Die verlorene Ehre der Böll-Stiftung

Am 19. Juli informierte ich hier im Blog über die grüne Plattform Agent*In, die inzwischen aufgrund der vielen Proteste wieder vom Netz genommen wurde. Claudia Schwarz hat gestern die Vorgänge um den Online-Pranger kommentiert:

Das Internet hat längst den Charakter des Prangers bekommen. Wenn aber nicht die üblichen Hetzer öffentliche Denunziation betreiben, sondern eine Institution wie die in Berlin ansässige Heinrich-Böll-Stiftung, dann geht es nicht einfach um eine Entgrenzung in den Untiefen des Internets. Mit dem Online-Lexikon «agentin.org», das Feminismus-Gegner auflistete, war eine Grenze demokratischer Auseinandersetzung überschritten. Der Think-Tank der Grünen hatte die Plattform vor kurzem eröffnet – und schloss sie nach heftigen öffentlichen Reaktionen flugs wieder.

Die Stiftung schiebt in ihrer Stellungnahme zur Abschaltung des Portals die Verantwortlichkeit an das angegliederte Gunda-Werner-Institut ab. Was die Sache nicht besser macht. Denn jetzt geht es nicht mehr nur um den Stil demokratischer Auseinandersetzung, sondern es gibt Grund zum Zweifel am politischen Gespür der Böll-Stiftung angesichts einer dürren Erklärung, dass leider «die gewählte Form die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus überlagert» habe.

Denunziation schlägt nicht selten auf den Denunzianten zurück. Und hier wird nicht mit überzeugenden Argumenten für gute Politik gekämpft, sondern es wurde eine persönliche Beschädigung des politischen Gegners angezettelt.

Hier: www.nzz.ch.

Kommentare

  1. Markus Jesgarz meint:

    Dies ist ein Kommentar zu der Aussage:
    Denn jetzt geht es nicht mehr nur um den Stil demokratischer Auseinandersetzung, sondern es gibt Grund zum Zweifel am politischen Gespür der Böll-Stiftung angesichts einer dürren Erklärung, dass leider «die gewählte Form die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus überlagert» habe.
    1.
    In dem Beitrag von „SEAN MCDOWELL BLOG“:
    College Is Not A Day Care: The Devastating Consequences of Abandoning Truth
    http://seanmcdowell.org/blog/college-is-not-day-care-the-devastating-consequences-of-abandoning-truth
    von Sean McDowell am 22. August 2017 steht:
    MCDOWELL:
    What about your chapter titled Pro-woman and Proud of It? Why do you think the biblical worldview is more pro-woman than any other?
    PIPER:
    Because we believe women are real. We believe in science. We believe in the fact of the female. What could possibly be more misogynistic than to suggest that a woman is not a fact but rather merely a fantasy or a fabrication; nothing but a social construct. How is it possible to be a feminist while denying the empirical reality of the feminine? You can’t be pro-woman and yet deny that a female exists. You can’t be pro-woman while at the same time claiming that she is really is nothing more than a leprechaun or a unicorn – that she’s make believe – and that anyone who wants to pretend can raise his hand on a given day and take away her privacy, her dignity and her very identity.
    2.
    Meiner Meinung nach gibt es Indizien, die belegen:
    Die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus wird von der Böll-Stiftung kontrafaktisch geführt.

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