März 2017

Zwölf gute Gründe, in der Kirche zu sein

Das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche hat zwölf Gründe, in der Kirche zu sein, zusammengetragen. Nur auf den ersten Blick überraschend: Jesus Christus kommt gar nicht vor. Vom Evangelium und der Sündenvergebung ist nichts zu lesen. Immerhin steht da: „In der Kirche wird die menschliche Sehnsucht nach Segen gehört und beantwortet.“

Hier die zwölf guten Gründe: www.ekd.de.

Schule als Experimentierfeld

In einem Artikel auf FOCUS Online hat eine bayerische Grundschullehrerin offen aus ihrem Alltag erzählt. Das hat eine Flut an Reaktionen ausgelöst. Der Tenor: Die Politik investiert beschämend wenig in die Bildung – und legt ein zu großes Augenmerk auf „Gleichmacherei“ und „Kuschelpädagogik“. Einige Reaktionen von Eltern hat FOCUS online zusammengestellt. So heißt es dort:

Ich bin als Therapeut oft in den Schulen. Intelligente Kinder brauchen Futter, um nicht gelangweilt zu sein. Inklusion überfordert die Schwachen und bremst die Guten. Jetzt noch Migrantenkinder dazu zu geben, ist ein Attentat auf die Zukunft des Landes. Gut wären Alphabetisierungskurse und Deutschkurse in getrennten Klassen. Man muss bedenken, dass die asiatischen Kinder zu Hochleistern gedrillt werden, während unsere Kinder in gesellschaftlichen Experimenten aus ideologischen Gründen am Lernen eher gehindert werden. Wenn man es richtigmachen wollte, müsste man den zehnfachen finanziellen und organisatorischen Aufwand betreiben.

Diese Situation ist von der Politik so gewollt. Egal ob SPD, Grüne oder CDU/CSU: Die Schule ist seit Jahrzehnten zu einem Experimentierfeld für sogenannte Bildungspolitiker verkommen. Das Resultat kann man an den Hochschulen und an den Berufsschulen bewundern. Studenten, deren Hausarbeiten vor Fehlern wimmeln oder Lehrstellensuchende, die bei der Unterschrift drei Kreuze machen. Ausbildungsbetriebe und Universitäten schlagen seit Jahren Alarm über die Versäumnisse einer verfehlten Bildungspolitik, deren Ziel es war, jedem, aber wirklich jedem, ein Abitur zu ermöglichen.

Hier mehr: www.focus.de.

VD: MS

N.T. Wright’s: The Day the Revolution Began

Dane Ortlund hat N.T. Wrights The Day the Revolution Began: Reconsidering the Meaning of Jesus’s Crucifixion gelesen und ist deutlich kritischer als Michael Horton.

Throughout the book I kept writing HOW in the margin. Wright tells us (if you’ll forgive a run-on sentence) that ‚the death of Jesus has opened up a whole new world‘ (p. 82) and ‚the death of Jesus launched the revolution‘ (p. 83) and ‚by six o’clock on the Friday evening Jesus died, something had changed, and changed radically‘ (p. 156) and ‚Jesus believed that through his death this royal power would win the decisive victory‘ (p. 183) and that in the crucifixion ‚the covenant was renewed because of the blood that symbolized the utter commitment of God to his people‘ (p. 194) and that the crucifixion is ‚the personal expression of [the love of God] all the way to his death‘ (p. 201) and that ’something has happened to dethrone the satan and to enthrone Jesus in its place‘ (p. 207) and that ‚a new sort of power will be let loose upon the world, and it will be the power of self-giving love‘ (p. 222) and that ‚the cross establishes the kingdom of God through the agency of Jesus‘ (p. 256) and that ‚Jesus in himself, and in his death, is the place where the one God meets with his world, bringing heaven and earth together at last‘ (p. 336) and that ‚when Jesus died, something happened as a result of which the world was a different place‘ (p. 355). We are even told repeatedly that ’sins are forgiven through the Messiah’s death‘ (p. 115).

But Wright doesn’t divulge how this worked. Notice how vague and foggy the above statements are.

Why did Jesus need to die? How did his death begin a revolution?

Then in the course of a few pages in the middle of chapter 11 (on Paul) I began to understand, in part anyhow, why Wright is evasive throughout the book. He writes: „Nowhere here does Paul explain why or how the cross of the Messiah has the power it does, but he seems able to assume that‘ (p. 230). A few pages later he writes of ‚modern Western expectations‘ and the ’supposed central task of explaining how the punishment of our sins was heaped onto the innocent victim‘ (p. 232). Later, speaking of 1-2 Corinthians, ‚At no point does [Paul] offer anything like a complete exposition of either what the cross achieved or why or how it achieved it‘ (p. 246).

Wright is vague on how the crucifixion works because he thinks the New Testament is.

Hier mehr: dogmadoxa.blogspot.de.

Ablehnung erwünscht

Starke Aussage von Christian Geyer in seinem Artikel „Irrungen der Respektkultur: Ablehnung erwünscht“ (FAZ vom 22.02.2017. Nr. 45, S. N3):

Eine Kirche, die ihre Überzeugungen nicht länger in Abgrenzung zu und in Ablehnung von gegenteiligen Überzeugungen vertritt, bringt sich bei Freund und Feind um ihre epistemische Autorität. Sie ist gleichsam der institutionelle Extremfall jener verbreiteten, von Strenger erkannten „Selbstlähmung“ infolge eines unscharf gebrauchten Respektbegriffs.

VD: JS

Das Bewerbungsgespräch

Die BBC hat einen interessanten Sketch mit Tracey Ullman produziert. Eine Bewerberin ist eigentlich die optimale Besetzung für eine freie Stelle. Wäre da nicht eine Sache, die die Attraktivität extrem schmälert.

Logos 6 Gold zu gewinnen!

Gold 3DBis zum 11. März verlost Faithlife ein Paket der Bibelsoftware Logos Gold 6 Deutsch.

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Die Teilnahme an der Verlosung ist kostenlos, die (ganz gewöhnlichen) Teilnahmebedingungen lassen sich in dem Formular am unteren Seitenrand unter „Terms & Conditions“ nachlesen (siehe die Markierung im Bild unten).

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Den Link zum Gewinnspiel gibt es hier: deutsch.logos.com.

Russland: Strafverfolgungen wegen Missionstätigkeit

Die Strafverfolgungen aufgrund der gesetzlichen Einschränkung von Missionstätigkeit gehen weiter und haben im Februar 2017 erstmals zur Ausweisung eines Ausländers, des indischen Staatsbürgers Victor-Immanuel Mani geführt. Er wurde durch seine erzwungene Ausreise aus Russland von seiner russischen Frau und seinem zwölf Monate alten Kind getrennt. Der protestantische Pastor wurde nach Artikel 5.26, Teil 5 des Verwaltungsgesetzbuchs („Missionstätigkeit durch Ausländer“) deportiert. Mani wurde auch zu einer Geldstrafe von 30.000 Rubel für das „Vergehen“ der Ankündigung religiöser Versammlungen in den sozialen Medien und Weitergabe religiöser Literatur an ein Nichtmitglied seiner Kirche verurteilt. Seine Berufung gegen die Entscheidung wurde verworfen. Er beabsichtigt, diese vor einer höheren Instanz anzufechten, wobei seine Anwälte argumentieren, dass die Anordnung der Abschiebung einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 2013 widerspricht, wonach die Ausweisung aus dem Heimatland von Familienmitgliedern das Recht auf Respekt vor dem Familienleben verletzen kann.

In mindestens drei Fällen haben Richter die Vernichtung beschlagnahmter religiöser Literatur angeordnet, darunter Bibeln, die Bhagavad Gita und sonstige Texte. Dies geschah, obwohl die Gerichte nicht berechtigt sind, die Vernichtung von Literatur anzuordnen, die nicht zuvor rechtsgültig als extremistisch oder pornografisch eingestuft wurde. Überdies wurden hohe Geldstrafen gegen religiöse Organisationen verhängt, weil sie es verabsäumt hatten, ihren vollständigen offiziellen Namen auf Publikationen, Websites oder an ihren Gebäuden anzubringen.

Die evangelikale christliche Kirche von Nizhny Tagil hat Berufung gegen eine Bestrafung aufgrund dieser Bestimmung eingelegt und ist besonders besorgt über die Anordnung der Vernichtung beschlagnahmter Bibeln.

Am 20. Januar 2017 wurde die Berufung des unabhängigen Baptistenpredigers Donald Ossewaarde gegen eine Geldstrafe von 40.000 Rubel verworfen. Die Strafe war im August 2016 wegen des Abhaltens von Gottesdiensten in seiner Wohnung in Oryol und deren Ankündigung auf den schwarzen Brettern der nahegelegenen Wohnblocks verhängt worden. Am 29. Dezember haben Ossewaardes Anwälte auch eine Berufung beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Diese richtet sich gegen die Änderungen des Religionsgesetzes und des Verwaltungsgesetzbuchs vom Juli 2016. Es ist dies der erste Versuch, diese Gesetzesänderungen als nicht verfassungskonform anzufechten.  Seit Einführung der neuen Bestimmungen sind insgesamt 53 Fälle von Strafverfolgung bekannt geworden, davon 41 gegen Einzelpersonen, 12 gegen Organisationen. Betroffen waren bisher unabhängige Protestanten (18 Fälle), Zeugen Jehovas (13), Anhänger der Hare Krishna Bewegung (7), Baptisten (5), Siebenten Tags Adventisten (4), Buddhisten (2) die Neuapostolische Kirche (1), die Ukrainische Reformierte Orthodoxe Kirche (1) und die Heilsarmee (1), sowie ein Dorfältester, der es einer unabhängigen protestantischen Gemeinschaft gestattet hatte, ein Transparent bei einem Dorffest anzubringen.

Mehr als sieben Monate nach der Einführung der neuen Einschränkungen im Juli 2016 herrscht nach wie vor Verwirrung über deren Umsetzung. Uneinheitlichkeit und Verwirrung prägen auch die Entscheidungen über die Einleitung von Strafverfahren.

Quelle: Forum 18, Oslo, Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit (AKREF) der ÖEA

Slenczka: Ideologie des Genderismus

Die Nachrichtenagentur idea meldet über ein Gutachten des lutherischen Theologen Reinhard Slenczka:

Die Gender-Ideologie kann weder mit der Wissenschaft noch Gottes Schöpfungsordnung begründet und vertreten werden. Diese Ansicht vertritt der Theologieprofessor Reinhard Slenczka (Erlangen) in einem Gutachten mit dem Titel „Mit welchen Gründen von Vernunft und Recht wird die Ideologie des Genderismus in Politik, Kirche und Schulen eingeführt und aufgezwungen?“. Wie Slenczka gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, geht Gender Mainstreaming davon aus, dass die sexuelle Orientierung frei wählbar ist. Damit wird ihm zufolge die schöpfungsmäßige Unterscheidung und Zuordnung der Geschlechter geleugnet. Durch „dieses tiefe Unrecht“ würden die „tragenden Grundlagen einer Gesellschaft zerstört“. Dem müssten Kirche und Politik Einhalt gebieten.

In dem Gutachten, das hier eingesehen werden kann, schreibt Professor Slenczka:

Es gibt weder aus menschlicher Vernunft, also Wissenschaft, noch aus geltendem Recht und letztlich nach Gottes Schöpfungsordnung und Geboten einen Grund für eine ethisch und rechtlich verbindliche Einführung und Durchsetzung der Gender-Ideologie. Vielmehr ist das, was hier unter dem Zwang interessierter Gruppen geschieht, ein tiefes Unrecht, durch das tragende Grundlagen einer Gesellschaft zerstört werden. Die physischen und psychischen Folgen sind durchaus, etwa bei verlassenen Frauen und verhaltensgestörten Kindern, erkennbar, auch wenn sie beschönigt oder verdrängt werden.

Hier ist die praktische Verantwortung von Kirche und Politik dringend gefordert.

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Die Predigtweise

Adolph Zahn schreibt über die Art, zu predigen:

Für jeden jungen Prediger liegt die Aufgabe vor, sich eine bestimmte Predigtweise anzueignen. Zunächst muß er die Schwierigkeit erfahren, öffentlich einen Vortrag zu halten. Vor andern laut und deutlich, angenehm und bequem anhörbar zu sprechen, ist in Wahrheit nicht leicht. Ein Redner soll alles sein: eine würdige Erscheinung, ein guter Sprecher, dem Weisheit und Wort zu seiner Rechten steht. Als Prediger des Wortes Gottes soll er dann vor allem noch von der Weihe und Kraft des Heiligen Geistes getragen sein.

Gewöhnlich schadet sich der junge Prediger dadurch für sein ganzes späteres Leben, daß er sich im Anfang seiner Tätigkeit eine schlechte Redeweise auswählt. Er kommt in eine Art des Vortrags hinein, die er nicht wieder los wird und die ihm gleich beim ersten Wort, was er spricht, nachteilig ist und mehr oder weniger die Herzen verschließt. Er schreit entweder, oder deklamiert verkehrt, oder ist bald in der höchsten Höhe, bald in großer Tiefe, redet zu leise oder in falschem Pathos – nun jedermann weiß, was es hier für eine Menge von Fehlern gibt. Auf den Universitäten haben wir ja keine genügende Anleitung für den öffentlichen Vortrag. Diese wichtige Sache ist hier sehr vernachlässigt. Man ist sich und seiner Selbsthilfe überlassen. Anfangs war ich auch in eine ganz wunderliche Redeweise hineingeraten, aber die Notwendigkeit, mit nur kurzer Vorbereitung und sehr oft hintereinander sprechen zu müssen, machte mich natürlich und frei, und das blieb mir für immer. Es wurden mir folgende Sätze wichtig: 1) Der Prediger soll so sprechen, wie er im gewöhnlichen Verkehr redet: einfach, natürlich, ungesucht; 2) er soll nicht meinen, auf der Kanzel einen besondern Ton und Klang suchen zu müssen; nichts ist dem Zuhörer unerträglicher, als Unnatur und Unwahrheit; 3) er meide alles Pathos, wenn er nicht durch die Bedeutung des Gegenstandes und die Wärme seiner Empfindung zu einem Pathos ganz von selbst fortgetrieben wird; Pathos ermüdet den Hörer; 4) er sei in seinen Gestikulationen sparsam und fahre weder über die Höhe des Kopfes hinaus noch greife er allzusehr in die Tiefe; besser wenig oder gar nicht zu gestikulieren, als oben ein bewegliches Zerrbild zu sein. Die tollste Gestikulation, die ich einmal sah, war die, daß der Prediger ganz bis an den Rand der Kanzel hinabtauchte und dann wieder hinaufschnellte. Auch bei den Gestikulationen gibt die natürliche Einfachheit und Wahrheit das rechte Maß und braucht der Prediger nicht vor dem Spiegel seine Studien zu machen.

Bei Licht und Recht (siehe hier) gibt es den empfehlenswerten Beitrag „Aus dem Leben eines reformierten Pastors“ von Adolph Zahn: Aus_dem_Leben_eines_reformierten_Pastors.pdf.

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