Theologie

„Gott ist für mich nicht allmächtig“

Pastorin Jil Becker hat ihren Gemeindedienst aufgegeben und kümmert sich nun um den Nachwuchs ihrer Landeskirche. In einem TAZ-Interview gewährt sie Einblicke in ihren Glauben und ihre Vorstellungen vom Dienst in der Gemeinde. Manches wirkt sympathisch und nachvollziehbar. Aber sie macht ebenso Aussagen, die Sympathien für jene wecken, die ihrer Kirche den Rücken kehren oder gar davor warnen, so eine Landeskirche überhaupt noch zu unterstützen.

Gott wird kleingemacht, etwa durch Sätze wie:

Gott ist für mich nicht allmächtig, jedenfalls nicht in dem Sinne, als dass er beeinflussen könnte, ob jemand an Krebs erkrankt oder nicht. An solche Wunder glaube ich nicht.

Mehr: www.taz.de.

VD: SL

GLAUBEN UND DENKEN HEUTE 1/2018 erschienen

Die Ausgabe 21 (1/2018) der Zeitschrift Glauben und Denken heute ist erschienen und enthält folgende Beiträge:

Artikel

  • Ron Kubsch: Editorial: Carpe diem – Von Heinrich Bullinger Studieren lernen
  • Thomas Schirrmacher: Benedikts Jesus-Trilogie und die historisch-kritische Theologie
  • Jonathan R. Pratt: Die Beziehung zwischen Rechtfertigung und geistlicher Frucht in Römer 5–8
  • Ron Kubsch: Die deutsche Ausgabe von Logos 7
  • J.V. Fesko: John Owen über die Einheit mit Christus und die Rechtfertigung
  • Heinrich Bullinger (1553): Väterliche Anweisungen

Rezensionen

  • Thorsten Dietz: Sünde: Was Menschen heute von Gott trennt (Tanja Bittner)
  • Os Guinness: Als Jesusnachfolger auf dem Marktplatz der Meinungen (Hanniel Strebel)
  • Diewald, Gabriele u. Steinhauer, Anja (Hg.): Richtig gendern (Daniel Vullriede)
  • Reinhold Rieger: Martin Luthers Theologische Grundbegriffe: Von „Abendmahl“ bis „Zweifel“ (Ron Kubsch)

Buchhinweise

  • Harald Seubert: Platon – Anfang, Mitte und Ziel der Philosophie (Ron Kubsch)
  • Amy Nelson Burnett u. Emidio Campi (Hg.): Die schweizerische Reformation: Ein Handbuch (Ron Kubsch)

Die Ausgabe kann hier heruntergeladen werden: gudh_1_2018_d.pdf.

 

Vom Verfall der Vernunft und dem trotzigen Aufbruch zur Heiligung

Pfarrer i.R. Burkard Hotz hat 21 eigensinnige Beobachtungen zur aktuellen deutschen Leitkultur veröffentlicht. Sehr lesenswert!

So heißt es etwa zur gegenwärtigen Diskursfähigkeit:

Daher stellen wir notweniger Weise im entgrenzten Raum der beschrieben totalitären Akzeptanzforderung sexueller Vielfalt und der damit einhergehenden öffentlichen Diskursverweigerung unserer Eliten einen dramatischen Verfall der Vernunft fest: Was früher kritische Auseinandersetzung im Ringen um das eigene Urteil war, welch guten Klang hatte einst in fortschrittlichen Kreisen der Begriff „Kritik“! – wird heute sofort zum Hass umdefiniert. Flächendeckend dagegen tritt an die Stelle der Kritik mit ihrer Fähigkeit zu eigener Urteilsbildung die neu-deutsch kommandierte kritiklose Vielfalts-Akzeptanz mit ihren diversen Denkverboten. Ja das Verbot kritischen Denkens wird zum Wesen demokratischer Antidiskriminierung umfrisiert, denn alles andere ist ja Hass kreierender Populismus! Daher wird natürlich auch erwartet, dass die verhängnisvolle Entscheidung des Bundestages vom 30. Juni 2017 einhellig und mit Begeisterung bejubelt wird.

Jeder ansatzweise kritische Narrativ, der diese Echokammer verlässt, ist höchst verdächtig, ja wird als „toxisch“ eingestuft; jede Anmeldung von Zweifel, anthropologischer, theologischer oder auch rechtlicher Art oder auch im Bereich der Adoptionsfolgen homosexueller Elternschaft ist nicht diskursfähig. Nein, der Zweifel gilt hier gar nicht als lobenswert, er gilt im Gegenteil als demokratiefeindlich und menschenverachtend, ja als böse und erfährt totale öffentliche Ächtung.

Hier der gesamte Beitrag: Vom_Verfall_der_Vernunft.pdf.

VD: KHG

Bullingers Briefwechsel

Der Briefwechsel des Zürcher Reformators Heinrich Bullinger ist von großer Bedeutung. Mit rund 12.000 Briefen ist er wohl die umfangreichste erhaltene Briefkorrespondenz des 16. Jahrhunderts. Er gibt in einzigartiger Weise Einblick in die Zeit der Reformation. 

Guten Nachrichten: Die Universität Zürich digitalisiert und veröffentlicht Bullingers Briefwechsel in den kommenden Jahren.

Mehr: www.reforc.com.

VD: RH

Kultur des Lebens (1): Melissa Ohden trifft ihre Mutter

Christen wird gern nachgesagt, sie seien nachtragend, unversöhnlich und verbreiteten Hass. Melissa Ohden ist ein lebender Gegenbeweis. Als sie 14 Jahre alt war, erfuhr sie, dass sie eine Abtreibung überlebt hatte. Was passierte, als sie viele Jahre später ihre Mutter traf, erzählt sie in diesem Interview. Sehr bewegend!

 

Die zwei Geburten

Heinrich Bullinger (Dekade 1, Schriften III, 2006,  S. 73):

Denn durch unsere erste Geburt wird der Mensch zum Tode, durch die zweite zum Leben geboren. Diese Wiedergeburt aber geschieht durch den Geist Gottes, der durch den Glauben unsere Herzen erfüllt, nämlich durch den Glauben an Christus, der um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtsprechung willen auferstanden ist [vgl. Röm 4,25].

 

Medien machen eine Opfergruppe sexueller Gewalt unsichtbar

Die auflagenstarke US-Zeitung USA TODAY berichtet, dass die intensive Berichterstattung über MeToo die häufigsten Opfer sexueller Übergriffe übergehe: Schwule, Lesben und Bisexuelle.

Das Blog Genderdrama berichtet unter Berufung auf den USA TODAY-Artikel:

Insgesamt sind Menschen, die sich als LGBTQ identifizieren, laut des Centers for Disease Control and Prevention einem höheren Risiko sexueller Gewalt ausgesetzt: 44% der Lesben und 61% der bisexuellen Frauen erleben Vergewaltigung, körperliche Gewalt und/oder Stalking durch einen Intimpartner, verglichen mit 35% der heterosexuellen Frauen. 37% der bisexuellen Männer erleben Vergewaltigung, körperliche Gewalt und/oder Stalking durch einen Intimpartner, verglichen mit 29% der heterosexuellen Männer. 40% der schwulen Männer und 47% der bisexuellen Männer haben andere sexuelle Gewalt als Vergewaltigung erlebt, verglichen mit 21% der heterosexuellen Männer. (…) Die am meisten beachteten Geschichten folgten einer Formel: Eine prominente Überlebende und ein mächtiger männlicher Täter.

Ich empfehle den vollständigen Artikel: eu.usatoday.com.

Vom Wesen des Neuen Testaments

Der evangelikale Prof. Armin Baum und der historisch-kritische Theologe Prof. Udo Schnelle haben in einem idea-Streitgespräch über die Entstehung und Glaubwürdigkeit des Neuen Testaments debattiert. Das Netzwerk  Bibel und Bekenntnis hat auf das Gespräch, das von Carsten Huhn moderiert wurden ist, verwiesen.

Hier ein Auszug:

Baum: Sie sagen: Es macht ja nichts aus, ob im Johannesevangelium nun die Worte Jesu stehen oder die Worte anderer. Für mich wäre es aber ein Problem, wenn in den Evangelien Jesus Worte in den Mund gelegt werden, die er nie gesagt hat – nicht einmal dem Sinne nach. Müsste man dann nicht von einer Fälschung reden? Dies stände im Widerspruch zum Anspruch der Heiligen Schrift, wahrhaftiges Wort Gottes zu sein.

Schnelle: Alle Evangelien gehen davon aus, dass der historische Jesus und der auferstandene Jesus eine Person sind. Sie sind miteinander verwoben. Deshalb sind die nachösterlichen Interpretationen über Jesus genauso wertvoll wie die Aussagen des historischen Jesus.

Baum: Ich halte die Auffassung, dass Jesus nachösterlich Worte in den Mund gelegt werden, für problematisch. Damit wird – auch nach antikem Wahrheitsverständnis – eine Grenze überschritten zwischen historischer Wirklichkeit und Fiktion. Das Johannesevangelium hat den Anspruch, historische Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte wird nicht erst nachträglich mit Hilfe eines Osterglaubens mit göttlichem Glanz überstrahlt. Der Evangelist Johannes berichtet etwas, was in allen Religionen einzigartig ist: Gott wird Mensch und betritt mit seinem Sohn Jesus von Nazareth die Bühne der Weltgeschichte.

Schnelle: Ich glaube, dass Ihr Begriff des „Nachträglichen“ falsch ist. Alles im Neuen Testament ist nachträglich, weil es erst nach den Ereignissen geschrieben worden ist.

Baum: Darin sind wir uns einig. Schnelle: Das bedeutet, dass es notwendigerweise ein Ineinander von historischem Jesus und dem Christus des Glaubens gibt.

Baum: Sie gehen davon aus, dass der Verfasser des Johannesevangeliums Jesus nachträglich Worte zugeschrieben hat. Wenn das ein anderer antiker Historiker mit einem Feldherrn oder Politiker seiner Zeit tat, haben ihn seine Kollegen der historischen Unwahrheit bezichtigt.

Schnelle: Nein! Nie und nimmer. Johannes hat Jesus genial interpretiert …

Baum: … nach Ihrem Verständnis im Sinne eines Künstlers, aber nicht im Sinne eines Historikers.

Schnelle: Nein, im Sinne einer Einheit des irdischen und des himmlischen Wirkens. Sie lesen die Evangelien falsch, wenn Sie diese allein danach lesen, ob historisch etwas stimmt oder nicht.

Baum: Der Evangelist Johannes erhebt den Anspruch, dass es Augenzeugen gibt, die seinen Bericht belegen.

Mehr: Streitgespraech_Baum_Schnelle.pdf.

 

Berliner SPD: Steuergelder für Pornos

Auf dem Landesparteitag beschließt die SPD eine Filmförderung für feministische Pornofilme. Diese hätten sowohl gesundheits- als auch gleichstellungspolitische Relevanz. DER TAGESSPIEGEL meldet:

Nicht zuletzt prägt Pornografie – vor allem verbreitet über das Internet – heute als wesentlicher Teil sexueller Aufklärung maßgeblich das Bild, das junge Menschen von Sexualität haben, noch bevor es zu individuellen Erfahrungen kommt.

Aus diesem Grund gehe es um ein Thema, das sowohl gesundheitspolitisch als auch aufgrund des vermittelten Frauenbildes gleichstellungspolitisch Relevanz habe, sagt die Berliner Juso-Landesvorsitzende Annika Klose.

Von der SPD-Nachwuchsorganisation stammte auch der Antrag auf staatliche Förderung von feministischen Pornos, der am Sonnabend auf dem SPD-Parteitag beschlossen wurde. Künftig sollen demnach solche pornografischen Inhalte auch über die Mediatheken von ARD und ZDF verfügbar sein.

Na dann.

Mehr: www.tagesspiegel.de.

Gottes Wort ist wahrhaftig

Heinrich Bullinger über das Wesen von Gottes Wort:

Gott ist aber seinem Wesen nach wahrhaftig, gerecht, gut, rein, unsterblich und ewig. Daraus folgt, dass auch das Wort Gottes, das aus seinem Munde hervorgeht, wahrhaftig ist, gerecht, ohne List oder Falschheit, ohne Irrtum und böse Neigung, heilig, rein, gut, unsterblich und ewig. Denn der Herr sagt im Evangelium [Joh 17,17]: „Dein Wort ist Wahrheit.“ Und der Apostel Paulus sagt [2 Tim 2,9]: „Das Wort Gottes ist nicht gefesselt.“ Die ganze Schrift wiederum bezeugt [Jes 40,8; 1 Petr 1,25]:„Des Herrn iv Wort bleibt in Ewigkeit.“ Und auch Salomo sagt [Spr 30,5F.]: „Alle Rede Gottes ist lauter. Tue nichts zu seinen Worten hinzu, dass er dich nicht rüge und du als Lügner dastehest.“ Und David sagt [Ps 12,7]: „Die Reden des Herrn sind lautere Reden, sind Silber, das im Feuer geschmolzen und siebenmal von der Schlacke geläutert wird.“

H. Bullinger, Dekade 1, Schriften III, S. 57.

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