Martin Luther

Gesetz und Evangelium

Frei nach Luther stelle ich fest (vgl. Galaterbriefauslegung zu 3,19):

Es breitet sich ein wundersames Schweigen über den Unterschied von Gesetz und Evangelium in vielen Schulen und Gotteshäusern aus. Diese Tatsache bringt die Gewissen in die größte Gefahr. Wenn nämlich Gesetz und Evangelium nicht klar unterschieden werden, kann die christliche Lehre nicht unverletzt behalten werden. Wenn aber diese Unterscheidung erkannt ist, wird die wahre Art der Rechtfertigung erkannt. Dann ist es leicht, den Glauben von den Werken zu unterscheiden, Christus von Mose, auch von Obrigkeit und allen zivilen Gesetzen.

Luther als sperriger Rebell

Der Historiker und Lutherbiograf Heinz Schilling fordert dazu auf, das Fremde an Martin Luther wahrzunehmen und nicht den eigenen Zeitgeist zu feiern. Mit seiner radikalen Hinwendung zu dem Gnade verteilenden Gott vollzöge der Mann aus Wittenberg eine Wende hin zur substanziellen Religiosität.

Die Lutherkultur à la Käsemann ist nichts anderes als aktualistischer Kitsch. Das Gespräch ist sehr empfehlenswert!

Der Heilige Geist ist kein Skeptiker

Zum Reformationstag ein deftiges Lutherzitat. Der Reformator schrieb 1525 an Erasmus:

Lass uns Zeugen der Wahrheit sein und uns um Wahrheitsbezeugungen bemühen und uns daran erfreuen! Halte du es nur mit deinen Skeptikern und Akademikern, bis Christus auch dich ruft. Der Heilige Geist ist kein Skeptiker! Er hat uns keine Zweifel oder bloße Meinungen in unsere Herzen geschrieben, sondern Wahrheitsgewissheiten, gewisser und fester als das Leben selbst und alle Erfahrung.

In Rom ändert sich das Bild von Luther

Vor rund 500 Jahren verurteilte der Vatikan die Lehren Martin Luthers und belegte den Wittenberger mit dem Kirchen-Bann. Seither ist der deutsche Reformator ein Stolperstein bei der Suche nach Einheit zwischen den getrennten Kirchen. Doch in letzter Zeit verändert sich in Rom die Stimmung.

Hier ein DLF-Beitrag:

Kirche ist eine zarte Sache

Martin Luther schreibt in seiner Galatervorlesung zu 1,6:

Da die Kirche eine so empfindliche und zarte Sache ist und so leicht zerstört werden kann, gilt es wachsam zu sein gegen jene Schwarmgeister, die, kaum dass sie ein paar Predigten gehört, ein paar Seiten in den hl. Schriften gelesen haben, sich alsbald zu Lehrern aller Lernenden und Lehrenden machen, gegen aller Autorität. Solche Leute findet man heute in großer Anzahl auch unter den Meistern der Künste, freche Menschen, die sich in keiner Versuchung bewährt, niemals Gottesfurcht gelernt haben, niemals einen Geschmack der Gnade gehabt haben. Weil sie ohne den Hl. Geist sind, lehren sie, was ihnen gefällt und was dem Volke leicht eingeht. Das unerfahrene Volk, das nach Neuigkeiten lechzt, fällt ihnen sofort zu. Ja, auch viele, die wie sie meinen, die Glaubenslehre richtig festhalten und die durch Anfechtungen geübt sind, werden von solchen Leuten verführt.

Martin Luther als Komponist und Lieddichter

Die Evangelische Kirche stellt das Jahr 2012 unter das Motto: „Reformation und Musik“. Damit soll auch an die besondere Bedeutung erinnert werden, die das Kirchenlied in der Reformationszeit bekommen hat. Der DLF hat einen hervorragenden Beitrag über Luther als Komponist und Lieddichter publiziert.

Hier:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2012/03/19/dlf_20120319_0943_53ff956b.mp3[/podcast]

Vatikan zeigt erstmals Bannbulle gegen Luther

Zu seinem 400. Bestehen stellt das Vatikanische Geheimarchiv hundert geheimnisumwitterte Dokumente aus, darunter die Bulle, die die Reformation provozierte.

„Weil die genannten Irrtümer und viele andere in den Büchlein oder Schriften eines gewissen Martin Luther enthalten sind, verdammen, verwerfen und verstoßen wir zugleich die genannten Bücher und alle Schriften und Predigten, ob sie in lateinischer oder deutscher Sprache geschrieben sind.“

Es waren harte Worte, mit denen Papst Leo X. den Entscheidungskampf mit dem abtrünnigen Theologen aus Wittenberg einleitete. Im Juni 1520 erging die Bannbulle „Exsurge Domine“. In ihr wurde Martin Luther aufgefordert, innerhalb von 60 Tagen 41 seiner Thesen zu widerrufen. Sieben Monate später folgte die Bulle „Decet Romanum Pontificem“, in der die Exkommunikation vollzogen und Luther samt Anhängern zu Ketzern erklärt wurde. Wie so viele legendenumwitterte Schriften hat auch eine Ausfertigung dieses Dokuments vom 3. Januar 1521 im berühmt-berüchtigten Geheimarchiv des Vatikan die Zeiten überdauert. Sie gehört zu den Höhepunkten der Ausstellung „Lux in Arcana“ („Licht auf die Geheimnisse“) die von Donnerstag an in den Kapitolinischen Museen Roms für das Publikum geöffnet ist.

Hier: www.welt.de.

Martin Luther: Was ist der Mensch?

luther.jpegDer große Reformator Martin Luther starb am 18. Februar 1546 in Eisleben. Trotz schwerer Herzprobleme hatte er sich auf den Weg gemacht, um bei einem Streit der drei Grafen von Mansfeld zu schlichten. Der Streit wurde erfolgreich befriedet. Luther hatte aber nicht mehr die Kraft, in seine Heimat Wittenberg zurückzukehren. Er starb am 18. Februar in der Gegenwart zwei befreundeter Theologen. Auf dem Sterbebett sagte er: „Wir sind Bettler, das ist wahr“ und betete vor dem Heimgang zu seinem HERRN: „In Deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, Herr, Du treuer Gott.“

Anläßlich seines Todestages ein deftiges Lutherzitat aus seiner Disputation über den Menschen. Die Schrift entstand in dem Jahr, in dem Johannes Calvin die erste Auflage seiner Institutio veröffentlichte, 1536.

Daher philosophieren diejenigen gottlos gegen die Theologie, die sagen, die natürlichen Fähigkeiten [des Menschen] seien nach dem Fall unversehrt erhalten geblieben. Ähnlich diejenigen, die sagen, indem der Mensch tue, was in seinen Kräften steht, könne er Gottes Gnade und das Leben verdienen. Ebenso diejenigen, die Aristoteles (der vom Menschen in theologischer Hinsicht nichts weiß) anführen [um zu belegen], dass die Vernunft inbrünstig das Beste erstrebe. Ebenso, dass im Menschen das Licht des Angesichts Gottes sei, das als Zeichen über uns gesetzt sei, d.h. das freie Willensvermögen zur Gestaltung der rechten Vorschrift und des guten Willens. Ebenso, dass der Mensch in der Lage sei, zwischen Gut und Böse oder Leben und Tod usw. zu wählen. Alle solche verstehen weder, was der Mensch ist, noch wissen sie, wovon sie sprechen. Paulus fasst in Rom 3,28: „Wir halten dafür, dass der Mensch gerechtfertigt wird durch den Glauben ohne Werke“ kurz die Definition des Menschen zusammen, indem er sagt: Der Mensch wird durch den Glauben gerechtfertigt.

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner