Interview mit John Frame

Das nachfolgende Interview wird nur für Leute interessant sein, die sich mit Apologetik oder Philosophie beschäftigen. Brian Auten hat sich mit John Frame über die „Voraussetzungsbewusste Apologetik“ in der Tradition von Cornelius Van Til unterhalten. Was dabei herausgekommen ist, ist eine kurze und verständliche Einführung in  „presuppositional apologetics“.

Bemerkenswert und ermutigend finde ich das Schlussstatement (zitiert aus dem Transskript):

Of course number one, I think we need to go back to the Bible again and again to see what God says is relevant to our thinking or philosophizing or reasoning and the way we present the Gospel to people who inquire, of course 1 Peter 3:15, sort of the theme of my Apologetics to the Glory of God but there is certainly a lot more in the Bible that God has to say to us with regard to reasoning and with regard to presenting the Gospel to people who have questions and thence. Beyond that I think we need to investigate the world that God has made for more evidences, for more arguments that makes the truth clear and again there is nothing wrong with seeking evidences in a presuppositional context in fact I am hoping that my successors among presuppositional apologists – I am 71 so I am not going to quietly do this, but I wish other presuppositional apologists would get together and come up with a kind of encyclopedia of the evidences in the Christian faith and show how they can be used and show how cogent they are and how it makes a difference to treat them in a presuppositional way.

Further I think that – I hope that the next generation will not be so preoccupied with method as we have been and I get the impression that today among presuppositionalists and I am criticizing my own movement here and I am criticizing myself as well. We spend so much time arguing against the opponents of presuppositionalism. We haven’t done enough of what the apologetics is really for. We should be arguing with non-Christians not arguing with other Christians about apologetics method.

There is a certain amount of that that has to be done but I think we need to get back to really dealing with non-Christian thought. Van Til certainly did that with Philosophy and other movements. We need to deal with every aspect of Philosophy, Religion and culture that is contrary to the Gospel and that is what we can do best for the Kingdom of God if we have such a great method of apologetics then we need to show that it bears fruit.

15
Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Schandor
Gast
Schandor

Die seltsame Streiterei um die „richtige Methode“ der Apologetik habe ich immer als fruchtlos empfunden. Die Rechtfertigung dieses unermesslichen Aufwands an „Apologetik“ mit 1Petr 3,15 ist ein glatter Witz. Offenbar liest man nicht genau, was da steht. Der eine glaubt’s, der andere nicht. Nicht dass man die „freie Entscheidung“ hätte, die Dinge zu glauben oder nicht, nein! Aber der Grund, weshalb der eine glaubt, der andere nicht, der geht tiefer als zu den Wurzeln einer jeden Apologetik. Insofern glaube ich persönlich an den „Sprung Kierkegaards“ und denke fideistisch: Apologetik ist – wenn schon, denn schon – dazu da, dem Christen… Weiterlesen »

Johannes G.
Gast
Johannes G.

Ich habe das Transskript noch nicht ganz gelesen, aber ich sehe das zentrale Problem – anders wie Frame – nicht in der Epistemologie sondern in der Ontologie. D.h. auf der einen Seite eine grundlegend teleologische (Augustinus, Anselm, Aquin und viele andere christliche Denker) und auf der anderen Seite eine rein mechanistische Weltsicht, wie wir sie z.B. bei Kant und eben auch Hume sowie den meisten zeitgenössischen Naturalisten / Materialisten wiederfinden. Das Problem in vielen Bereichen der aktuellen Apologetik sehe ich inzwischen vor allem darin, dass man diese mechanistische Sicht akzeptiert und davon ausgehend rationale Argumente für die Existenz Gottes konstruieren… Weiterlesen »

lotharson
Gast

Ich glaube schon, dass man irgendwelche Denkvoraussetzungen braucht, aber ich denke nicht, dass Gott eine von ihnen sein kann.

Dennoch darf meiner Meinung nach die Hoffnung auf einen guten Gott unbegründet sein, solange sie nicht von Daten der realen Welt widerlegt wird.

Liebe Grüsse aus Lothringen.

Lothars Sohn – Lothar’s son

http://lotharlorraine.wordpress.com

Roderich
Gast
Roderich

@Schandor,
die Erfahrungen der Apologeten sprechen aber eine andere Sprache; lies mal die Zeugnisse derer, die etwa durch W.L. Craig oder Ravi Zacharias zum Glauben gekommen sind. Es GIBT eben Leute, die nur noch intellektuelle Gegengruende haben, und wenn die weg sind, sich dann fuer den Glauben entscheiden koennen bzw. zum Glauben kommen koennen. Und: wenn man schon Alpha-Kurse veranstaltet, gehoert auch die Klarstellung in die Abende, dass die christliche Weltsicht mit Abstand die vernuenftigste ist. Man soll auch als Nichtchrist wissen, dass man durch den Schritt zum Glauben nicht einen antiintellektuellen irrationalen therapeutischen Emotions-Mystizismus annimmt.

Johannes G.
Gast
Johannes G.

Hallo Ron, ich habe folgende Aussage von Frame im Blick gehabt: Well let us just say you are talking about the existence of God and you present the argument that you know one thing causes another thing and something causes that cause and something causes that cause and you really can’t go back to infinity. The chain has to stop somewhere. There has to be a first cause and that first cause is God Himself and that’s a very common argument that comes from Thomas Aquinas. Well you present that argument and for a lot of people that would be… Weiterlesen »

Johannes G.
Gast
Johannes G.

Noch einen Hinweis zu diesem Thema: Der katholische Philosoph Edward Feser bringt die Unterschiede in der Metaphysik des klassischen Theismus und des modernen Naturalismus sehr treffend auf den Punkt und argumentiert sehr klar für die Plausibilität der christlichen Weltsicht. Eine eher akademische Verteidigung findet sich in seinem Buch über Thomas von Aquin: Aquinas (Beginner’s Guides) http://www.amazon.de/Aquinas-Beginners-Guides-ebook/dp/B005KR0LUC/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1377423365&sr=8-5&keywords=edward+feser Für diejenigen, die sich mehr für Apologetik interessieren, dürfte das polemische Buch zum Thema interessant sein. Hier setzt sich Feser speziell mit den populären Vertretern des „Neuen Atheismus“ auseinander. Dieses Buch ist seit einiger Zeit sogar in Deutsch erhältlich. Ich habe es noch nicht… Weiterlesen »

Johannes G.
Gast
Johannes G.

@Ron,

ich wolle Frame keinesfalls unterstellen, dass er Hume oder Kant zustimmt. Das war auch absolut nicht mein Eindruck von ihm, auch wenn das oben so anklang. Das war von mir ungeschickt formuliert. Mea Culpa 🙂

Aufgrund seiner – zugegebenermaßen sehr kurzen – Reaktion hatte ich lediglich den Eindruck, dass er nicht so recht weiß, was man den Humeaner oder Knatianern antworten sollte und ich es für nicht zielführend bzw. hilfreich halte, sich auf eine abweichende Epistemologie zurückzuziehen.

Liebe Grüße
Jo

Roderich
Gast
Roderich

@Jo, Ich habe mich da auch noch nicht anstaendig eingelesen, aber ich glaube, der radikale Skeptiker bezweifelt ja alles, inklusive, dass es Verursachung gibt, und dass wir wissen koennen, dass es eine Welt um uns herum gibt. Wenn es aber keine Welt um uns herum gaebe, haette Metaphysik ja auch wenig Sinn, zumindest der Teil, der sich auf die reale Welt bezieht (und sei es in der Abstraktion davon – und Aristoteles war in dem Sinne ja Realist). Was Frame wohl meint ist: unsere (wahren oder scheinbaren) Sinneseindruecke machen am meisten Sinn im Rahmen einer Weltanschauung, welche die Existenz eines… Weiterlesen »

Johannes G.
Gast
Johannes G.

Kurzer Nachtag zur deutschen Ausgabe des Buches von Feser: Ich habe das Werk jetzt zu ca. 50% durch und die Übersetzung ist – wie ich befürchtet habe – stellenweise leider ziemlich „grottig“ (Einige Absätze sind in fast identischer Form auch in seinem Buch über Aquin zu finden und daher habe ich zumindest dort den direkten Vergleich). Es sind leider nicht nur Rechtschreibfehler zu finden, sondern teilweise passt der Satzbau nicht einmal bzw. es fehlen Wörter oder es stehen Wörter an Stellen, wo sie nicht hin gehören. Das ist zugegebenermaßen kein leichter Stoff, aber das Ergebnis meiner Meinung nach leider enttäuschend.… Weiterlesen »

Johannes G.
Gast
Johannes G.

Lieber Ron, die Thomisten sind eben eine leider Großteils unterschätzte „Spezies“… 😉 Ich würde mir ebenfalls wünschen, dass dieses Buch – oder die deutlich kürzere Einführung zu Thomas – von vielen evangelischen Christen und vor allem auch Theologen gelesen wird. Daher rühre ich ja hier auch die Werbetrommel *g* Davon abgesehen ist Feser ein wirklich guter Autor und Redner. Man könnte ihn vielleicht als den „William Lane Craig der Katholiken“ bezeichnen 😉 Lee Strobel mit Feser zu vergleichen ist daher sicher nicht ganz fair. Feser betreibt übrigens auch einen regelmäßig aktualisierten Blog mit einer inzwischen sehr großen Community. Wer sich… Weiterlesen »

Roderich
Gast
Roderich

@Jo,
ich hatte mir das Buch mal kopiert. Er hatte mir nicht soooo wahnsinnig gefallen. Ich muesste es mir noch mal ansehen, aber ich glaube, an Craig kommt er leider nicht so ganz ran. Aber man muesste ihn mal „debaten“ hoeren.

Johannes G.
Gast
Johannes G.

@Rod, Welches Buch meinst du? „The Last Superstition“ ist nicht gerade ein diplomatisches Werk und ich meine Feser hätte besser daran getan, die persönlichen Angriffe auf Dawkins & Co zu unterlassen. Außerdem schadet er seinem Anliegen massiv auch dadurch, dass er sich immer wieder abfällig gegenüber Homosexuellen äußert, ohne zwischen aktiver und passiver Homosexualität zu differenzieren oder seine Position zuvor argumentativ zu begründen. Feser ist ein guter Redner, aber sicher keine solche „Rampensau“ wie Craig 😉 Was das Austragen von Debatten angeht, gibt es weltweit kaum jemand, der Craig hier das Wasser reichen kann. Ich meine jedoch, dass Feser ihm… Weiterlesen »