Die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA e.V.) informiert darüber, dass voraussichtlich am 7. oder 23. Juni 2021 das Europäische Parlament über den sogenannten „Matić-Bericht“ abstimmen wird. Dieser Bericht ist eine Neuauflage des Estrela-Berichts, der nur auf Grund der Intervention europäischer Lebensrechtsorganisationen verhindert werden konnte. Der neue Anlauf wird vom Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter initiiert und versucht, den gewaltsamen Schwangerschaftsabbruch als Menschenrecht zu etablieren.
Doch nicht nur das. ALfA schreibt:
Nun gibt es eine Neuauflage – den Matic Bericht. Diesmal wird nicht nur gefordert, ein Recht auf Abtreibungen als Menschenrecht anzuerkennen. Diesmal ergeht auch die dringende Aufforderung an die Mitgliedsstaaten, dafür zu sorgen, dass Lebensrechtsorganisationen nicht weiter informieren und aufklären dürfen, und dafür zu sorgen, dass in allen Mitgliedsstaaten Sexualerziehung bereits in der Grundschule nach den Vorgaben der WHO verpflichtend wird. Eine staatliche Finanzierung der Abtreibung ebenso wie ein Ende der Möglichkeit für medizinisches Personal, aus Gewissensgründen die Mitwirkung an Abtreibungen zu verweigern, sind ebenfalls Teil des Forderungskatalogs dieses Berichts.
ALfA empfiehlt, sich umgehend via Schreiben an die EU-Abgeordneten zu wenden, um diese Entwicklung noch abwenden zu können und liefert konkrete Argumentationshilfen.
Mehr hier: www.alfa-ev.de. Ich empfehle auch den ALfA-Podcast zum Thema:
Am 12. Oktober 1964 ereignete sich in Sittensen bei Hamburg eine bemerkenswerte Disputation über das richtige Verständnis der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Mehr als 2000 Zuhörer, unter ihnen Lehrer, Pfarrer, Ärzte, Bischöfe und Studenten, verfolgten den ganzen Tag lang in der Kirche das Streitgespräch zwischen zwei renommierten Theologen und die sich anschließende Plenumsdiskussion.
Der Neutestamentler Ernst Fuchs (1903–1983) vertrat die sogenannte „hermeneutische Theologie“ des 20. Jahrhunderts. In Marburg hatte er Vorlesungen von Martin Heidegger und Rudolf Bultmann gehört und wurde schließlich mit einer von Bultmann begleiteten Dissertation über Das Verhältnis des Glaubens zur Tat im Hermasbuch von der Theologischen Fakultät 1929 promoviert. (Über die Hintergründe informiert detailliert: Konrad Hammann, Rudolf Bultmann: Eine Biographie, 2012, S. 232–233. Bultmann hielt Fuchs für sehr begabt, beklagte sich aber darüber, dass er sich sprachlich und stilistisch zu sehr von der existentialanalytischen Begrifflichkeit Heideggers abhängig gemacht habe.) Fuchs plädierte für eine existenzialistische Interpretation des Auferstehungsgeschehens.
Der Systematiker Walter Künneth (1901–1997) verteidigte in der Diskussion um das Entmythologisierungsprogramm Bultmanns eine wortlautorientierte Bibelauslegung und hielt mit Nachdruck an einer leibhaftigen Auferstehung Jesu fest. Künneth vertrat in der Debatte die Anliegen einer „bekenntnisorientierte Theologie“ (Künneth war 1966 neben Peter Beyerhaus, Paul Deitenbeck, Rudolf Bäumer, Gerhard Bergmann und Wilhelm Busch Mitbegründer der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“).
Die Debatte wurde damals als Tonbandaufzeichnung mitgeschnitten. Der Mittschnitt ist Grundlage für die im Jahr 1973 erschienene Dokumentation Die Auferstehung Jesu Christi von den Toten (Dokumentation eines Streitgesprächs. Nach einer Tonbandaufzeichnung hrsg. von Christian Möller, 1973). Im Vorwort dieser Dokumentation schrieb der Herausgeber Christian Möller Folgendes:
So genau und umfassend die Disputation von Sittensen auch dokumentiert sein mag, so wenig darf doch verschwiegen werden, wieviel Unmittelbarkeit, Bewegung und Farbigkeit gerade diesem Streitgespräch durch die Übertragung aus der Mündlichkeit in die Schriftlichkeit verloren gegangen ist. Das gilt zuerst für die Argumentation von Ernst Fuchs, die ganz auf Mündlichkeit, auf die konkrete Situation, auf das Gegenüber und auf die Gegenwart der Teilnehmer bezogen ist. Das gilt aber auch für das Engagement von Walter Künneth und das lebendige Mitgehen der Zuhörer während des ganzen Tages. Immerhin hat die Tonbandniederschrift einige besonders auffällige Reaktionen der Zuhörer mit knappen Angaben wie etwa „Lachen in der Gemeinde“ oder „Zischen in der Gemeinde“ wiederzugeben versucht … Eine Bewegung der Teilnehmer ist in der Disputation von Sittensen besonders an den Stellen zu bemerken, an denen die Frage nach der Auferstehung Jesu Christi nicht nur im Horizont richtiger Formeln, sondern im Blick auf lebendige Erfahrung und konkrete Wahrheit vorangetrieben wird. Da entdeckt der Zuhörer, daß er mit seiner eigenen Erfahrung in die Frage nach der Auferstehung Jesu Christi einbezogen wird und von der Wahrheit der Auferstehung selbst betroffen ist. (S. 6)
Die Tonbandaufzeichnungen gelangten über Johann Martens aus Sittensen an Pastor Peter Heinrich. Dieser hat die Aufnahmen digitalisiert und tontechnisch so bearbeitet, dass sie angenehm hörbar sind.
Ich habe bei Peter Heinrich angefragt, ob er einer Veröffentlichung der Aufnahmen im Internet zustimmen kann. Erfreulicherweise hat er dies bejaht, insofern keine Rechte anderer verletzt werden. Johann Martens konnte ich nicht mehr fragen, da er am 10. März 2019 heimgegangen ist. Andreas Späth, der den Nachlass von Walter Künneth verwaltet, hat einer Veröffentlichung zugestimmt. Sollte trotz bestmöglicher Prüfung dennoch Rechte anderer verletzt werden, bitte ich darum, sich mit mir in Verbindung zu setzen, um eine Lösung zu finden.
Ich glaube, diese Disputation sollte als theologiegeschichtliches Ereignis interessierten Laien und Theologen zugänglich gemacht werden. Die Aufnahmen nehmen den Hörer mit hinein in die damals leidenschaftlich geführte Auseinandersetzung um die Entmythologisierung der biblischen Botschaft. Ich danke allen, die das möglich gemacht haben, besonders Peter Heinrich für die aufwendige Bearbeitung.
Die vorgelegten Thesen
Die zur Disputation vorgelegten Thesen werden hier anhand der schriftlichen Dokumentation wiedergeben (S. 12–13):
Professor D. Dr. Walter Künneth
Die apostolische Botschaft bezeugt die „Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ (1. Kor. 15, 3-7) als die Erscheinung der neuen pneumatisch-leibhaften Wirklichkeit des gekreuzigten und begrabenen Jesus von Nazareth (1. Kor. 15,8; 1. Kor. 9, 1; Gal. 1,16; 1. Kor. 15, 42–53), in welcher eine neue Schöpfungswelt ihren Anfang genommen hat (2. Kor. 5,17; Röm. 8,1; Gal. 6,15; 1. Petr. 1, 3).
Die Auferstehung Jesu Christi stellt das grundlegende Heilsereignis dar (1. Kor. 3,11; 1. Petr. 2,4.7–8; Röm. 9,33), so dass sowohl die christliche Verkündigung zentral durch dieses vorausgegebene Geschehen bestimmt wird (1. Kor. 15,2.14) als auch christlicher Glaube sich wesensmäßig als „Osterglaube“ versteht (1. Kor. 15,17; Röm. 10,9).
Die Auferstehung Jesu Christi ist Ermöglichungsgrund und Realgrund der christlichen Gemeinde und damit der einzelnen christlichen Existenz als einer Gemeinschaft mit dem erhöhten lebendigen Herrn (Gal. 2,22; Phil. 1,21; 3,20; Kol. 3,1-3), die konsekutiv sich in „Glaube, Liebe, Hoffnung“ (1. Kor. 13,13) manifestiert.
Professor Dr. Ernst Fuchs
Die paulinischen Aussagen in 1. Kor. 15 sind die im Neuen Testament ältesten authentischen Aussagen über das Thema „Die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ und von Paulus selbst durch 1. Kor. 13 ausgelegt: Wer von Auferstehung spricht, der muß sich an die Einheit von Leben und Tod in der Liebe halten.
Die Einheit von Leben und Tod in der Liebe ist der Welt in der Liebe Jesu erschienen und wird vom Glauben an Jesus als Gottes Herrschaft erfahren und erwartet (Röm. 4,25).
Gottes Herrschaft bedient sich des Todes, der Leiden und der Schwachheit als ihrer Mittel und des Glaubens als Arznei und Teilgabe an einem Dasein vor Gott, in Gott und aus Gott (Röm. 8).
Leo Scheffczyks Bewertung des Disputs
Sowohl Fuchs als auch Künneth erhielten erwartungsgemäß während und nach dem Gespräch Zuspruch und Kritik. Ich schließe mich dem Urteil von Prof. Dr. Leo Scheffczyks an, der in der Münchner Theologische Zeitschrift sagte (Nr. 24/4 (1973), S. 372–374, hier S. 373):
Gegenüber den eindeutigen Aussagen Künneths muten die Ausführungen von E. Fuchs merkwürdig fließend und schwebend an. Die einleitenden Hinweiseauf die zwischen den theologischen Disziplinen obwaltenden Sprachschwierigkeiten, die Ablehnung der Rede von einer „apostolischen Botschaft“ (wo es sich beim ältesten Zeugnis angeblich nur um „paulinische Aussagen“ handele) und die Unzuständigkeitserklärungan die Adresse der Versammlung, die die Rede von der Auferstehung nicht erfassen könne, weil sie nicht in der Situation des Todes stehe: das alles ist mehr der fromme Ausdruck einer unbestimmten „Gläubigkeit“ als die denkerische Auslegung eines kernhaften „Glaubens“. So kommt es dann auch nicht zu einer genaueren Erklärungder vorangestellten These, sondernes wird nur wiederholt, daß die Rede von der Auferstehung die „Einheitvon Leben und Tod in der Liebe“ meine. Die Behauptung, daß das 15. Kapitel von 1 Kor nach dem Maßstab von 1 Kor 13 (das Hohelied der Liebe) erklärt werden müsse, kann auch exegetisch nicht anders denn als gewaltsam angesehen werden.
In der Diskussion stellte Künneth u.a. die Frage, ob das von Fuchs Gesagte nicht auch Goethe oder Jaspers hättensagen können. Auf diese mehr vorbereitende Frage gibt Fuchs genausowenig eine Antwort wie auf die zentralere,ob die Auferstehung als eigene Wirklichkeit dem Glauben und der Liebe vorausgehe oder ob sie eine Folgedes Glaubens sei. Fuchs hält die Feststellung einer solchen „Reihenfolge“ für „juristisch“, „philosophisch“ und dogmatisch. Er gibt zwar zu, daß er keine Schwierigkeit hätte, diese vorausgehende Wirklichkeit anzuerkennen. Aber als wirklich Glaubender könne er nicht nach ihr fragen, sondern eben nur in der „Selbstvergessenheit des Kindes“ glauben und lieben. Die Frage nach der dahinterliegenden Wirklichkeit ginge den Glauben nichts an, denn „was braucht der Glaube noch von Kreuzund Auferstehung zu reden“, wenn er ohnehin, „voll davon“ sei (95). Demgegenüber repliziert Künneth zu recht,daß das ganze Neue Testament geradeso rede, d.h. daß es den Glauben auf diese anderen Wirklichkeiten des Kreuzes und der Auferstehung gründe.
Die Audiodateien
Nachfolgend die Aufnahmen im mp3-Format:
Teil 1: Morgenandacht und Begrüßung durch Pastor Hartig. Eröffnung durch Landessuperintendent Hoyer. Prof. Dr. W. Künneth und Prof. D.E. Fuchs erläutern jeweils ihre Thesen:
Teil 2: Disputation Teil 1:
Teil 3: Disputation Teil 2 und Diskussion im Plenum:
Teil 4: Disputation im Plenum sowie Schlusswort von Prof. D.E. Fuchs:
Teil 5: Schlusswort von Prof. Dr. W. Künneth und Fazit durch Landesbischof D. Dr. H. Lilje:
Heute feiern Buddhisten auf der ganzen Welt den Geburtstag Buddhas. Es handelt sich dabei um das Vesakh-Fest (oder Wesak), das zum ersten Vollmond im Mai begangen wird. An diesem höchsten buddhistischen Feiertag erinnern sich Religionsanhänger weltweit an Ereignisse wie die Geburt, die Erleuchtung und den Tod von Gautama Buddha.
Eine gute Gelegenheit, um mehr über den Buddhismus zu lernen. Joe Carter hat einige Informationen zusammengestellt zeigt die Herausforderungen, die es gibt, wenn wir mit Buddhisten über das Evangelium sprechen:
Der geistliche Hintergrund des Buddhismus macht es sehr herausfordernd, Buddhisten das Evangelium zu verkündigen. Viele christliche Apologeten empfehlen, nach Gemeinsamkeiten zu suchen, so z.B. Alex Kocman: „Die Vier edlen Wahrheiten können für Christen vier nützliche Sprungbretter in ein Gespräch darstellen, in dem man dann die biblische Sicht von Leben, Tod und Errettung erklären kann.“ Justin Caudill betont zudem, wie wichtig Zeugnisgeben und echte Beziehungen sind: „Unsere Zeugnisse funktionieren auch dann, wenn bei Buddhisten andere Methoden versagen, und wir denken, dass es dafür verschiedene Gründe gibt“, sagt er. „Zeugnisse sind wirksam, weil es sich dabei um Geschichten handelt, und Geschichtenerzählen ist die wahre Herzenssprache von Buddhisten.“ Sam Chan fügt hinzu, dass Buddhisten sich nach zwei Dingen sehnen: nach Macht und Kontrolle in ihrem Leben und nach Frieden und Schalom. „Jesus ist der Einzige, der uns Macht geben kann, z.B. über böse Geister, und die Macht, geheilt zu werden“, betont Chan. „Und Jesus schenkt uns Frieden. Er nimmt das Leiden nicht weg, aber er zeigt uns, dass es Weisheit gibt, einen Plan und ein Ziel, eine Richtung, die dieses Universum nimmt. Und deswegen können wir einen Frieden genießen, unseren Schalom, den sonst niemand genießen kann.
Heinrich Bullinger schreibt über den Wert der fortlaufenden Bibelauslegung (Schriften V, 2006, S. 186):
Aus den Schriften der alten Bischöfe geht hervor, dass es in jener alten, glückseligen und gottgefälligen Kirche Brauch war, den Gemeinden nicht nur einzelne Teile oder ausgewählte Stellen der biblischen Bücher, sondern ganze Bücher des Neuen und des Alten Testaments auszulegen. Und daraus ist für die Kirchen kein geringer Nutzen erwachsen. So machen wir auch heute noch die Erfahrung, dass die Gemeinden nicht besser unterrichtet und nicht stärker bewegt werden können als durch die Worte Gottes selbst und durch eine zuverlässige Auslegung der Bücher des Evangeliums, des Gesetzes, der Propheten und der Apostel.
An dieser Stelle will ich nebenbei daran erinnern, dass eine Auslegung der Heiligen Schrift nicht dem Verlangen entspringt, sich irgendetwas auszudenken und die Schriften hin und her zu biegen, sondern dass sie ein erfurchtsvolles Vergleichen der Heiligen Schriften und eine besondere Gabe des Heiligen Geistes ist. Denn der heilige Petrus hat gesagt (2 Petr 1,20): »Keine Weissagung der Schrift kommt durch der Propheten eigene Deutung zustande.« Deshalb hat niemand die Vollmacht, die Heiligen Schriften nach seinem eigenen Gutdünken auszulegen. Die bessere Auslegung ist auch nicht von einer Mehrheit abhängig, als ob eine bessere Auslegung die sei, der eine Mehrheit zustimmt.
Augustinus über den Heiligen Geist (lo. eu. tr. 74,2; CCL 36,513):
„Niemand sagt: Herr ist Jesus“ (1Kor 12,3) im Geist, im Wort, in der Tat, im Herzen, im Mund, im Werk, „niemand sagt: Herr ist Jesus außer im Heiligen Geist„ (1Kor 12,3), und niemand spricht so, außer er liebt. So sagten die Apostel schon: „Herr ist Jesus“, und wenn sie es in der Weise sagten, daß sie es nicht heuchelten, indem sie es mit dem Mund bekannten, im Herzen jedoch und in ihren Taten leugneten, wenn sie es also durchaus wahrhaftig sagten, dann liebten sie zweifelsohne. Wie also liebten sie außer im Heiligen Geist? Und doch wurden sie vorher schon geheißen, ihn zu lieben und seine Gebote zu halten, um den Heiligen Geist zu empfangen, ohne den sie in der Tat nicht lieben und die Gebote halten könnten. Es bleibt also nichts anderes übrig, als daß wir begreifen, daß der den Heiligen Geist hat, welcher liebt, und dadurch, daß er ihn hat, verdient, ihn noch mehr zu haben, und dadurch daß er ihn mehr hat, mehr liebt.
Die Firma Lego produziert seit vielen Jahren Kinderspielzeug, und zwar ziemlich gutes. Jetzt bemüht sich die Firma darum, schon die Kinder wir die sexuellen Vorlieben der LGBTQIA-Community zu begeistern. Die FAZschreibt:
Mit elf Figuren, jede von den Haarspitzen bis zu den Füßen komplett einfarbig, ist das Set der LGBTQIA+-Community gewidmet. Die Buchstabenfolge steht als Abkürzung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, queer-, inter- und asexuelle Menschen. In einer Reihe bilden die Figuren die Farben des Regenbogens ab, dazu kommen hellblau, weiß und rosa sowie Schwarz und Braun. Damit werden auch die Symbolfarben der LGBTQIA-Gemeinde abgebildet, es soll also die Vielfalt der Hautfarben und der sexuellen Orientierungen abgebildet werden. Das Motto der neuen Packung lautet: „Everyone is awesome“, jeder ist wunderbar.
„Ich wollte ein Set entwerfen, das die Inklusivität symbolisiert und jeden zelebriert – egal, wie er sich identifiziert und wen er liebt“, zitiert der Konzern den Produktentwickler Matthew Ashton. Der gehört nach eigenen Angaben selbst der LGBTQIA-Bewegung an und hat das Set zunächst für den eigenen Schreibtisch entworfen. Es habe aber schnell intern Aufmerksamkeit erregt. Dass der Bausatz zum 1. Juni auf den Markt kommt, ist nun kein Zufall. Der Juni ist für Gruppen verschiedener sexueller Orientierungen der „Pride Month“ (Monat des Stolzes), in dem sie für ihre Rechte demonstrieren.
Es ist bezeichnend, dass die LGBTQIA-Gemeinde auf die Kinder zugeht, um sie für ihre Anliegen zu gewinnen.
Al Mohler kommentiert die Strategie von Lego in diesem Podcast (ab 2:23):
Prof. Peter Graf Kielsmansegg hat in der FAZ den fulminanten Beitrag „Die Schließung der Demokratie“ veröffentlicht (17.05.2021, Nr. 112, S. 6). Darin beklagt er das schwinden der Demokratie durch eine von Minderheiten erzwungene Verengung des Diskursraumes:
Schließung der Demokratie meint: Der Raum freien politischen Diskurses wird Schritt für Schritt verengt. Bestimmte Themenfelder werden besetzt und zu Tabuzonen erklärt, in denen sanktionsbewehrte Sprachregelungen gelten. Sie werden, heißt das, für den freien Diskurs gesperrt. Erfolg können die jeweils aktiven Minderheiten damit nur haben, wenn sie Mitläufer finden, die den Tabuisierungen im öffentlichen Raum Nachdruck und Breitenwirkung verschaffen. Und wenn denen, die anderen Sinnes sind, der Mut zum Widerspruch fehlt. Das Selbstverständnis derer, die Schließungskampagnen betreiben, lässt sich auf die Formel bringen „Wir sind die Demokratie“. Die Nähe der Formel zum populistischen Schlachtruf „Wir sind das Volk“ ist alles andere als zufällig. Hier wie dort geht es um Exklusion im Namen der Demokratie, Exklusion derer, die anders sind, Exklusion derer, die anders denken. Demokratie als geschlossene Gesellschaft Gleichgesinnter – das ist das Ideal, das hinter der Gewissheit „Wir sind die Demokratie“ steht. Andersdenkenden nicht mehr zuzuhören, nicht mehr mit ihnen zu reden, sie, wenn es möglich ist, aus der Öffentlichkeit zu verbannen ist die Handlungsmaxime, die aus diesem Ideal folgt. Wer nicht so denkt, redet, schreibt, agiert wie wir, gehört nicht dazu.
Er illustriert die Schließungsprozesse anhand von drei Beispielen. Schließung heißt in diesem Kontext, dass ein Themenfeld besetzt wird, „um es für die freie Diskussion zu schließen“. Eines der gewählten Beispiele betrifft das Thema „Familie“. Graf Kielsmansegg:
Familie nicht von den Bedürfnissen des Kindes, sondern von den Lebensplänen und Lebenswünschen der Erwachsenen her zu denken ist der die Entwicklung beherrschende Zug der Zeit. Familie wird dadurch zu einem fast beliebigen Konstrukt, das sich diesen Plänen und Wünschen immer wieder neu anzupassen hat. Worauf es hier ankommt: Über diesen Wandel offen, kontrovers zu diskutieren, ihn zum Gegenstand des demokratischen Meinungsstreites zu machen wird immer schwieriger.
Auch hier, heißt das, sind Schließungsprozesse in Gang. Kann man, ohne als homophob geächtet zu werden, noch öffentlich dafür eintreten, dass Kinder Vater und Mutter brauchen, und zwar in einer stabilen Familiengemeinschaft für die ganze Zeit ihres Heranwachsens? Kann man, ohne als homophob geächtet zu werden, noch die Ansicht vertreten, dass die Ehe zwischen Mann und Frau eine andere gesellschaftliche Bedeutung hat als andere Partnerschaften, weil nur aus der Gemeinschaft von Mann und Frau Kinder hervorgehen können und weil diese Gemeinschaft die dem Kind in seinem Heranwachsen förderlichste ist?
Abraham Kuyper sagte in seiner Vorlesung über den Calvinismus (Calvinismus: Die Stone Lectures von 1898, 2021, S. 25–26):
Am häufigsten wird der Name Calvinist heutzutage noch angewandt als Bezeichnung für eine Sekte, nicht in protestantischen, aber in römischen Ländern, besonders in Ungarn und Frankreich. In Ungarn zählt die reformierte Kirche noch zweieinhalb Millionen Seelen, die von römischer Seite und in der jüdischen Presse beständig mit dem nicht offiziellen Namen „Calviner“ gebrandmarkt werden, ein nicht gerade liebenswürdig gemeinter Name, der auf die Glieder der reformierten Kirche dort auch dann angewandt wird, wenn sie die letzte Sympathie für den Glauben ihrer Väter bereits vollständig abgeschüttelt haben. Und auf dieselbe Erscheinung stößt man in Frankreich, vor allem in Südfrankreich, wo „Calvinistes“ ebenso und stärker noch ein Brandmal für Sektierer ist, wobei niemand mehr fragt, was der Gebrandmarkte persönlich glaubt oder bekennt, das vielmehr einem jeden aufgedrückt wird, der sich der „eglise reformee“ angeschlossen hat, auch wenn er Atheist geworden ist. Georges Thiebaud [1855–1915], bekannt durch seinen Antisemitismus, hat zugleich den Anticalvinismus wieder ins Leben gerufen, und bis in die Dreyfus-Affäre [1894ff.] hinein hat man „Juden und Calvinisten“ als die zwei antinationalen Mächte der Macht des „esprit gaulois“ gegenübergestellt. Dieser Gebrauch von „Calvinist“ als Sektenname stammt von den römischen Polemikern, die von Anfang an gewohnt waren, die in ihren Augen gefährlichste Form des Protestantismus unter dieser gehässigen Bezeichnung zu bekämpfen. Für die Kenntnis und Würdigung des Calvinismus dagegen ist diese erste Bedeutung des Namens „Calvinist“ nicht von der mindesten Bedeutung, da sie rein formal und äußerlich ist, ohne Rücksicht auf irgendein geistliches Bekenntnis.
Darwin, Newton oder Linné: Wegbereiter der Naturwissenschaften werden an britischen Hochschulen auf ihre koloniale Schuld untersucht. Auch Maßeinheiten sollen geprüft werden. Gina Thomas schreibt für die FAZ:
Auch die Naturwissenschaften bleiben von dem an britischen Hochschulen um sich greifenden Entkolonialisierungseifer nicht verschont. Die Universität Sheffield hat unlängst ein Handbuch für Dozenten und Studenten der Biologie vorgelegt mit dem Ziel, „rassischer Ungerechtigkeit“ durch das „Nachdenken über die Weißheit und den Eurozentrismus unserer Wissenschaft“ entgegenzutreten. Das Handbuch stellt elf „problematische“ Naturwissenschaftler heraus und erläutert, wie sich ihre fragwürdigen Ansichten auf ihre Forschung niedergeschlagen haben.
In der Technischen Fakultät von Sheffield wird Isaac Newton im Bestreben, „langjährige bewusste oder unbewusste Voreingenommenheiten“ anzufechten, ebenfalls als möglicher Begünstigter des Kolonialismus genannt. Den Studenten wird empfohlen, den Verfasser der Philosophiae Naturalis Principia Mathematica in Zukunft nicht mehr als „Gründungsvater“ oder „Genie“ zu bezeichnen.
Eine Britin war in der 15. Woche mit ihrem vierten Kind schwanger, als die Ärzte ihr die erschütternde Diagnose mitteilen: Ihr ungeborenes Kind leidet am Edwards-Syndrom, auch Trisomie 18 genannt. Die 27-jährige Mutter entschied sich für einen Schwangerschaftsabbruch, den das Kind aber für 10 Stunden überlebte. Der Kölner Express berichtet mit Berufung auf Daily Mail:
Wie „Da[i]ly Mail“ berichtet, ist Loran gerade 18 Wochen und vier Tage schwanger als der Schwangerschaftsabbruchs stattfinden soll. Dafür nimmt sie eine sogenannte Abtreibungspille.
Loran: „Sie sagten mir, sie würde den Herzschlag und alles andere zum Stillstand bringen, also gingen wir davon aus, dass er bei der Geburt nicht mehr leben würde“. Zwei Tage danach soll die Geburt im Krankenhaus eingeleitet werden. Doch nach der Geburt kam dann der Schock für die Eltern: Ihr Kind atmet noch.
„Als mein Partner ihn nach der Geburt hielt, sagte er ‚Sein Herz schlägt’“, erinnert sich Loran an den schrecklichen Moment. Das Baby hatte den Eingriff überlebt. Auch die Ärzte seien überrascht gewesen, berichtet die junge Mutter weiter. „Bevor sie die Geburt eingeleitet haben, überprüften sie die Herztöne nicht und ich wünschte, das hätten sie getan. Ich habe keine Worte dafür, wie grausam das war.“
Zehn Stunden lang schlägt das Herz von Kiyo Bleus, wie die beiden ihren Sohn tauften noch. Dann gibt es auf. Doch die Qualen sind für die Mutter damit nicht vorbei. Loran habe nun ein schlechtes Gewissen und Zweifel, ob die Abtreibung wirklich die richtige Entscheidung war.