Feuilleton

Feuilleton & Kunst

Bob Dylan: Verspiele dein Leben nicht

Bob Dylan im aktuellen Rolling Stone (176/2009):

Es ist komisch und irgendwie beunruhigend, so viele junge Leute mit Handys und iPods rumlaufen zu sehen, alle in Medien und Videospiele vertieft. Das beraubt sie ihrer Idendität. Ein Jammer, wie sie das richtige Leben gar nicht mehr mitkriegen. Klar, haben sie die Freiheit, das alles zu tun … Als wenn das Freiheit wäre. Der Preis der Freiheit ist hoch, und das sollten die jungen Leute verstehen, bevor sie ihr Leben mit diesen ganzen Gadgets verbringen.

Das soziale Geschlecht

Kolumnist Harald Martenstein sinniert für die Zeit über den Unsinn des »Gender Mainstream«:

Ich finde, dass die Theologie, verglichen mit den »Gender Studies«, eine exakte Wissenschaft darstellt, denn die Existenz Gottes ist immerhin möglich, während jeder Mensch, der Kinder hat oder sich oft mit Kindern befasst, schnell merkt, dass die Gender-Theorie unmöglich stimmen kann. Sie lässt sich folglich auch nicht belegen. Es ist einfach nur eine Wunschidee.

Hier der ganze Beitrag: www.zeit.de.

Brian McLaren und seine Orthodoxie

51eWdgByKyL._SL160_.jpgDas Buch A Generous Orthodoxy (dt. etwa »Eine weitherzige Orthodoxie«) ist bisher das gehaltvollste Werk von Brian McLaren. Phyllis Tickle rückt es in ihrem Geleitwort in die Nähe der 95 Thesen von Martin Luther. So wie der deutsche Reformator dem Europa des 16. Jahrhunderts einen Spiegel vorgehalten habe, so übernehme McLaren diese Aufgabe im 21. Jahrhundert. Die Emerging Church könne das nordamerikanische Christentum ähnlich verändern, wie der Protestantismus das europäische Christentum reformiert habe.

Ich habe vor zwei Jahren das Buch gelesen und eine Rezension geschrieben, die nun hier herunter geladen werden kann: mbstexte126.pdf.

P.S.  Phyllis Tickle wurde übrigens kürzlich von Rob Bell eingeladen und hat in der Mars Hill Bible Church eine aufschlussreiche Predigt gehalten. Sie sagte unter anderem:

Ich möchte sicher sein, dass das, was ich sage, auch das ist, was ihr hört. In dieser Zeit mit solchen Sachen wie die zunehmende Globalisierung, den Medien und dem Informationsaustausch, hören wir mehr und mehr über die Tatsache, dass alle Religionen gleich sind, dass alle Religionen an denselben Ort führen. Wir hören, dass alle Religionen sich sehr ähnlich sind und dass sie wahrscheinlich alle zu dem gleichen Gott sprechen. Sie unterscheiden sich voneinander einfach nur durch ihre unterschiedlichen kulturellen Kontexte.

Warum Tim Keller in der Großstadt erfolgreich Gemeinde baut

imagesTim Stafford stellt für CT Pastor Tim Keller vor und erklärt uns, warum er gern und erfolgreich in Manhatten Gemeinde baut. Die Kellers haben eine geistliche Perspektive für Menschen in der Großstadt entdeckt und arbeiten beharrlich daran, dass die Menschen selbst eine neue Identität finden:

The Kellers became absolute enthusiasts for the city. Artist Makoto Fujimura had returned from years of study in Japan to join the New York art scene, but he lived with his wife and young children in a safe New Jersey suburb. »Tim was the first to say, ›Live in the city.‹ That was really compelling. I’d never heard that before. It was a crazy idea.«

Keller’s reading of Scripture fueled his enthusiasm. Conn had taught him a positive biblical view of cities. As he studied New York, he began to draw out that understanding. Surely God’s command to exiled Israelites applied to Christians in New York: »seek the peace and prosperity of the city to which I have carried you« (Jer. 29:7). Long before that, God had designated cities as places of refuge when Israel entered the Promised Land. They remain so today, Keller noted—which explains why poor people, immigrants, and vulnerable minorities such as homosexuals cluster in cities. They attract people who are open to change. Paul did most of his missionary work in cities, and early Christianity flourished within them. Revelation portrays the final descent of the kingdom of God to earth as a city, although a garden city, with fruit trees and a life-giving river at its center. Keller suggests that, had Adam and Eve lived sinlessly and obeyed God’s directions, they would have made Eden into just such a city.

rfg.jpgHier der vollständige Artikel: www.christianitytoday.com.

Empfehlen möchte ich hier auch das Buch:

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Jerram Barrs‘ neues Buch über die Frauen

51kcQDu9mPL._SL160_.jpgJerram Barrs, Dozent am Francis Schaeffer Institute, hat eine neues Buch geschrieben. In:

entwickelt er Antworten auf die Frage: Was denkt Gott über Frauen? In der Einleitung erklärt er die Motive für das Buch mit folgenden Worten:

I have been deeply troubled in our churches by the way much teaching on women begins with the restrictive passages in 1 Corinthians 11 and 14 and 1 Timothy 2 and often ends there. It is not that those passages are insignificant, but I have been eager to ask a more foundational question: How does the Lord see women? I felt the best way to answer this question was to look at particular women whose stories are told in the Scriptures and to reflect on what God has to say. What does God think about women, and how does he treat them? My passionate desire and prayer is that the book will be an encouragement to women and a challenge to men to treat women with the same honor that the Lord himself shows. I originally gave these studies to about two hundred women in the setting of a women’s ministry at a local church. They were greatly encouraged by the studies, and it was these women who urged me to write this book.

Die Einleitung und das erste Kapitel des Buches kann hier herunter geladen werden: crossway.org.

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Ein Männeraufbruch ist überfällig!

Am Wochenende vom 3. bis 5. Juli 2009 veranstaltet die Deutsche Evangelische Allianz zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung ein Wochenendseminar in Mainz. Das Thema lautet: »Familien brauchen selbstbewusste Väter: Ein Männeraufbruch ist überfällig!«

Hier die Einladung: www.kas.de.

»Authentische Lebensbeichten«

Um herauszufinden, was für wen gefährlich sein könnte, lud die »Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten« nun zum Thema »Liebeslieder waren gestern: Zur Jugendschutz-Problematik von Porno- und Gangsterrap« ein. Unter den Referenten waren Soziologen, Psychologen, Pädagogen und Sachbuchautoren, im Publikum saßen Rechtsanwälte, Jugendschützer, Lehrer, Polizisten. Martin Wittmann hat für die FAZ darüber berichtet.

So wie man vom Egoshooter-Spielen nicht zum Amokläufer wird, wird man vom Pornorap-Hören nicht unbedingt zum Sexisten oder gar Vergewaltiger. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Einer der Zuhörer, ein Pädagoge, drückte die Verwirrung so aus: »Ich kann die Argumentationen gut nachvollziehen, aber was sage ich nun Eltern, die zu mir kommen und wissen wollen, was sie ihren Kindern erlauben sollen und was nicht.«

Unbestritten ist Rap die derzeit populärste und kommerziell erfolgreichste Jugendkultur. Die in skandalversessenen Medien völlig überrepräsentierten (wie der Leiter des Archivs der Jugendkulturen, Klaus Farin, kritisierte) Unterformen des Rap wurden Pornorap beziehungsweise Gangsterrap getauft. Beide leben von der Härte der Texte, die für Kontroversen sorgt. Eltern und Lehrer wettern gegen die diskriminierenden und gewaltverherrlichenden Aussagen der Lieder, während Musikkritiker dieser Art Rap die Kreativität absprechen. Die Rapper hingegen verweisen auf »authentische Lebensbeichten« und den Markt. Der gibt ihnen recht – Sido ist einer der erfolgreichsten deutschen Künstler, Bushido hat seine chauvinistische Machobiographie millionenfach verkauft.

Nur ein Kommunikationswissenschaftler hat sich für ein Verbot ausgesprochen. Die anderen Fachleute meinten, dass Verbote nur die Eltern beruhigte und die Jungen um so mehr reizte. Vorerst wird also alles so bleiben, wie es ist. Warum? Natürlich fehlen die Studien, an denen abzulesen ist, wie gerappte Verherrlichungen von Vergewaltigungen und vertextete Gewaltphantasien die Entwicklung der heranwachsenden Hörer beeinflussen.

Wer nicht weiß, um was es bei »Gewaltrap« geht, kann gern mal reinhören: youtube.de.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

Nachtrag vom 27.10.2010: Hier ein Textauszug aus dem Lied »Drogen, Sex, Gangbang« von Bushido:

Ich hab Aggro gegen die Frauen! Zieh dich nackig aus und fang an zu saugen! Meine Wohnung soll sauber sein! Nutte ich hab Hunger! Nimm dein Kochlöffel und koch mir endlich Hummer! Fotze! Ich ficke dein Arsch während du kochst! Wie siehst du eigentlich aus? Geh ins Bad und mach dich hübsch! Dumme Nutte! Ich bin Frauenfeind! King Orgasmus One Sonny Black Frank White! Ich geh fremd, weil man lebt nur einmal! Scheiss auf Beziehung jede Frau ist eine Hure! Frauen schreien, wenn ich ihr Arschloch ficke! Halt dein Maul sonst gibts gleich ne Schelle! Mach was ich dir sage und zick hier nicht rum! Leg dich hin und nimm mein Schwanz in den Mund!

Warranted Christian Belief online

Warrant.jpg Warranted Christian Belief ist wahrscheinlich das reifste Buch des Philosophen Alvin Plantinga (siehe auch Ist der Glaube an Gott rational?).

Plantinga geht in diesem 505-Seiten-Werk der Frage nach, ob der christliche Glaube an Gott vernünftig gerechtfertigt und gewährleistet (eng. warranted) ist. Er kommt zu dem Ergebnis, dass dieser Glaube unabhängig von den Argumenten der natürlichen Theologie basal gewährleistet sein kann, wenn er wahr ist.

Der Text dieses bedeutenden Buches steht nun online: www.ccel.org.

Interview mit Os Guinness über Francis Schaeffer

Am 15. Mai 1984 starb Francis Schaeffer in Rochester (U.S.A.) nach schwerer Krankheit.

Justin Taylor hat sich anlässlich seines 25. Todestages mit Os Guinness unterhalten. Guinness, der eine Zeitlang bei Schaeffers wohnte, spürt täglich, dass er Francis viel zu verdanken hat:

A host of misunderstanding swirls around Francis Schaeffer’s reputation today. The two that concern me most are about his apologetics and his significance. Many who cite his apologetic approach have a comically wooden understanding of how he approached people to win them to faith. I have yet to see the book that does justice to the sheer brilliance of his way of presenting the gospel.

As far as his influence, he had a massive impact on the lives of individuals, including me, but his wider significance was as a ‘gatekeeper,’ or a door opener. When almost no Evangelicals were thinking about culture and connecting unconnected dots, Schaeffer not only did it himself but blazed a trail for countless others to follow. Many who trumpet their disagreements with him today owe their very capacity to disagree to his influence a generation ago. A little man in stature, he was a giant in influence, and many who have gone further have done so only by standing on his shoulders. I for one owe far more to Francis Schaeffer than I can ever say, and I live daily in his debt.

Das ganze Interview kann hier gelesen werden: theologica.blogspot.com. Wer sich gern mit dem Leben und Werk von Schaeffer vertraut machen möchte, kann in diesem Blog stöbern oder sich, noch besser, folgendes Buch besorgen:

7b4be78096Zum Buch: Francis August Schaeffer (1912–1984) zählt zu den bedeutendsten christlichen Apologeten des 20. Jahrhunderts. Durch seine Bücher (z. B. Gott ist keine Illusion, Wie sollen wir denn leben? und Preisgabe der Vernunft), Vorträge und das 1955 gegründete Schweizer Studienzentrum L’Abri (›Zuflucht‹) wurden er und seine Frau Edith weltweit bekannt und halfen unzählbar vielen Menschen, ihren Glauben zu festigen sowie intellektuell verantwortbar und kulturrelevant zu bezeugen. Die so genannten »L’Abri-Fellowships« haben bei der Entwicklung gegenwartsnaher Glaubensstile Pionierarbeit geleistet und gezeigt, dass Christen gesunde reformatorische Lehre mit einer aufrichtigen Liebe für die Menschen verbinden können. Die idea-Dokumentation »Wahrheit und Liebe« lädt ein, sich mit dem Leben und Werk von Francis Schaeffer (erneut) auseinanderzusetzen und von ihm zu lernen. Mit Beiträgen von Dick Keyes, Gordon R. Lewis, Udo W. Middelmann, Wim Rietkerk, Thomas Schirrmacher, Stephen J. Wellum und anderen.

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