August 2012

Der supersüße Spion im Wohnzimmer

Die jüngste Datenpanne beim Versicherungskonzern Allianz zeigt, wie risikobehaftet die neuen Technologien für den Datenschutz sind. Die digitale und vernetzte Welt der Daten wird immer anfälliger für den Missbrauch, sogar im Privathaushalt. Vom Smartphone bis zum kommunizierenden Plastikhasen sind heute alle möglichen Geräte mit der digitalen Cloud verbunden. Auch wer die Diktierfunktion des neuesten MAC Betriebssystems Mountain Lion (10.8) nutzt, stimmt der Übertragung seiner Texte an Apple zu. Was aber passiert mit diesen Daten? Peter Läppert hat in einem Beitrag für die FAZ viele gute Fragen gestellt. Die Antworten stehen aus. Trotzdem können die Nutzer gegensteuern.

Längst sind auch andere Geräte auf diese Weise mit Sendefunktionen versehen worden, etwa Roboterstaubsauger (mit WLAN und Kamera.) Ähnlich funktioniert auch Microsoft Kinect, ein Spielecontroller mit Kameras, Infrarotkameras und Mikrofonen. Oder das iPhone oder iPad mit der Sprachsteuerung Siri. Es ist inzwischen bekannt, dass Apple Daten von Siri-Dialogen auf einer eigenen Wolke speichert. Nicht bekannt ist, was das Unternehmen damit tut.

Smartphones speichern ohnehin kaum noch etwas auf dem Gerät selbst, alles steigt auf in die digitale Wolke. Alle Android-Geräte nutzen Googles Cloud, alle Apple-Geräte die iCloud, alle Blackberrys die von Research in Motion (RIM). Allerdings geschieht das mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen; Google verdient explizit Geld mit der Auswertung dieser Daten. Apple hält sich bedeckt, was das angeht, und RIM schließt eine Auswertung explizit aus.

Mehr: www.faz.net.

VD: JS

Von Ali zu Michael

Ihnen drohte der Tod: Sie sind aus dem Iran geflohen, weil sie an Christus glauben wollen. Nun bringen die ehemaligen Muslime frischen Wind in eine überalterte Berliner Gemeinde. Thomas Vitzthum beschreibt den kleinen erwecklichen Aufbruch, bei dem eine Siegerländer Diakonisse auch eine Rolle spielt.

Schwester Rosemarie lässt keinen Zweifel daran, dass sie den Glauben ihrer Iraner für aufrichtig hält. „Die meisten haben sich schon im Iran bekehrt, sie waren gut situiert, sie hatten ein Leben. Sie haben das für Christus aufgegeben.“ Nein, sie würde niemanden taufen, von dem sie nicht überzeugt sei, dass er dem Islam abschwöre. Unter den Iranern, die ihre Bibelstunde besuchen, sind Studenten, Einzelhändler, ein Goldschmied, ein Tischler, ein Ingenieur für Petrochemie.

Außerhalb von „Haus Gotteshilfe“ erleben sie, wie sie wieder zu Geächteten werden. Einige besuchen Deutschkurse. Dort treffen sie auf Muslime. Für einige gibt es nur etwas, das noch schlimmer ist als ein Christ: ein Muslim, der Christ geworden ist. „Die Iraker, Afghanen und anderen im Kurs machen es uns nicht leicht. Sie beschimpfen uns“, sagt Kajir. Die Angst, die alle hinter sich lassen wollten, sie ist immer noch da.

Das Bekenntnis zu Christus verhindert, dass Deutschland sie schnell zurückschickt. Aber warum das alles? Bei allem Chaos, das ihre Bekehrung in ihren Leben angerichtet hat, taucht ein Motiv in vielen Schilderungen immer wieder auf: Ruhe. „Der Islam bedeutet Stress, das Christentum Ruhe“, sagt Michael. „Ich will als Frau etwas zählen, Ruhe haben, das geht im Islam nicht“, sagt Somayeh. „Die Christen sind ruhiger“, sagt der 22-jährige David.

Mehr: www.welt.de.

Glauben und Denken heute 1/2012

gudh_1_2012_i_f44028d438.jpgDie Ausgabe 1/2012 der Zeitschrift Glauben und Denken heute ist soeben (zusammen mit dem Release der neuen Website www.bucer.de) erschienen und enthält folgende Beiträge:

ARTIKEL

  • Christoph Renschler: Editorial
  • Ron Kubsch: Liebe und tue, was Du willst
  • Olga und Bernd Friedrichs: Ein Heilsarmeeoffizier dankt
  • Dr. Lydia Jaeger: Als Mensch in Gottes Welt: Gott segnet

REZENSIONEN

  • Prof. Dr. Thomas K. Johnson: Natural Law and the Two Kingdoms Living in God‘s Two Kingdoms (David Van Drunen)
  • Dr. Daniel Facius: Mythos und Wahrheit: Himmel und Hölle (Kenneth Boa, Robert Bowman)
  • Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher: The German Evangelical Alliance and the Third Reich
  • Titus Vogt: Griechische Grammatik zum Neuen Testament (H. v. Siebenthal)
  • Ron Kubsch: Gottesbeweise von Anselm bis Gödel (Joachim Bromand, Guido Kreis)
  • Dr. Daniel Facius: Hölle light: Was Gott über die Hölle sagt … (Francis Chan, Preston Sprinkle)

Die Ausgabe 1/2012 Nr. 9 kann hier herunter geladen werden: www.bucer.de.

Murks am Kind

Aus „schulreif“ wurde „schulfähig“. „Schulfähig“ sind früh eingeschulte Kinder jedoch oft noch nicht. Der „Pisa-Schock“ von 2006 führte zu überhasteten Reformen, besonders in Berlin. Regina Mönch vermutet, dass die Kinder der Reformexperimente von heute die Verlierer von morgen sein könnten. Sie dürfte damit richtig liegen.

Nirgendwo in Deutschland werden Kinder so früh eingeschult wie in Berlin. Sind sie fünfeinhalb Jahre alt, gilt die Schulpflicht. Früher mussten Kinder vor allem „schulreif“ sein, eine Eigenschaft, die ersetzt wurde durch den Begriff „schulfähig“, als handle es sich um etwas, was man herstellen könnte. Klappt das nicht, weil die Kleinsten eigentlich doch noch in den Kindergarten gehörten, gibt es ja noch die (Fehl-)Diagnose ADHS und Ritalin. Und sie können „verweilen“, wenn sie nicht mitkommen. Früher hieß das Sitzenbleiben. Diese Reform – eine von über zwanzig, die innerhalb sehr weniger Jahre über Berlins Schulkinder hinwegrollten – hat neue Probleme geschaffen.

Mehr: www.faz.net.

Probleme mit dem inkarnatorischen Dienstverständnis

J. Todd Billings (vgl. hier) beschreibt in einem Beitrag für CT Problemzonen des so genannten inkarnatorischen Dienstverständnisses (gelegentlich wird dazu auch „missionaler Ansatz“ gesagt). Kurs gefragt: Was, wenn es gar nicht zu unserem Auftrag gehört, Jesus für (andere) Kulturen zu sein? Seine Analyse ist übrigens nicht polemisch, sondern ausgewogen:

Viewing the Incarnation as a model for ministry leads to a dangerous imbalance in two ways. The problem is not the doctrine of the Incarnation, which is central to Christian faith. Rather, the problem results from a distortion of that belief—turning the uniquely divine act of the Word becoming incarnate in Christ into a „method for ministry“ that is repeated in our own lives. Let me offer two examples of this distortion—one more common in mainline Christian circles, the other more common among conservative evangelicals.

At a two-hour workshop on urban ministry, leaders began by quoting Eugene Peterson’s artful rendering of John 1:14, which describes the incarnation of Jesus Christ: „The Word became flesh and blood, and moved into the neighborhood.“ If moving into the neighborhood and immersing oneself among the people is God’s strategy for ministry, I was told, then certainly it must be ours. Throughout the workshop, I heard many techniques for adopting a second culture, listening to others, and immersing myself in an urban neighborhood. But there was apparently no need to mention Jesus any further. Jesus provided the model for how to immerse oneself in another culture, but the specific content of his life and teaching, and his death and resurrection, were beside the point.

The workshop’s approach—seen in other segments of the church—reduced „incarnational ministry“ to its core metaphor: The point is to identify with another culture rather than to testify to the life, death, and resurrection of Jesus. Indeed, at a recent missions conference for a mainline denomination, missionaries claimed they did not need to bear witness to Christ. Instead, they were simply called to become „incarnate“ in the second culture. The slogan in these circles is to „live the Good News rather than preach the Good News.“ Surely it’s important to offer a ministry of presence to those in need. But when the gospel is reduced to identifying with others, the uniqueness of Christ’s incarnation becomes an afterthought, and the Good News becomes merely a personal ethic.

Mehr: www.christianitytoday.com.

Die Axt an die Wurzel

Die Bagatellisierung der Ehe schreitet voran. Daniel Deckers kommentiert in der FAZ das Gedrängele der Parteien um eine Neudefinition von Familie und Ehe mit klaren Worten:

Stellten die Parteien den Bundestagsabgeordneten eine Entscheidung in der Sache frei, würden beide Wünsche eher morgen als übermorgen Wirklichkeit. Denn wer nicht ohnehin davon überzeugt ist, dass weder Ochs und Esel den Lauf der Emanzipationsgeschichte aufhalten, der möchte am Ende nicht auf der falschen Seite der Barrikade gekämpft haben. Welches diese Seite ist, lässt sich nicht überhören. Wer es wagt, die Lebenslügen einer Gesellschaft mit spitzfindigen Unterscheidungen oder grundsätzlichen Erwägungen zu stören, der kann sicher sein, wegen „Diskriminierung“ und „Homophonie“ an den Pranger gestellt zu werden.

Ob das Grundgesetz als letzte Barriere gegen eine Bagatellisierung der Ehe („Verantwortung übernehmen“) und eine weitere Entleerung des Familienbegriffs taugt, steht vor dem Hintergrund der bisherigen Entscheidungen der obersten Bundesgerichte dahin. Doch bis zu einer letztlich konsequenten Abschaffung des Grundgesetzartikels sechs Absatz eins sollte nicht der als begründungspflichtig gelten, der auf der besonderen Schutzwürdigkeit von Ehe und Familie besteht, sondern der, der sie bestreitet.

Die Verfasser des Grundgesetzes hatten mit eigenen Augen gesehen und mitunter am eigenen Leib erfahren, wie die Nationalsozialisten Ehe und Familie in den Dienst völkischer Ideologie nahmen und zu zersetzen versuchten. In der DDR vollzog sich Ähnliches wenig später im Namen des Sozialismus.

Die besondere Schutzpflicht des Staates ist eine ebenso logische wie erfahrungsgesättigte Folge der besonderen Schutzbedürftigkeit von Ehe und Familie. Wer diese bestreitet, legt die Axt an die Wurzel des Staates und der Gesellschaft. Eine reale wie eine symbolische Ordnung würde zerstört, die auch von den meisten Zeitgenossen noch immer als Ideal angesehen wird.

Das Bild mit der Axt hatte übrigens auch Martin Rhonheimer bemüht.

Hier: www.faz.net.

Timotheus: Magazin für junge Christen

timo2012.pngDie aktuelle Ausgabe des Magazins Timotheus liegt auf meinem Tisch. Die wie immer ästhetisch gestaltete Publikation ist dem Thema „Demut“ gewidmet. Autoren sind bist auf Iain H. Murray junge Christen aus Deutschland. Murray ist Engländer und Mitbegründer des Verlags „Banner of Truth“. Bekannt wurde er durch seine Biografien über C.H. Spurgeon, Jonathan Edwards, A.W. Pink u.a. Kürzlich erschien seine Biografie über John MacArthur in deutscher Sprache beim Bethanien Verlag.

Mir hat besonders der Artikel „Spurgeons Demut“ von Simon Schuster gefallen, zeigt er doch, was für harte Lektionen der große Prediger zu durchleben hatte. Die vollmächtige Predigt ist nicht nur eine Frage der guten Hermeneutik, sorgfältigen Exegese und gewinnenden Rhetorik, sondern auch die Frucht der gehorsamen Hingabe an seinem HERRN. Was für ein Bekenntnis hat der noch junge Spurgeon nach der „Feuer-Krise“ gegenüber seiner Frau abgelegt: „Wenn Christus erhöht ist, so soll er mit mir machen, was ihm gefällt. Mein einziges Gebet soll es sein, dass mein Ich sterben möge und ich vollkommen für ihn und zu seiner Ehre lebe.“

Übrigens: Wie Waldemar Dirksen in seinem Beitrag „Mahnung zur Demut“ schreibt, soll Spurgeon einmal gesagt haben: „Es ist für uns von allergrößter Wichtigkeit, dass wir demütig gehalten werden.“ Lesen wir hier nicht: „dass wir für demütig“ gehalten werden. Hinter der gespielten Demut steckt meist nichts anderes als Stolz.

Das Magazin Timotheus braucht dringend weitere Abonnenten. Es kann für nur € 13,35 (inkl. Versandkosten) pro Jahr hier bestellt werden. Wer selbst keine Zeit zum Lesen findet, kann Timotheus gern als Geschenk-Abo unters Volk bringen.

Interview mit Bob Kauflin

Nicht nur die jungen wilden Reformierten kennen den Komponisten Bob Kauflin (eine Produktion von Bob habe ich 2008 kurz vorgestellt). Bob gehört zu den Musikern, die für eine Wende in der „Szene“ verantwortlich sind, denn – so sagen sie – das Evangelium gehört ins Zentrum der Kirchenmusik.

In dem nachfolgenden Interview, in dem ich übrigens erfahren habe, dass Bob mal ein Punk war, spricht er wichtige Punkte im Blick auf die christliche Musik an.

VD: JT

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