Öffentliche Religion: Ein Symbol vor Gericht

Richter in Düsseldorf ziehen um und nehmen die Kreuze nicht mit. Nun gibt es Streit mit den Kirchen. Wie viel Einfluss hat der Glaube in Deutschland noch? Anna-Verena Ruster schreibt:

Der Düsseldorfer Stadtdechant Rolf Steinhäuser ist empört. Er sagt, ein Kreuz sei kein beliebiger Einrichtungsgegenstand, den man wie eine Vase oder wie einen Aktenschrank zurücklassen könne. Im Nationalsozialismus und im Kommunismus seien Kreuze aus dem öffentlichen Raum entfernt worden – beides Systeme, die Gerechtigkeit und Justiz mit Füßen getreten haben. Und nun passiert genau das, die Entfernung des Kreuzes, im neuen Amts- und Landgerichtsgebäude in Düsseldorf. In Abstimmung mit dem Oberlandesgericht haben die beiden Präsidenten der Gerichte entschieden, die Kreuze nicht mitzunehmen, wenn sie Mitte März in ein neues Gebäude umziehen. Dabei sehen sie sich durch viele Argumente bestärkt. Der Pressedezernent des Landgerichts, Peter Schütz, weist darauf hin, dass auch in den beiden obersten Gerichten der Bundesrepublik in Karlsruhe kein Kreuz hängt, weder im Bundesverfassungsgericht noch im Bundesgerichtshof, der für Zivil- und Strafrecht zuständig ist. Die christlichen Symbole würden nun auch aus dem weltanschaulich neutralen öffentlichen Raum des Düsseldorfer Gerichts entfernt werden. In der Chirurgie des Kreiskrankehauses Bad Soden im Main-Taunus Kreis wurden, angeblich nach der Beschwerde zweier Patienten, zwölf Kreuze abgehängt und in Müllsäcken abtransportiert. Das städtische Krankenhaus war früher katholisch. Nach dem Umzug der Chirurgie nach Bad Soden hatten Mitarbeiter die Kreuze wieder aufgehängt.

Hier der Artikel: www.merkur.de.

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Roderich
Roderich
10 Jahre zuvor

Gott ist ein „Gentleman“. Wenn man Ihn (bzw. die Symbole) entfernt, dann darf man sich aber nachher nicht bei Gott beschweren, wenn Dinge bergab gehen… Dann muss man sich bei „Mensch“ (dem Gott des Humanismus), oder bei anderen Ersatz-Goettern beschweren.

Je staerker die oeffentliche Praesenz des Christentums, und je staerker das Christentum in der Kultur verankert ist, desto mehr werden okkulte Maechte zurueckgehalten. Wo Christus wohnt, fuehlen Daemonen sich nicht wohl. Die Menschen taeuschen sich, wenn sie denken, dass a) Daemonen nicht existieren, oder dass b) Daemonen / andere Goetter wohlwollend seien.

Roderich
Roderich
10 Jahre zuvor

P.S.: Es gibt ein sehr gutes Buch von Judge Roy Moore, ehem. Vorsitzender Richter am Verfassungsgericht des US Bundesstaates Alabama, der sich dagegen verwehrte, dass ein Monument mit den 10 Geboten von dem Grundstueck des Verfassungsgerichtes entfernt wurde. Roy Moore wurde dann seines Amtes enthoben. Er beschreibt mit juristischen Gruenden, warum der oeffentliche Raum nicht (voellig) saekularisiert werden sollte. Roy Moore: So Help Me God: The Ten Commandments, Judicial Tyranny, and the Battle for Religious Freedom, ISBN-13: 978-0805432633 Bei Amazon.de erhaeltlich, siehe: http://www.amazon.de/So-Help-God-Commandments-Religious/dp/0805432639/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1267695276&sr=8-1 Hier eine Buchbesprechung von Amazon: Moore’s refusal to follow a court order to remove a Ten Commandments monument from the state court building cost him his position as chief justice of the Alabama Supreme Court. In this fascinating memoir, he reflects on his struggle to comply with the law and be true to his faith. His essential premise is that our Founding Fathers, via the Declaration of Independence, acknowledged the sovereignty of God in the life of… Weiterlesen »

Roderich
Roderich
10 Jahre zuvor

P.P.S. Ueberhaupt ist diese Schnittstelle zwischen Politik und Theologie im Zentrum der Versuche der Saekularisten, um den Einfluss alles Christlichen zurueckzudraengen. Das einzige Problem ist: Die Saekularisten wissen sehr gut bescheid, kennen ihre Argumente und die der Gegenseite. Christen sind hingegen weitgehend uninformiert, konzentrieren sich auf das „Seelengewinnen“ (als gute gnostische Dualisten, zu denen wir Evangelikalen verkommen sind), vernachlaessigen die „Schoepfungsordnung“ (Genesis 1 2) und das „Naturrecht“, und ueberlassen das Feld den Saekularisten. Eine der Kernmotive der 68er und der Gruenen Partei und weiten Teilen der SPD und natuerlich der Linkspartei ist es, den saekularen Humanismus weiter durchzusetzen, und Restbestaende des Christentums aus dem oeffentlichen Leben zu entfernen. Denn nur dann kann sich der Humanismus durchsetzen, bzw. das Bestreben, den „Neuen Menschen“ herzustellen, den der Sozialismus erzeugen will, ohne Gott versteht sich. Guenter Rohrmoser sprach im Buch „der Ernstfall“ mal vom Babylonischen Gefaengnis der Christen, das sie sich selbst gebaut haben, und aus dem sie sich befreien muessen. Das ist… Weiterlesen »