Bücher

Evangelium als Zentrum

Keller_Carson.jpegD.A. Carson (Referent auf der E21-Konferenz im Mai 2012) und Tim Keller haben gemeinsam das Buch:

  • D. A. Carson, Timothy Keller (Hg.): The Gospel as Center: Renewing Our Faith and Reforming Our Ministry Practices, Crossway Books, 2012, 320 S., ca. 18 Euro

herausgegeben.

Das Buch enthält folgende Aufsätze:

  1. “Gospel-Centered Ministry,” D. A. Carson and Timothy Keller
  2. “Can We Know (and Tell) the Truth?,” Richard D. Phillips
  3. “The Gospel and Scripture: How to Read the Bible,” Mike Bullmore
  4. “Creation,” Andrew M. Davis
  5. “Sin and the Fall,” Reddit Andrews III
  6. “God’s Plan,” Bryan Chapell
  7. “What Is the Gospel?,” Bryan Chapell
  8. “Christ’s Redemption, Sandy Willson
  9. “Justification,” Philip Graham Ryken
  10. “The Holy Spirit,” Kevin DeYoung
  11. “The Kingdom of God,” Stephen Um
  12. “The Church: God’s New People,” Tim Savage
  13. “Baptism and the Lord’s Supper,” Thabiti Anyabwile and J. Ligon Duncan
  14. “The Restoration of All Things,” Sam Storms

Im einleitenden Kapitel von Carson und Keller heißt es:

Over the last few years there has been a major push to abandon expository preaching for what is loosely called “narrative” preaching. The diagnosis goes something like this:

These are postmodern times, marked by the collapse of confidence in the Enlightenment project and a rational certainty about “truth.” So now hearers are more intuitive than logical; they are reached more through images and stories than through propositions and principles. They are also allergic to authoritarian declarations. We must adapt to the less rational, nonauthoritarian, narrative-hungry sensibilities of our time.

In our understanding, it is a great mistake to jettison expository preaching in this way. But in some quarters, the response goes something like this: “Because postmodern people don’t like our kind of preaching, we are going to give them more of it than ever.” They are unwilling to admit that much conventional use of the expository method has tended to be pretty abstract, quite wooden, and not related to life. It is also true that many traditional expository preachers like the “neatness” of preaching through the Epistles instead of the vivid visions and narratives of the Old Testament. But most importantly, expository preaching fails if it does not tie every text, even the most discursive, into the great story of the gospel and mission of Jesus Christ.

Das Inhaltsverzeichnis kann zusammen mit dem ersten Kapitel hier heruntergeladen werden: the-gospel-as-center-download.pdf.



VD: JT

Das entehrte Geschlecht

A. Hoffmann hat Rolf Bönts Buch Das entehrte Geschlecht rezensiert:

boent.jpegWie der Titel des Buches verrät, ist darin die Abwertung des Mannes das vorrangig behandelte Problem. „Die Rolle des Mindermenschen wird ihm zugewiesen“, urteilt Bönt, er gelte als „Wegwerfwesen“, das beispielsweise in Beruf und Krieg leichtfertig geopfert wird, um eine für beide Geschlechter lebenswertere Welt herbeizuführen. Dabei hat sich, wie Bont ausführt, die Verachtung gegenüber Männern bis zur Gegenwart nur noch verstärkt. Ihre Sexualität beispielsweise gelte „in Nachrichten und Unterhaltung entweder als das Lächerliche oder als das Böse schlechthin“. Es entsteht eine Kultur des Dauerverdachts: Väter, die auf Spielplätzen anwesend sind, schildert Bönt am Beispiel eines konkreten Falles, werden als Triebtäter verdächtigt und müssen sich von Polizisten befragen lassen, die von besorgten Frauen alarmiert wurden. Amerikanische Firmen gehen inzwischen so weit, jeden Angestellten schriftlich darauf hinzuweisen, den Fahrstuhl zu verlassen und die Treppe zu nehmen oder auf den nächsten zu warten, wenn er sonst allein mit einer Frau in der Kabine führe.

In Deutschland hingegen glänzt die SPD mit traurigen Slogans wie „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“. Benachteiligungen von Männern werden kaum gesehen, nicht einmal, dass sie als Folge der „strukturellen, systematischen Gewalt“, die gegen sie verübt wird, um Jahre früher zu Tode kommen. „Kann man benachteiligter sein als in der Lebenserwartung?“ fragt Bönt rhetorisch. Männer bringen sich dreimal so oft um wie Frauen, in der Pubertät acht- bis zehnmal so oft. Krankenkassen finanzieren bei der Krebsvorsorge Frauen ungleich besser als Männer. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei für einen Mann nicht nur schwierig wie für die Frau, sondern in der Regel unmöglich. Man könnte zahlreiche weitere Benachteiligungen aufzählen. Eng verbunden mit all diesen Diskriminierungen, darin ist Bönt zuzustimmen, ist die merkwürdige Verachtung von Männern und ihren Leistungen in unserer Gesellschaft. Bönt erinnert daran, dass Männer in der Menscheheitsgeschichte immer wieder die gewagtesten Dinge taten, um die Zivilisation voranzutreiben, sich als Wissenschaftler beispielsweise todesmutig mit Kuhpocken infizierten, um zu beweisen, dass dies gegen die fast immer tödlichen Pocken immunisierte. Inzwischen steigt als Folge solcher Courage die menschliche Lebenserwartung um drei Monate pro Jahr. Gedankt wird es Männern nicht, wie Bönt anhand eines Gesprächs mit einem Handwerker aufzeigt, der nach entsprechender Dauerberieselung durch die Medien feministische Sprüche brav nachplappert: „Jetzt sollen mal die Frauen oder die Kinder ein paar Jahre die Welt regieren. Wir Männer hatten unsere Chance und hatten sie nicht genutzt.“

Hier geht’s zum der Freitag: www.freitag.de.


Streit um Dietrich Bonhoeffer

Die Diskussion um Metaxas Bonhoeffer sind inzwischen auch beim NDR angekommen. Daniel Kaiser schreibt:

Der fromme Bonhoeffer – das geht manchen Experten zu weit. Sie werfen Metaxas vor, den Theologen gewissermaßen entführt und aus ihm einen evangelikalen Christen gemacht zu haben. Kein Wunder also, dass das Buch dem Ex-Präsidenten George W. Bush so gut gefallen habe, ätzen sie. Der Biograf Metaxas bleibt dabei: Das Bonhoeffer-Bild der vergangenen Jahre sei falsch. „Es ist doch so, dass viele Gelehrte ihn gekapert und aus ihm fälschlicherweise einen weltlichen Humanisten und theologischen Linken gemacht haben“, sagt Metaxas. „Bei meinen Recherchen war ich geschockt, als ich herausfand: Das Gegenteil ist der Fall.“

Er sei nicht überrascht, dass Bonhoeffer-Experten, die sich seit Jahrzehnten mit dem Thema befassen, einen Seiteneinsteiger wie ihn kritisierten. Er habe Bonhoeffer aber nicht in eine evangelikale Ecke stellen wollen, sondern „Bonhoeffer einfach zeigen, wie Bonhoeffer war“.

Mehr: www.ndr.de.

Atheistische Tempel

Uwe Justus Wenzel stellt für die NZZ zwei Werke aus dem Lager des Neuen Atheismus vor. Die Sachbücher:

und:

sind allerdings deutlich weniger aggressiv und erheblich unterhaltsamer als die Werke der „militanten Atheisten“. Wenzel schreibt über Botten:

Besonders beeindruckt ist Botton von dem gewissermassen ganzheitlichen Ansatz der Religionen, für sämtliche Departemente des Daseins, von der Erziehung und der Politik über Alltagsriten und Festkalender bis zu Kunst und Architektur «Konzepte» in petto zu haben. Daraus pickt er sich die Rosinen heraus, die auch Ungläubigen mutmasslich munden.

Von ihren Gegnern lernen hin und wieder übrigens auch schon Dawkins und Co. Sie modeln aus den modernen Naturwissenschaften ein «naturalistisches» Weltbild, das in allen Lebenslagen Orientierung geben soll, und sie organisieren sich in Weltanschauungsgemeinschaften wie der der «Brights». Der deutsche Ableger dieser «hellen Köpfe» hat im «Darwin-Jahr» 2009 sogar dafür geworben, Christi Himmelfahrt als Feiertag zu streichen und stattdessen alljährlich einen «Evolutionstag» zu begehen. (Freilich wird der Auffahrtstag in deutschen Landen ohnehin seit langem bereits als «Vatertag» für Herrenpartien genutzt.)

Hier: www.nzz.ch.

VD: ML

Wächst das Interesse an Francis Schaeffer?

Francis Schaeffer scheint im deutschsprachigen Europa wieder mehr Aufmerksamkeit zu empfangen. Kaum zu fassen, wie viel Geld inzwischen für seine Bücher auf dem antiquarischen Markt geboten wird. Genesis in Raum und Zeit mit gerade Mal 127 Seiten wird derzeit für fast 70 Euro angeboten.

Das Buch enthält eine Art Auslegung des biblischen Schöpfungsberichts. Schaeffer geht mit Jean Paul Satre davon aus, dass wir Menschen uns mit dem „Rätsel des Sein“ auseinandersetzen sollten und Gott auf wichtige Fragen dazu in der Heiligen Schrift Stellung genommen hat. Zitat (Francis A. Schaeffer, Genesis in Raum und Zeit, 1976, S. 18):

Wie ich anderswo schon sagte, hat Jean Paul Sartre das grundlegende philosophische Problem, vor dem wir stehen, treffend formuliert: Die Tatsache, daß etwas — anstatt nichts — da ist. Dies ist das unbestreitbare und unreduzierbare Minimum, von dem der Mensch ausgehen muß. Ich kann nicht sagen, es sei nichts da; es ist offensichtlich, daß etwas da ist. Ebenso klar ist, daß dieses Etwas zumindest aus zwei Teilen besteht: Ich bin da und etwas anderes, das sich von mir unterscheidet. Dies alles führt uns selbstverständlich zum modernen Begriff des Seins. Das Sein ist da. Aber damit stellt sich sogleich die Frage: „Ist es immer dagewesen?“” Das ist das grundlegende ungelöste Problem des modernen Menschen.

Vom Bedürfnis nach Sinn

Os Guinness schreibt in Von Gott berufen – aber wozu? (Hänssler: 2000, S. 10):201201311155.jpg

In einem frühen Entwurf der Brüder Karamasov von Fjodor Dostojewski gibt der Inquisitor einen erschreckenden Bericht über das, was mit der menschlichen Seele geschieht, wenn sie ihren Sinn anzweifelt: „Denn das Geheimnis des menschlichen Lebens ist es nicht, zu leben …, sondern für etwas Bestimmtes zu leben. Ohne eine fest umrissene Vorstellung davon, wofür der Mensch lebt, wird er das Leben nicht annehmen und wird sich eher zugrunde richten als am Leben zu bleiben …“

P.S. Das wunderbare Buch Brüder Karamasov gibt es für den Kindle hier gratis.

VD: PB

Metaxas Bonhoeffer

Immer wieder gehen Anfragen zum Bonhoeffer-Buch von Metaxas bei mir ein. Das erneute Auftreten des Biografen auf dem Willow Creek Deutschland-Kongress in Stuttgart beflügelt das Interesse. Idea meldet:

Bei Bonhoeffer könnten Gemeindeleiter lernen, im Vertrauen auf Gottes Wegweisung ihrer Berufung bis zum bitteren Ende treu zu bleiben, sagte Hybels. Er führte ein Podiumsgespräch mit dem Autor der Biografie „Bonhoeffer: Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet“, Eric Metaxas (New York). Dieser wandte sich dagegen, Bonhoeffer als liberalen Theologen darzustellen: „Je mehr ich nachforschte, desto mehr kam ich zu dem Ergebnis, dass diese Annahme Nonsens ist.“ Bonhoeffer habe die Bibel schon während seines Studiums anders verstanden als viele seiner Kommilitonen: „Für ihn war sie lebendig, sie spricht zu den Menschen. Er war einer der wenigen an der Fakultät, die ihre Stimme gegen die liberale Theologie erhoben haben.“ Hybels nannte Metaxas’ Bonhoeffer-Biografie eine unverzichtbare Ermutigung für Gemeindeleiter, die ihrer Berufung konsequent folgen wollen.

Ich möchte deshalb auf den älteren Beitrag „Der andere Bonhoeffer“ verweisen und kurz aus meiner Buchbesprechung zitieren, die im Magazin factum 8/2011 erschienen ist (S. 47):

Dass es gute Gründe dafür gibt, in Bonhoeffer einen unbequem orthodoxen Theologen zu sehen, haben z.B. Rainer Mayer oder Georg Huntemann mit ihren Veröffentlichungen zu Bonhoeffer gezeigt. Metaxas selbst erörtert Bonhoeffers Ringen um feste theologische Positionen angesichts der „mündig gewordenen Welt“ jedoch nur oberflächlich. Hier hätte ich mir eine gründlichere Auseinandersetzung mit dem Mann, „der doch noch das Erbe der liberalen Theologie in sich trägt“ (so B. am 3.8.1944 in einem Brief an Bethge), gewünscht. Auch evangelikale Autoren sollten die Gefahr eines „kreativen Missbrauchs“ Bonhoeffers nicht unterschätzen. Allerdings will Bonhoeffer: Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet keine theologische Abhandlung, sondern spannend geschilderte Lebensgeschichte sein. Diese Aufgabe hat Metaxas gemeistert. Hoffentlich werden viele Leser durch das Buch angeregt, sich gründlich mit Bonhoeffer auseinanderzusetzen.

Der Name Rudolf Bultmann taucht übrigens im Personenregister von Bonhoeffer: Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet nicht auf. Auch daran zeigt sich, dass die theologische Auseindersetzung mit Bonhoeffer vordergründig geblieben ist. Ferdinand Schlingensiepen schreibt in seiner Biografie kurz und präzise (Dietrich Bonhoeffer, 2010, S. 292–293):

Bonhoeffer hat sich, während er in Kieckow mit derart radikalen Gedanken beschäftigt war, die Zeit genommen, einen Vortrag zu lesen, den der Marburger Neutestamentier Rudolt Bultmann vor der neu gegründeten «Gesellschaft für Evangelische Theologie» gehalten hatte, und der seine Sprengkraft erst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entfaltet hat … Bultmanns Vortrag trug den Titel „Neues Testament und Mythologie“ und enthielt sein später von Theologen in der ganzen Welt diskutiertes Programm der „Entmythologisierung des Neuen Testaments“.

Bultmann vertrat die These, daß viele Berichte des Neuen Testaments, etwa die Himmelfahrt Christi, Mythen seien. Deren bis heute gültige Wahrheiten gelte es durch eine „existentiale Interpretation“ zu erschließen, nachdem man zuerst den unter der mythischen Einkleidung verborgenen überzeitlichen Wahrheitsgehalt aufgedeckt habe.

Während in Deutschland schon bald eine erste Welle heftiger Kritik einsetzte vor allem Hans Asmussen zeigte sich alarmiert –, urteilte Bonhoeffer zwar nicht unkritisch über Bultmanns faszinierendes Programm, aber er äußerte zuallererst Zustimmung. Öffentlich konnte er des Schreibverbotes wegen keine Stellung beziehen, indessen schrieb er an einen Schüler, der in Marburg im Lazarett lag:

„Ich gehöre zu denen, die [Bultmanns] Schrift begrüßt haben, … Grob gesagt: Bultmann hat die Katze aus dem Sack gelassen, nicht nur für sich, sondern für sehr viele (die liberale Katze aus dem Bekenntnissack), und darüber freue ich mich. Er hat gewagt zu sagen, was viele in sich verdrängen (ich schließe mich ein), ohne es überwunden zu haben. Er hat damit der intellektuellen Sauberkeit und Redlichkeit einen Dienst geleistet. Der Glaubenspharisäismus, der nun dagegen von vielen Brüdern aufgeboten wird, ist mir fatal. Nun muß Rede und Antwort gestanden werden. Ich spräche gern mit Bultmann darüber und möchte mich der Zugluft, die von ihm kommt, gern aussetzen. Aber das Fenster muß dann wieder geschlossen werden. Sonst erkälten sich die Anfälligen zu leicht.“

Die Vergewaltigung der menschlichen Identität

Andreas Späth hat das Buch Vergewaltigung der menschlichen Identität: Über die Irrtümer der Gender-Ideologie herausgegeben. Der Verlag schreibt dazu:

›Gender Mainstreaming‹ – ein Schlagwort ist in aller Munde und doch kaum fassbar. Uneingeweihte meinen, dies sei nichts anderes als die Gleichstellung von Mann und Frau. Der Journalist Volker Zastrow warnte schon 2006, dahinter verberge sich nichts anderes als eine ›politische Geschlechtsumwandlung‹. Worum es tatsächlich geht, will das vorliegende Buch durchleuchten und auf den Punkt bringen. In einer bisher einzigartigen Zusammenschau von Natur- und Geisteswissenschaft zerlegen der Gehirnforscher Manfred Spreng und der Religionsphilosoph Harald Säubert, das Konstrukt des Genfer Mainstreaming in seine Bestandteile. Sie zeigen die geistesgeschichtlich trüben Quellen ebenso auf wie die verheerenden Folgen, denen der Mensch durch die Vergewaltigung seines natürlichen Wesens durch eine Ideologie ausgesetzt ist, die schon seine grundlegenden Anlagen im Gehirn missachtet. Was einst durch die rot-grüne Bundesregierung zur politischen ›Querschnittsaufgabe‹ erklärt wurde, wird als nicht umsetzbar enttarnt. Jenseits ideologischer Flügelkämpfe entfernt das Buch alle Tarnkappen. Zum Vorschein kommen vor allem die Irrationalität und physiologische Unmöglichkeit des Menschen, so zu sein, wie es die Gender-Ideologie postuliert. Wer dieses Buch gelesen hat, erkennt, dass den Gender-Apologeten nicht gefolgt werden darf, wenn der Mensch nicht seiner Identität beraubt werden soll. Denn unter der Gender-Ideologie fällt seine Geschlechtsidentität wie der Kopf auf einer Guillotine.

In einer Buchbesprechung von Rolf-Alexander Thieke heißt es zum Buch:

Ebenso erhellend ist der Gang durch die Religions- und Philosophiegeschichte mit Harald Seubert, seine Analyse und Kritik der verschiedenen Denkansätze der Gender-Konzeptionen: ihre eigenen Prämissen werden dem wissenschaftlichen Diskurs nicht ausgesetzt; Fragen nach dem Wesen von Mann und Frau werden im konstruktivistischen Ansatz apriori eliminiert u.a.m.. Besonderes Interesse dürfte der Exkurs finden: „Christliche Philosophinnen und das Denken der Geschlechterdifferenz“! Harald Seubert betont dazu, dass er es auch selbst als besonderen Gewinn erfahren hat, dass er diesem Thema in der literarischen und der direkten Begegnung mit seiner Kollegin Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz vertiefend nachgehen konnte! Er bilanziert: die Mittel der Wissenschaft erweisen die Unhaltbarkeit der Gender-Ideologie. Es wird erkennbar, „dass weite Teile modischer Diskurse und machtvoller Eingriffe in die Natur des Menschen letztlich einem Popanz folgen und der Kaiser nackt ist. Die Haltlosigkeit steht freilich in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zur Gefährlichkeit der Gender-Ideologie.“

 

 

VD: MG

Was ist „evangelikal“?

Vergangene Woche wurde im Rahmen der „Wartburg-Gespräche“ vom Evangeliumsrundfunk (ERF) eine Diskussion zu Thema „Evangelikal – was ist das?“ ausgestrahlt (ein Mitschnitt kann hier eingesehen werden). Ich habe die Sendung gesehen und war ähnlich enttäuscht wie dieser Kommentator:

Zusammenfassend die Lösung als Fazit: Der Evangelikale steht für soziale Verantwortung. Und was soll daran schlecht sein? Image gerettet, Mission erfüllt. Keine großen Bekenntnisse, keine langweiligen Bibelverse, sondern gute Taten sind wichtig, machen Eindruck und außerdem vereinen sie uns. Nur, was hätte eigentlich Luther in der Runde gesagt? War er wirklich im Geiste so sozial-evangelikal, wie am Ende alle behauptet haben, dazu noch einmütig und ruhig mit ihnen im gemeinsamen Blick auf die Ökumene? Wenn Herr Werth am Ende gar noch die 5 Soli betont muss sich der Zuhörer doch fragen, ob er sie überhaupt richtig verstanden hat.

Stellen wir uns vor, Jesus und seine Apostel hätten zuerst darüber nachgedacht, wie sie vor der Welt bestehen, auf sie möglichst „unanstößig“ einwirken könnten (coram mundo). Hätten sie die Welt verändert? Der Evangelikalismus steckt in einer Identitätskrise.

Ich empfehle zum Thema das nach wie vor sehr aktuelle Buch:

  • David. F. Wells: No Place for Truth: Or Whatever Happened to Evangelical Theology? : William B. Eerdmans, 1993, 320 S.

Hier das Schlusswort (Vielleicht hat jemand die Zeit, es zu übersetzen?):

Unless the evangelical Church can recover the knowledge of what it means to live before a holy God, unless in its worship it can relearn humility, wonder, love, and praise, unless it can find again a moral purpose in the world that resonates with the holiness of God and that is accordingly deep and unyielding — unless the evangelical Church can do all of these things, theology will have no place in its life. But the reverse is also true. If the Church can begin to find a place for theology by refocusing itself on the centrality of God, if it can rest upon his sufficiency, if it can recover its moral fiber, then it will have somthing to say to a world now drowning in modernity. And there lies a great irony. Those who are most relevant to the modern world are those most irrelevant to the moral purpose of God, but those who are irrelevant in the world by virtue of their relevance to God actually have the most to say to the world. They are, in fact, the only ones who having anything to say to it. That is what Jesus declared, what the Church in its best moments has known, and what we, by the grace of God, can yet again discover.



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