Justin Trudeau: Meinungsfreiheit ja, aber

Vor einigen Tagen stellte sich Justin Trudeau, der Premierminister von Kanada, an der McMaster Universität in Hamilton (Ontario, Kanada) den Fragen einiger Gäste, Dozenten und Studenten.

Ein junger Student hat folgende Frage gestellt:

Ich bin ein Student im ersten Jahr hier bei McMaster. Ich möchte nur etwas über ihre Ansichten zur Redefreiheit erfahren. Denn in der heutigen Gesellschaft ist eine linke Sicht der Dinge sehr verbreitet. Wenn Leute nicht die gleichen Meinungen haben, werden sie belächelt und als Rassisten, Fanatiker und alles andere bezeichnet. Zum Beispiel: Abtreibung. Wenn du für das Leben bist, dann wirst du lächerlich gemacht und beleidigt, aber wenn du Pro-Choice bist, dann wirst du gelobt. Ich möchte nur wissen, ob ihnen das wichtig ist?

Hier nun Auszüge aus der Antwort des smarten Justin Trudeau:

Hören sie, ich meine, ich habe immer wieder demonstriert, dass die Verteidigung von Rechten und Freiheiten der Kern dessen ist, wer ich bin, und ehrlich gesagt, es ist der Kern dessen, was Kanada ist. In diesem Land verteidigen wir gegenseitig diese Rechte, auch wenn sie unpopulär sind, wie wir es schon einige Male gesehen haben. Gleichzeitig müssen wir wissen, dass zwischen der Meinungsfreiheit und dem Handeln auf der Grundlage dieser ausgedrückten Freiheiten und Überzeugungen ein Unterschied besteht.

Das bedeutet nicht, dass religiöse Gruppen und Glaubensgemeinschaften sich nicht dafür [gemeint sind finanzielle Zuschüsse, R.K.] bewerben können. Im Gegenteil, so viele der großen gemeinnützigen Organisationen, die unglaublich hart arbeiten, sind in diesem Land auf Glauben gegründet und sie sind ein wichtiger und wunderbarer Teil unserer Gesellschaft. Es bedeutet jedoch – und hier kommen wir zum Kern der Sache -, dass eine Organisation, die ausdrücklich darauf abzielt, die Rechte von Frauen einzuschränken, indem sie das Recht auf Abtreibung, das Recht von Frauen, ihre eigenen Körper zu kontrollieren, aufhebt, nicht im Einklang mit dem steht, wo wir als Regierung, und ganz ehrlich, wo wir uns als Gesellschaft, befinden.

Klare Worte!

Den Videomitschnitt gibt es hier. Der Student fragt ca. ab der 30. Minute.

12
Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Rudolf Drabek
Gast

Ich teile die Ansicht von MP Trudeau völlig.
Es gibt immer wieder Gläubige, Ungläubige, Rechte, Linke, allg. Menschen die für sich das Recht in Anspruch nehmen die Wahrheit zu verkünden, damit Macht ausüben wollen und die von Gott gewollte Freiheit, den Freien Willen, zu beschneiden. Die Freiheit ist an sich auch in Demokratien schon recht beschnitten, aber für ALLE.
Letztlich wird Gott entscheiden was richtig war.

Sergio
Gast
Sergio

1. Wir haben Gottes OFFENBARTEN Willen in der Schrift. Gottes SOUVERÄNEN Willen kennen wir in diesem Leben nicht, also halten wir uns an das, was wir haben, an die Bibel. Auf Grund der Bibel kann niemand ernsthaft Abtreibung rechtfertigen.

2.Wenn wir die Bibel nicht als Gottes Wort ansehen, ist jede Diskussion hier zum Scheitern verurteilt.

PeterG
Gast
PeterG

@Rudolf Drabke

Es gibt immer wieder Gläubige, Ungläubige, Rechte, Linke, allg. Menschen die für sich das Recht in Anspruch nehmen die Wahrheit zu verkünden, damit Macht ausüben wollen und die von Gott gewollte Freiheit, den Freien Willen, zu beschneiden.

Das halt ich für sehr problematisch. Denn Trudeau hebt das Recht der ungeborenen Frauen auf Kontrolle ihres Körpers auf. Hatten die werdende Mütter denn nicht die Kontrolle beim Geschlechtsverkehr? Hätten diese nicht verhüten können? Warum ist das Recht eines ungeborenen Menschen weniger Wert als das eines geborenen? Lässt sich das aus der kanadischen Verfassung ableiten?

Stephan
Gast
Stephan

@Drabek: Lies nochmal genau den Artikel: linke Organisationen mit Pro-Abtreibungshaltung können finanzielle Zuschüsse beantragen, Organisationen, die das Leben befürworten, jedoch nicht. Selbst wenn ich kein Christ wäre, könnte ich hier schon die menschengemachte Ungerechtigkeit erkennen. Ergänzend dazu Psalm 139: „13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleib. 14 Ich danke dir dafür, daß ich wunderbar gemacht bin;…“ Gott hat also schon entschieden, was richtig ist. Aus Gottes Sicht darf und muß ich daher nicht die Freiheit anderer zum Mord im Mutterleib befürworten. Denn bei jeder Abtreibung wird ein von Gott im Mutterleib gebildeter Mensch ermordet,… Weiterlesen »

Alexander
Gast
Alexander

Ich glaube, Trudeau ist auch ein Grund, warum Trump die Wahl gewonnen hat. Die Amis hatten exzellenten Anschauungsunterricht im Nachbarland, was es heißt, wenn jemand linke Identitätspolitik und Radikalfeminismus knallhart durchsetzt, und dann verständlicherweise keinen Bock, mit Hillary ein Abziehbild vor die Nase gesetzt zu bekommen. Simple as that!

Helmut
Gast

@Alexander
Dazu mussten die Amerikaner gar nicht ins Nachbarland schauen; Obama kam ja aus der gleichen Richtung wie der MP von Kanada (auch wenn H. Clinton möglicherweise noch radikaler gewesen wäre). Ich meine dass Norbert Bolz mal gesagt hat, dass Extreme immer Gegenextreme hervorrufen: Von daher hast du mit deiner These vermutlich Recht – Trump ist im Grunde nichts anderes als die logische Folge von Obama und Co.

Alexander
Gast
Alexander

@Helmut: Trudeau ist schlimmer als Obama und Hillary hat (wie Trudeau) noch massiver auf die identity-Schiene gesetzt als Obama. In Kanada hat es auch schon länger Repressionen gegen christliche Organisationen gegeben, bspw. durften Gemeinden schon seit einigen Jahren keine öffentlichen Gebäude mehr für ihre Veranstaltungen nutzen, was einigen kleineren Gemeinden, die nun teuer mieten mussten, das Leben schwerer gemacht hat. Insofern mag Trudeau dort schon noch einmal stärker als abschreckendes Beispiel gewirkt haben. Mag aber auch sein, dass Hillary allein gereicht hat. Ist ja auch abschreckend genug.

Roderich
Gast
Roderich

das Recht auf Abtreibung, das Recht von Frauen, ihre eigenen Körper zu kontrollieren

Jemand wie Trudeau kommt nicht ohne irreführende Neudefinitionen aus, hinter denen er seine widernatürliche Meinung versteckt: Abtreibung = Recht der Frauen auf ihren eigenen Körper. Damit wird das werdende Kind zu einem Teil des Körpers der Frauen definiert.
Was vollkommen vergessen wird ist: Das Recht der Babys auf ihren eigenen Körper. (Wie auch schon oben von PeterG angesprochen).

Daran wird mal wieder die Wichtigkeit und Macht von Sprache deutlich. Bei kulturrevolutionären Bewegungen spielt die Verdrehung von Sprache immer eine zentrale Rolle.

Markus Jesgarz
Gast
Markus Jesgarz

Meine Meinung ist:  Nach der Bibel ist Abtreibung verboten.  In dem Beitrag von Randy Alcorn:  The Bible is clear that every child in the womb has been created by God.  https://www.lifesitenews.com/resources/abortion/pro-life-101-the-ultimate-guide-to-why-abortion-is-wrong-and-how-to-fight-for-life/part-11-but-the-bible-doesnt-say-anything-about-abortion  steht unter „Personhood in the Bible“:  1.  Rebekah was pregnant with Jacob and Esau, Scripture says, “The babies jostled each other within her” (Genesis 25:22). The unborn are regarded as “babies” in the full sense of the term.  2.  In Luke 1:41 and 44 there are references to the unborn John the Baptist. The Greek word translated as “baby” in these verses is the word brephos. It is the same… Weiterlesen »

Johannes G.
Gast
Johannes G.

@PeterG,

das Argument bezgl. der Kontrolle des Geschlechtsverkehrs oder der Verwendung von Verhütungsmitteln halte ich ebenfalls für problematisch bis schädlich bzw. für nicht stichhaltig. Falls dies zur Beurteilung des Sachverhalts relevant wäre, wäre Abtreibung im Falle einer Vergewaltigung (was ohne Zweifel eine absolut verabscheuungswürdige Tat ist und mit aller Härte bestraft werden muss) oder gar bei „versagenden Verhütungsmittel“ (ohne Verschulden der „Anwender“) prinzipiell legitim. Dem würde ich jedenfalls nicht zustimmen können.

Liebe Grüße
Johannes

PeterG
Gast
PeterG

@Johannes G.
Da hast du durchaus Recht! Tatsächlich sind aber Vergewaltigungen und versagende Verhütungsmittel ein ‚erleichternder‘ Grund für Abtreibungen. Sie machen aber bez. der Anzahl der Abtreibungen nur minimal etwas aus. Die große Mehrheit (über 70 %) lassen gut situierte Frauen im Alter zwischen 20 und 35 vornehmen.