2010

Kam der Apostel Matthäus bis nach Kirgistan?

Der See Issyk-Kul war ein frühes Zentrum des Christentums. An seinen Ufern vermuten Archäologen das Grab des Jüngers Matthäus. DIE WELT schreibt:

Insgesamt vermutet der Forscher, der seit 1985 in der Region des Issyk-Kul arbeitet, zwölf städtische Siedlungen rund um den See. Auf eine starke christliche Präsenz lasse sich aus elf Fundstellen sowie einem erhaltenen Katakombensystem schließen, so Ploskych. An zwei Stellen fänden sich konkrete Hinweise auf ein armenisches Kloster. Erste Hinweise auf das Kloster gebe es in einer mallorcinischen Karte des Forschers Kreskes aus dem Jahr 1375, auf der von einem See „Ysicol“ als Ruhestätte der Reliquien des heiligen Matthäus die Rede sei.

Eine erste Suchexpedition im 19. Jahrhundert endete erfolglos. Während der sowjetischen Herrschaft waren keine weiteren Grabungen in dem damaligen militärischen Sperrgebiet möglich. Ploskych wird am Issyk-Kul personell insbesondere durch Studenten aus Deutschland unterstützt. Bei einer internationalen Konferenz 2006 konnte er erste Ergebnisse präsentieren, darunter zahlreiche Funde von Bronzegegenständen und mit christlichen Symbolen gekennzeichnete Keramiken.

Schade, dass der Autor apodiktisch voraussetzt, der Apostel sei jemand anderes als der Evangelist Matthäus.

Hier: www.welt.de.

Pakistanische Christin Asia Bibi frei

Die wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilte pakistanische Christin Asia Bibi ist aus dem Gefängnis entlassen worden und befindet sich bei ihrer Familie (siehe hier). Die Nachrichtenagentur idea schreibt:

Diese hält sich aus Angst vor Anschlägen muslimischer Extremisten versteckt. Ob Pakistans Staatspräsident Asif Ali Zardari ein Gnadengesuch der zum Tod durch den Strang Verurteilten angenommen hat, ist weiter unklar. Das teilte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main der Evangelischen Nachrichtenagentur idea am 25. November mit. Die IGFM stützt sich auf Informationen eines katholischen Priesters, der in Kontakt mit der Familie Bibi steht. Der Fall der Christin hat international starkes Aufsehen erregt; unter anderem hat sich Papst Benedikt XVI. für ihre Freilassung eingesetzt.

Horton: Die Allgenugsamkeit der Schrift

Michael Horton hat für die aktuelle Ausgabe von Mordern Reformation einen Artikel über die Allgenugsamkeit der Heiligen Schrift geschrieben. Der Beitrag ist derzeit auf der Internetseite der Zeitschrift einsehbar. Horton schreibt:

However, a genuinely evangelical approach maintains that Scripture is sufficient, not just because it alone is divinely inspired (though that is true) but because these sixty-six books that form our Christian canon provide everything God has deemed sufficient for revealing his law and his gospel. Speculation will not help us find God, but will only lead us to some idol we have created in our own image. We may feel more secure in our autonomy (self-rule) when we pretend that our own inner voice of reason, spirituality, or experience is the voice of the Spirit. We may be excited about a new program for transforming our nation, our families, and our own lives, but there is no power of God unto salvation in our own agendas and efforts. We can find all sorts of practical advice for our daily lives outside of the Bible. The evangelical view of sola scriptura does not mean that we do not need anything but the Bible for math, science, the arts, politics, or even daily principles for a host of decisions we make in our callings. What an evangelical (i.e., Reformational as opposed to fundamentalist) view does mean by sola scriptura is that everything we need for salvation and true worship is found in the Scriptures. The church has authority only to pass on what it has heard; it is the servant, not the Lord, of the covenant of grace.

The sufficiency of Scripture recognizes that we have everything we need for salvation and life in the canonical Word. „Salvation is of the LORD“ (Jon. 2:9). It does not come from within us but to us from heaven, as the rescue operation of the triune God. And the form in which this gospel comes normatively to us here and now is Scripture. Even preaching is the Word of God only insofar as it proclaims the commands and promises issued by these sacred texts. The Bible is not the product of spiritual geniuses, sensitive gurus, and religious sages who can help us find God; it is the revelation from the God who seeks and saves the lost even while they are running from him.

Hier mehr: www.modernreformation.org.

Hitchens versus Dembski: Kann es einen guten Gott geben?

Der schwer erkrankte Religionskritiker Christopher Hitchens (Der Herr ist kein Hirte: Wie Religion die Welt vergiftet) hat am 18. November 2010 mit dem christlichen Gelehrten William Dembski (The End of Christianity: Finding a Good God in an Evil World) über die Frage diskutiert: Existiert ein guter Gott?

Hier der Mitschnitt der Diskussion (ca. 2:18 Stunden):

Zur Verteidigung der religiösen Meinungsfreiheit

In Brasilien wurde  ein Gesetzentwurf (PL 122/2006) zur »Bekämpfung der Homophobie« vorgelegt. Der Entwurf bezeichnet »jede einschüchternde oder erniedrigende Handlung … ethischer, philosophischer oder psychologischer Art« gegenüber Homosexuellen und ihrer Lebensweise als Straftat.

Aufgrund dieses Gesetzentwurfs begannen homosexuelle Aktivisten in Brasilien mit dem aktiven Widerstand gegen christliche Psychologen, die  eine Therapiemöglichkeit für Homosexuelle anbieten, ihre Homosexualität ablegen möchten  (wie im Fall der Diplom-Psychologin Rozangela Justino) sowie gegen Pfarrer, die öffentlich Christen empfehlen, ihre homosexuelle Orientierung abzulehnen.

Im Jahr 2007 äußerten evangelische Christen und Christen anderer Strömungen, dass sich künftig strafbar mache, wer Homosexualität öffentlich als Sünde bezeichne, falls dieses Gesetz in Kraft trete. Dies sei mit der in der brasilianischen Verfassung verankerten Freiheit der religiösen Meinungsäußerung nicht vereinbar. So veröffentlichte die Universidade Presbiteriana Mackenzie auf ihrer Internetseite Teile einer Stellungnahme der Presbyterianischen Kirche Brasiliens zu diesem Thema. Die hundertjährige Hochschule mit mehr als 45.000 Studenten steht in Trägerschaft der presbyterianischen Kirche Brasiliens. Verantwortlich für den Beitrag zeichnete Rev. Dr. Augustus Nicodemus Gomes Lopes als Vertreter des Universitätsträgers.

Seit einiger Zeit bezichtigen die Schwulenbewegungen – mit breiter Unterstützung der Medien – den Text und die Universitätseinrichtung der Homophobie. Dabei wird fälschlicherweise die Meinung vertreten, dass es Anliegen der Hochschule sei, das Recht auf homophobes Verhalten zu fördern.

In verschiedenen Internetauftritten der homosexuellen Gemeinschaft findet sich nun das  Foto von Rev. Lopes, begleitet von Hassreden und üblen Kommentaren gegen ihn, evangelische Christen und die Heilige Schrift. Angesichts dieser Entwicklungen beschlossen brasilianische Christen die gemeinsame Herausgabe eines Manifestes, das ich hier wiedergebe (danke Cris):

– – –

Manifest

Wir, Angehörige verschiedener christlicher Denominationen in Brasilien, bekunden unsere Solidarität mit der Presbyterianischen Kirche, mit der Universität Mackenzie und mit ihrem Vertreter des Trägers.

Wir sind gegen die undifferenzierte Verwendung des Ausdruckes »Homophobie«. Dieser Ausdruck wird im Zusammenhang mit Mördern, Aggressoren und Verächtern von Homosexuellen ebenso verwendet wie im Zusammenhang mit christlichen Leitern, die aufgrund der Heiligen Schrift Homosexualität als Sünde bezeichnen.

Unser Recht auf Gewissens- und Ausdrucksfreiheit darf uns nicht vorenthalten und mit der Anwendung von Gewalt verwechselt werden.

Wir vertreten die Auffassung, dass die Nennung von Sünde ein wichtiger Bestandteil der Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi ist, um die Menschen zur freiwilligen Umkehr aufzurufen. Keinerlei Hass darf sich in die Verkündigung der Liebe und der Gnade Gottes hineindrängen.

Als Christen befolgen wir das biblische Gebot, allen Menschen das Evangelium des Heils anzubieten. Jesus Christus starb, um Menschen mit Gott zu versöhnen. Wir glauben gemäß der Heiligen Schrift dass »alle gesündigt haben und der Herrlichkeit Gottes ermangeln« (Römer 3,23).

Wir alle sind Sünder. Eine Trennung zwischen »Sündern« und »Nicht-Sündern« existiert nicht. Die Bibel enthält lange Listen, die Sünden aufzeigen und lässt uns wissen, dass ohne Gottes Vergebung der Mensch bereits verloren und verdammt ist. Wir wissen, dass »Unzucht, Verdorbenheit und Ausschweifung; Götzenanbetung und magische Praktiken, Feindschaft, Streit und Rivalität, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen, Neid, Trunk und Fresssucht und noch vieles dergleichen« Sünde ist (Galaterbrief 5,19–20). Entsprechend ihrer überlieferten und geschichtlichen Auslegung bezeichnen die jüdisch-christlichen Schriften homosexuelles Verhalten als Sünde, wie die  biblischen Texte Leviticus 18,22, 1. Korinther 6,9–10, Römer 1,18–32 u.a. darlegen.

Wenn wir die Umkehr und die Bekehrung der Verlorenen wollen, müssen wir auch die Sünde der praktizierten Homosexualität benennen. Wir wünschen nicht die Änderung des Verhaltens durch die Kraft des Gesetzes, sondern durch die Bekehrung des Herzens. Die Bekehrung des Herzens geschieht nicht durch äußeren Druck, sondern durch das gnädige und überzeugende Handeln des Heiligen Geistes Gottes, welcher, wie der Herr Jesus Christus lehrte, »den Menschen zeigen wird, was Sünde, was Gerechtigkeit und was Gericht ist« (Johannesevangelium 16,8).

Wir möchten uns vergewissern, dass die eventuelle Einführung sogenannter Anti-Homophobie-Gesetze uns nicht daran hindern wird, in aller Freiheit diese Einladung des Evangeliums an alle zu richten, eine Einladung, die auch abgelehnt werden kann. Wir sind gegen jede Art von Gesetz, die das homosexuelle Verhalten verbietet. So sind wir auch gegen jedes Gesetz, das die Gewissensfreiheit, ein wertvolles Gut der gesamten brasilianischen Gesellschaft, einschränken sollte. Die Bundesverfassung (Artikel 5) versichert uns, dass wir alle vor dem Gesetz gleich sind. Sie sieht vor, dass die Gewissens- und Glaubensfreiheit unantastbar sind und dass niemandem aufgrund  religiösen Glaubens oder aufgrund  philosophischer oder politischer Überzeugung Rechte vorenthalten werden.

Wir sind ebenfalls gegen jede äußere Gewalt, Einschüchterung, Bedrohung, Aggression in Wort und Tat, die auf Veränderung der Einstellungen abzielen.

Die Kriminalisierung einer Meinung akzeptieren wir nicht als Instrument sozialer Veränderungen. Sie wäre verfassungswidrig und würde nicht wünschenswerte und endlose Kettenreaktionen von Gewaltherrschaft auslösen, würde die Grundlagen der Demokratie verletzen.

Die Toleranz ist ein für alle verbindliches Prinzip.

Wir versuchen nicht homosexuelles Verhalten unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen zu unterdrücken und erwarten, dass diese Maßnahmen ebenso wenig dazu eingesetzt werden, unsere Verkündigung unseres Glaubens zu unterdrücken.

Wir wollen, dass unsere Freiheit, die Umkehr zu und die Vergebung von Gott öffentlich zu verkündigen, erhalten bleibt.

Wir wollen, dass unser Recht erhalten bleibt, konfessionelle Ausbildungsstätten zu gründen, welche die christliche Weltanschauung vertreten. Wir wollen, dass den Religionsgemeinschaften die Freiheit garantiert wird, sich zu allen gesellschaftlich relevanten Themen zu äußern.

Daher erklären wir unsere vollständige Unterstützung für die Verlautbarung der Presbyterianischen Kirche von Brasilien, wie sie auf der Internetseite der Universidade Presbiteriana Mackenzie wiedergegeben wurde.

Homosexuelle Aktivisten, welche die Haltung der Universidade Presbiteriana Mackenzie kriminalisieren wollen, müssen sich darauf einstellen, damit die Presbyterianische Kirche von Brasilien, die evangelischen Kirchen des gesamten Landes, die Katholische Kirche und die Jüdische Gemeinde von Brasilien, anzugreifen sowie, in letzter Konsequenz, die jüdisch-christlichen Schriften zu zensieren. Einzelpersonen, Religionsgemeinschaften und Institutionen haben die gesetzliche Zusicherung, ihr Bekenntnis und ihre Gewissensüberzeugungen, die sie dem Wort Gottes unterstellen, zum Ausdruck bringen zu dürfen. Wir positionieren uns mit aller Entschlossenheit, damit uns diese Freiheit nicht genommen wird.

Universum ohne Gott?

»Gott ist tot«, das hat Friedrich Nietzsche einstmals behauptet. Aber nun provoziert ein Wissenschaftler die Welt, indem er behauptet, dass es Gott nie gegeben hätte. Mit dieser These hat der Astrophysiker und Bestsellerautor Stephen Hawking in seinem neuesten Erfolgsbuch Der große Entwurf einen lautstark geführten Disput über den Ursprung des Universums ausgelöst. Auch das »Philosophische Quartett« wird sich in der Nacht vom Sonntag zum Montag mit dieser Frage beschäftigen:

Indem Hawking die widerstreitenden Thesen der Relativität und der Quantenphysik zur »Theorie von allem« zusammen zu führen versucht, glaubt er herausgefunden zu haben, dass das Weltall »nicht auf Intervention eines übernatürlichen Wesens oder Gottes angewiesen« sei. Es gibt also keinen Gott, der das Licht angezündet und das Universum in Gang gesetzt hat. Universum ohne Gott? Darüber diskutieren Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski mit einem der prominentesten deutschen Theologen, Friedrich Wilhelm Graf, und dem profilierten Wissenschaftsjournalisten Gero von Randow von der »Zeit«.

Das »Philosophische Quartett« läuft am 28. November 2010 von 23:55–00:55 Uhr im ZDF.

Gott ist Liebe, also …

Kevin DeYoung hat ein Argument des kroatischen Moltmannschülers Miroslav Volf unter die Lupe genommen. In seinem neuesten Buch Captive to the Word of God (Eerdmans 2010) beruft Volf sich auf Augustinus, um eine Ethik der Werkgerechtigkeit zu untermauern. Nach Augustinus kann gemäß 1Joh 4,7 jemand, der seinen Bruder nicht liebt, auch Gott nicht lieben. Volf glaubt nun, von diesem Bekenntnis aus eine Ethik der Liebestaten herleiten zu können (S. 147):

Wenn Augustine mit seiner Einschätzung richtig liegt, hat das für Christen und ihre Beziehungen zu Nicht-Christen erstaunliche Konsequenzen: Ungläubige oder Anhänger einer anderen Religion, können, wenn sie [einander] lieben, Gott näher sein als Christen, die formal richtig an Gott oder oder sogar Jesus Christus glauben. Die Aufwertung der Taten gegenüber dem Glauben ergibt sich aus der Behauptung, dass Gott Liebe ist.

Hier die vollständige Analyse: thegospelcoalition.org.

Viele junge Zweifler verlassen die Gemeinden

Die Zahl der »Nicht-Religiösen« hat sich in den USA innerhalb von zwanzig Jahren fast verdoppelt. Wahrscheinlich 70 Prozent der Jugendlichen verlassen ihre Gemeinden im Alter von 18 bis 22. Drew Dyck hat für CT einen Artikel über diesen Trend geschrieben und darin erste Antworten formuliert. Oft sind es unausgesprochene oder unbeantwortete Zweifel, die Jugendliche zur Ablehnung des christlichen Glaubens drängen.

At the 2008 American Sociological Association meeting, scholars from the University of Connecticut and Oregon State University reported that „the most frequently mentioned role of Christians in de-conversion was in amplifying existing doubt.“ De-converts reported „sharing their burgeoning doubts with a Christian friend or family member only to receive trite, unhelpful answers.“

Churches often lack the appropriate resources. We have programs geared for gender- and age-groups and for those struggling with addictions or exploring the faith. But there’s precious little for Christians struggling with the faith. But two recent books suggest this may be changing: Essential Church? Reclaiming a Generation of Dropouts, by Thom and Sam Rainer, and Lost and Found: The Younger Unchurched and the Churches That Reach Them, by Ed Stetzer. Both of these equip churches to reach disaffected people.

The answer, of course, lies in more than offering another program. Nor should we overestimate the efficacy of slicker services or edgy outreach. Only with prayer and thoughtful engagement will at least some of the current exodus be stemmed.

One place to begin is by rethinking how we minister to those from youth to old age. There’s nothing wrong with pizza and video games, nor with seeker-sensitive services, nor with low-commitment small groups that introduce people to the Christian faith. But these cannot replace serious programs of discipleship and catechism. The temptation to wander from the faith is not a new one. The apostle Paul exhorted the church at Ephesus to strive to mature every believer, so that „we may no longer be children, tossed to and fro by the waves and carried about by every wind of doctrine, by human cunning, by craftiness in deceitful schemes“ (Eph. 4:14, ESV).

Es gilt immer noch, was Francis Schaeffer vor fünfzig Jahren forderte: Wir brauchen ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen. Und es gibt einen großen Bedarf an solider biblischer Unterweisung in der Kinder- und Jugendarbeit!

Hier: www.christianitytoday.com.

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