Die Psalmen in der Seelsorge
Da das Zitat über den Gebetskampf einen persönlichen, tröstlichen und (zumindest für mich) hilfreichen Austausch angeregt hat, referiere ich einen weiteren Abschnitt aus der Vorrede des Psalmenkommentars (Calvin Studienausgabe, Bd. 6, Neukirchen-Vluyn: Neukirchner Verlagsgesellschaft, S. 21). Dieser kurze Text hält uns nicht nur vor Augen, dass das Psalmbuch eine »Aufgliederung aller Teile der Seele« ist, sondern gewährt Einblicke in Calvins Gemüt. Er war eben – anders als in vielen deutschen Büchern dargestellt – kein gefühlsblinder Diktator, sondern ein begnadeter Seelsorger.
Mit gutem Grund nenne ich gewöhnlich das [Psalm]buch eine Aufgliederung aller Teile der Seele. Denn jede Regung, die jemand in sich empfindet, begegnet als Abbild in diesem Spiegel. Ja, hier hat uns der Heilige Geist alle Schmerzen, Traurigkeit, Befürchtungen, Zweifel, Hoffnungen, Sorgen, Ängste, Verwirrungen, kurzum all die Gefühle, durch die Menschen innerlich hin und her geworfen werden, lebensnah vergegenwärtigt. Die übrige Schrift enthält die Gebote, die Gott seinen Dienern mitgeteilt hat, um sie uns zu verkündigen. Hier aber reden die Propheten selber mit Gott, und weil sie ihre geheimen Gedanken ans Licht bringen, sprechen sie jeden von uns an und bringen uns zur Selbstprüfung. Auf diese Weise bleibt keine der vielen Schwächen, denen wir unterworfen sind, auch keine der vielen Fehler, die in uns reichlich vorhanden sind, verborgen. Es ist ein seltener und außerordentlicher Erfolg, wenn das Herz offenbar wird, nachdem all seine Schlupfwinkel durchforscht sind und es vom schlimmsten Verderben, der Heuchelei, gereinigt ist. Wenn schließlich das Gebet zu Gott die stärkste Stütze unseres Heils ist, kann man dazu nirgendwo eine bessere und zuverlässigere Anleitung finden als im Buch [der Psalmen]. Jedem, der bei ihrem Verständnis große Fortschritte macht, wird ein gutes Stück himmlischer Weisheit zuteil.
In Japan haben Wissenschaftler einen Roboter entwickelt, der menschliche Gesichtsausdrücke imitieren kann. Die Mensch-Maschine ist weiblich. Eine echte Frau hat dafür Modell gestanden. Ihre Roboter-Kopien für 78.000 Euro sollen bald einen echten Job bekommen – im Krankenhaus zur Unterhaltung von Patienten.