich folgendermaßen ergeben haben: Es könnte sein, dass sich vor langer Zeit irgendwo im Universum, wahrscheinlich mittels der Darwinschen Mechanismen eine sehr, sehr hochtechnisierte Zivilisation entwickelte und eine Lebensform schuf, die sich vielleicht auf diesem Planeten verbreitet hat. Das ist jetzt eine Möglichkeit, eine faszinierende Möglichkeit und ich meine, dass es möglich wäre, dafür einen Beweis zu finden. Wenn man die Details von Biochemie und Molekularbiologie betrachtet, dann könnte man die Signatur irgendeines Deisgners entdecken.

CT Interview mit John Piper

Christianity Today hat mit John Piper über sein neues Buch und die Einladung von Rick Warren gesprochen:

You invited Rick Warren; would you say he exemplifies „thinking“?

No, I don’t think he exactly exemplifies what I’m after. But he is biblical. He quoted 50 Scriptures from memory. Unbelievable, his mind is Vesuvius. So I asked him what impact reading Jonathan Edwards had on him. What these authors like Karl Barth and Edwards do for him is give him a surge of theological energy that then comes through his wiring. What I wanted to do with Rick is force him to talk about thinking so pragmatists out there can say, „A lot of thinking goes into what he does.“

You received some negative feedback for inviting him.

It was real risky. I don’t even know if I did the right thing. If somebody said, „Are you sure you should have invited him?“ „No.“ I think the first thing I’d say—maybe the only thing—is I think he’s been slandered. I think we probably need to work harder at getting him right.

Hier: www.christianitytoday.com.

Bedrohte Gewissensfreiheit: Deutsche Evangelische Allianz protestiert

Vor einigen Tagen habe ich auf eine geplante Abstimmung im Europarat hingewiesen, die unerwünschte Folgen für die Gewissensfreiheit haben könnten (siehe hier).

Mit einem persönlichen Brief an Mevlut Cavusoglu, den Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und an Mateo Sorinas, Generalsekretär des Europarates, protestierte nun Jürgen Werth gegen den zur Abstimmung vorliegenden Bericht. Dieser würde die Gewissensfreiheit von Christen im medizinischen Dienst bzw. christliche geführten Hospitälern einschränken, indem sie verpflichtet würden, der vom Patienten gewünschten Behandlung ohne ethische Einwände nachzukommen. Damit würden Christen gezwungen werden, zum Beispiel auch an Abtreibungen mitzuwirken.

Der Brief des 1. Vorsitzenden der Evangelischen Allianz kann hier eingesehen werden: www.ead.de.

Soziologie studieren?

Falls jemand darüber nachdenkt, demnächst Soziologie zu studieren, empfehle ich die Seattle Pacific University (USA). Dort findet die Frau oder der Mann den optimalen Lehrkörper: www.spu.edu.

Natürliche Theologie aus reformierter Perspektive

Die reformierten Theologen James Dolezal und Scott Oliphint diskutieren über die natürliche Theologie. Mit Natürlicher Theologie (lat. theologia naturalis) wird die Lehre von Gott bezeichnet, die aus natürlichen Quellen (z.B. menschliche Vernunft, Erfahrung) schöpft. Ausgangspunkt für das Gespräch ist das Buch:

Hier:

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