Pädagogik

Paul sieht rot

VM Powlison Paul Webseite Mockup01 1080xIn dem Kinderbuch Paul sieht rot geht es um den angemessenen Umgang mit Wut. Paul Eichhorn und seine Familie haben einen großen Tag vor sich: Der Wintervorrat an Eicheln soll gesammelt werden und alle helfen mit. Nur leider verläuft der Tag gar nicht nach Plan und Ärger und Wut greifen um sich. Aber dabei bleibt es nicht. Die Familie besinnt sich auf Gottes Wort, das uns dazu auffordert, einander zu vergeben. Eltern finden am Ende des Buches, das eine spannende Geschichte erzählt, eine Doppelseite mit biblischen Ratschlägen, um ihren Kindern dabei zu helfen, richtig auf Ärger und Wut zu reagieren. Das Buch beinhaltet eine Extra-Seite mit Bibelversen, die ausgeschnitten und in den Alltag mitgenommen werden können, um Kinder (und Erwachsene) an die Geschichte und das Gelernte zu erinnern.

Paul sieht rot kann hier bestellt werden: verbum-medien.de.

Alles an mir ist von dir, Gott

VM Holcomb AamivdG Webseite Mockup01 1080xSexueller Missbrauch ist in unserer gefallenen Welt ein großes Thema. Leider auch in den Kirchen. Viele Institutionen und Gemeinden haben im Laufe der letzten Jahre Schutzkonzepte eingeführt. Das ist eine gute Sache. Doch wenn man sich auf die Suche nach Materialien begibt, die dabei helfen sollen, sexueller Gewalt vorzubeugen, merkt man schnell, dass nicht alles für den Einsatz in christlichen Einrichtungen geeignet ist. Oft sind in den Arbeitshilfen Vorstellungen und Handlungsanweisungen zu finden, die sich mit einer christlichen Sexualerziehung nicht vereinbaren lassen.

Es gibt Ausnahmen. So hat die Christliche Jugendpflege in Zusammenarbeit mit dem ChristusForum eine hilfreiche Broschüre für die kirchliche Jugendarbeit herausgegeben.

Und der Verlag Verbum Medien hat kürzlich Alles an mir ist von dir, Gott veröffentlicht. Das Kinderbuch von Justin und Lindsey Holcomb hilft vor allem Eltern, mit ihren 3- bis 7-jährigen Kindern darüber zu sprechen, wie sie sich vor Übergriffen schützen können. Durch eine behutsame Sprache und ansprechende Illustrationen werden die Eltern dabei unterstützt, mit den eigenen Kindern über die sensiblen Körperzonen zu sprechen, ohne dabei ungesunde Scham und Unsicherheit zu provozieren. Ausgehend von der Wahrheit, dass Gott auch den Leib geschaffen hat, lernen die Kinder ihren Körper wertzuschätzen und dabei angemessene von unangemessenen Berührungen zu unterscheiden.

Der Anhang enthält Hinweise, die sich direkt an die Eltern wenden. Die Tipps ermutigen dazu, auch über sensible Themen zu sprechen. Sie führen zugleich auch vor Augen, wie wichtig es manchmal ist, Grenzen zu setzen. Das Buch wird so zu einer wertvollen Handreichung und hilft, Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen.

Alles an mir ist von dir, Gott kann hier bestellt werden: verbum-medien.de.

Die beiden Hauptpunkte im Programm der heutigen Pädagogik

Sigmund Freud schrieb 1927 in Zukunft einer Illusion:

Verzögerung der sexuellen Entwicklung und Verfrühung des religiösen Einflusses, das sind doch die beiden Hauptpunkte im Programme der heutigen Pädagogik, nicht wahr?

Freud hat es geschafft, die Kultur auf den Kopf zu stellen. Denn heute gilt:

Verzögerung des religiösen Einflusses und Verfrühung der sexuellen Entwicklung, das sind doch die beiden Hauptpunkte im Programme der heutigen Pädagogik, nicht wahr?

Kritische Rassentheorie wirkt toxisch

Eine Gruppe farbiger Intellektueller hat einen Offenen Brief an die National School Boards Association und an lokale Schulbehörden in der gesamte USA verfasst, in dem sie diese auffordern, Lehrpläne, die von der „Critical Race Theory“ (dt. Kritische Rassentheorie, abgekürzt „CRT“) inspiriert sind, fallen zu lassen. In dem Schreiben, das auf der Website 1776 Unites veröffentlicht wurde, einer Organisation, die Lehrpläne als Gegengewicht zum 1619 Project der New York Times entwickelt hat, heißt es, dass die Kritische Rassentheorie und das „Narrativ der rassischen Missstände“ eine „schädigende Wirkung“ auf Kinder aus einkommensschwachen Familien und Minderheiten haben. Die 21 Gelehrten schreiben:

Das vorherrschende Narrativ der Rassismuskritik verdirbt den Unterricht in amerikanischer Geschichte und Geisteswissenschaften schon seit vielen Jahrzehnten, hat sich aber im letzten Jahr gefährlich beschleunigt. Die schädlichsten Auswirkungen eines solchen Unterrichts haben Kinder aus einkommensschwachen Minderheiten, denen implizit vermittelt wird, dass sie hilflose Opfer sind, die keine Macht haben und ihre Zukunft nicht selbst gestalten können.

Der Initiative scheint es darum zu gehen, den Hass aus der Aufarbeitung von Sklaverei und Apartheid zu nehmen. In ihrem „Woodson Center’s 1776 Unites“-Lehrplan schlagen sie vor:

Kontinuität, nicht Bruch. 1776 Unites konfrontiert mit den Realitäten der Sklaverei und des Rassismus in der amerikanischen Geschichte und erkennt sie gleichzeitig als Verrat an den höchsten Prinzipien unserer Gründung an. Führungspersönlichkeiten wie Thomas Jefferson werden in unserer Geschichte trotz, nicht wegen, ihrer persönlichen und politischen Fehler gefeiert. Der Kampf der Amerikaner, sich zu erheben und unsere eigenen Werte zu verwirklichen, ist Teil unserer Geschichte – so war es schon immer.

Würde, nicht Missgunst. Während 1776 Unites offen mit der düsteren Realität der Rassentrennung umgeht, zeigt es auch, wie schwarze Amerikaner ihr eigenes Schicksal in die Hand genommen haben und trotz harter Beschränkungen aufblühten, wie die Entwicklung von fast 5.000 ländlichen Schulhäusern unter der Leitung von Booker T. Washington und Julius Rosenwald zeigt. Diese Schulen wurden zu Quellen des lokalen Stolzes und trugen dazu bei, die Bildungslücke zwischen Weißen und Schwarzen zu schließen.

Widerstandsfähigkeit, nicht Zerbrechlichkeit. Das Wissen um die Errungenschaften der Vergangenheit hilft den Schülern, ihre Verantwortung als amerikanische Bürger besser zu verstehen. Eine Lektion über die „Woodson-Prinzipien“, die individuelle Verantwortung und Stärke im Angesicht von Widrigkeiten feiern, fordert die Schüler auf, wichtige Unterstützung aus der Familie, dem Glauben, der Gemeinschaft und der Teilnahme am staatsbürgerlichen Leben zu ziehen.

Hier der Offene Brief: 1776unites.com.

VD: DG

Lehrer sollen mit ihren Schülern Pornos schauen

Im Jahre 2020 schrieb ich in dem Beitrag „Pornophobie“:

Also, wer nicht damit überrascht werden möchte, dass seine Kinder in den Schulen staatlich subventionierte Pornofilme konsumieren, um eine Erweiterung ihres Lustrepertoires zu stimulieren, der sollte jetzt nicht still abwarten, sondern sich einmischen. Die sexuelle Verwahrlosung hat Gründe!

Meine Befürchtungen könnten schneller bedient werden, als ich es erwartet habe. Zumindest in der Schweiz. Denn dort fordert ein ehemaliger Chefarzt, dass Lehrer gemeinsam mit den Schülern Pornos schauen, um Porno-Kompetenz zu erwerben. Noch geht es nicht um steuerfinanzierte Produktionen und noch steht nicht der Lustgewinn im Vordergrund. Aber ein Anfang wäre gemacht. Armes Europa!

Heute.at aus Wien schreibt:

Die Vorbeugung gegen schädliche Einflüsse von Pornos auf Kinder und Jugendliche sollte nach Ansicht von Bitzer nicht isoliert, sondern im Rahmen einer allgemeinen Sexualerziehung stattfinden, bei der es um Wissen über den Körper und die Biologie, aber auch um Hilfestellung bei der Entwicklung einer eigenen selbstbestimmten Sexualität geht. Ein fixes Alter lasse sich dafür nicht definieren. Bitzer betont: „Inzwischen gibt es genügend Studien, die zeigen, dass die Angst vor der frühen Sexualisierung durch das Sprechen über Sexualität unbegründet ist. Es ist nicht so, dass die Kinder dann plötzlich ‚aufeinander losgehen‘ oder das Gefühl haben, dass sie jetzt sexuell aktiv werden müssen.“

Mehr hier: www.heute.at.

Katholische Kirche veröffentlicht umstrittenes Papier zur Prävention von Kindesmissbrauch

Die katholische Kirche in Deutschland hat ein Papier zur Prävention von Kindesmissbrauch veröffentlicht. Der Elternverein NRW e.V. schlägt allerdings Alarm. Zurecht. Denn in dem Papier werden ausgerechnet solche Pädagogen in Anspruch genommen, denen eine Nähe zur Pädosexualität nachgesagt bzw. nachgewiesen wurde: nämlich Uwe Sielert und Michel Foucault.

In dem Schreiben heißt es:

Als Vertreter der Elternschaft stehen wir ohne jedes Verständnis und zutiefst besorgt vor der Tatsache, dass die katholische Kirche ihre Präventionsarbeit auf dieser im Ansatz pädophilen „sexuellen Bildung“ aufbauen will. Nicht nur werden dort mögliche Täter geradezu dazu eingeladen, Kinder frühzeitig sexuell zu stimulieren. Hinter diesem Sielert`schen Begriff verbirgt sich darüber hinaus eine bewusste Umerziehung der Kinder und Jugendlichen: „Das heißt also auch, Heterosexualität, Generativität und Kernfamilie zu `entnaturalisieren´ und Sexualpädagogik daraufhin zu überprüfen, inwiefern sie die Möglichkeit zur selbstbestimmten Lebensführung einschränkt, wenn durch ihre Intentionen und Maßnahmen explizit oder implizit nahe gelegt wird, heterosexuell und in Kernfamilien mit leiblichen Kindern zu leben.“ Das nennt man Indoktrination. Entsprechend nennt das Positionspapier „Klischees und gesellschaftliche Bilder, die Normen schaffen.“ Die Kernfamilie aus Vater, Mutter und Kindern, ein Familienbild, das in unserem Land von der Mehrheit der Familien gewünscht und gelebt wird, wird hier als Klischee und einschränkendes Lebenskonzept abgewertet. Im Blick auf die Prinzipien Sielerts verwundert es dann leider auch nicht, dass in diesem „katholischen“ Papier zur Prävention und sexueller Bildung die Worte Ehe, Familie, Liebe und Sexualität als Sprache der Liebe und Kraft der Bindung, sowie Quelle des Lebens nicht vorkommen.

Wir Eltern sind zutiefst beunruhigt über diesen Paradigmenwechsel der Katholischen Kirche im Verständnis von Sexualität, betrifft es doch die Arbeit der Kirche in ihren vielfältigen Jugendgruppen, aber auch in katholischen Kindergärten und Schulen – es geht also um Millionen von Kindern. Wir wünschen unseren Kindern ein glückliches Leben, ein Leben, das ihnen ermöglicht, ihren Traum vom Glück zu verwirklichen: nach wie vor wünschen sich zwischen 70 und 80 Prozent der Jugendlichen eine auf Dauer angelegte Beziehung zwischen Mann und Frau und eigene Kinder.

Zur Verwirklichung dieses Traumes bedarf es seelischer Ressourcen, nämlich der Bindungsfähigkeit, der Selbstdisziplin, der Treue und der Verantwortungsfähigkeit. Wer seine Sexualität isoliert als Quelle der Lust lebt, also Unverbindlichkeit und sofortige Bedürfnisbefriedigung einübt, wird sich den Traum von einer glücklichen Familie kaum erfüllen können.

Die WELT schreibt dazu:

Als heikel kann das Papier der katholischen Kirche auch gelten, weil der einflussreiche französische Philosoph Michel Foucault darin als Experte zitiert und eines seiner Bücher als weiterführende Literatur empfohlen wird.

Foucault verstarb 1984; jüngst gab es aber Aufruhr um ihn. Der Vorwurf: Ende der 1960er-Jahre soll er sich bei seinen Aufenthalten in Tunesien an kleinen Jungen vergangen haben. Das behauptete der Essayist Guy Sorman in einem Buch und in zwei Interviews. Die französische Journalistin Chantal Charpentier bekräftigte diese – nicht bewiesenen – Vorwürfe in einem Interview mit der „Zeit“.

Fakt ist: 1977 unterzeichnete er einen Aufruf gegen ein Gesetz, dass Sex mit Kindern unter 15 Jahren unter Strafe stellen sollte. Seine Erklärung „Jedenfalls hat eine gesetzlich festgelegte Altersgrenze keinen Sinn. Noch einmal, man kann dem Kind zutrauen, selbst zu sagen, ob ihm Gewalt angetan worden ist oder nicht.“

Weiter sagt er, der moderne Staat stilisiere Pädophile zu gefährlichen Individuen und benutze sie, um immer tiefere Eingriffe in das Sexualleben der Bürger zu rechtfertigen. Dies ist etwa im Buch „Die Grünen und die Pädosexualität“ beschrieben.

Etschenberg widerspricht Foucault: „Kinder können überhaupt nicht abschätzen, was bei einem Erwachsenen, der mit ihnen sexuell aktiv wird, passiert.“

Auf Anfrage heißt es seitens der Bischofskonferenz, dass die Vorwürfe gegen Foucault zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Positionspapiers noch nicht bekannt gewesen seien: „Wie damit im Weiteren umzugehen ist, beobachten wir aufmerksam und werden ggf. Konsequenzen ziehen.“ Das stimmt zwar bezogen auf die jüngsten Pädophilie-Vorwürfe. Seine Aussagen sind aber seit den späten 70er-Jahren bekannt.

Joseph Beuys: Freie Schulen!

Heute vor einhundert Jahren wurde Joseph Beuys (1921–1986) geboren. Ich habe diesen Anlass genutzt, um mir einmal ein paar Vorträge von ihm durchzulesen (vgl. zu Beuys und seiner Selbsterlösungsreligion auch hier). Ich muss sagen, die Lektüre fiel mir noch deutlich schwerer als das Hören seiner Vorträge. Meines Erachtens ist das ein Geschwurbel, das erst einmal übersetzt werden muss. Und wenn es übersetzt ist, bleibt oft nicht viel übrig. Hier mal ein Beispiel (Joseph Beuys, „Eintritt in ein Lebewesen“, in: Riegel, Hans Peter, Beuys: Verborgenes Reden. Die Biographie, Bd. 4, 2021. S. 75–100, hier S. 94):

Aufgrund eben dieses Wissenschaftsbegriffes, den wir schon an mehreren Stellen kennzeichnen konnten, als einen so stark von der allgemeinen Kreativität der Menschen reduziertem Tun, dass in ihr ein solcher – dass dieser Begriff charakterisiert werden muss, als prinzipiell der Materie zugewandt. Also der Konditionierung von fester Materie zugewandt, soweit sie analysierbar ist in Begrifflichkeiten von Messwerten messbar, wählbar, zählbaren quantitativen Dimensionen und das aus dieser Konstellation sie zu bezeichnen ist als die Materie Wissenschaft.

Ich weiß. Der Kontext ist entscheidend. Aber auch die Lektüre im Kontext hat mir nicht geholfen, zu verstehen, was genau er sagen möchte.

Fast überraschend bin ich dann aber bei Beuys doch noch auf einen Appell gestoßen, den ich mittragen kann, auch wenn er wahrscheinlich auf der Grundlage seines anthroposophischen Weltbildes und seines erweiterten Kunstbegriffs verstanden werden muss (die ich beide natürlich nicht mittrage). Beuys wollte ein freies Bildungseinrichtungs- und Schulwesen (Joseph Beuys, „Jeder Mensch ist ein Künstler“, in: Riegel, Hans Peter, Beuys: Verborgenes Reden. Die Biographie, Bd. 4, 2021. S. 75–100, hier S. 94):

Die therapeutische Maßnahme, die allerwichtigste, die zur Erreichung eines solchen Zieles von Nöten ist, steht allerdings an aller erster Stelle, um etwas erreichen zu können an diesem Punkt. Es muss als einer der wichtigsten und wesentlichsten Programmpunkte angesehen werden, dass die Befreiung des Schul-, des Universitätswesens, der Informationsebene aus den Händen des Staates und der Wirtschaft sukzessive befreit wird. Das heißt, das Prinzip der freien Schule macht es erst möglich, daß der erweiterte Kunstbegriff bei jedem Menschen zur Wirkung kommen kann.

Die Pflichten der Kinder

Die westliche Kindererziehung funktioniere nicht mehr, sagt die US-Autorin Michaeleen Doucleff. In indigenen Gemeinschaften habe sie herausgefunden, wie Kinder Selbstvertrauen gewinnen. Zum Beispiel dadurch, dass sie selbstverständlich in die Pflichten der Erwachsenen eingebunden werden. Im Gespräch mit Caroline Rosales erklärt sie, warum es falsch ist, Kinder ständig in den Mittelpunkt zu stellen:

Genau das ist der Widerspruch. Dazu kommt, dass wir unsere Kinder ständig völlig übertrieben loben. Während ich mein Buch schrieb, habe ich mich einmal selbst beobachtet und dokumentiert, um festzustellen, wie oft ich meine Tochter am Tag lobe. Das Ergebnis: Ich tat es ständig für die absurdesten Kleinigkeiten. Die Blume, die sie gemalt hatte, zum Beispiel. Aber wenn man auf die Weltgeschichte und andere Kulturen als die westliche schaut, wurden Kinder dort selten in den Mittelpunkt gestellt und schon für die geringste Leistung gelobt. Und so wurden aus ihnen genau die Persönlichkeiten, die wir uns als Eltern wünschen. Genügsame, höfliche Menschen, die sich nicht ständig die Aufmerksamkeit und die Anerkennung der anderen suchen. Ich habe festgestellt, dass die Kinder in den indigenen Gemeinden viel weniger Lob erfahren. Die Eltern dort lächeln oder nicken nur leicht, wenn ihr Kind etwas gut gemacht hat. Seitdem ich das mit Rosie mache, sucht sie wesentlich weniger meine Aufmerksamkeit. Dieses Bedürfnis, sich über Erwachsene zu definieren, ist plötzlich weg.

Mehr hier, leider hinter einer Bezahlschranke: www.zeit.de.

Grenzen digitalen Lernens

 Durch Corona erleben die Schulen gerade einen Digitalisierungsschub. Was sich dabei bewährt hat und was man zukünftig besser lassen sollte, beschäftigt den Pädagogen Michael Felten beim DLF Kultur. Die Überlegungen sind hörenswert: 

So bringt es kaum etwas, Klassen nur mit Laptops auszustatten, interaktive Lernvideos hingegen können hilfreich sein. Wenn ein Fach oder eine Altersstufe viel geistige Auseinandersetzung erfordert, fällt der IT-Nutzen gering aus. Bei reinem Training zeigen sich aber auch überdurchschnittliche Effekte. Hattie selbst bilanziert, IT verbessere den Unterricht nur, wenn es sich nicht um Ersatz, sondern Ergänzung des pädagogischen Settings handele – und wenn die Vielfalt der Lernarten und die Häufigkeit von Feedback steige.

Beinahe klingt es dialektisch: Digitales Handwerkszeug muss für Schulen selbstverständlich werden. Gleichzeitig erstrahlt die Lehrperson als Zentralfaktor für kindliche Entwicklung. Versäumen wir also nicht, nach der Coronakrise zu fragen, was wir von ihren Notlösungen wirklich behalten wollen. Die Antwort sollte datenbasiert sein – und nicht nur das Bauchgefühl widerspiegeln „Hat doch irgendwie ganz gut hingehauen“. Die CEOs im Silicon Valley jedenfalls bevorzugen für ihre Kinder analoges Lernen.

Hier der Beitrag: 

Nachteile der Fremdbetreuung

Spätestens ein Jahr nach der Geburt eines Kindes haben die meisten Eltern in Deutschland eine schwere Entscheidung zu treffen: Wollen wir unser Kind in einer Krippe fremdbetreuen lassen? Oder erziehen wir es lieber selbst? Manchen Eltern bleibt aus finanziellen Gründen gar keine Wahl. Sie können mit einem Gehalt die Familie nicht mehr versorgen. Allerdings setzt die Fremdbetreuung sehr viele Kinder unter enormen Stress. Hanne K. Götze, die Autorin des Buchs Die Sehnsucht kleiner Kinder, erklärt anhand von Fakten und eigenen Erfahrungen, wie das Leben in den Kinderkrippen stresst. Einen Auszug veröffentliche das Magazin FOCUS:

Ich möchte noch einmal zusammenfassen, was das alles für ein kleines Kind heißt: Es muss jeden Tag aufs Neue mit der Trennung fertigwerden. Jedes Unwohlsein, jedes „Böckchen“, jedes Aua, jeder Kummer wegen eines weggenommenen Spielzeugs usw. muss immer vor „Publikum“ und sozusagen bei fremden Leuten durchgestanden werden. Die Signale, die es aussendet, werden kaum wahrgenommen oder verstanden. Die Mama ist nicht da. Und die Erzieherin, an die es sich möglicherweise langsam gewöhnt hat, ist auch nicht immer da.

Außerdem gibt es noch so viele kleine Konkurrenten um ein wenig Zuwendung. Das ist Stress pur: Die Kinder müssen sich den ganzen Tag lang auf einer höheren emotionalen Reifestufe bewegen, als sie tatsächlich sind.

So ist es kein Wunder, dass sich die Kinder in der Trennungssituation anders verhalten als im vertrauten Bindungszusammenhang. Ihr Spielverhalten verändert sich. Der Prager Forscher Zdeněk Matějček stellte bereits in den 1970er-Jahren fest: Das Spiel wird inhaltsärmer, stereotyper und weniger ausdauernd.xxi Manche Kinder reagieren auch mit verstärkter Aggressivität oder mit innerem Rückzug. Eine finnische Studie von 1979 ergab: Isolation/Rückzug treten bei 54 %, Unruhe bei 66 %, Hyperaktivität bei 21 %, Zorn bei 34 %, Schlaf- und Essstörungen bei 31–56 % der Kinder auf.

Mehr: www.focus.de.

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