Syst. Theologie

»Ein großer unethischer Menschenversuch«

Die FAZ hat mit Klaus Beier (Institut für Sexualmedizin der Berliner Charité) über Pädophile, Pornographie und das Internet gesprochen:

FAZ: Verschärft das Internet das Problem der Pädophilie?

Beier: Ja, und zwar in mehrfacher Hinsicht: Missbrauchsabbildungen sind immer einfacher zu erreichen, senken die kritische Selbstwahrnehmung der Nutzer und damit vermutlich auch die Schwelle zur direkten Tat. Studien zeigen, dass Jugendliche schon sehr früh Erstkontakt mit Pornographie im Netz haben. Wenn sich die Präferenzstruktur in der frühen Jugend manifestiert, hinterlassen solche Bilder Spuren.

Hier das Gespräch: www.faz.net.

Bewegte Männer?

Die ZEIT online beschreibt, wie Teile der Linken und der alternativen Szene Pädophilie als Emanzipation begriffen.

Die Auseinandersetzungen setzten Mitte der siebziger Jahre zunächst in der Schwulenbewegung ein und ergriffen nach und nach die Zentren der Spontibewegung, in München, dann in Berlin und schließlich in Frankfurt. Ausgetragen wurde sie vor allem in Stadtzeitungen wie dem Münchner Blatt, der Berliner Zitty und dem von Cohn- Bendit herausgegebenen Frankfurter Pflasterstrand. Dann folgte auch die damals neu gegründete tageszeitung, die zur bundesweiten Ausbreitung der Diskussion beitrug. Selbst der Spiegel schien an dem irritierenden Phänomen nicht vorbeizukommen und wusste 1980 zu vermelden, dass es in der linksalternativen Szene eine ausgeprägte »Pädophilie- Debatte« gebe. Nach Schwulen, Lesben und Bisexuellen – hieß es dort nicht ohne Süffisanz – wollten nun auch die Pädophilen als »Emanzipationsbewegung« verstanden werden. Das genau war das Stichwort. Eine diskriminierte Sexualform sollte »entkriminalisiert« und als nachholender Beitrag zu der von vielen geforderten »sexuellen Befreiung« verstanden werden. Nachdem im Zuge der 68er-Bewegung schon so viele andere Verbote angegriffen und geknackt worden waren, sollte es nun um ein besonders tiefreichendes, mit innerfamiliären Dramen um Schuld und Verstrickung verbundenes Tabu gehen. Daraus speisten sich Faszination ebenso wie Voyeurismus. Der Pädophile wurde dem Spießer entgegengestellt. Und wer wollte schon als spießig gelten?

Hier mehr: Missbrauch-Paedophilie.pdf.

VD: ET

Ethik der Ehrfurcht

Der Theologe Werner Neuer (Theologisches Seminar St. Chrischona) fordert angesichts der lebensfeindlichen Rechtspraxis in vielen demokratischen Staaten eine Ethik der Ehrfurcht:

In der neueren christlichen Ethik ist es üblich geworden, das ethische Handeln einer möglichst umfassenden Reflexion zu unterziehen und auf diese Weise möglichst stichhaltig zu begründen. Dieses Bemühen ist in keiner Weise zu beanstanden und ist unverzichtbarer Bestandteil jeder wissenschaftlichen christlichen Ethik. Dabei droht jedoch ein Wesensmerkmal der christlichen Ethik in den Hintergrund zu treten, das ihr unverzichtbar eigen ist und nie preisgegeben werden darf: Die Tatsache nämlich, dass der christlichen Ethik Gottes Wille und Gebot zugrunde liegen. Gottes Wille und Gebot aber sind unbedingt verpflichtend und zielen auf den Gehorsam des Menschen. Das göttliche »Du sollst« hat kategorischen Charakter und kann nicht im Sinne eines bloßen »Du darfst« gedeutet oder gar dadurch ersetzt werden. Die heute auch im Raum der Kirche häufige Leichtfertigkeit, mit der klare Gebote Gottes relativiert oder sogar gebrochen werden, zeigt, dass die Ehrfurcht vor dem unbedingt zu respektierenden und zu befolgenden Willen Gottes vielfach geschwunden ist – wie überhaupt das Wissen um den gebietenden und uns gesamthaft verpflichtenden Gott weithin dem anthropozentrischen Gedanken der letztlichen Autonomie und Verantwortlichkeit des Menschen gewichen ist. Es liegt auf der Hand, dass die Folgen dieser fehlenden Ehrfurcht nirgendwo verheerender sind als im Bereich der Lebensethik, weil hier das Leben selbst als das fundamentale kreatürliche Gut des Menschen auf dem Spiel steht.

Hier das vollständige Referat: www.gemeindenetzwerk.org.

TV zeigt Werbe-Spot für Abtreibung

Seit 40 Jahren sind Schwangerschaftsabbrüche in England erlaubt. Nun will ein TV-Sender das Thema enttabuisieren. Am Montag strahlte Channel 4 erstmals Werbung für eine Abtreibungsklinik aus.

Hier der Spot:

Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch, einfach so zwischen Spots für Waschpulver oder Kraftfahrzeuge. Kirchenvertreter haben zu Recht protestiert: derstandard.at.

Westminster 2010: Declaration of Christian Concience

Die »Westminster Declaration 2010« macht in Großbritannien Furore. Die Erklärung führender Persönlichkeiten aus der christlichen Welt setzt sich für das Lebensrecht, die Ehe und Religionsfreiheit ein. Bisher wurde sie fast 65.000 Mal unterzeichnet. Das Ethikinstitut hat eine genehmigte Übersetzung der Erklärung angefertigt, die hier herunter geladen werden kann: Westminster_2010.pdf.

Es geht um Liebe

Verunsichert Dich als Christ das Thema Homosexualität? Neben dem Studium der Heiligen Schrift und seriöser Literatur zum Thema (z.B. The Bible and Homosexual Practice von Robert A. J. Gagnon) empfehle ich Dir, einen bewegenden Brief von Michael Glatze zu lesen. Michael schreibt:

In today’s perilous times, people find themselves riled up by the forces of darkness and evil around us. We hear something that makes us sad, which leads to a bit of anger, which leads us into a foolish argument – which we are advised, by the apostle Paul, to avoid. Thus, we „engender strife,“ when we could – simply – love.

Does love mean we agree with everything? God forbid. Does love mean we don’t feel when people are hurting themselves? God forbid. God’s love is as great as His justice, His recognition of right and wrong.

And so, I write this article as a letter of encouragement to the Christian Church to continue trusting in the love of the Saviour, rather than in your own understanding, to continue swallowing your pride and letting Him fight our battles for us. Often, we have a tendency to want to play the hero, or the heroine; this temptation comes from a desire to prove ourselves. In Christ, our souls are already proven.

Hier der Brief: www.onenewsnow.com.

Mit dem »Playboy« aus dem Gottesdienst

Der Nachrichtendienst kath.net schreibt über den GoSpecial Gottesdienst der evangelischen Andreasgemeinde (und zitiert dabei wohl eine Meldung von idea spektrum):

»Der GoSpecial ist ein Gottesdienst für Playboy-Leser – nicht für idea-Leser.« Mit diesen Worten hat der Pastor der evangelischen Andreasgemeinde in Eschborn-Niederhöchstadt bei Frankfurt am Main, Kai S. Scheunemann, die Zielgruppe des einmal im Monat stattfindenden GoSpecial-Gottesdienstes verdeutlicht.

Der Gottesdienst am 11. April zum Thema »Reges Verkehrsaufkommen – ein total unverkrampfter GoSpecial über Sex« hatte zu kritischen Rückfragen auch von idea-Lesern geführt, weil nach dem Gottesdienst unter den 400 Besuchern 120 Exemplare der Männerzeitschrift »Playboy« verteilt worden waren. Diese Idee sei von Kirchendistanzierten gekommen, und man habe sie gerne aufgegriffen, schreibt Scheunemann in einem Antwortschreiben an Freunde und Kritiker. »Wir haben mit diesem Gottesdienst vor allem ein Ziel: Menschen, die nie auf die Idee kämen, in eine Kirche zu gehen, mit der Schönheit und Liebe Gottes zu überraschen, zu zeigen, dass Gott so ganz anders ist, als sie bislang gedacht haben«, erläutert der Theologe.

Dies gelinge immer wieder. So habe sich ein Besucher des jüngsten Gottesdienstes zu einem Glaubensgrundkurs angemeldet. Der GoSpecial-Gottesdienst werde nicht nur für, sondern auch von kirchendistanzierten Mitarbeitern gestaltet.

Und weiter:

In dem Antwortbrief heißt es weiter, dass die Andreasgemeinde durchaus Grenzen habe, auch wenn sie »überzeugt liberale Standpunkte« vertrete. Sie verstehe sich als »leidenschaftlich missionarische« Gemeinde. Sie vertrete jedoch kein statistisches Verständnis des Christseins, das festlege, wer Christ sei und wer nicht. Da gebe es von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedliche Auffassungen. Das Spektrum reiche von »kein Sex vor der Ehe« oder »kein Rauchen, kein Alkohol« bis zu »keiner Atomkraft« oder »kein Fleisch aus Massentierhaltung«. Die Andreasgemeinde propagiere dagegen ein dynamisches Verständnis des Christseins. Die Grenze werde allein von der Frage bestimmt: »Ist mein Leben auf Jesus hin ausgerichtet?« Nicht ein Verhalten mache Menschen zu Christen, sondern ihr Verhältnis zu Jesus Christus. Hier gelte das Wort des Kirchenvaters Augustinus: »Liebe, und tu was du willst!«

Der »Offene Brief« von Kai S. Scheunemann, übrigens Mitarbeiter bei »Kirche mit Vision« (Rick Warren) und verantwortlich für die »Willow Creek Edition«, kann hier herunter geladen werden: Offener_Brief_KS_zum_GS_Sex_01.pdf.

In einem Leserbrief bin ich auf das Erklärungssschreiben von Kai. S. Scheunemann eingegangen. Ich gebe meine Reaktion hier wieder, da die Angelegenheit die Aufmerksamkeit achtsam lebender Christen verdient:

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Leserbrief zum Beitrag: »Pastor rechtfertigt ›Playboy‹-Verteilung«

»Alles, was aufgenommen wird, wird auf die Weise des Aufnehmenden aufgenommen«, sagten schon die mittelalterlichen Gelehrten. Diese Einsicht lässt sich wunderbar daran demonstrieren, wie Kai S. Scheunemann Luther, Bonhoeffer und Augustinus für die Rechtfertigung seiner sexualethischen Positionen in Anspruch nimmt. Auf Augustins »Liebe und tue, was du willst«-Zitat möchte ich kurz eingehen.

Augustinus von Hippo (354–430 n.Chr. ) schrieb auf Lateinisch. Das Zitat entstammt seinem Kommentar zum 1. Johannesbrief (In epistulam Ioannis ad Parthos, tractatus VII, 8). Er gebraucht dort für die Benennung der Liebe weder »amor« noch »caritas«, sondern »dilectio«. Die damit bezeichnete Liebe meint keine Gefühlsregung oder gar Sinnlichkeit, sondern die vernünftig ausgewählte Liebe (vgl. die etymologische Verwandtschaft zu »electio«). Augustinus fokussiert mit »dilectio« auf die Liebe, die den Menschen freisetzt, mit Freude das zu tun, was Gott gefällt, ganz im Sinne von Joh 14,15, wo Jesus sagt: »Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.« Gemeint ist also die Liebe, die dem Glaubenden durch den Heiligen Geist gegeben ist und die den Willen des Vaters im Himmel sucht (vgl. Röm 5,5). Der Kirchenvater kannte gar keine »wahre Liebe«, die sich über die von Gott geforderte Gerechtigkeit und die uns geschenkten Gebote hinwegsetzen könnte.

Es gibt in der Geistesgeschichte noch einen anderen »Großen«, der sich das »Tu, was du willst, soll sein das ganze Gesetz. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen«, auf die Fahne geschrieben hatte, nämlich Aleister Crowley (1875–1947). Crowley verlegte den Schwerpunkt auf den »wahren Willen« des Menschen, wir könnten auch sagen: auf den Willen des Fleisches. Etwa so: »Wenn du tust, was du wirklich und bewusst willst, wirst du magische Macht (über andere) besitzen.«

Christen tun gut daran, Gottesliebe nicht mit Selbstliebe zu verwechseln.

»Das Spiel ist aus«

DER SPIEGEL schreibt in »Die Logik des Bankrotts« (Nr. 19, 10.05.2010, S. 54):

»Das Bankensystem«, sagt ein schottischer Investmentbanker, … »gleicht heute einem riesigem Schneeballsystem«. Die Geschäfte würden immer virtueller, die Substanz immer fragwürdiger. »Deshalb stecken wir in einer Sackgasse, wir wollen es nur noch nicht wahrhaben. Aber hier in London fühlt es sich an wie das Ende einer Epoche. Es fühlt sich an wie: Das Spiel ist aus.«

Im Zweifel für den Zweifel?

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»Ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen«, hieß es zur Zeit von Francis und Edith Schaeffer im L’Abri-Studienzentrum. Junge Leute strömten in die Schweiz, weil sie brennende Fragen loswerden wollten und nach tragfähigen Antworten suchten. Die Zeit der Antworten scheint vorbei zu sein. Für viele ist der Zweifel heute Manifest und Programm. Menschen suchen, weil sie nicht finden wollen. Eben: »Im Zweifel für den Zweifel!« (Tocotronic).

Der Zweifel schützt, deckt Irrtümer auf, eröffnet neue Sichtweisen und hilft beim Entdecken begehbarer Wege. Wenn aber Skepsis alles ist, was wir haben, wenn die Zweifel uns im Innern spalten, wenn es der Kritik immer schwerer fällt, kritisch zu sein, weil sie alles, was sie zu kritisieren pflegte, bereits zerstört hat, ist die Zeit gekommen, auch den Zweifel in Zweifel zu ziehen.
In der Zeit vom 21.–25. Juni veranstaltet das Martin Bucer Seminar zusammen mit L’Abri Holland und der L’Abri-Kontaktarbeit aus Deutschland eine Studienwoche zu apologetischen Themen. Während der Woche werden fachkundige Referenten Vorträge und Workshops anbieten, Zweifeln Raum geben und zeigen, dass es gute Gründe gibt, dem Evangelium von Jesus Christus zu vertrauen und es auf vielfältige Weise in der Gesellschaft zu bezeugen.

Studenten, Pastoren, apologetisch interessierte Christen und andere Neugierige sind herzlich eingeladen, in dieser Woche zusammen mit anderen zu glauben, zu zweifeln und zu vertrauen.

Flyer mit Anmeldemöglichkeit hier: flyer.pdf.

Ich hoffe, wir sehen uns!

Gender Voodoo

Harald Martenstein meint, die Gender-Politik und Voodoo laufen auf das Gleiche hinaus. In der ZEIT online schreibt er:

Es gibt neue Religionen. Zwischen Männern und Frauen existieren, auch im Verhalten und im Alltag, eine ganze Reihe Unterschiede, die biologisch bedingt sind und nichts mit Gesellschaft zu tun haben, sie können auch nicht wegerzogen werden. Diejenige Strömung der Gender Studies, die diese offensichtliche Tatsache leugnet, hat etwa so viel mit Wissenschaft zu tun wie der Voodoo-Kult auf Haiti. Gender-Professorinnen sollten folglich nicht aus dem Wissenschaftsetat finanziert werden, sondern aus der Kirchensteuer.

Hier mehr: www.zeit.de.

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