Das Medium ist Message

Das Medium ist Message, so lautete die These des Medientheoretikers Marschall McLuhan. Vor einigen Tagen löste Pastor J.D. Greear, der ehemalige Präsident der Südlichen Baptisten (USA), einen Sturm in den sozialen Medien aus, als ein kurzer Ausschnitt aus seiner Sonntagspredigt auf Twitter (inzwischen X) zu sehen war. Offensichtlich passten die Botschaft und die Art und Weise, wie diese präsentiert wurde, nicht zueinander.

In dem Clip wirft Greear seiner Gemeinde in der Summit Church vor, zu spät zu kommen, zu früh zu gehen und generell unfreundlich zu sein. Er sagte: „Ihr behandelt die Kirche wie eine religiöse Show.“ Mit Blick auf seine Online-Zuschauer fügte er hinzu: „Wenn die Leute sagen, dass sich die Gemeinde wie eine große Inszenierung anfühlt, seid ihr das Problem.“

Am Schluss des Clips wird die Bühne sichtbar, auf der Pastor J.D. Greear steht. Und irgendwie wird vielen Zuschauern klar, dass das Problem größer ist. Schnell ensteht der Eindruck, dass der Gottesdienst wie eine Show gestaltet wurde, also in gewisser Weise für die Konsumhaltung der Gemeindebesucher mitverantwortlich ist.

Es gibt, so die Moral aus der Geschichte, gute Gründe, Gottesdienste nicht wie Unterhaltungsprogramme zu inszenieren. Das hat Carl Trueman kürzlich auch im Blick auf die Gottesdienste der Gemeinde in Saddleback beanstandet, die von Rick Warren gegründet wurde. 

Hier ist der Clip zugänglich: twitter.com.

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3 Kommentare
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Ben
8 Monate zuvor

Da hätte ich von theoblog aber ein bisschen mehr Mühe hinsichtlich des Kontextes erwartetet. Nur auf einen fünf Sekunden Clip einzugehen, der Teil einer 50 min. Predigt war, um dann zu urteilen, wird dir nicht gerecht, Ron. Zumal selbst bei dem fünf Sekunden Clip nichts von einer „Show“ zu sehen ist, sondern einzig und allein eine Bühne, die ebenso an die Bühne der Arche in Hamburg während einer E21 Konferenz erinnern könnte – höchstens in einer farblich anderen Gestaltung (siehe min. 43:00). Ich empfehle, dass man sich die gesamte Predigt anhört, die durchaus hörenswert ist: https://www.youtube.com/watch?v=So3y73M7_OU Und auch wenn die Summit Church keine trockenen anglikanischen Gottesdienst-Liturgien abhält, sondern vielmehr Band mit Schlagzeug und Lichttechnik hat, sagt das noch lange nichts darüber aus, ob es sich dabei um „Entertainment“ und „Show“ handelt. Christus steht im Zentrum, das Evangelium wird ganz klar verkündigt, Gottes Wort wird ausgelegt und bildet die Grundlage des Gottesdienstes und auch die Lieder spiegeln das wider. Wie viele… Weiterlesen »

Udo
8 Monate zuvor

„Hört auf mit dem Geplärr eurer Lieder! Euer Harfengeklimper ist nicht zu ertragen!“ Schon zur Zeit des Propheten Amos gab es Gottesdienstinszenierungen, für die das göttliche Urteil verheerend ausfiel. Hier geht es wohl um ein grundsätzliches Problem, primär nicht unbedingt abhängig vom Gottesdienstformat. Der wichtigste Teilnehmer des Gottesdienstes ist eben nicht der Mensch, sondern Jesus Christus, wie im Übrigen auch nicht die Ortsgemeinde die Hoffnung der Welt ist, sondern der für unsere Sünden gestorbene, auferstandene, wiederkommende, rettende oder richtende Sohn des lebendigen Gottes: Jesus Christus.
Wie sollte also ein Gottesdienst ablaufen/aussehen damit der HERR gegenwärtig ist?

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