Missiologie

Rosaria Butterfield im Gespräch

Die ehemalige feministische Literaturprofessorin Rosaria Butterfield spricht mit Russel Moore darüber, wie sie zum Glauben an Jesus Christus gefunden hat (Rosaria ist jene Frau, gegen deren Vortrag am Wheaton College kürzlich demonstriert wurde). Das Gespräch ist immens hilfreich, gerade auch für evangelistisch ausgerichtete Christen. Rosaria Butterfield verbindet Herzlichkeit mit tiefen theologischen Einsichten und betont den so wichtigen Aspekt der Gemeinschaft. Der Pastor, der ihr dabei geholfen hat, Jesus zu begegnen, hatte ein offenes Haus. Nie hatte sie das Gefühl, von ihren christlichen Freunden instrumentalisiert zu werden. Trotzdem wurde über kritische Fragen offen und kontrovers gesprochen. Ein entscheidender Schlüssel war der hermeneutische Zugang zur Heiligen Schrift. Eine bedeutende Rolle spielte zudem das Gebet.

Wo sind die offenen Häuser?

VD: JT

Evangelikale und interreligiöser Dialog

Das neue Missionsparadigma, demgemäß Mission nicht mehr nur der Ruf des Sünders zum Glauben an Jesus Christus ist, sickert so langsam zur Basis der evangelikalen Bewegung durch. Anna Lutz kommentiert für das Medienmagazin pro die Tagung „MissionRespekt“ mit den Worten:

Islam und Christentum sind wahrlich nicht dasselbe. Und ja, es ist wichtig, über Christenverfolgung in muslimischen Ländern und salafistische Problemgruppen in Deutschland zu sprechen, auch von Seiten der Allianz. Stehenbleiben dürfen die Gläubigen an diesem Punkt aber nicht. Im Gegenteil, sie müssen zeigen, dass sie es besser können. Dass sie Willens sind, den Kontakt zu Andersgläubigen zu suchen, Unterschiede stehen lassen können und für das Gemeinwohl zusammenarbeiten wollen. Denn auch das ist Mission. Und das sollte zu allererst die Deutsche Evangelische Allianz fördern.

Nein, der gemeinsame Einsatz für das Gemeinwohl oder der Dialog mit Andersgläubigen mag eine gute Sache sein, ist aber eben keine Mission!

Der Missionsbefehl im 21. Jahrhundert

Nachfolgend ein Auszug aus dem Artikel:

  • Ron Kubsch, „‚Machet zu Jüngern alle Völker‘: Der Missionsbefehl im 21. Jahrhundert“, Reformation heute, Ausgabe 01/2014, S. 25–32, hier: S. 30–31.

Reformationheute

In vielen Regionen unserer Welt entstehen neue oder wachsen bestehende Kirchengemeinden. Dabei hat sich das geographische Zentrum von der nördlichen Halbkugel in die südliche verschoben. Während beispielsweise in China, Indien oder Lateinamerika das Christentum wächst, werden viele Länder Europas zunehmend als Missionsländer wahrgenommen. Auch Deutschland ist, nicht zuletzt wegen der Selbstsäkularisierung der Kirchen und der sich ausbreitenden Konfessionslosigkeit, längst wieder ein Missionsgebiet geworden. Während beispielsweise in Chile knapp 20 Prozent der Einwohner lebendige Christen sind, gelten in Deutschland nur ungefähr 2,5 Prozent als Gläubige.

Die bekenntnisorientierten Kirchengemeinden Deutschlands brauchen deshalb nicht nur ein Herz für die Weltmission, sondern auch für die lnlandsmission. Die Gründung und geistliche Neuausrichtung von Gemeinden wird in den nächsten Jahrzehnten eine der größten Herausforderungen für die Christen in Zentraleuropa werden.

Ich möchte deshalb mit einigen persönlichen Denkanstößen zur Mission heute schließen:

Jünger machen. Es lohnt sich, den »Missionsbefehl« gründlich zu lesen. Es sei hier nur kurz darauf hingewiesen, dass es dort nicht heißt: »Ruft zur Bekehrung auf«, sondern »macht zu Jüngern«. Die beiden Mittelwörter »taufen« und »lehren« konkretisieren das »Jüngern«. Nachfolger Jesu lernen die Glaubensinhalte, die ihr Herr ihnen hinterlassen hat (»lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe«). Sie gehorchen dem, was sie gelernt haben. Das Evangelium von Jesus Christus stiftet unter allen Völkern den »Glaubensgehorsam« (vgl. Röm 16,25-27). Evangelisation, die nur zur Bekehrung aufruft, um Menschen »in den Himmel zu bringen«, greift zu kurz.

Bekenntnisgebundene Mission. Da in den letzten hundert Jahren Fragen des rechten Glaubens durch Pragmatismus und Gemeinschaft verdrängt worden sind, gilt es, die einende und festigende Bedeutung des Glaubensbekenntnisses wiederzuentdecken. Gemeinde kämpft für den Glauben, »der den Heiligen ein für alle Mal überliefert worden ist« (Jud 3). Bekenntnisse sind Kurzformeln, in der »die biblische Botschaft brennglasartig zusammengefasst wird, in der das unaufgebbare Soll, die ›eiserne Ration‹ christlicher Wahrheit ›fest-geschrieben‹ wird.« Obschon der Glaube in der Bibel primär als persönlicher Vertrauensakt verstanden wird, bleibt er auf Lehre bezogen. »Nicht zuletzt waren es Irrlehren, die die neutestamentliche Gemeinde zwangen, klipp und klar auf den Satz und auf den Punkt zu bringen, was christlicher Glaube ist und was er nicht ist. Glaube ist im Neuen Testament immer auch inhaltliches Bekenntnis, kein verschwommenes allgemeines Gottvertrauen.« Es braucht verbindliche und öffentliche Zeugnisse über das, was in Gemeinde und Mission gilt.

Gemeindebezogene Mission. Die ersten Missionsgesellschaften hatten eine den Kirchengemeinden dienende Funktion. Sie übernahmen Aufgaben, die einzelne Gemeinden allein nicht leisten konnten. Leider haben sich inzwischen viele Missionswerke von sendenden Gemeinden emanzipiert. Hinzu kommt, dass Gründung und Stärkung von Gemeinden oft nicht mehr im Zentrum stehen. Auch wenn nicht alle Missionsarbeit gemeindegebunden sein muss – ich denke hier beispielsweise an Studentenmission –, so sollte sie insgesamt dem Gemeindebau dienen.

Gemeinde ist Botschafterin, nicht die Botschaft. Bei der Mission verkündigen wir nicht uns selbst (2Kor 4,5) oder ersonnene Botschaften (vgl. 2Pt 1,16), sondern den für uns am Kreuz gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus. Verkündigung des Evangeliums ist treue »Ausbotschaftung« der Tatsache, dass Gott uns mit sich selbst versöhnt hat, indem er seinen Sohn als Sühnopfer für uns Sünder hat sterben lassen, so dass diejenigen, die ihm vertrauen und umkehren, ewiges Leben haben.
Wenn zum Beispiel John Howard Yoder betont, dass die sichtbare Kirche nicht Überbringerin der christlichen Botschaft, sondern selbst die Botschaft ist, liegt hier eine Fehldeutung des Zeugendienstes zugrunde. Als Gesandte oder Zeugen des Evangeliums sind wir Überbringer einer Botschaft und nicht selbst Urheber oder Gegenstand dieser Botschaft (vgl. 2Kor 5,20, Apg 1,8).

Mittel der Mission ist die Predigt … »Stille Proklamation des Evangeliums ist« – wie D. A. Carson kürzlich gezeigt hat – »ein Oxymoron«, also ein begrifflicher Widerspruch. Das Evangelium begegnet Menschen, indem es verkündigt wird. Selbstverständlich soll die Verkündigung durch entsprechende Werke gedeckt und bestätigt werden. Doch die Werke gehören nicht selbst zum Evangelium, sondern sind Früchte des Evangeliums. Der Glaube kommt »aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort« (Röm 10,17). Insofern ist es vorrangige Aufgabe der Gemeinde, das Wort Christi zu verkündigen.

Die empfehlenswerte Zeitschrift Reformation heute gibt es hier: www.reformationheute.de.

Insider-Bewegungen

In den Gemeinden wird noch nicht so viel über die „Insider-Bewegungen“ (engl. Insider Movements) gesprochen. Ja nur wenige werden wissen, was sich hinter dem Namen verbirgt. In der Missionswissenschaft sieht das anders aus. Verschiedene Organisationen wie z.B. OM, Frontiers oder Gruppen von Wycliffe diskutieren seit Jahren kontrovers über den Wert von Insider-Bewegungen.

Was ist nun das Besondere der Insider-Bewegungen? Dazu ein Beispiel. Brian McLaren, eine Leitfigur der „Emergenten Bewegung“, ringt sich nach einer mehrseitigen Erörterung der Frage, ob Christen evangelisieren sollen, zu der erfreulichen Stellungnahme durch, dass das Gespräch mit anderen Religionen „die Evangelisation nicht ausschließt, sondern erst möglich macht“. Wenige Zeilen später lesen wir dann (McLaren, A Generous Orthodoxy, 2006: S. 293, siehe auch hier):

Ich muss hinzufügen, dass ich nicht der Auffassung bin, Jünger machen sei gleichbedeutend damit, jemanden an die christliche Religion zu binden. Es mag unter vielen (nicht allen!) Umständen ratsam sein, Menschen zu helfen, Nachfolger Jesu zu werden und sie dabei in ihrem buddhistischen, hinduistischen oder jüdischen Kontext zu belassen.

Wenn er dann noch schreibt: „… , JA, du kannst Jesus nachfolgen, ohne dich selbst als Christ zu verstehen“ (S. 20, Fn 20), ruft das beim Leser diffuse Assoziationen hervor. Was heißt das denn? Sollen Christen im Kontext anderer Religionen leben und sich den dortigen Riten anpassen? Genau! McLaren wirbt für den Ansatz von Insider-Bewegungen. Insider sind Menschen, die sich zum Glauben zu Christus bekennen, jedoch Mitglieder ihrer ursprünglichen Religionsgemeinschaften bleiben. Muslime bleiben Muslime, Hindus bleiben Hindus und Buddhisten bleiben Buddhisten. So bleiben Jesusnachfolger beispielsweise Mitglieder der Moschee, halten sich an die fünf Säulen des Islam, leben in ihren Kulturen offen als Muslime, nehmen an muslimischen Opfern und Festen teil.

Geht das? Wie steht es denn mit dem gerade in den emergenten Kreisen so oft betonten Anspruch auf Authentizität? Wird hier nicht einem Dualismus von innerem Glauben und äußeren Handlungen das Wort geredet? Wie steht es mit dem Missionsverständnis des Neuen Testaments? Forderten Jesus und die Apostel nicht auch die Abkehr von der falschen Religion?

Nun ist es ziemlich einfach, Stellung zu beziehen, wenn man in einem Land lebt, in dem Glaubende nicht diffamiert oder verfolgt werden. Interessanter Weise haben aber gerade „Einheimische“ Probleme mit dem missionswissenschaftlichen „Import“.

Hier zwei Ausarbeitungen zum Thema:

A. Kuyper: Heimatmission

Abraham Kuyper über Gebet und Mission innerhalb „christlicher Länder“:

Weil nicht genug für die Kirche gebetet [wird], ist der Einfluss des christlichen Geistes auf das öffentliche und häusliche Leben beinahe gebrochen, und die christlichen Kreise bilden nur eine kleine Gruppe im Land. Es darf nicht heißen: die Kirche ist Nebensache, sondern unsere Bitte sei: dein Königreich komme, und zwar dadurch, dass du deine Kirche bewahrst und vermehrst.

Evangelisation und Transformation

41JZNsBTfpLVom  4. bis 5. Januar 2013 fand in Herrenberg bei Stuttgart eine AfeM-Tagung zur „Transformationstheologie“ statt. Das Buch mit den Referaten und einigen Mitschriften aus den Gesprächsrunden ist inzwischen erschienen als:

  • Robert Badenberg u. Friedemann Knödler (Hrsg.): Evangelisation und Transformation – „Zwei Münzen oder eine Münze mit zwei Seiten?“, Referate der Jahrestagung 2013 des Arbeitskreises für evangelikale Missiologie (AfeM), Nürnberg: VTR, 2013, 155 S.

Der Inhalt:

  • Vorwort (Robert Badenberg und Friedemann Knödler)
  • Grußwort im Auftrag der Deutschen Evangelischen Allianz (Michael Diener)
  • Einführung in die Diskussion (Thomas Schirrmacher)
  • Wir werden missional  und streichen evangelistische Dienste!? (Ulrich Parzany)
  • Dein Reich komme – Gesellschaftstransformation verstehen (Tobias Faix)
  • Die transformatorische Theologie im Licht des Neuen Testaments (Volker Gäckle)
  • Wofür ist die Kirche da? (Ron Kubsch)
  • Evangelisation – Grund, Motiv und Ziel (Johannes Reimer)
  • Das biblische Mandat, die Welt zu retten – innerlich wie äußerlich – ganz privat und ganz global (Thomas Schirrmacher)
  • Verhaltenskodex für christliche Entwicklungshilfe – Eine Initiative der Schweizerischen Evangelischen Allianz (Marc Jost)
  • Biblical Stewardship – Biblische Haushalterschaft (Manfred W. Kohl)
  • Schlusswort (Michael Diener)

Leuten, die sich für das Thema „Gesellschaftstransformation“ und die damit  verbundene Debatte in Deutschland interessieren, sei das Buch zur Lektüre empfohlen.

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Wo bleibt das Wort der Versöhnung?

Kampf gegen die Armut, Krieg oder Ungerechtigkeit – all das mag ein Teil des christlichen Auftrags sein. Doch die Stärke der Kirche liegt woanders, nämlich in der Verkündigung des Wortes. Thomas Schmid trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt:

Es gibt Christen, die … eine neue Evangelisierung im Sinn haben. Viele von ihnen tun das defensiv und nicht ohne Unterwürfigkeit unter das, was als Geist der Zeit gilt. Man kennt diese Haltung des Anschmiegens an die je aktuellen Themen vor allem aus der evangelischen Kirche.

Da versucht man, die verloren gegangene spirituelle Kompetenz sozial-gesellschaftlich zu kompensieren: Kampf gegen die Armut, Kampf für soziale Gerechtigkeit, hier wie vor allem in den Ländern, die den Sprung in die wirtschaftliche Moderne noch nicht geschafft haben. Religion als Reform-, manchmal als Revolutionsersatz. Aber auch an den Katholiken ist diese Versuchung, den Glauben nicht für sich stehen zu lassen, sondern diesseitig auszubuchstabieren, nicht spurlos vorbei gegangen.

Papst Franziskus hat in seinem ersten apostolischen Schreiben einen überaus klaren Ton angeschlagen. Dort macht er zwar Mut und fordert gewissermaßen eine fröhliche Kirche: eine Kirche, deren Botschaft keine Drohbotschaft ist, eine Kirche, die sich nicht einigelt, sondern in die Welt geht und sich mit den Menschen, wie sie sind, ins Benehmen setzt.

Hier der Beitrag: www.welt.de.

Einfach missional sein

Hin und wieder werde ich danach befragt, was eigentlich der Begriff „missional“ bezeichne. Endlich habe ich authentische Antworten. Missional sein heißt „einfach sein“, „ganz sein“ oder „echt sein“.

Im folgenden Video erklären missionale Pastoren und Pastorinnen ihren Ansatz für die Gemeindearbeit. Dabei ist auch: „Für viele Menschen sind wir ihre letzte Haltestelle auf dem Weg aus dem Christentum.“ Hipster!

VD: SH

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PS:  Wer mehr über das Konzept der „missional church“ lernen möchte, wird bei Stefan Schweyer fündig.

ÖRK: „Gemeinsam für das Leben“

Scharfe Kritik am Missions- und Evangelisationsverständnis des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) übt der pietistische Theologe Rolf Hille. Obwohl ich einige Passagen in dem Erklärungsentwurf „Gemeinsam für das Leben: Mission und Evangelisation in sich wandelnden Kontexten“ des Ökumenischen Rates der Kirchen ganz gelungen finde, teile ich die scharfe Kritik von Rolf Hille voll und ganz. Was da zur Frage der Evangelisationstheologie zur Abstimmung vorgelegt wird, ist ein Armutszeugnis.

Idea online schreibt:

In dieser ökumenischen Evangelisationstheologie werde kein Sünderheiland gebraucht. Es gebe daher auch keinen Ruf zum rechtfertigenden Glauben allein aus Gnaden. Der Reformator Martin Luther (1483-1546) hätte sich, wenn es dem ÖRK-Papier nach ginge, die Suche nach dem gnädigen Gott sparen können: Er lebte im Kloster frei von jeder Geldgier und aller kapitalistischen Marktwirtschaft, so Hille. Sein Fazit: „Das vom ÖRK erarbeitete Papier zur Mission ist nicht nur defizitär, sondern eine Katastrophe, weil das Wesen der Evangelisation, die Botschaft von Gericht und Gnade, ausgeblendet wird.“

Das Dokument „Gemeinsam für das Leben: Mission und Evangelisation in sich wandelnden Kontexten“, an dem viele Emergente – die übrigens wohlwollend erwähnt werden – ihre Freude haben dürften, kann hier eingesehen werden: Gemeinsam_fuer_das_Leben_-_Mission_Evangelisation_wandelnde_Kontexte.pdf.

Den vollständigen Idea-Beitrag gibt es hier: www.idea.de.

Das Evangelium für Litauen

lahayneEs ist mir eine Freude, das Blog meines ehemaligen Kollegen Holger Lahayne vorzustellen. Holger lebt mit seiner Familie in Litauen und arbeitet dort für die Studentenmission IFES (in Litauen LKSB) sowie als Dozent am Ev. Bibelinstitut. Ausserdem übersetzen Holger und seine Frau Rima christliche Literatur in die litauische Sprache, derzeit arbeiten sie an einer Neuübersetzung des Heidelberger Katechismus.

Holger ist Kurator der Evangelisch-reformierten Kirche Litauens. Die Kirche hat kürzlich einen „Kanon zu Ehe und Scheidung“ herausgegeben, der im Auftrag der Synode ins Deutsche übersetzt wurde (der Text kann hier eingesehen werden). Der Beschluss der Ev.-reformierten Kirche Litauens ist bibelbezogen und hebt sich damit deutlich von der Orientierungshilfe der Ev. Kirche in Deutschland ab. In einem ideaSpektrum Leserbrief schrieb Holger Lahayne kürzlich:

Eine Kluft zwischen den Protes­tanten Europas entsteht Kardinal Meisner warnt vor einem „tiefen Riss in der Ökumene“, verursacht durch die jüngste „Orientierungshilfe“ der EKD zum Thema Ehe und Familie. Eine immer größere Kluft tut sich auch innerhalb der Protes­tanten Europas auf. Aufgrund ganz unterschiedlicher Ansichten zu Ehe und Sexualität haben beispielsweise die Lutheraner der baltischen Länder schon seit Jahren keine Gemeinschaft mehr mit der Kirche Schwedens. Nun nahm bei der Synode im Juni die Evangelisch-refomierte Kirche Litauens einen Kanon zu Ehe und Scheidung an und kehrte damit zu biblischen und reformatorischen Grundsätzen zurück. Die Ehe wird dort als „ein heiliger Bund zwischen einem Mann und einer Frau“ bezeichnet, und es ist Gottes Wille, dass dieser Bund ein Leben lang hält. Unzucht wird biblisch definiert, und bei den Scheidungsgründen und der Wiederheirat wird die traditionelle reformierte Lehre bekräftigt. Diese Sicht wurde von Deutschland her schon als biblizistisch gebrandmarkt. Sie würde eine evangelikal-fundamentalistische Weltanschauung widerspiegeln. Die Kirche Litauens wird ihre Position auch in der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, zu der einige EKD-Kirchen gehören, verteidigen. Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass manche Kirchen des Westens und die Zentral- und Osteuropas unterschiedliche Wege gehen.

Wer sich für das wunderschöne Litauen und die Kirchen dort interessiert, wird auf der Seite www.lahayne.lt viele interessante Informationen finden. Holger kommentiert auch Themen, die weit über Litauen hinausreichen, wie z.B. den neuen evangelikalen Moralismus: Sünde Smartphone?.

Holger und Rima brauchen für Ihre Arbeit weitere Unterstützung. Wer ihnen helfen möchte, findet hier weitere Informationen: lahayne.lt.

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