November 2009

»Das Böse ist hier laissez faire«

Sie tranken. Sie kifften. Und sie halluzinierten. Ende der 1950er Jahre schlugen die US-amerikanischen Schriftsteller William S. Burroughs (Naked Lunch), Jack Kerouac und Alan Ginsberg ihre Zelte in der marokkanischen Stadt Tanger auf. Nico Cramer erinnert in seinem Artikel »Sex, Drogen, Poesie« an die wilden Zeiten von Tanger und erzählt, wie dort das wohl wichtigste Buch der Beat-Generation entstand:

Burroughs‘ Übersiedlung nach Tanger sind verstörende Jahre vorausgegangen: 1951 erschoss der Literat in Mexiko City beim Wilhelm-Tell-Spiel seine Frau, 1953 widersetzte sich Allen Ginsberg hartnäckig den sexuellen Avancen Borroughs‘. Borroughs flüchtete nach Europa, zunächst nach Rom, es folgt ein Heroin-Entzug in London. Inspiriert vom Schreiben seines Kollegen Paul Bowles – der Schriftsteller lebt bereits seit 1947 in Tanger – zieht Borroughs auch dorthin. »In Tanger gibt es diese Weltuntergangsstimmung«, schreibt Burroughs wenig später an Ginsberg, »das Böse ist hier laissez faire.«

Als Burroughs‘ Freunde Allen Ginsberg, Jack Kerouac und Allen Ansen 1957 seinem Ruf folgen und nach Tanger reisen, können sie den Weltuntergang buchstäblich besichtigen – Burroughs‘ Pensionszimmer ist in einem unfasslichen Zustand. Monatelang hat der damals 43-Jährige unter dem Einfluss von Opiaten geschrieben. Er hat sich selten gewaschen, der Fußboden ist mit losen Notizen, Manuskripten und Briefen übersät. Gemeinsam mit Burroughs ordnen die Besucher in den folgenden Monaten das Mosaik der Burroughsschen Phantasien. »Wir bearbeiteten riesige Mengen von Material im Schichtdienst«, schreibt Allen Ginsberg 1957 an den befreundeten Beat-Poeten Lucian Carr in New York.

Hier der vollständige Artikel sowie eine Fotostrecke: www.merian.de.

Lieben wir die Gemeinde?

Michael Horten hat eine neue Blogserie über die Kennzeichen der Gemeinde eröffnet. In seinem ersten Beitrag kritisiert er, dass überkonfessionelle Organisationen zunehmend einen quasi kirchlichen Status erhalten.

In The Courage to be Protestant, David Wells observes that parachurch ministries are increasingly replacing the church itself. The question is whether evangelicalism itself has become a threat to actual churches. Many Christians today believe that going to a Christian concert, evangelistic event, or conference is equivalent to the corporate gathering of the covenant community each Lord’s Day. As George Barna argues in The Revolutionaries (Tyndale, 2005), most Christians will soon (he hopes) receive their spiritual resources on-line and not even find it necessary to attend, much less join, a local church. Stunned by the revelation that many of those most involved were the most dissatisfied with their spiritual growth, Willow Creek Community Church’s self-study, published as Reveal, concluded that believers outgrow the church. Although the respondents actually said that they thought the weak diet was responsible for their poor spiritual health, the leadership concluded that they need to work harder to make people fend for themselves as »self-feeders« and be less dependent on the ministry of the church.

Hier der Beitrag: www.whitehorseinn.org.

Diktatur des Relativismus

Stanislaw Dziwisz, ehemaliger Kurienbischof und seit 2005 Erzbischof von Krakau, schreibt in einem Gastbeitrag für DIE WELT über das »Kruzifix-Urteil«:

Wer sich die Konzeptionen der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft in Erinnerung ruft, wird erkennen, dass der Weg des Straßburger Gerichts nicht der Weg war, den sie beschreiten wollten.

Sie hatten ein Europa vor Augen, das auf dem Gewissen aufbaut, das Freiheitsrechte zur Voraussetzung hat. Wenn Menschen diese Rechte mit Füßen treten, versuchen sie – um mit den Worten Benedikts XVI. zu sprechen –, durch die Hintertür eine Diktatur des Relativismus einzuführen. In ihrer Logik ist alles relativ. Selbst die Geschichte.

Doch ein Mensch mit Gewissen zu sein bedeutet, die Geschichte in der Wahrheit zu betrachten, und diese Wahrheit spricht deutlich von den christlichen Wurzeln Europas und von der Religionsfreiheit, die alle anderen Freiheitsrechte garantiert. Die Richter des Gerichtshofs haben einen schweren Fehler begangen. Können Richter, die die Geschichte nicht kennen, eine Vision Europas haben, das des Menschen, des freien Menschen würdig ist?

Hier mehr: www.welt.de.

Frank Schaeffer kritisiert religiösen und atheistischen Fundamentalismus

Frank Schaeffer spricht bei GRITtv über sein neues Buch Patience with God: Faith for People Who Don’t Like Religion (or Atheism) und die soziologischen Strukturen in den fundamentalistischen Kreisen Amerikas. Wie zu erwarten, greift er dabei seine eigene Familie und die politische Rechte, nicht ganz zu Unrecht, massiv an.

Frank tritt sehr sendungsbewusst auf. Seine Argumente werden dadurch nicht besser. Es dürfte auch einem Kritiker der christlichen oder atheistischen Mission auffallen, dass Frank Proselytismus brandmarkt, selbst aber aggressiv für seine Sicht der Dinge missioniert und jedem erklärt, wer falsch und wer richtig liegt. Ich habe übrigens kein Problem damit, ihm geduldig zuzuhören.

Wer sich fragt: »Was ist mit mit Frank Schaeffer bloß passiert?«, sollte unbedingt dieses Interview mit Os Guinness hören.

Hier aber das Gespräch mit Franky:

Freiheit ist auch Religionsfreiheit

Volker Kauder erinnert in WELT ONLINE an die anhaltende Verfolgung der Christen und anderer Glaubensrichtungen:

Wenn sich am heutigen Sonntag Christen in aller Welt treffen, um für ihre Brüder und Schwestern in Not zu beten, dann hat solch ein weltweiter Gebetstag bereits eine lange Tradition. Tage wie dieser sind wichtig, um an das Schicksal derjenigen zu erinnern, die aufgrund ihres Glaubens Unterdrückung oder Diskriminierung erleiden müssen und sogar mit dem Tod bedroht sind. Wir, die wir in Freiheit leben, übersehen leicht das Leid, das viele Christen um ihres Glaubens willen ertragen müssen. Dabei geht uns ihr Schicksal in besonderer Weise an: In unserem Glauben an Jesus Christus sind wir mit ihnen verbunden. Die Bibel gebraucht dafür das Bild, dass die Christen einen Leib mit vielen Gliedern bilden. Und so ist es notwendig, dass wir uns um die anderen Glieder dieses einen Leibs kümmern, uns für die Lage der Christen in aller Welt interessieren und uns für die Verfolgten einsetzen.

Hier mehr: www.welt.de .

Franke: Die Pluralität der Wahrheit

manifold_witness1.jpgAl Mohler hat das neue Buch:

rezensiert:

Indeed, even as he criticizes the notion of »historic Christianity« and any set of »minimum beliefs« necessary to be a Christian, he also asserts: »Of course I believe in truth. I believe in God. I believe that Jesus Christ is the Son of God. I believe in the Holy Spirit, the holy catholic church, the communion of the saints, the forgiveness of sins, the resurrection of the body, and the life everlasting. Amen.« The problem is this – Franke’s argument that truth is plural means that the church should both embrace and celebrate different and even contradictory understandings of these doctrinal statements and core truths. While Franke is undoubtedly correct in warning that no theological system is free of cultural limitations, his proposal amounts to a total and unconditional surrender of doctrinal accountability. While he insists that not all doctrinal assertions are allowable, he undercuts the authority of Scripture to serve as the norm for establishing truth from error. The Protestant liberals of the 19th and 20th centuries often offered words of criticism that orthodox believers and theologians needed to hear. Nevertheless, their subversion of biblical truth and their embrace of heresy rather than orthodoxy established these theological liberals as adherents of a religion fully distinct from Biblical Christianity.

Hier mehr: www.albertmohler.com.

Märtyrer 2009: Das Jahrbuch zur Christenverfolgung

Märtyrer2009Die Problematik der Christenverfolgung globalisiert sich zunehmend in der Diskussion. Außen- und Innenpolitik verquicken sich dabei in Deutschland immer häufiger. Vor deutschen Gerichten suchen konvertierte Asylanten den Schutz der Religionsfreiheit. Christliche Flüchtlinge aus dem Irak werden in Deutschland aufgenommen. Deutsche Medien machen deutsche Missionare dafür verantwortlich, dass sie in islamischen Ländern verfolgt werden.

Gerade noch rechtzeitig zum »Weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen«, ist am Montag das Jahrbuch Märtyrer 2009 erschienen. Am Weltweiten Gebets tag für verfolgte Christen nehmen Christen und Gemeinden aus über 100 Ländern auf allen Kontinenten teil, in freien Ländern ebenso wie in den betroffenen Ländern selbst.

Viele Gemeinden nehmen sich während der Gottesdienste am 8. November viel Zeit, um in der Fürbitte an die Christen zu denken, die unter Diskriminierung und Verfolgung zu leiden haben.

Das Inhaltsverzeichnis zum Buch:

  • Max Klingberg, Thomas Schirrmacher, Ron Kubsch (Hg.): Märtyrer 2009 – Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute, zugleich idea-Dokumentation 09070890, 254 S., 8,90 Euro

gibt es hier: maertyrer2009_IHVZ.pdf.

Das Buch kann hier bestellt werden: www.idea.de.

Buch über Jüngerschaft gratis

Das Buch:

  • Winfield Bevins: Grow – Reproducing through Organic Discipleship, 2009

kann hier gratis herunter geladen werden: theresurgence.com.

Ed Stetzer schreibt zum Buch:

Winfield Bevins provides pastors and church planters with a great tool for developing an organic discipleship process that is gospel-centered and missional. Organic Discipleship will help your church rediscover the lost art of disciple-making for the 21st century. If you want to help transition your church from programs to a natural process for disciple-making, this book is for you.

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