Autorenname: Ron

Bullinger: Warum wurde Jesus Christus Mensch

Christen, besonders den Kranken, muss nach Heinrich Bullinger immer wieder vor Augen gemalt werden, warum Christus Mensch geworden ist (Schriften I, 2006, S. 131–132):

Da nämlich Gott gut, treu und barmherzig ist, hat er dem Menschen seine Güte auf treueste Weise offenbaren wollen. Dies hat er nun auf keine kostbarere Weise tun können als durch die Menschwerdung Christi, seines Sohnes, der seiner Natur und seines Wesens ist. Denn indem er Mensch wurde, vereinigte er in sich die menschliche und die göttliche Natur in einer Person, wie geschrieben steht (Joh 1,14]: »Das Wort ward Fleisch.« Durch dieses große Geheimnis gab er uns zu verstehen, dass er mit dem Menschen vereinigt sein, ja sich ihm zu eigen geben und ihn erhalten und erhöhen wollte, so wie er den Menschen Jesus Christus zu ewiger Freude und Seligkeit erhalten und erhöht hat. Da also Christus der Mittler sein sollte, musste er des Wesens und der Natur beider Teile, zwischen denen er vermitteln sollte, teilhaftig werden, damit er auch das an sich hätte, was er für unsere Sünden opfern konnte. Denn ohne Blut zu vergießen, geschah keine Verzeihung. Wenn er nun nicht wahres menschliches Wesen und wahre menschliche Natur angenommen hätte, wie hätte er sterben, sein Blut vergießen und sich für unsere Sünden aufopfern können? Und hier offenbart sich uns die Frucht des Leidens und Sterbens Christi: dass wir durch seinen Tod Verzeihung der Sünden und ewiges Leben erlangen. Dies will ich jetzt lieber mit einigen Stellen der Schrift darlegen als mit weiteren umständlichen Worten erläutern.

Zum Wert digitaler Bildung

Julian Nida-Rümelin und Klaus Zierer meinen: Das direkte personale Band zwischen Lehrer und Schüler bleibt von zentraler Bedeutung für jeden Lernerfolg. Zustimmung! 

Nach unserem Verständnis darf digitale Bildung nicht zu einer Depotenzierung der Lehrkraft führen, weil nach allen empirischen Studien nicht die Technik, sondern das personale Band zwischen Lehrkraft und Lernenden von zentraler Bedeutung für den Lernerfolg und schliesslich auch für den Bildungserfolg ist: Menschen sind es, die Technik zum Leben erwecken, indem sie diese sinnvoll, also pädagogisch reflektiert und didaktisch gekonnt, in den Unterricht integrieren.

Mehr bei der NZZ: www.nzz.ch.

Bibel-Software Logos: Suchen – Prinzipien und Suchwerkzeuge

Die Suchfunktionen in der Bibel-Software Logos bieten unglaublich viele Möglichkeiten, Bibeln und alle anderen theologischen Werke zu durchsuchen. Das Produktmanagement der deutschsprachigen Ausgabe hat mit der Produktion kleiner Videoanleitungen begonnen.

In dem nachfolgenden Webinar werden zahlreiche mächtige Suchfunktionen erklärt:

Tim Keller schwer erkrankt

Tim Keller gab gestern bekannt, dass bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) diagnostiziert wurde. TC schreibt:

Timothy Keller
Tim Keller (Bild: Wikipedia)

Tim Keller bat seine Follower [bei Twitter] um Gebet, da er mit der Chemotherapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs beginnt. Der beliebte christliche Autor und Pastor gab die Nachricht von seiner Diagnose in einem Update auf Instagram und Twitter am Sonntagmorgen bekannt. „Vor weniger als drei Wochen wusste ich nicht, dass ich Krebs habe“, schrieb Keller. „Heute gehe ich zum National Krebs-Institut der National Institutes of Health, um weitere Tests durchzuführen, bevor ich nächste Woche in New York City mit der Chemotherapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs beginne.“

Ein Grund, in der Fürbitte an ihn und seine Familie zu denken.

Erst am Wochenende hat Evangelium21 einen Artikel von Tim Keller veröffentlicht, in dem er sich dazu äußert, wie der postchristliche Westen wieder mit dem Evangelium erreicht werden kann. Er schreibt dort:

Wir betreten eine neue Ära. Christ zu sein bringt nicht nur keinen sozialen Nutzen mehr, sondern es kostet tatsächlich einen sozialen Preis. Vielerorts wird unsere Kultur zunehmend glaubensfeindlich und bei immer mehr Menschen schwindet der Glaube an Gott, Wahrheit, Sünde und das Leben nach dem Tod. Unsere Kultur produziert somit Leute, für die das Christentum nicht nur anstößig ist, sondern schlichtweg unbegreiflich.

Gemeindeleiter müssen daher neue Wege finden, um Menschen zu erreichen, die weit davon entfernt sind, es überhaupt nur in Betracht zu ziehen, zur Kirche zu gehen, und die noch nicht einmal die grundsätzlichsten Lehren des Christentums glauben. Und wir müssen Wege finden, wie wir inmitten dieser ganz anderen Kultur Menschen als Gemeindeglieder und Christen prägen können. Lasst uns das die „nach außen gerichtete Bewegung“ und die „nach innen gerichtete Bewegung“ einer missionarischen Begegnung mit der westlichen Kultur nennen.

Um es klarzustellen: Eine missionarische Begegnung ist alles andere als ein Rückzug in kleine Gemeinschaften, die von der Kultur losgelöst sind und kaum Verbindungen zum Rest der Gesellschaft pflegen. Eine missionarische Begegnung ist auch nicht darum bemüht, politische Macht zu gewinnen, um christliche Standards und Glaubenssätze einer unwilligen Bevölkerung aufzuzwingen. Und es geht ihr auch nicht darum, relevant zu sein – also die Gemeinde weitestgehend an die Kultur anzupassen, um von dieser assimiliert zu werden.

Stattdessen sucht eine missionarische Begegnung das Verbindende (anders als die Rückzugsstrategien), konfrontiert dabei allerdings (anders als die Assimilationsstrategien), was dazu führt, dass Leute tatsächlich bekehrt werden (anders als bei allen anderen Strategien, die Strategie der politischen Übernahme eingeschlossen). Eine Gemeinde, die eine missionarische Begegnung sucht, behält ihre Besonderheit bei (was das Ziel des Rückzugsansatzes ist), ist ihren Nächsten häufig eine Ermutigung und stets bemüht, ihnen zu dienen (was das Ziel des Assimilationsansatzes ist), und ruft die Leute zur Buße und Veränderung auf (was der Ansatz der politischen Etablierung möchte).

Mehr: www.evangelium21.net.

John Stott (1921–2011)

John Stott (1921–2011) war Pastor, Theologe, Evangelist, Autor und Chefarchitekt des Lausanner Kongress für Weltevangelisation im Jahr 1974. Das Magazin TIME hat ihn zu den 100 einflussreichsten Personen der Welt gezählt. Das nachfolgende Tribute-Video zeigt die monumentalen Bedeutung, die er bei der Gestaltung des evangelikalen Christentums im 20. Jahrhundert hatte. Leider gibt es keine deutschen Untertitel.

Themelios 45 (1/2020)

In der neuen Ausgabe von Themelios gibt es wieder interessante Artikel und Buchbesprechungen. Ich empfehle besondern die Rezension zum Buch von Kenneth J. Barnes: Redeeming Capitalism (Grand Rapids: Eerdmans, 2018) und den Essay zu 1. Timotheus 2,15:

„Sie [die Frau] wird aber selig werden dadurch, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung.“

Jared M. August argumentiert dafür, dass diese „Frau“ Eva und dass diese „Geburt“ die Geburt des Messias ist. Obwohl diese Interpretation keineswegs neu ist, besteht der Beitrag von August darin, dass er starke exegetische Begründungen für diese Ansicht vorschlägt, nämlich die Verwendung des Adam–Christus-Kontrasts durch Paulus.

Der Inhalt:

  • EDITORIAL: Theological Reflections on the Pandemic – Brian J. Tabb
  • STRANGE TIMES: ‘The Things We Think and Do Not Say: The Future of Our Business’ – Daniel Strange
  • Politics, Conscience, and the Church: Why Christians Passionately Disagree with One Another over Politics, Why They Must Agree to Disagree over Jagged-Line Political Issues, and How –Jonathan Leeman u. Andrew David Naselli
  • Should the Local Church Resist Texts in Scripture that Clash with Western Culture? The Test Case of Leviticus 21:16–24 – Katherine Smith
  • Leviticus 18:5 and the Law’s Call to Faith: A Positive Reassessment of Paul’s View of the Law – Etienne Jodar
  • The Genesis of the Jerusalem Donation – Daryn Graham
  • Paul’s Overlooked Allusion to Joel 2:9 in 1 Thessalonians 5:2 – Jordan Atkinson
  • What Must She Do to Be Saved? A Theological Analysis of 1 Timothy 2:15 – Jared M. August
  • On Words, Meaning, Inspiration, and Translation: A Brief Response to Bill Mounce – Dane Ortlund
  • Affirmations and Denials Concerning World Mission – the Southgate Fellowship

Hier gibt es die Ausgabe im PDF-Format oder für die Bibelsoftware Logosthemelios.thegospelcoalition.org.

Grenzen digitalen Lernens

 Durch Corona erleben die Schulen gerade einen Digitalisierungsschub. Was sich dabei bewährt hat und was man zukünftig besser lassen sollte, beschäftigt den Pädagogen Michael Felten beim DLF Kultur. Die Überlegungen sind hörenswert: 

So bringt es kaum etwas, Klassen nur mit Laptops auszustatten, interaktive Lernvideos hingegen können hilfreich sein. Wenn ein Fach oder eine Altersstufe viel geistige Auseinandersetzung erfordert, fällt der IT-Nutzen gering aus. Bei reinem Training zeigen sich aber auch überdurchschnittliche Effekte. Hattie selbst bilanziert, IT verbessere den Unterricht nur, wenn es sich nicht um Ersatz, sondern Ergänzung des pädagogischen Settings handele – und wenn die Vielfalt der Lernarten und die Häufigkeit von Feedback steige.

Beinahe klingt es dialektisch: Digitales Handwerkszeug muss für Schulen selbstverständlich werden. Gleichzeitig erstrahlt die Lehrperson als Zentralfaktor für kindliche Entwicklung. Versäumen wir also nicht, nach der Coronakrise zu fragen, was wir von ihren Notlösungen wirklich behalten wollen. Die Antwort sollte datenbasiert sein – und nicht nur das Bauchgefühl widerspiegeln „Hat doch irgendwie ganz gut hingehauen“. Die CEOs im Silicon Valley jedenfalls bevorzugen für ihre Kinder analoges Lernen.

Hier der Beitrag: 

Bullinger: Milde bei Gott und den Menschen

Heinrich Bullinger hat als Reformator in Zürich auch über die Aufgaben der Richter gepredigt und dabei für die damalige Zeit erstaunliche Dinge gesagt (Schriften III, 2006, S. 377): 

Zudem müssen die Richter Maß halten können und über ein sicheres Unterscheidungsvermögen verfügen, so dass sie schwerwiegende Vergehen auch schwer bestrafen, geringere Vergehen hingegen mit mittelschweren Strafen und geringfügige oder leichte Straftaten gemäßigt ahnden. Bekannt ist das Wort aus dem Gesetz Gottes [Dtn 25,2]: »Nach dem Maß der Schuld soll auch das Maß der Schläge sein.« Dabei soll der Richter auch die Milde zum Zuge kommen lassen. Nicht selten entschuldigt einen Angeklagten sein Geschlecht oder sein Alter. Manchmal wird sein Vergehen auch entschuldigt, wenn man die Begleitumstände nach Gebühr berücksichtigt. Der Richter muss außerdem das bisherige Leben des Angeklagten sorgfältig in Betracht ziehen: War dieses bis dahin ehrlich und rechtschaffen, dann verdient der Angeklagte mehr Milde und Nachsicht, sofern das Vergehen, dessentwegen er in Fesseln gelegt ist, nicht so schwerwiegend ist, dass es keine Milde mehr zulässt. Wahre Gottesfurcht, Gebete zum Herrn und eine sorgfältige, dem Gesetz entsprechende Untersuchung des Vergehens in Tat und Wort sind das beste Richtmaß für den Richter und bestimmen seine Milde oder Strenge. Grundsätzlich findet eine angemessene Milde bei Gott und den Menschen die größte Anerkennung.

Gemeinden, lasst euch nicht durch das Coronavirus spalten

In manchen Kirchengemeinden gibt es derzeit Meinungsverschiedenheiten und so gar Streit im Blick auf die Herausforderungen, welche die Corona–Pandemie mit sich bringen. Brett McCracken ruft Christen dazu auf, eine friedfertige und nuancierte „Gegenkultur“ sichtbar werden zu lassen, die Spaltungen verhindert. Er fragt: 

Wie können Gemeinden in einem solch heiklen und polarisierenden Umfeld „fein und lieblich in Eintracht beisammen sein“ (Ps 133), anstatt sich spalten zu lassen? Es wird nicht einfach sein. Aber durch die Gnade Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, die uns auf eine Weise verbindet, wie es das Fleisch niemals könnte, besteht für uns die Möglichkeit, eine „Gegenkultur“ zu bilden und zum Vorbild für den Rest der Welt zu sein.

Hier mehr: www.evangelium21.net.

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