Gesellschaft

Krankenhausseelsorge 2.0

In Japan haben Wissenschaftler einen Roboter entwickelt, der menschliche Gesichtsausdrücke imitieren kann. Die Mensch-Maschine ist weiblich. Eine echte Frau hat dafür Modell gestanden. Ihre Roboter-Kopien für 78.000 Euro sollen bald einen echten Job bekommen – im Krankenhaus zur Unterhaltung von Patienten.

Hier mehr: www.welt.de.

Deutsche misstrauen staatlicher Schulbildung

Nicht einmal jeder Fünfte in Deutschland hält die staatliche Schulbildung noch für das Maß der Dinge. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Studie. Die meisten gehen demnach davon aus, dass die Ausbildung der Kinder vor allem in ihren eigenen Händen liegt. Notfalls besorgen engagierte Bürger die Bildung selbst.

Das spiegelt sich auch in einer neuen Studie des Versicherungskonzerns Allianz wider, die auf einer repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa basiert und die der »Welt am Sonntag« vorliegt. Demzufolge gehen 80 Prozent der Deutschen davon aus, dass die Verantwortung für die Ausbildung ihrer Kinder allem voran in ihren eigenen Händen liegt. Und obwohl zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten im Grunde vom Staat erwarten, dass er Vorkehrungen für die Ausbildung ihrer Kinder trifft, hält nicht einmal jeder fünfte Befragte den Staat in der Schulausbildung noch für mustergültig.

Die Eltern kennen eben den schulischen Realismus besser als so mancher Kulturpolitiker. Von wegen: Mehr Staat und alles wird besser.

Hier der vollständige Artikel: www.welt.de.

UNO-Resolution stützt islamisches Menschenrechtsverständnis

Islamische Kräfte im UN-Menschenrechtsrat setzen sich nachdrücklich für eine Definition der Menschenrechte nach islamischem Verständnis ein. Darauf macht die Islamwissenschaftlerin Prof. Christine Schirrmacher vom Institut für Islamfragen anlässlich der jüngst erneuerten UNO-Resolution gegen Diffamierung von Religionen aufmerksam.

Mithilfe der Resolution solle offensichtlich der Islam allein unter den Schutz der UNO-Verlautbarung gestellt und so vor jeglicher kritischer Auseinandersetzung insbesondere mit dem politischen Islam bewahrt werden. Das jetzt vom UNO-Menschenrechtsrat verabschiedete Dokument spricht im Titel zwar allgemein von Religionen, die nicht diffamiert werden sollen, aber im Text werde ausschließlich mehrfach der Islam namentlich genannt, erklärte Schirrmacher. Von der zunehmenden Diskriminierung und Verfolgung christlicher und anderer Minderheiten in islamischen Ländern ist dagegen an keiner Stelle die Rede. Stattdessen enthält die Resolution eine scharfe Verurteilung des Minarettverbots, ohne die Schweiz namentlich zu erwähnen. Als »Manifestationen von Islamophobie« könnten solche Diskriminierungen, so das Papier in drohendem Unterton, zu einer »Polarisierung […] mit gefährlichen unbeabsichtigten und unvorhergesehenen Konsequenzen« führen. Die EU, die USA und mehrere lateinamerikanische Staaten hatten gegen den Entwurf der Organisation islamischer Staaten (OIC) gestimmt, der mit 20 Ja-Stimmen bei 17 Gegenstimmen und acht Enthaltungen angenommen wurde.

Pakistan hatte den Entwurf im Namen der OIC eingebracht. Das pakistanische Blasphemiegesetz bedroht jegliche Islamkritik mit dem Tod und, so Schirrmacher, werde immer wieder zur Unterdrückung religiöser Minderheiten und missliebiger Personen missbraucht. Die 57 Mitgliedstaaten der OIC hatten die Bekämpfung der Islamophobie bereits im Dezember 2005 während des Karikaturenstreits in ihr Zehnjahres-Aktionsprogramm aufgenommen. So sollten über die UN alle Staaten dazu aufgerufen werden, Gesetze gegen Islamophobie – also eine krankhafte und vermeintlich unbegründete Angst vor dem Islam – zu beschließen – und zwar einschließlich abschreckender Strafen. Dahinter steht laut Schirrmacher der Wunsch, die Überzeugung politisch umzusetzen, dass der Islam die allen anderen überlegene und vollkommene Religion ist, die das gesamte persönliche und gesellschaftliche Leben regelt. Aus offizieller OIC-Sicht kann es daher keine vernünftigen Einwände und begründeten Ängste gegenüber dem Anspruch des Islam geben.

Eine Islamisierung des Menschenrechtsverständnisses hätte laut Schirrmacher schwerwiegende Folgen. Im Vorwort der Kairoer Menschenrechtserklärung der OIC von 1990 wird mit Verweis auf den Koran die islamische Umma als die beste Gemeinschaft beschrieben. Die Gesetze der Scharia werden als verbindliche Gebote Gottes definiert. Wer sie einhalte, verehre Gott. Wer sie missachte oder verletze, begehe eine schreckliche Sünde. Menschen sind daher laut Artikel 1 durch die Unterwerfung unter Gott vereint. Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit steht unter Schariavorbehalt (Art. 2). Meinungsfreiheit und Information darf »nicht dazu eingesetzt und missbraucht werden, die Heiligkeit und Würde der Propheten zu verletzen [oder] die moralischen oder ethischen Werte auszuhöhlen« (Art. 22). Wenn daher Papst Benedikt XVI. in seiner Regensburger Rede vom September 2006 Muhammads Feldzüge kritisch beleuchte, überschreite er die Grenzen islamisch legitimierter Meinungsfreiheit. Auch der dänische Zeichner der Muhammad-Karikaturen kann sich aus dieser Perspektive nicht auf die Kunstfreiheit berufen. Eine solche Definition von Menschenrechten und Enthebung des Islam von jeglicher kritischer Betrachtung würde die universellen Menschenrechte erheblich einschränken, meint Schirrmacher.

Folgen einer Scheidung sind über Generationen wirksam

Das »Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie« schreibt im aktuellen Newsletter:

Jedes Jahr erleben etwa 200.000 Kinder in Deutschland, dass sich ihre Eltern trennen. Als Folge des Zerbrechens von Ehen und Beziehungen wachsen mittlerweile etwa ein Fünftel der Kinder in den alten und ein Drittel der Kinder in den neuen Bundesländern nicht mehr mit beiden leiblichen Eltern zusammenlebend auf (1). Lange bestand Konsens darüber, dass Trennungen der Eltern Kinder schwer belasten und die »Festigkeit der Kernfamilie« für ihr Wohlergehen wesentlich ist. Befürwortern eines neuen Leitbilds der »sozialen Elternschaft« gilt dagegen die »Orientierung der Öffentlichkeit am alten Ideal der Kernfamilie« (Renate Schmidt) als »überholt«. In diesem Sinne betont der 7. Familienbericht der Bundesregierung, dass eine gesunde Entwicklung von Kindern »mit einem breiten Spektrum familialer Lebensformen vereinbar« sei (2). Aus dieser Sicht sollen Trennung und Scheidung »entdramatisiert und als zu bewältigende Erfahrung konzipiert« werden. Früher habe sich die Analyse von Scheidungen zu sehr auf die »negativen Auswirkungen, atypische und sogar pathogene Entwicklungstendenzen der Familie« konzentriert. Heute sehe man dagegen »im Übergang neben Dysfunktion gleichermaßen das Potential für Stimulation und entwicklungsbezogenes Wachstum gegeben«. »Kritische Lebensereignisse« wie die Scheidung böten die Chance, »Beziehungen und die Lebenssituation neu und oftmals für alle Beteiligten befriedigender zu organisieren« (3). Gleichzeitig muss der Expertenbericht jedoch einräumen, dass Scheidungen zu den »am meisten belastenden Lebensereignissen von Kindern« zählen. Insbesondere die anfängliche Phase der Elterntrennung sei »für die große Mehrheit der Kinder recht belastend«, zumal die meisten Kinder »auf die Elterntrennung emotional nicht vorbereitet« seien. Trennungen der Eltern beeinträchtigten »das Selbstwertgefühl der Kinder, soziale und kognitive Kompetenzen sowie die schulischen Leistungen«. Scheidungskinder zeigten »vermehrte Tendenzen zu externalisierenden und internalisierenden Bewältigungsstrategien«, sie werden also häufiger psychisch auffällig (4). Vor allem männliche Scheidungswaisen sind anfälliger für Drogenkonsum, Delinquenz und Gewalt. Zwar verhalten sich in der Adoleszenz auch Kinder aus äußerlich intakten Kernfamilien nicht selten destruktiv und antisozial. Im Vergleich zu diesen ist das »Risiko von Anpassungsproblemen« bei Scheidungskindern im Vergleich jedoch mindestens doppelt so hoch (5).

Hier der vollständige Text: www.i-daf.org.

Hänseljagd

In den letzten Wochen entstand in der Öffentlichkeit gelegentlich der Eindruck, Fälle sexuellen Missbrauchs seien ein überwiegend katholisches Problem. Nun dringt allmählich durch, was viele bereits ahnten: Nicht nur in den Patchwork-Familien ist er weit verbreitet, auch in einer humanistischen Eliteschmiede sollte der sexuelle Missbrauch von Kindern die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler voran bringen.

Die FAZ schreibt:

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um entschlossene Aufklärung der Fälle von Kindesmissbrauch geht. »Macht euch Gedanken«, sagte sie, an die katholische Kirche gewandt, am 22. Februar in der ARD, »schlagt etwas vor, was natürlich letztendlich mit Unabhängigkeit, auch mit einer klaren Zielrichtung versehen sein muss. Ich glaube, es ist wirklich die Stunde da, dass die katholische Kirche ganz anders mit den Vorgängen in ihren Reihen umgeht.« Im Interesse der Opfer sei es schon bei Verdachtsfällen gut, wenn die Staatsanwaltschaft tätig werde.

Frau Leutheusser-Schnarrenberger weiß als Bundesministerin der Justiz, wie die Dinge geregelt werden müssen. Aber da sie seit April 1999 das Amt einer Beirätin der »Humanistischen Union« versieht, weiß sie auch, wie sich diese laizistisch-liberale Vereinigung im September 2000 zum Sexual- und Jugendstrafrecht äußerte. Nämlich »mit großer Besorgnis«. Es ging schon damals um Kindesmissbrauch. Vor zehn Jahren also warnte man entschieden vor einer »Dämonisierung von bestimmten Tätern und Tätergruppen«. An politische Fahrlässigkeit, »wenn nicht Schlimmeres«, grenze es, die Bekämpfung der »außerordentlich raren Fälle« zur Aufgabe staatlicher Politik »zu stilisieren«.

Mitglied im Beirat der »Humanistischen Union« war bis zu seinem Tod vor zwei Jahren auch der Sexualpädagoge Helmut Kentler. 1994 hatte er erklärt, schon das Wort »Missbrauch« sei meist irreführend: »Ich habe im Gegenteil in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle die Erfahrung gemacht, dass sich päderastische Verhältnisse sehr positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Jungen auswirken können, vor allem dann, wenn der Päderast ein regelrechter Mentor des Jungen ist.«

Wer die Abgründe der Lehrerspiele kennenlernen möchte und meint, den geschilderten Stoff ertragen zu können, sollte sich mit dem Artikel »Hänseljagd an der Odenwaldschule« beschäftigen. Hier: www.faz.net.

Transformative Theologie

Haben Christen den Auftrag, die Kultur zu transformieren? Trevin Wax hat mit Mark Galli von CT über diese Frage gesprochen. Galli verweist auf eine neues Buch von James Davison Hunter, der die evangelikalen Ansätze untersucht hat und ihnen insgesamt Naivität bescheinigt. Galli fordert die Christen auf, wieder mehr über die Gnade Gottes zu sprechen. Zitat:

James Davison Hunter has just published a book, To Change the World: The Irony, Tragedy, and Possibility of Christianity in the Late Modern World. He analyzes the work of everyone from Chuck Colson to James Dobson to Jim Wallis to Andy Crouch, arguing that evangelical views on transforming culture have been naive. Whether you agree with him or not, the book will change the conversation in our movement. An interview with him will appear in the May issue of CT. (So just a heads up to your readers about that.) My personal view is that it is not our job to transform our culture, let alone the world. Our job is to do the specific thing God has called us to do, whether that is evangelizing the neighborhood, working against the sexual slave trade, relieving world hunger, or whatever. Our job is to do that faithfully and well – and to let God take care of transforming the culture. Transforming culture is an incredibly complex thing that no person or group can possibly grasp. It’s something that happens, but it happens over centuries. The process is so slow that it is indiscernible to us except in hindsight. I think talk about transforming the world usually fills us with dreams and visions of our own power, when really our vision should be on the people we’re are seeking to love in Christ’s name.

Hier das Interview: trevinwax.com.

Erschöpft, ausgebrannt, arbeitsmüde

Burnout heißt die neue Zivilisationskrankheit – jeder neunte Deutsche ist betroffen. Immer häufiger trifft es junge Akademikerinnen: Ehrgeizige Karrierefrauen, die alles auf einmal schaffen wollen und daran zugrunde gehen.

In den Praxen fällt auf, dass die Patienten immer jünger werden. Und immer weiblicher. Eine Gruppe kreisen die Fachleute als besonders gefährdet ein: junge Frauen, Anfang 30, hochbegabt, ehrgeizig. Akademikerinnen in der »Rush-hour des Lebens«, die auf der Höhe der körperlichen Kraft und der Leistungsfähigkeit an Grenzen stoßen; »Weltrekordlerinnen«, wie sie Burisch [Anmerkung: Professor Matthias Burisch aus Hamburg] nennt, die alles auf einmal wollen: tolle Karriere, toller Mann, tolle Kinder. Schwäche zeigen ist dabei verboten, zumindest glauben sie das. »Sonst haben wir schon verloren gegen die Männer, können uns nicht behaupten gegen die Karriereheinis in unserem Umfeld«, sagt Mareike. In ihrer Kur traf sie auf ganze zwei Männer – der Rest ausschließlich Frauen.

Hier der Artikel von Georg Meck: www.faz.net.

Öffentliche Religion: Ein Symbol vor Gericht

Richter in Düsseldorf ziehen um und nehmen die Kreuze nicht mit. Nun gibt es Streit mit den Kirchen. Wie viel Einfluss hat der Glaube in Deutschland noch? Anna-Verena Ruster schreibt:

Der Düsseldorfer Stadtdechant Rolf Steinhäuser ist empört. Er sagt, ein Kreuz sei kein beliebiger Einrichtungsgegenstand, den man wie eine Vase oder wie einen Aktenschrank zurücklassen könne. Im Nationalsozialismus und im Kommunismus seien Kreuze aus dem öffentlichen Raum entfernt worden – beides Systeme, die Gerechtigkeit und Justiz mit Füßen getreten haben. Und nun passiert genau das, die Entfernung des Kreuzes, im neuen Amts- und Landgerichtsgebäude in Düsseldorf. In Abstimmung mit dem Oberlandesgericht haben die beiden Präsidenten der Gerichte entschieden, die Kreuze nicht mitzunehmen, wenn sie Mitte März in ein neues Gebäude umziehen. Dabei sehen sie sich durch viele Argumente bestärkt. Der Pressedezernent des Landgerichts, Peter Schütz, weist darauf hin, dass auch in den beiden obersten Gerichten der Bundesrepublik in Karlsruhe kein Kreuz hängt, weder im Bundesverfassungsgericht noch im Bundesgerichtshof, der für Zivil- und Strafrecht zuständig ist. Die christlichen Symbole würden nun auch aus dem weltanschaulich neutralen öffentlichen Raum des Düsseldorfer Gerichts entfernt werden. In der Chirurgie des Kreiskrankehauses Bad Soden im Main-Taunus Kreis wurden, angeblich nach der Beschwerde zweier Patienten, zwölf Kreuze abgehängt und in Müllsäcken abtransportiert. Das städtische Krankenhaus war früher katholisch. Nach dem Umzug der Chirurgie nach Bad Soden hatten Mitarbeiter die Kreuze wieder aufgehängt.

Hier der Artikel: www.merkur.de.

Maria Flachsbarth begrüßt »Tag der bedrängten und verfolgten Christen«

CDUhanossib1123-3.jpgDie Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) begeht am 28. Februar erstmals einen »Tag der bedrängten und verfolgten Christen«. Dazu erklärt die Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Dr. Maria Flachsbarth, MdB am 25. Februar:

Die christlich-liberale Koalition hat die Religionsfreiheit im Koalitionsvertrag ganz oben auf die Agenda gesetzt. Dafür weltweit einzutreten und dem Schicksal verfolgter Christen Aufmerksamkeit zu schenken, ist eine zentrale Aufgabe für diese Legislaturperiode. Ich freue mich daher, dass die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) einen Tag für die bedrängten und verfolgten Christen anberaumt hat.
Vor allem Christen ist in vielen Staaten das Bekenntnis zu ihrer Religion nicht möglich, ohne dass sie dafür Nachteile erleiden oder sogar Gewalt erfahren. Besonders gilt dies beispielsweise in Indien, Ägypten und Malaysia. Es ist ein Gebot der Solidarität, dass wir kontinuierlich auf ihre schwere Situation aufmerksam machen. Darüber hinaus fordern wir die ungestörte Religionsausübung für alle religiösen Minderheiten ein.
Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) nimmt an diesem Sonntag vor allem die christliche Minderheit im Irak in den Blick. Es ist wichtig, dass wir die Christen in dieser Region nach den gemeinsamen Anstrengungen für die Aufnahme 10 000 verfolgter Iraker in die Europäische Union jetzt nicht aus den Augen verlieren. Die jüngsten Übergriffe im Norden des Landes beweisen dramatisch, dass Christen im Irak weiterhin massiv bedroht sind und für ihren Glauben oft mit dem Leben bezahlen müssen.

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