Allgemein

Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Sexismus-Debatte: Adornos eiskalte Augen

Elisabeth Noelle-Neumann schreibt in ihren Erinnerungen (2006, S. 195) über Theodor W. Adorno:

Es gibt wenige Menschen, die ich so verabscheue, wie ich Adorno verabscheut habe. Er hatte eiskalte Augen, wie ich sie selten gesehen habe, und er hatte die Eigenschaft, sich bei Empfangen an mich heranzudrängen. Wenn man im Gedränge nicht leicht ausweichen konnte, drückte er sich an mich heran, umarmte mich sozusagen, ohne daß das in der Menge auffallen konnte und daß ich mich dagegen hatte wehren können. Es war widerwärtig.

Küstenmacher: Gottesbilder integrieren

Der evangelische Pfarrer und Autor „Tiki“ Küstenmacher fordert den Abschied von vertrauten Gottesbildern. „Ich habe keine persönliche Gottesvorstellung mehr“, sagte Küstenmacher, der auch zu den Autoren des Buches Gott 9.0 gehört (vgl. Gott 9.0 im O-Ton).

Verschiedene Gottesbilder, auch aus anderen Religionen, gelte es zu integrieren, sagte Küstenmacher. Alte Gottesvorstellungen müsse man loslassen, auch wenn Menschen dafür mit dem Tod drohen, sagte Küstenmacher. „Man muss Mohammed zeichnen!“ Die Zeit einer Sonderstellung der Kirchen sei vorbei. „Ich denke, wenn man den Geschmack der Freiheit gekostet hat, will man nicht wieder zurück“, sagte er.

Ich gehe mal davon aus, dass er Pfarrer bleiben wird.

Mehr: aktuell.evangelisch.de.

Gesellschaftstransformation 1724

Ein Zitat aus der ersten Ausgabe des Hamburger „Patrioten“ von 1724:

Es reicht nicht, ein guter Christ zu sein, man muß auch ein nützliches Glied der Gesellschaft sein.

Der 1724 in Hamburg gegründete Patriot war die bedeutendste deutsche moralische Wochenzeitschrift der Aufklärungsbewegung.

Gelungene Vorlesung zum Thema „Gemeindebau“

IMG_0617Am 2. Februar hielt Matthias Lohmann im MBS Studienzentrum München eine wertvolle Vorlesung zum Thema Gemeindebau. Zunächst untersuchte Lohmann den biblischen Befund zum Thema „Gemeinde“. In einem kirchengeschichtlichen Überblick wurden anschließend die Hörer mit heterogenen „Gemeindeverständnissen“ vertraut gemacht. Ausführlicher erörterte er den Kirchenbegriff der Reformation, dem gemäß Gemeinde dort zu finden ist, wo das Wort Gottes gepredigt und Taufe und Abendmahl exerziert werden. Das Augsburger Bekenntnis spricht im VII. Artikel deshalb davon, dass die Versammlung aller Gläubigen dort ist, wo „das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden. Denn das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche, dass das Evangelium einträchtig im reinen Verständnis gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden.“

Später ging es um „Gemeindephilosophien“ der Gegenwart, darunter um die traditionelle Kirchengemeinde, den zielgruppenorientierten Ansatz, die Gemeindewachstumsbewegung sowie die „Emerging Church“. Stärken und Schwächen wurden jeweils offen diskutiert.

Nachmittags stand der evangeliumszentrierte Gemeindebau im Vordergrund. Die Ausführungen von Pastor Lohmann, der auch 1. Vorsitzender des Netzwerkes Evangelium21 ist, waren sehr erfrischend, da deutlich wurde, dass das Evangelium von der Gnade Gottes alle Bereiche des Gemeindelebens erfassen kann. Eindringlich zeigte er, wie wichtig die auslegende Predigt ist: „Von elementarer Bedeutung für die Gemeinde ist, dass Gottes Wort im Zentrum steht. Die gilt vor allem im Bezug auf die Predigt, die das Herzstück des wichtigsten wöchentlichen Treffens der Gemeinde (des Gottesdienstes) sein sollte.“ In einem Exkurs zur „Biblischen Theologie“ demonstrierte Lohmann anhand einiger Beispieltexte, dass jeder Bibelabschnitt einen Bezug zum Evangelium hat und es Aufgabe des Predigers ist, der Gemeinde diesen anschaulich zu machen. „Predigen wir einfach die Zehn Gebote, ohne zu zeigen, dass das Gesetz ein Zuchtmeister auf Christus hin ist“, verkürzen wir die Botschaft der Schrift auf moralische Appelle (vgl. Gal 3,24).“ Wichtig sei es, herauszustellen, dass wir erst vom Evangelium her das Gesetz richtig verstehen können.

Ein gelungener Vorlesungstag, der bereichert wurde durch anregende Gespräche der Teilnehmer, besonders während der Mittagspause. Am 9. März 2013 wird es in München wieder um Gemeindebau gehen. Dann spricht der Referent über heiße Eisen wie z.B. Gemeindereformation, Mitgliedschaft oder Gemeindezucht. Wer sich für die Themen interessiert, kann sich als Gast zur Vorlesung anmelden. Genauere Informationen sind unter www.bucer.eu/muenchen zu finden.

Die Grünen: Höhenflug oder Absturz?

güllner.jpgProfessor Manfred Güllner, Gründer und Geschäftsführer von Forsa, einem der führenden deutschen Meinungsforschungsinstitute, hat ein Buch über „Die Grünen“ geschrieben.

  • Manfred Güldner: Die Grünen: Höhenflug oder Absturz?, Verlag Herder, 2012, 180 S.

Wolfgang Jäger hat es für die FAZ besprochen:

Die Mehrheitsmeinung der Sozialwissenschaftler, dass die Grünen aus den „neuen sozialen Bewegungen“ herauswuchsen, bestreitet Güldner. Stattdessen sieht er als Antrieb der neuen Partei die „Bewegung an sich“, die wie in der Weimarer Republik bei Teilen eines radikalisierten Bürgertums eine Revolte gegen die Moderne sein will, mit dem Ziel, das gesamte System zu verändern. Die gesellschaftstheoretisch zugespitzte These übersieht aber doch die große Bedeutung des sozialen Wurzelgrunds der grünen Bewegung. Sie ist ohne die massenhafte und bunte Bürgerinitiativen-Bewegung sowie die vor allem von Wühl und Brokdorf symbolisierte Anti-Kernkraft-Bewegung und die vom Nato-Doppelbeschluss ausgelöste Friedensbewegung nicht zu denken. Hier entstanden Netzwerke und die für eine erfolgreiche Parteigründung so wichtigen neuen Milieus.

Der Wert des Buches liegt in der Anatomie der grünen Wählerschaft. Ausführlich seziert der Verfasser die Grünen von ihrer Gründung bis heute als Klientelpartei der oberen Bildungsschichten und zunehmend auch der oberen Einkommensschichten. Die Grünen verfügen über ein recht großes Potential an Stammwählern. Waren sie zum Zeitpunkt ihrer Gründung mehrheitlich eine Partei der unter 35-Jährigen, so unterscheiden sie sich im Hinblick auf die jungen Anhänger heute nicht mehr von den etablierten Parteien. Sie laufen sogar Gefahr, zu einer „Ein-Generationen-Partei“ zu werden. Von Anfang an dominierten unter den grünen Wählern die Frauen. In Baden-Württemberg finden sich die höchsten Sympathien für die Grünen mit 40 Prozent bei den 30- bis 59-jährigen Frauen. Von Beginn an ordneten sich die Grünen im politischen Spektrum links ein – weiter links als die SPD.

Insgesamt ist der Rezensent eher zurückhaltend: „Güllners These findet allerdings in der von ihm nur am Rande erwähnten Forschung über die Nichtwähler keinen Rückhalt, wie überhaupt der Autor die Literatur zur Parteien- und Demokratieforschung nur sehr sparsam nutzt. Das Buch lebt von der polemischen Zuspitzung.“

Andere sind begeistert. Empfehlen kann ich die Rezension von J. Schneidereit. Dort heißt es:

Manfred Güllners Analyse der Grünen nimmt eine Sonderstellung in der sich mit den Grünen beschäftigenden Publizistik ein durch einen nüchternen Blick auf eine, wie Güllner sagt, kaum in Politik und Gesellschaft kritisierte Partei. Wie man später erfahren kann, sehen sich 39 Prozent der deutschen Journalisten als Anhänger der Grünen; vielleicht ein Fingerzeig auf die oftmals verklärende und sehr wohlwollende Sicht auf die Partei.

Güllner geht zunächst von den messbaren Tatsachen aus, dass die deutschen und österreichischen Grünen zum einen europaweit die höchsten Zustimmungswerte bei Wahlen erhalten, zum anderen aber auch einen weit über ihre Wählerschaft hinausgehenden politischen Einfluss. Güllner geht der Frage nach, wie sich diese Erfolge erklären lassen und welcher Methoden sich die Grünen dabei so erfolgreich bedienen. Kurz gesagt: Die Grünen vermochten es, in Zusammenarbeit mit Unterstützern aus Wissenschaft, Bildungswesen, Medien und Verwaltung, ihre Partikularinteressen als allgemeine Interessen der Gesellschaft darzustellen, obwohl sie oft nur eine Minorität der deutschen Bildungs- und Einkommenselite vertreten.

Seine Analyse beginnt mit der Feststellung, dass die Grünen in den siebziger Jahren nicht, wie oft behauptet, auf neue Zeit-Erfordernisse reagierten oder auf Versäumnisse anderer Parteien, sondern dass die fünf z.T. sehr unterschiedlichen Milieus, aus denen die Grünen hervorgingen, geeint wurden durch ihre Gegnerschaft zur modernen Gesellschaft der bestehenden Bundesrepublik.

Das Buch verkauft sich derzeit übrigens ausgesprochen gut.

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Interview mit Simon Mayer

Waldemar Justus von Jesus24.de hat mit Simon Mayer über „Josia – truth for youth“ gesprochen. Auf die Frage: „Was ist eure Vision und welche Ziele verfolgt ihr?“, antwortet Simon:

Unsere große Vision findet sich in unserem Slogan wieder: Truth for youth! In Zeiten von grenzenloser Beliebigkeit, zunehmendem und selbst unter ernsthaften Christen erschreckend großem biblischen Analphabetismus, alarmierendem moralischen Zerfall und häufig anzutreffender Orientierungslosigkeit wollen wir uns ein Beispiel nehmen an unserem Namenspatron Josia, dem König von Juda, der schon in jungen Jahren sein Volk entschlossen zum Wort Gottes zurückführte. Wir möchten Menschen für die frohe und freimachende Botschaft von Jesus Christus gewinnen und ihnen dabei helfen, Tag für Tag in dieser Wahrheit zu wachsen. Wir hoffen, dass uns dies v.a. durch zwei konkrete Mittel gelingt: Zum einen die Bereitstellung von fundierten Artikeln und Beiträgen auf unserem Onlinemagazin und zum anderen die Veranstaltung von überkonfessionellen Konferenzen, die zur Auferbauung und Vernetzung dienen. Denn es ist unser Ziel, junge Menschen aus allen Denominationen zu ermutigen, sich mit ihren Gaben und Talenten im Reich Gottes zu engagieren, weil dies niemals umsonst ist, sondern – im Gegenteil – die himmlischen Schätze die einzigen sind, die ewigen Bestand haben. Es ist unser Wunsch, dass junge Christen in ganz Deutschland aufstehen für die Wahrheit und ihr Licht leuchten lassen an dem Platz, wo Gott sie hingestellt hat. Ihm zur Ehre und vielen Menschen zum Zeugnis!

Hier das gesamte Interview: www.jesus24.de.

Größte Alltagsbelastung für Familien sind Geldsorgen

Jürgen Liminski sagt: („Familienpolitik in Deutschland: Trotz hoher Ausgaben nur wenig erfolgreich?¶ In: Ifo-Schnelldienst, 15 / 2012 , vom 17.August 2012, S. 13, Quelle: iDAF):

Familien überleben, weil sie Synergie-Effekte nutzen, weil sie sparsamer einkaufen, weil sie vielfach nicht in Urlaub fahren (während die kinderlosen Doppelverdiener drei- und viermal fahren), weil die Großeltern helfen (der private Transfer der älteren auf die jüngere Generation beläuft sich mittlerweile auf rund 30 Milliarden Euro pro Jahr), weil sie billigeren Wohnraum suchen, weil sie das Kindergartengeld sparen, weil sie mit zusätzlichen Jobs ein Zubrot verdienen, weil sie keine (zweite) Lebensversicherung für die Altersvorsorge abschließen, weil sie kein Auto fahren oder nur ein altes, weil sie nicht ins Theater oder Kino gehen, sondern sich Kinoabende zuhause machen, weil sie kein Handy haben oder nur eins mit begrenzten Sprechzeiten, weil sie Restaurants nur von außen kennen, weil, weil, weil. Sicher ist: Die größte Alltagsbelastung stellen für die deutschen Eltern Geldsorgen dar.

Paul Washer: Das Evangelium

Paul Wasser erklärt das Evangelium in einer Weise, die die einen überrascht, anderer provoziert, und wieder andere aufatmen lässt:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=W5OGYeHh8ag]

J. Edwards Brief an einen Neubekehrten

201301241917.jpgIm Jahr 1741 schrieb Jonathan Edwards einen bedeutsamen Brief an einen uns unbekannten jungen Menschen. Er wollten diesem Mann, der gerade Christ geworden war, nützliche Ratschläge für das tägliche Leben geben. Auch wenn das Schreiben über 250 Jahre alt ist, sind Edwards Ratschläge und die Herausforderungen des jungen Christen immer noch aktuell.

Der Brief wurde vom Herold Verlag in deutscher Sprache herausgegeben und kann dort gratis bestellt werden. Der Verlag, der vor allem als Schriftenmission arbeitet, ist freilich für eine kleine Spende dankbar.

Hier: www.herold-schriftenmission.de.

Vom Saulus zum Paulus

Mit der stehenden Rede „Vom Saulus zum Paulus“ ist das so eine Sache. Gemeint ist wohl, dass jemand vom Christenverfolger zum Christ wird. Ich vermute allerdings, dass „Saulus“ einfach der jüdische und „Paulus“ der griechische Name des Heidenapostels ist. Wie auch immer. Das ZDF hat gestern erneut einen kurzen Beitrag über Johannes Kneifel ausgestrahlt. Johannes war früher Neonazi und bereitet sich inzwischen auf den pastoralen Dienst vor. Im Beitrag erklärt er, wie er mit seiner Vergangenheit und Schuld umgeht. Auch Waldemar Justus wird übrigens interviewt.

Hier geht’s zur Mediathek: www.zdf.de.

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