Wir können Gott niemals überraschen

John Stott eröffnet seine Einführung in das Christentum für Nichttheologen mit folgenden Worten (Der Christliche Glaube: Eine Einführung, R. Brockhaus, 2010, S. 13):

„Am Anfang schuf Gott..Diese ersten Worte der Bibel sind mehr als nur der Einstieg in die Schöpfungsgeschichte oder das erste Buch Mose (Genesis). Sie bieten den Schlüssel für unser Verständnis der ganzen Bibel. Sie besagen, dass in einem in der Bibel begründeten Glauben Gott die Initiative ergreift.

Die Sache ist die: Wir können Gott niemals überraschen, geschweige denn ihm zuvorkommen. Er macht immer den ersten Schritt. Er steht immer „am Anfang“. Bevor es uns gab, war Gott schon am Werk. Bevor wir uns auf den Weg machen, um Gott zu suchen, geht Gott uns schon entgegen. Es geht in der Bibel nicht darum, dass Menschen versuchen, Gott zu entdecken, sondern dass Gott sich nach uns ausstreckt, um uns zu finden.

Viele stellen sich einen Gott vor, der bequem auf einem fernen Thron sitzt – unnahbar, reserviert und desinteressiert. Ein Gott, der sich nicht wirklich um unsere Belange kümmert und den man erst bedrängen muss, damit er sich unseretwegen um etwas bemüht. Doch ist solch eine Sichtweise ganz und gar falsch. Die Bibel zeigt uns einen Gott, der schon lange die Initiative ergriffen hatte, bevor die Menschen überhaupt nur daran dachten, sich ihm zuzuwenden. Während sie noch in der Dunkelheit verloren und in ihren Sünden versunken waren, hat er die Initiative ergriffen und ist von seinem Thron aufgestanden. Er hat seine Herrlichkeit abgelegt und sich erniedrigt, um die Menschen zu finden.

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3 Kommentare
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Chatal N.

Ich glaube nicht, Gott macht sich nicht auf, uns zu suchen, es ist anders, wir suchen Gott und er lässt sich, vieleicht, finden, aber sicher nicht von allen Menschen. Wenn es Gott gibt, und ich bin nicht sicher, dann interessier ihn nicht, was wir sind

Jutta

Chatal N. Ich will Mut machen! Das stimmt nicht, denn Gott hat den Menschen geschaffen und er interessiert sich sehr wohl für seine Geschöpfe, die er zu seinen Kindern machen will. Ich habe das selbst erfahren dürfen, dass er mich wirklich gerufen hat und mir „nachgegangen“ ist. Er hat das durch sehr merkwürdige Lebensumstände getan, für mich mit viel Angst verbunden (obwohl ich sowieso ein eher ängstlicher und schüchterner Mensch bin, ausser dass ich ein bisschen schreiben kann.) und es hat sehr lange gedauert .. bis ich soweit war … und sowieso kann ich jetzt erst in den letzten Monaten, seit ich M Luther für mich entdecke, also seine Theologie sozusagen, wirklich glauben, dass Gott mich liebt und mich immer wieder sucht, wenn ich abirre .. mich immer wieder ruft und auch erlaubt, die Angst auf IHN zu werfen … aber sie auch gebraucht, mich zu sich zu ziehen. Doch, GOTT interessiert sich sehr für Menschen .. nur gibt es… Weiterlesen »

Last edited 18 Tage zuvor by Jutta
Helge Beck

Glaubensmeinungen sind – ja, nur Meinungen.