Feuilleton

Feuilleton & Kunst

Predigtschule

Zu den Hauptaufgaben eines Pastors oder Predigers gehört die Verkündigung des Wortes Gottes. Die Predigtschule am MBS-Studienzentrum München soll Verkündigern dabei helfen, die Schrift treu und wirksam weiterzugeben. Nächste Woche gehts los. Noch werden Anmeldungen angenommen (siehe Flyer: flyer_clark_3a2.pdf).

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Vom Umgang mit Zweifeln

Dealingwithdoubt coverGary Habermas schreibt zur Entstehung seines Buches über den Umgang mit dem Zweifel:

The opportunity to write this manuscript came chiefly as the result of two extended speaking engagements. The bulk of the material was written to complement the Spring Lectureship which I presented at Western (Conservative Baptist) Seminary in Portland, Oregon. Those lectures, entitled „Christian Doubt: Toward Resolving a Painful Problem,“ comprised most of Sections I and II of this volume.

The remainder of the manuscript (Section III, in particular) was completed during a lectureship in an adjunct study program at Wycliffe Hall, Oxford, England. One of the lectures there was similarly devoted to the subject of doubt.

I benefited personally from my interaction with those from both groups during this lecturing and writing. The week at Western Seminary, at the invitation of Professor Gerry Breshears, provided an excellent time of interaction, including meetings with administration, faculty and students. The three weeks at Oxford provided an intensely personal setting for the integration of living and learning. The interaction with the students was especially gratifying. I would like to deeply and sincerely thank all those who made possible both lectureships, and the writing of this manuscript.

Incidentally, if it is possible to judge from the responses of those involved in these and other discussions on this topic, the issue of doubt and its resolution is one with which many Christians struggle. It is my hope that this volume will be especially helpful for those who are either working through such uncertainty themselves or who are assisting others in such a process.

Das Buch Dealing with Doubt des Philosophen Gary Habermas gibt es hier gratis: www.garyhabermas.com.

The Grammys

Ed Stetzer hat für CT die Verleihung der „Grammy Awards“ kommentiert. In der Tat lohnt es sich ein Blick auf die Veranstaltung, um den kulturellen Wandel, der unter anderem durch die Popkultur „erzwungen“ wird, besser zu verstehen.

Stetzer schreibt:

As Natalie Grant (a twice Grammy-nominated performer at the show) tweeted, „We left the Grammys early. I’ve many thoughts, most of which are probably better left inside my head.“ I understand and appreciate her and her comment. Yet, we will not always have the same option. Furthermore, it’s a frightening place to be if people of faith cannot live and speak about what their faith teaches and values. We can complain about how everything has changed, but people have been doing that for a long time. The fact is the Grammys don’t mirror the values of America. They are an ostentatious display that reflects (and impacts) the culture in a distorted way—yet perhaps increasingly in a way that people of faith do not.

Hier der Artikel: www.christianitytoday.com. Nachfolgend ausserdem der Mittschnitt des Auftritts von Katy Perry, dem es m.E. an Eindeutigkeit nicht fehlt. Im Text heißt es:

Also willst du mit Magie spielen?
Junge, du solltest wissen auf was du dich einlässt.
Baby kannst du es wagen, das zu tun.
Denn ich komme wie ein dunkles Pferd.
Bist du bereit für, bereit für
einen perfekten Sturm, perfekten Sturm?
Denn sobald du mir gehörst, mir gehörst
Gibt es keinen Weg zurück!

VD: WCS

Evangelisation und Transformation

41JZNsBTfpLVom  4. bis 5. Januar 2013 fand in Herrenberg bei Stuttgart eine AfeM-Tagung zur „Transformationstheologie“ statt. Das Buch mit den Referaten und einigen Mitschriften aus den Gesprächsrunden ist inzwischen erschienen als:

  • Robert Badenberg u. Friedemann Knödler (Hrsg.): Evangelisation und Transformation – „Zwei Münzen oder eine Münze mit zwei Seiten?“, Referate der Jahrestagung 2013 des Arbeitskreises für evangelikale Missiologie (AfeM), Nürnberg: VTR, 2013, 155 S.

Der Inhalt:

  • Vorwort (Robert Badenberg und Friedemann Knödler)
  • Grußwort im Auftrag der Deutschen Evangelischen Allianz (Michael Diener)
  • Einführung in die Diskussion (Thomas Schirrmacher)
  • Wir werden missional – und streichen evangelistische Dienste!? (Ulrich Parzany)
  • Dein Reich komme – Gesellschaftstransformation verstehen (Tobias Faix)
  • Die transformatorische Theologie im Licht des Neuen Testaments (Volker Gäckle)
  • Wofür ist die Kirche da? (Ron Kubsch)
  • Evangelisation – Grund, Motiv und Ziel (Johannes Reimer)
  • Das biblische Mandat, die Welt zu retten – innerlich wie äußerlich – ganz privat und ganz global (Thomas Schirrmacher)
  • Verhaltenskodex für christliche Entwicklungshilfe – Eine Initiative der Schweizerischen Evangelischen Allianz (Marc Jost)
  • Biblical Stewardship – Biblische Haushalterschaft (Manfred W. Kohl)
  • Schlusswort (Michael Diener)

Leuten, die sich für das Thema „Gesellschaftstransformation“ und die damit  verbundene Debatte in Deutschland interessieren, sei das Buch zur Lektüre empfohlen.

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Das göttliche Ich

Michael Schumacher, Thomas Hitzlsperger, Christian Wulff: Das ganz Private der Promis ist maximal öffentlich geworden, Millionen nehmen Anteil daran. Das Internet ist die Vollendung des Menschenkults. Mathias Müller von Blumencron hat für die FAZ den mediengestützten Narzissmus, der zum Götzendienst werden kann, und das Phänomen der geliehenen Identitäten, treffend auf’s Korn genommen:

Das Privatfernsehen schuf neue Formen der irdischen Anbetung. Wie eine Prominentenmanufaktur machte es Menschen einfach nur deshalb berühmt, weil sie von den TV-Machern dazu erkoren wurden, berühmt zu werden. Einer ganzen Generation wurde vorgegaukelt, dass das Sosein genüge, um berühmt zu werden.

Nichts allerdings hat die Vergötterung des Ichs so befördert wie das Internet. Plötzlich hatte jeder Mensch ein multimediales Werkzeug an der Hand, das nicht etwa die Verbindung zur Transzendenz erleichtert, sondern eine fast göttliche Aura verschafft, wenn man nur die richtige Melodie trifft. Das Netz ist die Vollendung des Menschenkults, irdisch in seinen Schwächen, aber fast überirdisch kraftvoll. Das griechische Universum ist endgültig auf der Erde angekommen.

Interessant finde ich die Leserfrage von W. Klein:

Diese Art von Religion bewegt sich auf niederstem geistigen Niveau, weil es hier noch nicht einmal um metaphysische Fragestellungen geht sondern nur noch um primitive Projektionen der eigenen Psyche (möchte sein, möchte haben). Warum befasst sich die Kirche nicht mal mit dieser Art modernen Heidentums und arbeitet sich stattdessen am Kapitalismus ab?

Mehr: www.faz.net.

VD: RN

Friedrich Dürrenmatt im Gespräch (1968)

Nicht jeder wird nachvollziehen können, dass ich Friedrich Dürrenmatt schätze. Ich halte ihn für einen großen Schriftsteller und Dramaturgen. Dürrematt, der in einem reformierten Pfarrhaus aufwuchs, hat übrigens einmal geschildert, wie er seinen kindlichen Gottesglauben verloren hat.  Lothar Veit beschreibt das in seiner Seminararbeit Ein gläubiger Zweifler:

Dürrenmatt erzählt nun eine Episode aus seiner Kindheit, die für seine Religiosität (oder Areligiosität, das wird noch zu klären sein) prägend gewesen sein muß. Gemeinsam mit anderen Kindern saß Dürrenmatt in der Sonntagsschule und sang gläubige Lieder, „ahnungslos, was wir da behaupteten“. Gottes Liebe wurde Dürrenmatt als etwas Vollkommenes beigebracht, eine „über jeden Verdacht erhaben(e)“ Liebe. Der Kinderglaube an eine vollkommene Liebe erfährt jedoch einen herben Rückschlag, als in der Nähe der Sonntagsschule der „Blaukreuz-Inspektor“, der auf dem Wege zum Sonntagsessen der Familie Dürrenmatt war, in seinem Auto von einer Eisenbahn überfahren und getötet wird. Zu allem Überfluss ereignete sich dieser Unfall, so schreibt Dürrenmatt, „während es aus den offenen Fenstern fröhlich herüberscholl: ‚Gott ist die Liebe, drum sag ich’s noch einmal, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich‘“.

Nachfolgend ein Interview mit Friedrich Dürrenmatt aus dem Jahre 1968, das Einblick in sein „Theaterdenken“ erlaubt und ausserdem zeigt, wie schön TV sein könnte. In einem gewissen Sinn ist das Interview auch eine beißende Kritik unserer Unterhaltungskultur (deren Dumpfheit Dürrenmatt damals nur erahnen konnte).

Tagung mit N.T. Wright: Der gekreuzigte Messias

Die Arbeitsgemeinschaft für biblisch erneuerte Theologie, das Theologisches Seminar St. Chrischona und die Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel veranstalten in der Zeit vom 25.–27. Januar 2014 Studientage mit N.T. Wright in der Schweiz.

Auf einer dafür eingerichteten Internetseite schreibt Rainer Behrend zu N.T. Wright:

N.T. Wright ist gleichzeitig ein konservativer, innovativer und auch provokativer Theologe, dessen Gesamtwerk sich durch eine nicht oft zu findende, gut durchdachte erkenntnistheoretische Grundlage und eine fruchtbare Hermeneutik auszeichnet. Faszinierend ist dabei, wie sich seine Erkenntnistheorie und Hermeneutik in seiner exegetischen und theologischen Arbeit praktisch auswirken. So basiert z. B. der Grundaufbau seines großen Jesusbuches Jesus und der Sieg Gottes auf den weltanschaulichen Grundkategorien seiner Erkenntnistheorie. Es geht also um die Storys, die Praxis, die Symbole und die Fragen im Judentum z. Zt. Jesu und um Jesu Umgang mit diesen.

Wright liest die Bibel als dramatische Story in fünf Akten (Schöpfung, Fall, Israel, Jesus, Gemeinde). Er sieht den Anfang des 5. Aktes im NT beginnen. Die Rolle der Christenheit in der Zeit nach dem NT (also auch unsere heutige Rolle) sieht er darin, dass wir das begonnene Drama „weiterspielen“ (um in der Metapher zu bleiben), und dass uns dazu die Darstellung der fünf Akte in der Bibel als Autorität dienen. Diese Autorität definiert Wright in Analogie zur Autorität eines unvollständigen Shakespeare-Stückes, das erfahrenen Schauspielern gegeben wird, die es zu Ende spielen sollen: Sie müssen den Plot der ersten Akte verstehen und verinnerlichen, dürfen im letzten Akt nicht irgendetwas aufführen, was vor dem Hintergrund des Plots und der Charakterentwicklung der ersten Akte völlig unsinnig erscheint, aber sie dürfen im letzten Akt auch nicht immer nur einfach Wort für Wort Abschnitte aus den ersten Akten wiederholen. Es geht also um ein dynamisches Reagieren auf die Autorität Gottes, die er auf ganz verschiedene Weise durch die verschiedene Textgattungen der Bibel ausübt; es geht um die Autorität Gottes, die uns letztlich zu Akteuren in der Story Gottes mit der Welt macht.

Erfreulicherweise sollen auf dieser Veranstaltung auch Kritiker von N.T. Wrights Ansatz und der „Neuen Paulusperspektive“ zu Wort kommen. So ist geplant, dass Prof. Jacob Thiessen, der gerade die Publikation Gottes Gerechtigkeit und Evangelium im Römerbrief. Die Rechtfertigungslehre des Paulus im Vergleich zu antiken jüdischen Auffassungen und zur „Neuen Paulusperspektive“ für eine Veröffentlichung beim Peter Lang Verlag vorbereitet, an einer Podiumsdiskussion teilnimmt.

VD: WB

Bach und die Ehre Gottes in der Musik

Die Werke von Johann Sebastian Bach schlagen auch heute noch viele Menschen in ihren Bann. Gerade diese vereinnahmende Wirkung machte sie in Kirchenkreisen mehr als verdächtig. Ihm wurde vorgeworfen, eine Musik mit „teuflischer Versuchung“ zu schaffen. Dabei ging es Bach vor allem um die Ehre Gottes: „Mit aller Musik soll Gott geehrt und die Menschen erfreut werden. Wenn man Gott mit seiner Musik nicht ehrt, ist die Musik nur ein teuflischer Lärm und Krach.“

Hier ein empfehlenswerter DLF-Beitrag über Johann Sebastian Bach:

Die absolute Verblödung

Bernhard Heinzlmaier, Autor des Buches Performer, Stylet, Egoisten, beschreibt in einem Interview mit der WELT die postmoderne Kultur der Selbstinszenierung recht treffend:

Letztlich geht es um Erfolg, Image und Konsum. Wichtiger als, wie ich mich fühle, ist, wie die anderen mich sehen. Wie sehe ich aus? Welche Statussymbole habe ich? Dieses Verhalten lernen Kinder und Jugendliche schon sehr früh, und sie lernen auch, sich selbst gut zu verkaufen. Die neuen Medien verstärken dieses Bedürfnis nach Selbstdarstellung und Selbstvermarktung nur noch. Aber notwendig glücklich wird man nicht, wenn man tagtäglich eine Rolle spielt, mit der das eigene Selbst wenig bis nichts zu tun hat.

Mehr: www.welt.de.

Wie der Papst in Wirtschaftsfragen irrt

Dankenswerter Weise hat die FAZ einen Aufsatz von Robert Grötzinger über das Verhältnis von Christentum und Marktwirtschaft veröffentlicht (siehe auch hier). Es geht um Fragen wie: Ist das Christentum eine marktfeindliche Religion? Ist es eine Religion für die Armut, gegen die Reichen? Welche Rolle spielen die staatlichen Eingriffe in den Markt?

Grötzinger, Sympathisant der Österreichischen Schule und Gary North-Leser, schreibt:

Das Grundproblem mit Aussagen wie denen des Pontifex ist, dass keine konkreten Ursachen für die genannten strukturellen Probleme der Weltwirtschaft dargelegt werden, sondern sie sich in einer vagen Klage gegen allzu freie Märkte erschöpfen, die aber Unkenntnis offenbaren. Es ist nämlich keinesfalls die „Wirtschaft“, die tötet, wenn, wie der Papst beklagt, „es kein Aufsehen erregt, wenn ein alter Mann, der gezwungen ist, auf der Straße zu leben, erfriert, während eine Baisse um zwei Punkte in der Börse Schlagzeilen macht“.

Der Schuldige, wenn man denn einen Schuldigen pauschal nennen will, ist vielmehr der Staat. Jener Staat, der zum Beispiel in Argentinien, dem Heimatland des Papstes, durch interventionistische und Eigentumsrechte willkürlich bedrohende Politik Investoren verschreckt und die Wirtschaft so in Stagnation und Niedergang führt. Ein Staat, der Mindestlöhne festlegt und damit Schwache aus dem produktiven Erwerbsleben ausschließt und sie abhängig von einer Wohlfahrt macht, die er ebenfalls reguliert und beherrscht. Der Höchstmieten festlegt und damit den Wohnungsmarkt einschränkt. Ein Staat, der Unternehmen reglementiert und besteuert, bis sie auswandern oder schließen und damit empfindliche Wohlfahrtsverluste für die bisherigen Arbeitnehmer und deren Gemeinden verursacht. Der andere, unproduktive Unternehmen subventioniert, so dass Ressourcen unproduktiv verwendet werden und der Kapitalstock einer Nation dahinschrumpft.

Hier: www.faz.net.

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