2011

Fallobst im Frühjahr

Der Artikel von Felicitas von Lovenberg vermittelt Einblicke in das Verlagswesen und die Übersetzungsvergütung. Interessant:

Dabei darf man nicht vergessen, dass die Verlage überhaupt nur mit maximal zehn Prozent der belletristischen Buchtitel überhaupt einen Gewinn erzielen – und dass diese Umsätze bei allen Häusern in erster Linie mit Unterhaltungstiteln generiert werden.

Und:

Die Suche nach einer Vergütungsregel, welche die Verlage nicht schröpft, aber die Übersetzer dennoch signifikant besser stellt, geht noch jemanden an: den Leser. Seit Jahren hinkt die Entwicklung der Buchpreise denen für Herstellung und Vertrieb hinterher; die magische Grenzen von zwanzig Euro müsste eigentlich öfter überschritten werden. Auch deswegen müssten übersetzte Bücher mehr kosten.

Eine Lösung der Übersetzerhonorierung ist auch deshalb dringend nötig, weil das nächste Problem bereits vor der Tür steht: Der Onlinebuchhändler Amazon hat am Wochenende bekanntgegeben, 2010 in Amerika erstmals mehr E-Books als Taschenbücher verkauft zu haben. Wenn die E-Books der Zukunft die Taschenbücher der Vergangenheit ersetzen und die Taschenbücher von heute das anspruchsvolle Hardcover-Programm von morgen – wo bleibt dann der Leser, der von einem Buch mehr erwartet als nur gute Unterhaltung?

Hier: www.faz.net.

Spektakulärer Fund: Die Kirche von Laodizäa

Verschiedene Medien haben heute gemeldet, dass die »Siebte Kirche« (FAZ, 1. Februar 2011, Nr. 26, S. 29) in der Türkei gefunden wurde. Radio Vatikan teilt mit:

Archäologen haben im Südwesten der Türkei die sogenannte siebte Kirche von Asien aus der biblischen Offenbarung des Johannes entdeckt. Das teilte Kulturminister Ertugrul Günay laut türkischen Presseberichten am Montag beim Besuch der Grabungen mit. Die antike Stadt Laodizäa in der Landschaft Phrygien wird in der rätselhaften Apokalypse am Ende des Neuen Testamentes als Sitz der siebten christlichen Gemeinde erwähnt, die ein Sendschreiben Jesu erhält (Offb 3:14-22). Nach Angaben von Grabungsleiter Celal Simsek wurde die Kirche mit unterirdischen Radarmessungen geortet. Das Bauwerk sei im Wesentlichen im Originalzustand erhalten …

Nachtrag vom 02.02.2011: Bitte Kommentare lesen.

Bilderrätsel

Wer sitzt da wohl am Computer und tippt ein Manuskript?

VD: JT

Ethics for a Brave New World

Die Brüder John und Paul Feinberg haben 1993 das Buch Ethics for a Brave New World herausgegeben. Nun wurde das empfehlenswerte Werk neu aufgelegt. John Kilner schreibt zum Buch:

Since the first edition, changes in the world have only made this book’s title more apt. Again and again, science fiction has become science fact; and with masterful theological discernment, Ethics for a Brave New World helps us to make sense of what is happening. It does a tremendous service by gathering and interpreting an ocean of literature on key issues of our day. Readers will come away informed about the issues, conversant with the multifaceted debates that swirl around these vital challenges, and equipped and inspired to engage them in a way that glorifies God.

Hier Inhaltsverzeichnis und Vorwort zur erweiterten Auflage: ethics-for-a-brave-new-world-download.pdf.

Justin Taylor hat mit dem Theologen John Feinberg über das Buch gesprochen:

Das Buch kann hier bestellt werden:

Was ist eine gute Familie?

Die von mir sehr geschätzte Bettina Röhl, Mutter einer dreijährigen Tochter, sagt im aktuellen Chrismon (Februar 2011, S. 26):

Heute ist die Familie als Lebensform in Misskredit gekommen. In den Medien spielen Patchwork- und Scheidungsfamilien und homosexuelle Ehen eine wichtigere Rolle als die Familie mit Mann, Frau und Kind, und es gibt tatsächlich sehr viele Scheidungen. Das innere Bild von einer gelingenden Familie ist durch viele ideologische Diskussionen angeknackst. Das verunsichert mehr als die Frage, wie Beruf und Kinder zu vereinbaren sind.

Bei Frauen wie Männern besteht eine große Unsicherheit, ob der Partner bleibt. Ob es eine gewisse Verlässlichkeit in die Zukunft hinein gibt. Ein Kind, da geht es in Wahrheit um die nächsten 18 Jahre, und dann ein Leben lang. Natürlich fühlen Frauen und Männer sich sicherer, wenn sie wissen: Wir bleiben länger zusammen.

Hier das Gespräch zwischen Chrismon, Margarete Mitscherlich und Bettina Röhl: chrismon.evangelisch.de.

Neue Sehnsucht nach Religiosität in der Kunst

Die zeitgenössische Kunst hat die Religiosität wiederentdeckt. Es gebe einen »neuen Hang zum Heiligen«, berichtet das Kunstmagazin art in der Titelgeschichte seiner Februar-Ausgabe. idea schreibt:

Unter der Überschrift »Christus wird heute in Hollywood gekreuzigt« weist die Zeitschrift auf Exponate, Skulpturen und Filme mit religiösen Bezügen hin. So sei das Kino heute ein Raum der Magie, »in dem wir bereit sind, alles Mögliche zu glauben«. Zwar seien die zahlreichen Kunstwerke mit religiösen Bezügen nicht unbedingt Ausdruck einer neuen Gläubigkeit der Künstler, so »art«. Jedoch lasse sich die »Imprägnierung der Kunst mit Religion bis in den Alltag des Kunstbetriebs beobachten«: »Museen haben Kirchen als vornehmste Bauaufgabe der Architektur abgelöst und sind zu Kunsttempeln und Meditationsstätten geworden. Viele Besucher erwarten im Museum Erbauung.« Die Kunst sei heute gegenüber der Religion autonom geworden. Sie wolle sich nicht mehr in den Dienst von Glaubensgemeinschaften spannen lassen und keineswegs die 2.000 Jahre alte Tradition fortsetzen‹ »religiöse Inhalte in die Herzen der Betrachter zu senken«.

Mehr: www.idea.de.

Bündnis für Familie

Was für ein Satz: »Die meisten Eltern müssen sich am Nachmittag selbst um ihre schulpflichtigen Kinder kümmern, weil Alternativen fehlen. Das hat dramatische Folgen.« Das Programm, das Mütter wieder »in Arbeit« bringen soll (Mütter, die sich um ihre Kinder kümmern, arbeiten also nicht) soll unter dem Namen »Bündnis für Familien« vermarktet werden. Geht’s noch?

Rund 6,9 Millionen Frauen in der Bundesrepublik sind berufstätig und gleichzeitig Mutter. Beides unter einen Hut zu bekommen, ist für viele ein Kraftakt. Das gilt insbesondere, sobald die Kinder in die Schule kommen und die Eltern sich um eine Anschlussbetreuung kümmern müssen. Der Mangel an Hortplätzen und an Schulen, die ein Nachmittagsprogramm anbieten, hält insbesondere Mütter davon ab, in den Beruf zurückzukehren. Das haben Berechnungen im Auftrag des Bundesfamilienministeriums ergeben, die der »Welt am Sonntag« vorab vorliegen. Bei einem entsprechenden Ausbau der Nachmittags- und Ferienbetreuung würden demnach bis zu 500.000 Frauen zusätzlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Hier mehr: www.welt.de.

Der Schwerkraft entgegen

Tobias beschreibt, warum er die Evangelische Kirche verlassen hat. Die Worte machen betroffen. Sie rütteln auf, auch dann, wenn einem die Rückkehr zur Katholischen Kirche nicht alternativlos erscheint. Tobias, danke für dieses ehrliche und klare Bekenntnis, das Dir, ich spüre es Dir ab, nicht leicht gefallen ist!

Je stärker in mir der Glaube an Jesus Christus wurde, desto wichtiger wurde für mich die Kirche, seine Braut. In diesem Licht fiel mir die Evangelische Kirche selten als relevante Kraft auf – weder geistlich, noch gesellschaftlich oder kulturell – sondern durch Angebote von Yogakursen, Äußerungen der Ratsvorsitzenden zu Themen der Sozial- und Umweltpolitik, ein Anbiedern an eine Geschlechter-»Gerechtigkeit«, die Umdeutung der Schöpfungsordnung und der Eindeutigkeit der Ehe als Bund zwischen Mann und Frau. Ich verstehe dies als Versuch der EKD-Leitung, eine Sprache zu sprechen, die von der Welt mit Wohlwollen vernommen wird. Vergebens halte ich Ausschau nach Beständigkeit, nach Frucht, von der die Gläubigen und die Welt leben können.

Ich suche als junger Mann nach Orientierung und Verbindlichkeit, Vorbildern und Hirten für mein Leben mit Jesus Christus. Doch mein Eindruck ist, dass die Volkskirche ihre Mitglieder nicht wirklich dahin führt, Christus zu leben, sondern vor allem sich selbst – was immer dieses Selbst sein mag. Dadurch werde ich nicht geleitet, sondern verleitet. Nämlich dazu, ein mir als stimmig, zeitgemäß und korrekt erscheinendes Gutmenschentum zu adaptieren, das vor allem politisch intendiert ist. Anmaßend finde ich, dass das als »Nachfolge« feilgeboten wird! Ich möchte nicht vorgelebt bekommen, wie ich mich der Welt anzupassen habe. Das tut sie bereits lautstark selbst kund! Das nährt nicht den Glauben, sondern die Frustration.

Hier mehr: www.ojc.de.

„Neuer Calvinismus“: Bücher mit Einfluss

Kevin DeYoung hat eine Liste mit Literatur zusammengestellt, die in den Kreisen des »Neuen Calvinismus« beliebt und verbreitet ist. Ich gebe die Liste hier wieder und habe, soweit mir bekannt, Übersetzungen verlinkt.

  1. John Piper: Sehnsucht nach Gott
  2. Wayne Grudem: Systematic Theology (Anmerkung: Das Buch wird derzeit in einer deutschen Übersetzung lektoriert. Wir dürfen hoffen, dass es 2011 in deutscher Sprache erscheinen wird.)
  3. J.I. Packer: Gott erkennen
  4. C.S. Lewis: Pardon, ich bin Christ
  5. John Piper: Dein Leben ist einmalig
  6. R.C. Sproul: Die Heiligkeit Gottes
  7. Jerry Bridges: Disciplines of Grace
  8. C.J. Mahaney: Cross-Centered Life
  9. Mark Driscoll and Gary Breshears: Doctrine
  10. Sonstige: R.C. Sproul: Chosen by God; John Piper: God is the Gospel; Joshua Harris: Dug Down Deep; Francis Chan: Mein Leben als Volltreffer: wen(n) Gottes geniale Liebe antreibt; David Platt: Radical
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