Ethik

Beiträge aus dem Bereich Ethik.

Öffnung der Ehe nur Zwischenschritt

DIE FREIE WELT hat ein hilfreiches Interview mit dem Sexualpädagogen Nikolaus Franke publiziert. Einige Auszüge:

Im momentanen sexualpädagogischen Establishment herrscht eine Kultur der Pluralisierungsethik: Wir nennen alles, was es sonst noch so gibt, hierarchie- und wertungsfrei, halten es Kindern als optionale Modelle vor und erklären Pluralität zum Wert an sich. Alles, was diesem emanzipatorischem Befreiungsgestus der Pluralisierung im Weg steht – und das sind Sexualmoral, Normen, Leitbilder, Naturbegründungen, Normalitätsansprüche, Pathologisierungen –, werden auf diese Weise zu diskursiven Festungen, die es zu schleifen gilt. So kommt es denn auch, dass sich beispielsweise Uwe Sielert berufen fühlt, neben vielem anderen das romantische Liebesideal zu dekonstruieren.

Wer annimmt, dass die deutsche Sexualpädagogik besonders von Medizin oder Biologie inspiriert sei, irrt. Seit Jahren gibt es eine Schieflage innerhalb der Sexualpädagogik. Nur so ist zu erklären, dass in den zentralen Thesen der emanzipatorischen Sexualpädagogik proklamiert wird, dass Sexualpädagogik »politisch« zu sein habe – ein unpädagogischer, unwissenschaftlicher Habitus! Es muss uns nicht überraschen, dass Uwe Sielert und seine Spannemänner seit bereits zehn Jahren von einem strategischen Konzept ausgehen, wonach die Schaffung von Gleichberechtigung unter den Geschlechtern langfristig zu einer Pluralisierung der Liebes- und Sexualformen kommen wird.

Die Gendertheorien haben die deutsche Sexualpädagogik zu einer Gesinnungspädagogik verkommen lassen, mittels der die Propheten der Geschlechtsdekonstruktion ihre Fragen in die Sozialisation von Kindern tragen. Hier werden zentrale pädagogische Konzepte verletzt, beispielsweise der Beutelsbacher Konsens, wonach die Welt des Kindes angesprochen werden sollte, nicht die Moral und Weltdeutungen des Pädagogen. Es wäre etwas anderes, wenn diese Maßnahmen im außerschulischen Bereich angeboten werden. In der Schule herrscht ein Indokrinationsverbot. Es ist mir unbegreiflich, weswegen das bisher so ungehindert ablaufen kann.

Mehr: www.freiewelt.net.

VD: AS

Die Infantilisierung der amerikanischen Universitäten

An den amerikanischen Universitäten wird die postmoderne politische Korrektheit allmählich zu einer gnadenlosen Ideologie, die die Meinungsfreiheit bedroht. Verantwortlich sind neben einer linken Politik auch die sozialen Medien. Um Fühlen geht es, nicht mehr um Denken oder Wissen. Anstatt etwas Objektives zu lernen, suchen Studierende Aussagen ihrer Professoren, die emotional verletzen könnten. Lehrende und Kommilitonen werden wegen sogenannter „Mikroaggressionen“ sogar denunziert. Hier ein Beispiel:

Lukianoff und Haiti berichten von einem Fall an der Indiana-Perdue University in Indianapolis. Dort hatte ein weißer Student ein Buch über einen Studentenaufstand gegen den Ku Klux Klan 1924 in Notre Dame gelesen; auf dem Einband war ein Foto einer Klan-Versammlung. Dies glaubte ein Kommilitone nicht ertragen zu müssen. Das „Affirmative Action“-Büro der Universität gab dem vorgeblich Beleidigten recht. Das Buch kam auf den Index.

Uwe Schmitt kommt in seinem außergewöhnlich guten Artikel zu dem Schluss:

Es ist schwer zu verstehen, warum die US-Bundesregierung die massive Einschränkung von freier Meinung und Lehre durch dünnhäutige, gefühlige Studenten an Hochschulen nicht nur duldet, sondern fördert. Darauf laufen jedenfalls die seit 2013 gültigen Antidiskriminierungs-Statuten hinaus, die Belästigung und ungleiche Behandlung wegen dem Geschlecht, der Rasse, der Religion oder der Nationalität an Hochschulen unter Strafe stellen.

Sie bringen die Universitäten unter noch größeren Druck und spielt denen in die Hände, die den Campus als realitätsbereinigte Schutzzone für sensible Seelen verstehen.

Wie diese behüteten Eliten, die gewöhnt sind, stets Recht zu haben und zu bekommen, sich in Amerikas rauer Arbeitswelt zurechtfinden sollen, ist offen. Nicht nur Greg Lukianoff und Jonathan Haidt sollte das Sorgen machen. In anderen Ländern der freien Welt, die Amerikas akademischen Trends traditionell folgen, lohnte es sich, in den eigenen Hochschulen nach neuen Sprech- und Denkverboten zu forschen. Es wäre ein Wunder, gäbe es sie nicht.

Hier mehr: www.welt.de.

John Owen als christlicher Psychologe

Owen on the christian life verschobenCarl R. Trueman schreibt in seinem Vorwort zur einem neuen Buch über John Owen:

We live in an age when the challenges to Christianity, theological and practical (if one can separate such), are pressing in from all sides. Perhaps the most obvious challenge is the issue of homosexuality. Given the high pastoral stakes in this matter, it is important that we make the right decisions.What has this to do with the thought of a man who died nearly 350 years ago? Simply this: in our era much practical thinking is driven by emotions. Emotions are enemies of fine distinctions. And yet the ethical and practical issues facing the church today demand precisely such fine distinctions if we are to do our task as pastors and church members: comfort the brokenhearted and rebuke those at ease in their sin. And John Owen was of an era when fine distinctions were part of the very fabric of practical theology.

Like one of his great theological heroes, Augustine, Owen was an acute psychologist of the Christian life. Further, as part of the great post-Reformation elaboration and codification of Reformed orthodoxy, he was adept at careful distinctions and precise argument. Finally, as a pastor and preacher, he constantly brought these two things together in practical ways in his congregation. We might add that the pastoral problems in the seventeenth century—greed, sex, anxiety, marital strife, petty personal vendettas — have a remarkably familiar and contemporary feel.

Hier eine Leseprobe zu Owen on the Christian Life-owen-on-the-christian-life.pdf.

Margaret Sanger: Die größte Sünde ist …

Margaret Higgins Sanger (1879 – 1966) war eine US-amerikanische Krankenschwester und Frauenrechtlerin. Sie war vor allem eine Aktivistin der Bewegung für Geburtenkontrolle und begründete 1921 die American Birth Control League, aus der 1942 die Organisation Planned Parenthood (dt. Geplante Elternschaft) und später auch die deutsche Pro Familia hervorgingen, bei der sie Gründungsmitglied war (Quelle: Wikipedia).

Weiter Informationen zu Margaret Sanger gibt es in englischer Sprache hier: www.thegospelcoalition.org.

Planned Parenthood VI

Die Nachrichtenagentur idea berichtet über den Skandal um Planned Parenthood:

Der Skandal um den größten Abtreibungsanbieter in den USA, Planned Parenthood (Geplante Elternschaft), weitet sich aus. Zum einen kommen immer grausamere Aufzeichnungen von Organentnahmen bei abgetriebenen Kindern ans Licht. Ferner prüft ein Untersuchungsausschusses des Kongresses jetzt auch mögliche Verbindungen der Regierung von Präsident Barack Obama zu der umstrittenen Organisation. Ihr wird vorgeworfen, Körperteile ungeborener Kinder an Forschungseinrichtungen zu verkaufen, etwa an Stammzell-Labore. Das „Center for Medical Progress“ (Zentrum für medizinischen Fortschritt) hat bereits sieben Enthüllungsvideos solcher Eingriffe veröffentlicht; fünf weitere sollen folgen. Unter anderem beschreibt die medizinisch-technische Assistentin Holly O’Donnell, wie sie angehalten wurde, bei einer Gehirnentnahme mitzuwirken. Sie war für die frühere Partnerorganisation von Planned Parenthood „StemExpress“ in einer Abtreibungsklinik in Alameda (Kalifornien) tätig. Dort habe sie erleben müssen, wie einem Kind, dessen Herz noch schlug, der Kopf aufgeschnitten wurde, um das Hirn zu entfernen. StemExpress bietet Forschern „hochwertiges“ Organmaterial zum Kauf an. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit mit Planned Parenthood wegen der in der Öffentlichkeit aufgeworfenen Anfragen beendet.

Mehr: www.idea.de.

Schutz von Ehe und Familie aufgekündigt

Politik und Rechtssprechung hebeln den besonderen Schutz von Ehe und Familie immer mehr aus, meint Prof. Dr. Werner Münch, früher Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und Abgeordneter im Europa-Parlament. Hier einige Zitate aus einem Vortrag, den der heutige Unternehmensberater kürzlich gehalten hat:

In Deutschland werden z. Z. jährlich über 12.000 künstlich gezeugte Kinder geboren. Homosexuelle Paare, die ein „Recht auf ein Kind“ für sich reklamieren, nutzen zahlreiche Samenbanken im Inland und die Möglichkeit der Besorgung von Eizellen im benachbarten Ausland. Dass auf das Einpflanzen einer fremden Eizelle hierzulande bis zu drei Jahre Haft stehen, kümmert niemanden mehr. Der Staat schaut einfach weg. Ich bin mir ziemlich sicher: Nach der Gleichstellung aller gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der heterosexuellen Ehe werden bald die Aufhebung des Verbotes der Leihmutterschaft und die Polygamie gefordert werden.

Was treibt den Staat eigentlich überhaupt dazu, unsere Kinder zu erziehen und sich dabei noch einzubilden, er könne das besser als die Eltern? Natürlich gibt es unterschiedliche Notwendigkeiten für die Betreuung von Kindern durch Dritte. Aber diese Entscheidung liegt bei den Eltern und nicht beim Staat. Ist heute eigentlich familienfreundlich nur das, was die Familie ersetzt? Wir brauchen keine flächendeckenden 24 – Stunden Kitas in Deutschland, und sollen wir eine Entwicklung akzeptieren, an deren Ende uns vielleicht eines Tages der Zwang auferlegt wird, dass wir einen Antrag beim Staat stellen müssen, wenn wir unsere Kinder wenigstens noch zeitweise selbst betreuen wollen. Was ist an dieser Familienpolitik eigentlich modern?

Unter dem Verkaufsschlager „sexuelle Vielfalt“ haben sich seít langem sog. schulfremde „Experten“ an die Arbeit gemacht, um der sexuellen Anleitung, nicht Aufklärung!, in den Schulen ihren Stempel aufzudrücken. Eine solche Diktatur der Sexualpädagogik erleben wir seit einiger Zeit in zahlreichen Bundesländern. In schamzerstörenden Übungen sollen z. B. 10 – 15 – jährige Schüler über ihre Lieblings-Sexualpraktiken und – erfahrungen berichten, „dirty talks“ und Stöhnen üben, Analsex in einem Theaterstück darstellen, über das Thema „ein neuer Puff“ diskutieren sowie „galaktische Sexualpraktiken“ erfinden, die auf der Erde verboten sind. In einem Projekt „Gänsehaut“ werden mit 10 – Jährigen Massagen geübt. In der Anweisung dazu steht, dass „dünne Kleidung genügt, damit der unterschiedliche Druck und die verschiedenen Streichrichtungen auch erspürt werden können. Und wer dann noch nach all dem Schund die theoretische und praktische Sex – Prüfung besteht, erhält am „Tag des Kondoms“ in der Schule einen „Kondomführerschein“. Unabhängig von Alter und Entwicklungsstufe wird die Würde und das Schamgefühl des Kindes grob missachtet. Statt eine Erziehung zur Verantwortung im Umgang mit der Sexualität zu leisten, wird diese primitiv banalisiert.

Was ist eigentlich los in unserer Gesellschaft? Sind wir inzwischen von einer perversen Lust an unserer Selbstzerstörung befallen?

Mehr: www.i-daf.org.

VD: MM

Planned Parenthood V

Endlich berichtet eine große deutsche Zeitung über das grausame Geschäft von Planned Parenthood:

Planned Parenthood, der größte Anbieter von Abtreibungen in den USA, gerät zunehmend unter Druck. Nachdem eine Anti-Abtreibungs-Gruppe fünf undercover gedrehte Videos veröffentlicht hat, die zeigen, wie hohe Funktionäre von Planned Parenthood über den Verkauf von Körperteilen und Gewebe von abgetriebenen Embryos verhandeln, laufen Abtreibungsgegner Sturm gegen die Organisation.

In einem dritten Video mit der medizinischen Direktorin der Rocky-Mountain-Klinik von PP, Savita Ginde, stellt diese dar, wie PP versucht, rechtliche Probleme zu umschiffen und Imageschaden zu vermeiden. Besonders schwer erträglich ist der Teil, in dem die potenziellen Käufer und das medizinische Team in der Pathologie der Klinik in Petrischalen mit Teilen von abgetriebenen Föten herumpicken, um verwendbare Organe zu finden. An einer Stelle ruft eine medizinische Assistentin aus: „Es ist ein weiterer Junge.“

In dem jüngsten Video, das erst am Dienstag online gestellt wurde, erzählt die Forschungsdirektorin einer PP-Megaklinik in Texas, dass die Einrichtung auch in der Lage wäre, ganze, intakte Babyleichen zu liefern. Da sei nur die Frage, unter welchem Posten man es verbuche. Einige Abtreibungsärzte hätten schon Erfahrungen damit gemacht, die Prozeduren zu verändern, um bessere Proben zu bekommen für eigene Forschungsvorhaben.

„Wenn man fragt ,Halten Sie Abtreibung für Mord‘, dann sagen die meisten Leute ,Ja, es ist Mord'“, erklärt Bowman. Aber wenn man anders frage, nämlich ob abzutreiben eine persönliche Angelegenheit zwischen einer Frau und ihrem Arzt sein sollte, dann sei eine große Mehrheit dafür, dass es eine persönliche Wahl sein sollte und nicht staatlich verboten. „Das sind zwei zutiefst widersprüchliche Einstellungen, und viele Leute tragen beide gleichzeitig in ihrem Herzen“, sagt Bowman.

Mehr: www.welt.de.

Planned Parenthood IV

Sophia Kuby, als Direktorin des EU Büros der internationalen Menschenrechtsorganisation ADF International tätig, schreibt:

Die ganze Unmenschlichkeit der Abtreibungsindustrie kommt diese Tage ans Licht der Öffentlichkeit. Gestern wurde das vierte Undercover-Video veröffentlicht, das zeigt, wie Mitarbeiter von Planned Parenthood in den USA über den Verkauf von Körperteilen abgetriebener Föten diskutieren als handelte es sich um Tupperware. Es wird laut nachgedacht, wie die Abtreibung so durchgeführt werden kann, dass der Kunde möglichst intakte Organe wie Lunge, Gehirn, Pankreas oder Leber bekommt. „Less crunchy“ (weniger zermalmend) müsse man es tun.

Angeblich über Monate soll nun jede Woche ein neues Video vom Center for Medical Progress veröffentlicht werden. Dabei geht es Planned Parenthood laut eigener Beschreibung doch um lauter schöne Dinge wie Freiheit, eigene Entscheidung, Empowerment und sexuelle Gesundheit der Frau. Letztes Jahr hat die Organisation allein in den USA über eine Milliarde Dollar Profit mit Abtreibungen gemacht. In Deutschland heißt die Partnerorganisation übrigens Pro Familia und ist als gemeinnützig anerkannt.

Dass es bei solcher brutalen Evidenz nicht einen öffentlichen Aufschrei gibt, ist das eigentlich Schockierende. Haben wir so sehr den moralischen Kompass verloren, dass uns die Praxis der millionenfachen Abtreibung und das Profitschlagen aus den „Resten“ kalt lässt? Millionen haben zwar die Videos auf YouTube geklickt und in Twitter zwitschert es darüber doch etwas lauter als sonst, aber ein Aufschrei sieht anders aus.

Mehr: www.katholisch.de.

CD: AS

Gott-ständiges Leben

Ein umwerfendes Zitat von Emil Brunner (Das Gebot und die Ordnungen, 1939, S. 64):

Das ist der Glaube, daß der Mensch nunmehr sich, sein Leben, sein Selbst als ein Leben von Gott her, nicht mehr als ein Leben zu Gott hin weiß. Daß im Menschen diese Umdrehung der Lebensrichtung um 180 Grad, diese Umkehrung oder Bekehrung stattfindet, das ist die Wiedergeburt, die göttliche Setzung des neuen Menschen. Daß aber diese Wiedergeburt als Bekehrung, als Selbstverständnis und Selbstwendung stattfindet, das ist der göttliche Geiststempel dieses Geschehens, wodurch es von Zauberei unterschieden ist. Glauben heißt: so wiedergeboren sich wissen, das Leben als ein geschenktes und die Gerechtigkeit als die „fremde“ hinnehmen. Das neue Leben ist das Leben im Indikativ, statt im Imperativ Gottes, im von Gott her Sein, nicht mehr im zu Gott hin Streben. Erst jetzt ist es wahr geworden: das Gute ist das, was Gott tut, nicht das, was der Mensch tut.

Damit ist, im Blick auf das Sittliche, ein Doppeltes gesagt. Erstens ist jetzt endlich der Mensch nicht mehr „selb-ständig“, sondern „gott-ständig“. Er hat ja seine Gerechtigkeit als eine fremde; „Christus ist meine Gerechtigkeit“, mein neues Ich. Nicht mehr sich selbst traut er das Gute zu, sondern Gott allein. Nicht mehr sich selbst hat er, wie vorher, im Zentrum, sondern Gott. Damit ist er — endlich — geworden, was er auf dem gesetzlichen Weg immer vergeblich zu werden versuchte, vergeblich darum, weil es mit der Gesetzlichkeit unvereinbar ist: frei von sich selbst, vom Sich-selbst-suchen. Bevor er etwas tut, ist er schon bei Gott. Bei allem, was er tut, darf er — ohne erst zu Gott hin zu müssen — von Gott herkommen. Er hat Gott sozusagen immer im Rücken, statt, wie als Gesetzlicher, vor sich. Das ist die Freude und der Friede des neuen Lebensstandes.

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