Christiane Tietz spricht über Karl Barth

Auf Christiane Tietz wurde ich aufmerksam, als ich ihren englischsprachigen Aufsatz „Karl Barth and Charlotte von Kirschbaum“ (Theology Today 74, no. 2 (2017): 86-111) zu Gesicht bekam. Der Text, der die „Notgemeinschaft“ von Karl Barth, Nelly Barth und Charlotte Kirschbaum beschreibt, hat in Nordamerika und anderswo für ziemlich viel Wirbel gesorgt (vgl. z.B. hier). Außerhalb der deutschsprachigen […]

Schleiermacher oder Barth? Entspannte Pluralität!

Schleiermacher oder Barth? Seit 100 Jahren spaltet dieser theologische Streit den deutschen Protestantismus. Der EKD-Kulturbeauftragte Johann Hinrich Claussen hat sich in einem DLF-Gespräch auf die Seite Schleiermachers gestellt. Der DLF schreibt: An Schleiermacher fasziniere ihn der Versuch, so Claussen, sich den Glauben über das individuelle religiöse Leben zu erschließen. Was ihm an Schleiermacher missfalle? „Gar […]

Karl Barths verlorener Kampf gegen die Frauenordination

Karl Barth engagierte sich in den Nachkriegsjahren vielfältig ökumenisch. Als 1948 die konstituierende Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen stattfand, hielt er sogar am 23. August den Eröffnungsvortrag. Auch in der ökumenischen Kommission „Leben und Arbeit der Frauen in der Kirche“, die überwiegend von Frauen besetzt war und für die Frauenordination kämpfte, wirkte er mit. Barth lehnte […]

Barth, „der rote Pfarrer“

Karl Barth war bereits in seiner frühen Schaffensperiode, also noch vor der „dialektischen Wende“, vom Sozialismus sehr angetan. Die Einflüsse auf dem Weg dahin sind vielfältig. Das Reich Gottes als ethische Aufgabe war das große Thema der Liberalen Theologie, die er in Berlin oder Marburg gehört hatte. Durch Eduard Thurneysen lernte Barth Hermann Kutter kennen, […]

Das Erbe des Theologen Karl Barth

Er gilt als der wichtigste evangelische Theologe des 20. Jahrhunderts: der Schweizer mit dem deutschen Pass, Karl Barth. Er starb vor 50 Jahren im Dezember 1968. In einem DLF-Beitrag wird sein Werk besprochen und dabei kommt auch sein letzter Assistent, Eberhard Busch, zu Wort. Eine kritische Auseinandersetzung fehlt freilich. Hier: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/10/15/zum_50_todestag_des_evangelischen_theologen_karl_barth_dlf_20181015_0948_e1d66199.mp3  

„Jeder Ansatz zum Selbstdenken fehlt oft“

Wilhelm Niesel beschwerte sich 1931 in einem Brief an Karl Barth über die fehlende Denkbereitschaft seiner Studenten (Brief vom 19.01.1931, in: Karl Barth und Wilhelm Niesel: Briefwechsel 1924-1968, Vandenhoeck & Ruprecht, 2015, S. 91). Im Seminar hier muß ich immer wieder die böse Erfahrung machen, daß die Leute heute z.T. überhaupt nicht mehr wissenschaftlich arbeiten […]

„Man hat nicht auf den Herrn der Kirche gehört“

Der reformierte Theologe Wilhelm Niesel schrieb während des Kirchenkampfes im Dritten Reich an Karl Barth (Brief vom 21.07.1933, in: Karl Barth und Wilhelm Niesel: Briefwechsel 1924-1968, Vandenhoeck & Ruprecht, 2015, S. 113; es ging um Verhandlung mit dem Reichsbischof Ludwig Müller, der eine führende Rolle bei den mit den Nationalsozialisten kooperierenden Deutschen Christen einnahm): Was wir heute […]

Barths Schriftverständnis

D.A. Carson erzählt in dem TGC-Beitrag „What Should Evangelicals Make of Karl Barth?“ folgende Anekdote über die dialektische Arbeitsweise des Schweizer Theologen: Es gibt da eine sehr berühmte Geschichte – ich weiß nicht, ob sie authentisch ist oder nicht – in der jemand an Barth schrieb und sagte: Professor Barth, ich habe folgende Widersprüche in Ihren Schriften […]

Karl Barth über die Zukunft der Volkskirche

Zitiert aus: Georg Huntemann: Diese Kirche muss anders werden, Bad Liebenzell: VLM, 1979, S. 118: Karl Barth bekannte sich 1956 in seinem „Brief an einen Pfarrer in der Deutschen Demokratischen Republik“ zum Ende der Volkskirche „mit Kindertaufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung als die christliche Markierung des Rahmens und der Existenz des Herrn Jedermann, in deren […]

Hin zur Schrift?

Bernhard Rothen schreibt in Die Klarheit der Schrift (Bd. 2, 1990, S. 96) zu Karl Barths Hinterlassenschaft: Eine der m. E. schwerwiegendsten Fragen, die man an das Werk Barths richten muß, ist die, ob das rein äußerlich gesehen noch evangelisch ist: eine menschliche Lehre, die von den Mitarbeitern des spezifisch theologischen Dienstes am Wort so viel Zeit […]

80 Jahre Barmer theologische Erklärung

Vor 80 Jahren trafen sich in Wuppertal-Barmen Vertreter aus allen evangelischen Landeskirchen, um sich als „Bekennende Kirche“ gegen den totalen Machtanspruch des nationalsozialistischen Staates über die Kirche zu wehren. Unter der Federführung von Karl Barth verfassten sie die „Barmer Theologische Erklärung“. Hier ein informativer DLF-Beitrag über die Entstehung der Erklärung (hier erklärt Karl Barth seine Sicht […]

Barth: Die Verwüstung der Rede von Gott

Karl Barth schreibt in seiner Einleitung zur Kirchlichen Dogmatik (Studienausgabe, Bd. 1, 1986, S. 4): „Direkt übernommen haben Philosophie, Geschichtswissenschaft, Psychologie usw. in jedem der drei theologischen Problemgebiete faktisch noch nie etwas anderem als der Vermehrung der Selbstentfremdung der Kirche, der Entartung und Verwüstung ihrer Rede von Gott gedient.“

Michael Beintker: Krisis und Gnade

Hier ein Auszug aus einer Buchbesprechung, die vollständig in der nächsten Ausgabe von Glaube und Denken heute erscheinen wird. Michael Beintker: Krisis und Gnade: Gesammelte Studien zu Karl Barth, hrsg. von Stefan Holtmann u. Peter Zocher. Tübingen: Mohr Siebeck, 2013. 275 S. 39,00 € Der Schweizer Theologe Karl Barth (1886–1968) hat wie kein anderer die Theologie des […]

David Wells: Die Evangelikalen und Karl Barth

David Wells gehört zu den Theologen, die ich mit großer Neugier lese und höre. Kürzlich wurde er von David B. Garner interviewt. Im ersten Teil des Gesprächs geht es um sein Buch Reformed Theology in America: A History of Its Modern Development. Wells spricht viel über Karl Barth und seine Popularität unter den Evangelikalen. Sehr empfehlenswert!

Barth über Stalin

Die Bekennende Kirche hat unter dem starken und mutigen Einfluss von Barth, Niemöller, Gollwitzer und vielen anderen im Dritten Reich vieles richtig gemacht. Trotzdem war der Widerstand gegen das Naziregime bei einigen mit Blindheit gegenüber der stalinistischen Diktatur gepaart. Besonders Barth sympathisierte mit dem Kommunismus. 1951 erklärte der Schweizer Theologe in Casa Locarno: Hitler war […]

Das Karl-Barth-Archiv in Basel

Karl Barth war international einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts. In seinem ehemaligen Wohnhaus in Basel befindet sich heute das Karl-Barth-Archiv, in dem Tausende von Büchern, Aufsätzen und Briefen des evangelischen Theologen aufbewahrt werden. Seit dem 1.März 2012 hat das Haus einen neuen Leiter, Dr. Peter Zocher. Hier ein Interview mit dem Theologen Zocher: […]

„Wir können Gott nicht einfach abschreiben“

Martin Walser hat Alexander Görlach ein Interview gegeben und geht mit dem Atheismus hart ins Gericht. Gleichzeitig wendet er sich gegen die beruhigende Religion der Kirche und benennt Nietzsche, Kafka und Barth als seine Kronzeugen. Walser spricht nicht als Glaubender, sondern als Zweifler, der Gott nicht einfach abschreiben kann. Wenn man Karl Barth liest, dann […]

Barth über die »Institutio«

Karl Barth hat anlässlich eines Jubiläums einen kurzen Text über Calvin und seine Institutio geschrieben, den die NZZ im Jahre 2009 wieder abgedruckt hat. Der Schweizer schreibt: Calvin war – anders als Luther – kein Genie, dafür ein gewissenhafter Ausleger, ein strenger und gediegener Denker und zugleich ein unermüdlich um die Praxis des christlichen und kirchlichen […]

Die evangelische Kirche in der offenen Gesellschaft

Rüdiger Achenbach hat für den DLF mit dem Philosophen Alexander Grau und dem kirchlichen Kommunikationsexperten Günter Menne über die Evangelische Kirche und die Herausforderungen der offenen Gesellschaft gesprochen. Schleiermacher kommt – nicht überraschend – etwas besser weg als Barth. Der Christ ist ein Mensch, der die Welt anders fühlt, als der Nichtchrist. Insgesamt ein interessantes […]

Theozentrische Theologie

Gemeinhin gilt Karl Barth als der Theologe, der dem Spuk der Schleiermachschen Vermittlungstheologie eine Ende setzen wollte. In gewisser Weise steht Barth allerdings in der Schuld eines anderen Theologen. Erich Schaeder, ab 1918 Professor für Theologie in Breslau, hatte bereits 1909 durchschaut, dass seit Schleimacher der Mensch in den Mittelpunkt der deutschsprachigen Theologie geraten ist […]