Historische Theologie

SBJT: George Whitefield

Ausgabe 18/2 (2014) des SBJT ist dem Leben und Werk von George Whitefield gewidmet. Folgende Beiträge sind enthalten:

  • Stephen J. Wellum: The Life and Legistact of George Whitefield (1714-1770)
  • Michael A. G. Haykin: The Christian Life in the Thought of George Whitefield
  • Digby L. James: Who is the Greatest Preacher? The Life and Legacy of George Whitefield
  • Jeongmo Yoo: George Whitefield’s Doctrine of Christ
  • Lee Gatiss George: Whitefield — The Angelican Evangelist
  • Introduced and Edited by Michael A. G. Haykin: Writing to George Whitefield: A letter from Anne Dutton on Sinless Perfection
  • Introduced and Edited by Michael A. G. Haykin: George Whitefield Sermon: “The Indwelling of the Spirit the Common Privilege of all Believers”
  • Introduced and Edited by Michael A. G. Haykin :George Whitefield Sermon: “Christ, the Believer’s Wisdom, Righteousness, Satification and Redemption”

Hier: SBJT-18.2-George-Whitefield.pdf.

George Whitefields Konflikt mit John Wesley

mbstexte183_.jpgChristian Klein hat George Whitefields Beziehung zu John Wesley beleuchtet und dabei besonders ihren Konflikt über die „Erwählungsfrage“ untersucht.

Was kann ein Christ des 21. Jahrhunderts aus der Kirchengeschichte über seine Zeit lernen? Welche Personen waren in den 2000 Jahren Kirchengeschichte besonders prägend und wodurch haben sie geprägt? Was fehlt der heutigen Zeit am Meisten, gemessen an den Dingen, die der Mensch schon immer gebraucht hat?Über die 2000 Jahre Kirchengeschichte hinweg gab es immer wieder große Aufbrüche des Christentums. Die geistig nachhaltigen davon standen immer im Zusammenhang mit Menschen, die, tief verwurzelt in Gottes Wort, das Wunder der Errettung durch seinen Sohn Jesus Christus verkündeten.Einer dieser Menschen war George Whitefield, dessen Eifer ihn durch einen Großteil der englischsprachigen Welt des 18. Jahrhunderts brachte. Er predigte über 30.000 Mal und viele Hunderttausend Menschen hörten dabei das Evangelium. Trotzdem oder gerade deshalb hatte auch er mit Herausforderungen zu kämpfen und ein besonderer Konflikt seines Lebens ist der theologische Disput mit John Wesley über die Erwählung, bzw. Vorherbestimmung der Gläubigen. Die vorliegende Arbeit will zeigen, wie Leben und Lehre im Fall von George Whitefield im Einklang miteinander standen, was auch in dem angesprochenen Konflikt sichtbar wird.

Hier: mbstexte183_a.pdf.

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Ausserdem der Hinweis auf eine Dokumentation, in der Martyn Lloyd-Jones das Leben von  George Whitefield vorstellt.

Francis Schaeffer: Namen & Themen

Im Sommer 1983, ein knappes Jahr vor seinem Tod, sprach Francis Schaeffer auf der L’abri-Konferenz in Atlanta (USA) über Themen, die auch heute noch recht aktuell sind: Fundamentalismus, Religionsfreiheit, Abtreibung, Meinungsfreiheit, die vermeintliche Spannung von Verkündigung und Tat, die Defizite der evangelikalen Theologie.

An den Vortrag schließen sich ca. 60 Minuten Fragen und Antworten an. Ab Minute 50 spricht er darüber, dass wir heutzutage dringend die Semantik von Begriffen klären müssen, wenn wir miteinander diskutieren. Er zeigt, dass der Begriff „Fundamentalist“ gezielt von der Presse benutzt wurde, um ihn zu verleumden. Die Bezeichnung wurde dabei nicht entsprechend ihrer ursprünglichen Bedeutung verwendet, sondern mit neuen Inhalten verknüpft. Es ist deshalb wichtig, über Ideen zu diskutieren, nicht mit Begriffen um sich zu werfen, also z.B. in diesem Fall zu fragen: Was genau meinst Du mit dem Begriff „Fundamentalismus“?

Ab Minute 58 wird Schaeffer sehr deutlich und sagt – meines Erachtens ziemlich entmutigt –, dass die evangelikale Bewegung in Nordamerika in einen großen „Schlamassel“ geraten ist und Jesu Herrschaft verleugnet. Er deutet diese geistliche Krise als göttliches Richterhandeln an der amerikanischen Christenheit und mahnt eindrücklich zur Umkehr.

Skizzen zu Rudolf Bultmann

Ich habe gestern einige Audio-Schnipsel aus einem Seminar zu Rudolf Bultmann entdeckt. Da ich darin unter anderem auf Eta Linnemanns Verhältnis zu ihrem Lehrer eingehe und die Krise der liberalen Theologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts umreiße, stelle ich die Aufnahmen zusammengeflickt in das Blog. Es könnte ja sein, dass das jemanden interessiert. Der Teil über die eigentliche Theologie Bultmanns ist nicht aufgenommen worden.

Georg Whitefield

George Whitefield at 300  verschobenGeorg Whitefield wurde 1714 als Sohn eines Gastwirts geboren. Als er 34 Jahre alt war, schloss er sich dem „Klub der Heiligen“ an, der in Oxford unter John Wesley geführt wurde. Nach Überwindung einer großen geistlichen Krise entwickelte er sich durch Gottes Gnade zu einem gewaltigen Evangelisten und Prediger. Ab 1739 predigte Whitefield auch im Freien, oft vor Tausenden von Hörern.

Die Neue Ausgabe der Zeitschrift CREDO ist Whitefield gewidmet. Sie kann hier heruntergeladen werden: www.credomag.com.

80 Jahre Barmer theologische Erklärung

Vor 80 Jahren trafen sich in Wuppertal-Barmen Vertreter aus allen evangelischen Landeskirchen, um sich als „Bekennende Kirche“ gegen den totalen Machtanspruch des nationalsozialistischen Staates über die Kirche zu wehren. Unter der Federführung von Karl Barth verfassten sie die „Barmer Theologische Erklärung“. Hier ein informativer DLF-Beitrag über die Entstehung der Erklärung (hier erklärt Karl Barth seine Sicht der Entstehung):

 

Luther und die Mystik

Vittorio Subilia schreibt über Luthers Sicht der Mystik (Die Rechtfertigung aus Glauben, 1981, S. 133):

Auch wenn zuzugeben ist, daß sich Luther in gewissem Maße der Sprache der Mystik bedient hat, um sein neues Verständnis der Gottesgerechtigkeit zu erläutern, wofür eine literarische Abhängigkeit nicht immer sicher und ohne Vorbehalte nachweisbar ist, muß man trotz seines Lobes für Tauler sagen, daß er Ausdrücke mit mystischem Klang in einem von jeder mystischen Voraussetzung entschieden abweichenden Sinn benutzt. Nicht umsonst erklärt er ganz deutlich, daß die mystische Theologie eher in platonische als in christliche Richtung führt und folglich nicht lehrt, Christus zu erkennen, sondern daß sie Gefahr läuft, ihn zu verlieren, selbst wenn man ihn kennt: Sie ist eine Theologie der Herrlichkeit, die nichts vom gekreuzigten Christus weiß.

Siehe dazu auch den Beitrag Martin Luther und die deutsche Mystik (der dazugehörige DLF-Beitrag ist leider nicht mehr online).

Schwang Luther 1517 den Hammer?

Martin Luthers Thesenanschlag von Wittenberg ist sicher der berühmteste, aber längst nicht der einzige: Der Historiker Daniel Jütte hat in der FAZ eine kurze Geschichte des Anschlagens von Zetteln an Kirchen veröffentlicht. Freilich bleiben wichtige Fragen nach wie vor offen.

Staat und Kirche haben eine „Lutherdekade“ ausgerufen, die im Jubiläumsjahr 2017 kulminieren soll. Denn am 31. Oktober 2017 wird sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers jähren. Aber hat der Anschlag der 95 Thesen am Hauptportal der Wittenberger Schlosskirche tatsächlich stattgefunden? Die Frage ist bis heute nicht definitiv beantwortet und steht im Mittelpunkt eines seit Jahrzehnten erbittert geführten Streits unter Reformationshistorikern. Nach neueren Schätzungen gibt es nahezu dreihundert Publikationen zu dieser Kontroverse. Es scheint inzwischen fast alles dazu gesagt. Scheint.

Zunächst die Fakten. Luther selbst hat einen Thesenanschlag nie erwähnt. Die Befürworter der Faktizität des Thesenanschlags berufen sich daher vor allem auf ein Zeugnis von Luthers Mitstreiter Philipp Melanchthon sowie auf eine 2006 unter großem Medieninteresse wiederentdeckte Notiz von Luthers Sekretär Georg Rörer. In beiden Dokumenten ist von einem Thesenanschlag die Rede. Historiker, die diesen Quellen glauben, argumentieren, dass beide Berichte den Hergang unterschiedlich erzählen und zudem unabhängig voneinander entstanden sind; Rörers Bericht sogar noch zu Lebzeiten Luthers.

Mehr: www.faz.net.

Wie ein Baptistenprediger die Pauschalreise erfand

CookDer britische Baptistenprediger Thomas Cook (1808–1892) war ein engagierter Kämpfer gegen den weit verbreiteten Alkoholmissbrauch. Um die Menschen der Arbeiterklasse vom Trinken abzuhalten, organisierte er gemeinschaftliche Reisen und wurde damit zum Erfinder des Pauschaltourismus.

In dem DLF-Beitrag über Thomas Cook kommt der Soziologe Jörn Mundt zu Wort, der eine Biografie über Thomas Cook vorgelegt hat.

Calvin: Die letzten 15 Jahre

Nach dem Tod seiner Frau stürzte sich Johannes Calvin noch mehr in die Arbeit. Dazu zählte vor allem die Durchsetzung seiner Lehre in Genf. In der letzten Folge der DLF-Serie über Calvin rückt die Auseinandersetzung mit Michael Servet in den Vordergrund. Der Arzt Servet leugnete die Dreieinigkeit und wurde deshalb zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Dieses Vorgehen entsprach dem damaligen Reichsrecht (Codex Justianus), das die Todesstrafe sowohl für das Leugnen der Trinität als auch der Taufe vorsah. Außerhalb von Genf wäre Servet deshalb ebenso verurteilt worden.

Trotzdem bin ich dankbar, dass die reformierten Kirchen sich später für die Religionsfreiheit geöffnet und die Zuständigkeit von staatlicher Obrigkeit und Kirchen noch schärfer auseinandergehalten haben. So wurde beispielsweise unter dem Einfluss von Abraham Kuyper und anderen 1905 der Artikel 36 des Niederländischen Glaubensbekenntnisses (Confessio Belgica von 1561) geändert. Früher hieß es dort:

Deshalb hat er die Obrigkeiten selbst mit dem Schwerte bewaffnet, damit sie die Bösen strafen, die Guten aber schützen. Ihres Amtes ist es ferner, nicht nur für die bürgerliche Verfassung besorgt zu sein, sondern auch, sich zu bemühen, dass der Gottesdienst erhalten werde, aller Götzendienst und falscher Gottesdienst entfernt werde, das Reich des Antichrists zerstört, Christi Reich aber ausgebreitet werde. Endlich ist es ihres Amtes zu bewirken, dass das heilige Wort des Evangeliums überall gepredigt werde und dass jeder Gott auf reine Weise nach Vorschrift seines Wortes frei verehren und anbeten könne.

Hier der die Folge:

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