Praktische Theologie

Einfach missional sein

Hin und wieder werde ich danach befragt, was eigentlich der Begriff „missional“ bezeichne. Endlich habe ich authentische Antworten. Missional sein heißt „einfach sein“, „ganz sein“ oder „echt sein“.

Im folgenden Video erklären missionale Pastoren und Pastorinnen ihren Ansatz für die Gemeindearbeit. Dabei ist auch: „Für viele Menschen sind wir ihre letzte Haltestelle auf dem Weg aus dem Christentum.“ Hipster!

VD: SH

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PS:  Wer mehr über das Konzept der „missional church“ lernen möchte, wird bei Stefan Schweyer fündig.

Sieben Tipps für junge Prediger

Pastor Jeramie Rinne hat kürzlich ein paar Tipps für junge Prediger bei der Gospel Coalition (GC) veröffentlicht. Auf Anregung von Andreas Dück hat Helene Peters den Artikel übersetzt. Pastor Rinne und die GC haben nun die Erlaubnis erteilt, den Beitrag hier zu veröffentlichen. Vielen Dank an alle!

 Sieben Tipps für mein jüngeres „Prediger-Ich“

Jeramie Rinne

Ein befreundeter Ältester unterrichtet an einer örtlichen Predigerschule. Hin und wieder lädt er mich ein, seinen Studenten die Sicht eines Pastors über die Gottesdienst-Vorbereitung, Predigt und Gemeindearbeit zu vermitteln. Erst kürzlich fragte mich einer der Studenten während meines Vortrags: „Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten und sich selbst als jungen Prediger Ratschläge geben könnten, was würden sie ihrem jüngeren Prediger-Ich sagen?“

Ich unterrichte nun schon seit 15 Jahren. Ich weiß nicht, ob das schon genug Zeit ist, um mich zu einem Jedi-Ritter-Prediger zu machen, der weise genug ist, Neulinge zu unterweisen. Aber es scheint lang genug zu sein um mir zu überlegen, welchen Rat ich mir selbst geben würde, könnte ich in der Zeit zurückgehen. Hier sind sieben Empfehlungen für junge Prediger, die ich aus eigener Erfahrung und aus der Beobachtung von jüngeren Kollegen in den letzten anderthalb Jahrzehnten geschlossen habe.

1. Predige das Wort
Dieser erste Ratschlag sollte eigentlich nicht genannt werden müssen, was wahrscheinlich bedeutet, dass wir ihn sehr oft nennen sollten: Predige das Wort. Am Anfang des Gemeindedienstes sollte die Auslegungspredigt stehen. Was bedeutet Auslegungspredigt? Es bedeutet, dass der Sinn des Textes der Sinn der Predigt ist, und dieser soll dann auf die Versammlung angewendet werden.

Während ich die Fragen der Studenten beantwortete, hatte ich das Gefühl, dass viele von Ihnen mit dem Zweifel kämpften: „Werde ich wirklich 10, 15 oder 20 Stunden jede Woche darauf verwenden, mit den gelernten Methoden, die Bedeutung des Textes herauszufinden?“ Ich hoffe sie werden es, und ich hoffe, die Leser dieses Textes auch. Je länger ich Pastor bin, desto mehr beeindruckt es mich, wie ständiges Predigen des Wortes sich auf die breite und tiefe geistliche Gesundheit der Versammlung auswirkt. Lass Woche für Woche regelmäßige Auslegung den Herzschlag und die Atmung sein, welche den lebensspendenden Geist durch den Leib Christi befördert.

2. Vertraue dem Wort
Lass mich hier etwas tiefer gehen. Predige das Wort nicht nur, sondern vertraue dem Wort. Selbst bei ausgeübter Auslegung kann dein Herz sich unbemerkt auf andere Dinge stützen, um die Versammlung zu beeinflussen. Du kannst dich insgeheim auf deinen Humor, dein Alter, deine Gelehrtheit, Herkunft, deinen Stil, auf die Technologie oder auf deine Tätowierungen verlassen, welche wirklich die Leute erreichen sollen. Wenn ich in der Zeit zurückgehen könnte und zu meinem jüngeren Ich reden könnte, würde ich mir selbst sagen, dass ich aufhören soll, zu versuchen witzig zu sein. Ich verwende immer noch Humor in meinen Predigten; dass gehört irgendwie zu meiner Persönlichkeit. Aber mein Humor dient dem Text heute mehr. Gott hat mir gnadenvoll geholfen meine Menschenfurcht und mein tiefes, inneres Verlangen nach Anerkennung zu überwinden. Er hat es mit einem größeren Bewusstsein für die Kraft seines Wortes, Sünder zu retten und Heilige zu stärken, ersetzt.

3. Predige eher kurze Predigten
Manchmal weise ich jüngere Prediger an, kürzere Predigten von höchstens 25-30 Minuten zu bringen. Warum? Weil sie lernen sollen zum Punkt des Textes zu kommen.

Wir haben alle weitausschweifenden Predigern zugehört. Ich war selbst so einer. Diese ausschweifenden Prediger, zerren uns durch die Windungen von einem Gedanken oder Vers zum nächsten, ohne eine klare Struktur oder Richtung. Wenn der Pastor seine bildlichen Wanderungen auf der Bibel basiert, kann die Versammlung wahre Goldschätze darin finden, sofern sie aufmerksam genug sind. Aber die Menschen werden leicht die Aufmerksamkeit verlieren, auch wenn sie höflich weiter so aussehen, als ob sie zuhören würden. Wenn man sich zu Beginn daran hält, sich kürzer zu fassen, diszipliniert man sich gleichzeitig dazu, sich auf die Hauptaussagen zu konzentrieren und sich nicht festzufahren, oder sogar abzudriften. Sobald man die Fähigkeit entwickelt hat, die Botschaft des Textes deutlich zu vermitteln, kann man langsam damit beginnen, etwas mehr Zeit anzuhängen. Ich begann damit 30 Minuten zu predigen, heute tendiere ich eher zu 45 Minuten. Aber über viele Jahre hinweg habe ich mehr rhetorische Fertigkeiten erlernt, um die Versammlung so lange bei der Predigt zu halten.
Hüte dich vor dem Trugschluss, dass längere Predigten treuere Predigten bedeuten. Manchmal sind längere Predigten einfach nur schmerzhafter.

4. Sprich wie eine normale Person
Versteh was deine Professoren sagen, aber rede nicht wie sie. Rede wie die Leute in deiner Gemeinde. Mach deine Predigten nicht undurchsichtig durch den theologischen, biblischen und historischen Jargon, den du in deinen Bibelstunden gelernt hast. Ich befürworte kein verdummtes Predigen; ich dränge auf verständliches Predigen. Definitiv sollen schwergewichtige theologische Wahrheiten gepredigt werden. Aber bitte erkläre diese. Wenn du die Wirksamkeit von Christi juristischer, stellvertretenden Sühne predigst, dann erkläre den Leuten, was jedes dieser wertvollen Worte bedeutet, und tue das mit der einfachen Sprache der alltäglichen Menschen. Für die Seminarteilnehmer: Seht dies als Inkarnation der Homiletik.

5. Arbeite an der Anwendung
Predigten von frisch geschmiedeten Predigern können manchmal sehr viele biblische Kommentare und nur wenige Anwendungen beinhalten. Die Bibelschule lehrt uns, wie man einen Text deutet. Aber wie lernen wir, unsere Mitmenschen und ihre Herzen zu deuten? Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um das zu lernen. Arbeite hart an der Kunst der Anwendung. Während deiner Vorbereitung für die Predigt, denke daran, welche Anwendung der Text in sich selbst birgt. Und genauso wichtig ist, dass du deine Zuhörer kennenlernst. Liebe ist das Geheimnis zu guter Anwendung. Während du dich in deine Herde verliebst und sie so kennenlernst, wie ein Hirte seine Schafe kennenlernt, werden deine Anwendungsinstinkte sich verschärfen. Du wirst nicht nur eine biblische Predigt bringen, oder biblische Anwendungen herausstellen; sondern du wirst deiner Gemeinde predigen und die Bibel auf sie anwenden.

6. Hole dir Rückmeldungen
Nichts wird dein Predigen so verbessern, wie durchdachte Kritik. Es ist ermutigend, wöchentliche Komplimente wie: „Gute Predigt heute“, zu hören, während man nach dem Lobpreis im Foyer steht. Aber du brauchst außerdem achtsame, konstruktive Kritik. Wenn du andere begabte Prediger in deiner Mitarbeitergruppe hast, oder unter den Ältesten deiner Gemeinde oder vielleicht auch verständnisvolle nicht-predigende Gemeindemitglieder, dann frage diese nach regelmäßiger Kritik. Wenn du der einzige Pastor bist, befreunde dich mit anderen örtlichen Pastoren, die sich auch der Auslegungspredigt verschrieben haben und bewertet euch gegenseitig. Meine Pastorengemeinschaft hört sich jeden Monat eine der Predigten eines anderen an und kritisiert diese (konstruktiv). Diese Übung ist sehr hilfreich für uns alle. In meinen Anfängen habe ich mir kein Feedback zu meinen Predigten geholt, wenn ich jetzt die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich mich selbst ermutigen, das einzuführen.

7. Sei geduldig
Zu guter Letzt, sei geduldig mit dir selbst. Erlaube dir selbst zu wachsen. Auf der Kanzel gibt es keinen Ersatz für die Zeit, seine Stimme zu finden, seine Fähigkeiten zu entwickeln und aus Erfahrungen zu lernen, auf Gottes Wort und Geist zu vertrauen. Wenn du nicht der hauptsächliche Prediger in deiner Gemeinde bist, sorge für eine wöchentliche Zusammenkunft, um zu predigen und zu lehren, wie etwa eine Jugendgruppe, einen Erwachsenenkurs oder einen Abendgottesdienst. Sieh dein Predigen auf lange Sicht. Ertrinke nicht in Verzweiflung, weil du bei der Predigt einmal ein Katzengewölle von dir gegeben hast. Auch wenn das zwei- oder fünfmal passiert. Sei demütig, rüste dich und versuche es wieder. Alle jungen Prediger (und auch die alten) sollten sich 1.Timotheus 4,13.15 an Ihre Wand hängen: „Widme dich bis zu meinem Kommen ganz dem Vorlesen der Heiligen Schrift, dem Ermutigen der Gläubigen und dem Lehren … Mühe dich um das, was dir aufgetragen ist. Dann werden deine Fortschritte allen offenbar sein.“

Hast du den letzten Teil verstanden? Gott ruft uns Prediger dazu auf, unsere Fortschritte unseren Versammlungen zu zeigen, nicht Perfektion. Ich habe das Predigen definitiv noch nicht „gemeistert“, was auch immer diese Perfektion bedeuten mag. Aber mit Gottes Gnade habe ich in den letzten 15 Jahren beim öffentlichen Lesen der Schrift, beim Predigen und beim Lehren, Fortschritte gemacht. Mit seiner Gnade wird es auch dir so ergehen.

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Gospel Coalition.
Übersetzung: Helene Peters, FKGW

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Beitrag als PDF-Datei: 7TippsPrediger.pdf

ÖRK: „Gemeinsam für das Leben“

Scharfe Kritik am Missions- und Evangelisationsverständnis des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) übt der pietistische Theologe Rolf Hille. Obwohl ich einige Passagen in dem Erklärungsentwurf „Gemeinsam für das Leben: Mission und Evangelisation in sich wandelnden Kontexten“ des Ökumenischen Rates der Kirchen ganz gelungen finde, teile ich die scharfe Kritik von Rolf Hille voll und ganz. Was da zur Frage der Evangelisationstheologie zur Abstimmung vorgelegt wird, ist ein Armutszeugnis.

Idea online schreibt:

In dieser ökumenischen Evangelisationstheologie werde kein Sünderheiland gebraucht. Es gebe daher auch keinen Ruf zum rechtfertigenden Glauben allein aus Gnaden. Der Reformator Martin Luther (1483-1546) hätte sich, wenn es dem ÖRK-Papier nach ginge, die Suche nach dem gnädigen Gott sparen können: Er lebte im Kloster frei von jeder Geldgier und aller kapitalistischen Marktwirtschaft, so Hille. Sein Fazit: „Das vom ÖRK erarbeitete Papier zur Mission ist nicht nur defizitär, sondern eine Katastrophe, weil das Wesen der Evangelisation, die Botschaft von Gericht und Gnade, ausgeblendet wird.“

Das Dokument „Gemeinsam für das Leben: Mission und Evangelisation in sich wandelnden Kontexten“, an dem viele Emergente – die übrigens wohlwollend erwähnt werden – ihre Freude haben dürften, kann hier eingesehen werden: Gemeinsam_fuer_das_Leben_-_Mission_Evangelisation_wandelnde_Kontexte.pdf.

Den vollständigen Idea-Beitrag gibt es hier: www.idea.de.

Leseplan der SERK

Der Kirchenrat der SERK Heidelberg hat sich dafür entschieden, monatlich einen Leseplan mit drei Bestandteilen herauszugeben:

  • Tägliche Abschnitte aus der Heiligen Schrift,
  • Wöchentliche Lesetexte aus unseren Bekenntnissen und
  • Schwerpunkte für die tägliche Fürbitte.

Eine sehr gute Idee, die viele Freunde der reformierten Theologie hoffentlich schätzen lernen.

Hier der Plan für Oktober 2013: SERK-Leseplan1013.pdf. Mehr Hintergrundinformationen gibt es auf der Internetseite der SERK: www.serk-heidelberg.de.

Depression: Wenn die Hoffnung schwindet

Wer selbst noch nicht durch das finstere Tal einer schweren Depression gewandert ist, kann Betroffene in der Regel nur oberflächlich verstehen. Wie kann es sein, dass ein Freund, der bisher fröhlich und teilnehmend unterwegs war, auf einmal fast jede Hoffnung verliert und sich immer mehr zurückzieht.

In dem folgenden englischsprachigen Vortrag eröffnet David Murray (Professor für Altes Testament und Praktische Theologie am Puritan Reformed Seminary) ein Fenster für Menschen, die durch diese stimmungseinengenden Episoden hindurch müssen. Eine Depression kann – so bekennen Betroffenen in diesem Video –, sogar ein Segen sein.

 

Wofür ist der Gottesdienst da?

Georg Wilhelm Friedrich Hegel war mit dem Begründungsansatz der Schleiermacher-Theologie nicht sonderlich glücklich und schrieb 1822 in einer Vorrede zu Hinrichs Religionsphilosophie berechnend:

„Gründet sich die Religion im Menschen nur auf ein Gefühl, so hat solches richtig keine weitere Bestimmung, als das Gefühl seiner Abhängigkeit zu sein, und so wäre der Hund der beste Christ, denn er trägt dieses am stärksten in sich und lebt vornehmlich in diesem Gefühle. Auch Erlösungsgefühle hat der Hund, wenn seinem Hunger durch einen Knochen Befriedigung wird.“

Es leuchtet ein, dass Hegel und Schleiermacher nie Freunde geworden sind.

Wenn wir bei Schleiermacher genauer hinschauen, verstand er unter Gefühl nicht das, was wir heute gemeinhin darunter verstehen. Schlimmer ist: Heute dreht sich unser Gottesdienst tatsächlich oft darum, wie wir uns fühlen.

Hier ein hörenswerter Beitrag des großen Predigers Alistair Begg dazu:

VD: MFK

Das Evangelium für Litauen

lahayneEs ist mir eine Freude, das Blog meines ehemaligen Kollegen Holger Lahayne vorzustellen. Holger lebt mit seiner Familie in Litauen und arbeitet dort für die Studentenmission IFES (in Litauen LKSB) sowie als Dozent am Ev. Bibelinstitut. Ausserdem übersetzen Holger und seine Frau Rima christliche Literatur in die litauische Sprache, derzeit arbeiten sie an einer Neuübersetzung des Heidelberger Katechismus.

Holger ist Kurator der Evangelisch-reformierten Kirche Litauens. Die Kirche hat kürzlich einen „Kanon zu Ehe und Scheidung“ herausgegeben, der im Auftrag der Synode ins Deutsche übersetzt wurde (der Text kann hier eingesehen werden). Der Beschluss der Ev.-reformierten Kirche Litauens ist bibelbezogen und hebt sich damit deutlich von der Orientierungshilfe der Ev. Kirche in Deutschland ab. In einem ideaSpektrum Leserbrief schrieb Holger Lahayne kürzlich:

Eine Kluft zwischen den Protes­tanten Europas entsteht Kardinal Meisner warnt vor einem „tiefen Riss in der Ökumene“, verursacht durch die jüngste „Orientierungshilfe“ der EKD zum Thema Ehe und Familie. Eine immer größere Kluft tut sich auch innerhalb der Protes­tanten Europas auf. Aufgrund ganz unterschiedlicher Ansichten zu Ehe und Sexualität haben beispielsweise die Lutheraner der baltischen Länder schon seit Jahren keine Gemeinschaft mehr mit der Kirche Schwedens. Nun nahm bei der Synode im Juni die Evangelisch-refomierte Kirche Litauens einen Kanon zu Ehe und Scheidung an und kehrte damit zu biblischen und reformatorischen Grundsätzen zurück. Die Ehe wird dort als „ein heiliger Bund zwischen einem Mann und einer Frau“ bezeichnet, und es ist Gottes Wille, dass dieser Bund ein Leben lang hält. Unzucht wird biblisch definiert, und bei den Scheidungsgründen und der Wiederheirat wird die traditionelle reformierte Lehre bekräftigt. Diese Sicht wurde von Deutschland her schon als biblizistisch gebrandmarkt. Sie würde eine evangelikal-fundamentalistische Weltanschauung widerspiegeln. Die Kirche Litauens wird ihre Position auch in der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, zu der einige EKD-Kirchen gehören, verteidigen. Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass manche Kirchen des Westens und die Zentral- und Osteuropas unterschiedliche Wege gehen.

Wer sich für das wunderschöne Litauen und die Kirchen dort interessiert, wird auf der Seite www.lahayne.lt viele interessante Informationen finden. Holger kommentiert auch Themen, die weit über Litauen hinausreichen, wie z.B. den neuen evangelikalen Moralismus: Sünde Smartphone?.

Holger und Rima brauchen für Ihre Arbeit weitere Unterstützung. Wer ihnen helfen möchte, findet hier weitere Informationen: lahayne.lt.

Wofür ist die Kirche da?

Die AfeM-Jahrestagung am 4. und 5. Januar 2013 stand unter dem Thema „Transformationstheologie“. Zu den Referenten gehörten Befürworter klassischer Evangelisation und Mission sowie Vertreter der sogenannten „transformativen Theologie“. Da hier im Blog immer wieder über die Frage der Transformation diskutiert wird (vgl. hier), stelle ich meinen eigenen Vortrag nun ins Netz. Ich sollte der Frage nachspüren, ob es Überschneidungen zwischen der Theologie aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und den neueren evangelikalen Entwicklungen gibt. Den sehr gedrungenen Redestil bitte ich zu entschuldigen. Die Referenten hatten eine Redezeit von jeweils zwölf Minuten. Da liegt die Würze in der Kürze.

Hier also: „Wofür ist die Kirche da? Anfragen an die transformative Eschatologie“:
Transformation2013_AfeM-Web.pdf.

Martyn Lloyd-Jones: Die Gegenwart Gottes

Es gibt nur wenige Filmaufnahmen mit dem großen Prediger Dr. Martyn Lloyd-Jones (1899–1981). Eigentlich wollte ich heute ein Interview aus dem Jahr 1970 anbieten. Der „Doktor“ war bereits im zweiten Ruhestandsjahr und sprach über seine Berufung zum Predigtdienst.

Die Aufnahme wurde allerdings entfernt. Deshalb verweise ich dafür auf einen Predigtausschnitt. Martyn Lloyd-Jones fragt mich, dich und unsere Gemeinden, ob wirklich Gott im Mittelpunkt steht:

Das fromme Glück

Markus Spieker (Berlin) spricht offen über die Märchen des Wohlstandsevangeliums. Darunter versteht er die vor allem von einigen US-Pastoren verbreitete Vorstellung, dass Christen ein glückliches, erfolgreiches und gesundes Leben beschieden sei, wenn sie nur darum beten und dafür spenden. IdeaOnline schreibt:

Gegen solche Glücksverheißungen sprechen laut Spieker die realen Erfahrungen: „Bekennende Christen sind nicht oder nur unwesentlich gesünder, reicher, schöner und klüger als Nicht-Christen. Sie leben nicht länger, sie sterben nicht schmerzfreier, sie sind in den Listen der reichsten Menschen der Welt sogar unterproportional vertreten, ebenso unter den Oscar-Gewinnern und den Nobelpreisträgern.“ Auch hätten führende Personen der Kirchengeschichte oft lebenslang unter Krankheiten gelitten – Martin Luther (1483-1546) unter Unterleibsschmerzen, der Schweizer Reformator Johannes Calvin (1509-1564) unter Kopfschmerzen, der dänische Philosoph Sören Kierkegaard (1813-1855) unter Depressionen sowie der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski (1821-1881) unter Sucht und Epilepsie. Spieker: „Die Liste der Christen, die in besonders engem Kontakt zu ihrem Schöpfer standen und dennoch von allerlei Wehleiden geplagt waren, ist endlos.“ Auch widerspreche die Bibel den modernen „Glückspropheten“. So seien Jesus und wahrscheinlich elf seiner zwölf Jünger eines unnatürlichen Todes gestorben. Für das Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift gelte: „Nicht der Erfolg ist die Regel, sondern das Scheitern.“

Mehr: www.idea.de.

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