Die Lutherstube auf der Wartburg

Von 1521 bis 1522 hielt sich der Reformator Martin Luther als »Junker Jörg« auf der Wartburg versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel in nur elf Wochen ins Deutsche.

CIMG0424.jpgIch habe die Burg vor einigen Tagen besucht. Beim Betreten der Lutherstube in der Vogtei fühlt man sich tatsächlich in die Zeit der Reformation zurückversetzt. Bewundern kann man dort auch den berühmten Tintenfleck. Luther selbst berichtet, dass er auf der Wartburg vom Teufel belästigt worden sei. Seine Aussage, er habe »den Teufel mit Tinte vertrieben«, wird heute allerdings eher auf die Bibelübersetzung bezogen und nicht auf seine nächtlichen Anfechtungen auf der Burg und den daraus resultierenden Tintenfleck.

Irgendwo stand, dass in der Lutherstube nichts mehr aus der Zeit des Reformators stamme. Das gilt wohl auch für den Fleck. Es gibt Berichte, nach denen der Tintenfleck rechts vom Ofen oftmals nachgebessert, neu angebracht oder nachgefärbt worden sein soll.

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Kommentare

  1. Das einzig Übriggebliebene ist ein Walknochen, der Luther als Fußstütze gedient haben soll.

    Gruß,
    Andreas

  2. @Andreas: Ah schau, den habe ich auch fotografiert. Danke, Ron

    Walknochen als Schemel in der Lutherstube

  3. Andreas meint:

    1.) Sehr interessant!

    2.) Hey, wer heißt hier so wie ich? 😉

  4. Ich habe auch Wartburg in 2007 besucht, und es war sehr toll, dort zu sein! Ich danke Gott sehr darum.

  5. Eisenach ist schon einen Besuch wert. Es ist sehr faszinierend die Stätten der Reformation zu besichtigen. Welch ein großes Werk Gottes in der Reformation!

    Ward ihr auch im Bachhaus? (Bach ist mein absoluter Lieblingskomponist.)

  6. @Andreas: Bach Lieblingskomponist? Mit Fug und Recht. Wir hatten leider keine Zeit für all die Sehenswürdigkeiten. Was mich in Eisenach etwas verärgert hat, ist die fortschreitende Kommerzialisierung des kulturellen Erbes. Aber das ist wohl der Lauf der Dinge, nicht nur in Eisenach.

    Liebe Grüße, Ron

  7. Jürgen Tibusek meint:

    Interesant auch die abseits des offiziellen Führungsweges angebrachte Gedenktafel fü den Täufer Fritz Erbe: „Der Täufer Fritz Erbe. Gefangener im Südturm 1540-1548. Die Täufer lehnten den objektiven Charakter der Kirche als Heilsanstalt und die von den Reformatoren noch als selbstverständlich genommene Verbindung zwischen Staat und christlicher Gemeinde ab. Das äußere Zeichen dieser Gesinnung wurde die Erwachsenentaufe, da nur diese auf der persönlichen Heilserfahrung beruhen konnte. Die politischen Instanzen – gleichgültig ob katholisch oder evangelisch – gingen fast überall mit Schärfe gegen die Bewegung vor. Thüringen stellte eines der Hauptausbreitungsgebiete der Täuferbewegung dar. Fritz Erbe, ein begüteter Bauer aus der Gemeinde Herda, wurde im Jahre 1533 gefangen genommen, weil er die Taufe für sein gerade geborenes Kind verweigerte und trotz Verbots eine verfolgte Täuferin in sein Haus aufgenommen hatte. Da sich der sächsische Kurfürst Johann Friedrich und der hessische Landgraf Philipp – paritätische Landesherren des zuständigen Amtes Hausbreitenbach – über das Strafmaß uneinig waren, wurde Fritz Erbe sieben Jahre in einem Turm an der Eisenacher Stadtmauer gefangen gehalten. Aus Angst vor Unruhen der sich solidarisch zeigenden Bevölkerung wurde Fritz Erbe 1540 auf die damals abseits jeglicher Öffentlichkeit stehende Wartburg überführt und in das Verlies im Südturm gesperrt. Ein durch den Amtsmann der Burg, Eberhard von der Thann, veranlaßter Bekehrungsversuch scheiterte; Erbe hielt am Täufertum fest. Nach insgesamt 15 Jahren Kerkerhaft starb Fritz Erbe 1548. Er wurde in der Nähe des ehemaligen Elisabeth-Hospitals unterhalb der Wartburg begraben. Mit einer Tiefe von 10 Meter liegt das Verlies im Südturm noch 3 Meter unter dem Niveau des umliegenden Geländes. Eine Öffnung im Fußboden des Turmmittelgeschosses – das sog. Angstloch – bildet den einzigen Zugang zum Verlies. Die Gefangenen wurden an Strickleitern hinuntergelassen und waren der Feuchtigkeit, Kälte und Finsternis ausgesetzt. Im Jahre 1925 wurde bei Aufräumungsarbeiten in 2.40 Meter Höhe über dem Felsboden der Namenszug Erbes entdeckt, der in das Gestein eingeritzt worden war.“

  8. @Jürgen: Tja, damals war man da nicht zimperlich, leider.
    Ich habe mich auch gefreut, in Innsbruck eine Gedenktafel für Jakob Hutter am Goldenen-Dachl-Gebäude gefunden zu haben.
    Liebe Grüße, Ron

  9. ich fande es sehr lanweilig dort wen interresiert bitte schön so nen scheiß

  10. Übrig geblieben ist doch vor allem die Bibel. Luthers Übersetzung des Neuen Testaments vom Griechischen ins Deutsche auf der Wartburg in nur 11 Wochen machen sie zu einem der wichtigsten Orte Deutscher Geschichte. Von Melanchthon und anderen Spezialisten bearbeitet ging sie 1522 in Druck und findet in den evangelischen Gebieten reißenden Absatz. Sie wird dort zum Volksbuch. Die Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache hatte damit ihren Anfang gefunden.

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